Ist KFW-WLG für ein Fachwerkhaus durchführbar....

23.02.2006



Hallo Forum!

Ich bin seit 4 Jahren Eigentümer eines Fachwerkhauses mit innen und außen offenen Fachwerk. Ich bin nun das Frieren im Winter leid und nun soll eine Dämmung her. Als Einzelkulturdenkmal-Eigentümer berät mich die zuständige Denkmalschutzbehörde über die fachwerkgerechten Möglichkeiten der Dämmung.

Finanzierbar sollte die Maßnahme auch sein, deshalb würde ich mich gerne von der KFW (Kreditanstalt für Wideraufbau) mit dem neuen Energiesparmaßnahmen-Programm Öko-Plus mit einem sehr zinsgünstigen Darlehn fördern lassen.

Aber die Vorschriften der WLG (Wärmeleitungsgruppe) ist bei einem Fachwerkhaus nicht anwendbar. Denn, wenn man diese Vorschriften der WLG beim dämmen einhalten würde, ist diese starke und eher undurchlässige Dämmung für Fachwerksbalken und Lehmgefächer nicht durchführbar!

Hat jemand einen Vorschlag, wie man eine fachwerkgerechte Dämmung einbauen kann (Material und Stärke) und trotzdem Vorschriften der KFW einhalten kann, um die Maßnahme mit einem zinsgünstigen Darlehn abzusichern?

Vielen Dank, wenn jemand zu meiner Frage antworten könnte!



Verschiedene Betrachtungsweisen



Entweder Dämmmaßnahmen und Gebäudehüllenverbesserungen oder CO-2 reduzierende Energiekonzepte integrieren.
Die Richtlinien und Durchführungskritereien sind für den Normalverständlichen fast nicht mehr nachvollziehbar und die vorgegebenen Berechnungsprogramme (natürlich Großhersteller gestützt und von den KfW-Banken mit getragen!!!) basieren ausschließlich nur mit den Styroporen, Mineralwollesystemen etc.
Naturdämmstoffe und alternative Energiesysteme (Wandheizungen, Fußleistensysteme) finden da kaum Chancen, Einzug zu halten, da sie zwar wesentlich nachhaltiger, effizienter, wirkungsvoller und auch gesünder sind, doch die Gesamtheit der Lösungen solltre hier betrachtet werden.
Energieberater besitzen größtenteils nur derart aufgebaute berechnungsprogramme, die geanu die Kriterien für die Banken entsprechend wiedergeben.

Trotzdem wäre zu klären, ob es möglich wäre, eine Außendämmung anzubringen oder ist man in der Pflicht, aufgrund der Denkmalordnung, die Dämmung innenseitig zu integrieren.
Sollte es außenseitig möglich sein, können wir auf eine Fachberechnung mit Holzweichfaserplatten zurückgreifen, die einen U-Wert von 0,288 W/m²K aufweist.
Dämmstärke 125 mm im Verhältnis zur entstehenden Gesamtwandstärke von 265 mm incl. Dämmstärke.

Udo Mühle



KfW Förderung ist möglich



Sie können es mit dem KfW-Paket 4 probieren. Hier müssen Sie 40 kg/m² CO2-Einsparung nachweisen.
Sie brauchen einen Energieberater, der Ihnen sinnvolle Vorschläge erarbeitet und dann diese Einsparung bescheinigt. Die Beratung ist zunächst mit nur geringem finanziellen Aufwand verbunden, da die Engergieberatung von der Bafa gefördert wird.
Wenn Sie die Co2-Einsparung nur über die Aussenwanddämmung erreichen wollen, wird es aber sicher sehr aufwendig und teuer. Solche Maßnahmen sind für sich kaum wirtschaftlich vertretbar - da hilft auch ein 1%-Darlehn nicht weiter. Vielleicht läßt sich ein Maßnahmenpaket schnüren: Dämmung, Fenster, Heizungsanlage, Dach? Doch es ist schon schwer Fachwerkhäuser mit den Vorstellungen der EnEv und KfW in Einklang zu bringen - sicher ist auch nicht immer erstrebenswert.



Meine Antworten auf Eure Beiträge



Danke für die Antworten!

Das Haus hat nur 3 Außenseiten, die 4. Seite ist an das Nachbarhaus angebaut.

Von den 3 Außenseiten soll die Giebelfront komplett von außen gedämmt werden, es ist die Wetterseite. Die anderen beiden Außenseiten sollen von innen gedämmt werden.

Der genannte U-Wert von 0,288 W/m²K ist ja eigentlich recht gering. Die von Udo Mühle genannte Dämmstärke von 12,5 cm im Verhältnis zur Gesamtwandstärke von 26,5 cm habe ich nicht so ganz verstanden! Wurde hier die Stärke meiner vorhandenen ungedämmten Wand praktisch auf 14 cm einfach geschätzt?

Stephan Wagner hat in seiner Antwort auf das KFW-Paket 4 hingewiesen! Wie kommt man an Kontakt-Adressen von Energieberatern, die bei mir die Dämmmaßnahme auf KFW-Verträglichkeit, Wirschaftlichkeit und Einhaltung des Denkmalschutzes untersuchen können? Unsere geplante Maßnahme bezieht sich nur auf die Außenwände, da die Fenster und der Dach nicht das Problem darstellen.



40 Kg/m²- auch ohne Aussendämmung?



Das Haus meiner Träume( 1717,Denkmal, Untergeschoß massiv, Obergeschoss Fachwerk) wird noch mit Öl- Einzelöfen( Sammelsurium versch.Öfen aus 30er- 70er Jahre)geheizt. Mit der Umstellung auf eine Niedertemperaturheizung mit Solarunterstützung (Warmwasser) müsste doch erheblich CO² eingespart werden??!! ( im Verhältnis zu vorher )reicht das für Kfw Kredit CO²?





Zu Ihrer Frage kenne ich leider keine Antwort.

Ich habe KfW ganz liegen gelassen, war wegen den engen Vorschriften für mein Anwesen nicht passend. Hatte mir das von einem Energieberater berechnen lassen.