Dämmung Stalldecke gegen Kochwrasen

15.03.2019 MarcomitZeh



Wir haben eine aus Ziegeln gemauerte Scheune, im EG anderthalb Steine dick. Die Decke zum Dachraum besteht aus zwei starken Stahlträgern, über die quer kleinere Träger liegen, zwischen den Trägern sind Formziegel ohne Gewölbe vermauert. Die Unterseite der Formziegel ist mit Kalkmörtel dünn verputzt, die Untergurte der kleineren Träger schauen heraus und die beiden großen Träger liegen komplett offen. Auf dem Dachboden liegen die Oberseiten der Formziegel offen, dazwischen stehen die Obergurte der kleineren Eisenträger etwas heraus. Vermutlich war hier mal mit einem dünnen Estrich ein glatter, fegbarer Boden ausgeformt, von dem Estrich ist aber nichts mehr vorhanden.

Durch Herausnehmen von zwei Trennwänden (natürlich nach statischer Abklärung) haben wir aus drei ehemaligen kleinen Stallräumen einen ca. 32 m2 großen Raum geschaffen, in dem wir eine Wirtschaftsküche zum Einwecken (im Sommer) und Wurstmachen (im Winter) einrichten wollen. Sorgen mache ich mir um die Eisenträger in der Decke:

Durch die Kocherei wird, wenn der Raum in Benutzung ist, sehr viel Wasserdampf nach oben steigen und an der natürlich kühleren Decke kondensieren. Die Ziegel werden also von unten immer gut angefeuchtet, was sehr schädlich für die dazwischenliegenden Eisenträger ist - so mein Schwiegervater. Er schlägt vor, die Decke von unten zu dämmen / abzudichten, um das Einbringen von Feuchtigkeit in die Decke zu unterbinden.

Macht das Sinn, und wie kann das am besten erfolgen?

Was immer an Dämmmaterial auf die Decke gebracht wird, sollte Mäusen keine Heimat bieten - das kommt erschwerend dazu.

Anbei ein Foto. Ich bin gespannt auf Eure Ideen und Überlegungen!



Übrigens,



ich bin eher der Meinung, dass das gelegentliche Kochen im Sommer und im Winter - pro Saison sind das immer nur einige Wochen - der Decke auch nicht mehr schadet als die vorangegangene Unterbringung von Nutztieren, die tagein, tagaus mit der Atemluft auch einige Liter Wasser in die Luft gebracht haben dürften. Und das hat die Scheune ja schon etliche Jahre sehr gut überstanden. Ich habe aber großen Respekt vor der Erfahrung meines Schwiegervaters und nehme seine Hinweise sehr ernst.

Also, was ist da dran?





Neben leistungsfähigen Rostschutzanstrichen die dreiwertiges Eisen enthalten (Magnetit, Eisenglimmer- oder -mennige) in Leinöl, besteht die Möglichkeit Stahl mit Romanzement zu passivieren.

Die Stahlträger könnten mit Ziegelrapitz verwahrt und dann verputzt werden, was nebenbei auch einen wirksamen Feuerwiderstand gewährleistet. So hat man bereits frühe Ingenieurbauwerke geschützt. Was sich gegen Abgase von Dampfmaschinen als hinreichend beständig erwies, sollte auch saisonale Küchendünste aushalten können.

Um die temporäre Aufnahmefähigkeit von Kondensfeuchte zu Verbessern empfehlen sich Wandverputze aus Kalk mit geblähten, mineralischen Leichtzuschlägen.



Vielen Dank!



Hallo Mario,
ich war die letzten Tage extrem eingespannt, deshalb erst jetzt: Vielen Dank für den Tip, das machen wir.
Beste Grüße
Marco