Dachdämmung Aufsparrendämmung mit Linitherm oder Vollsparrendämmung mit Hanf

21.09.2006



Guten Tag,
ich stehe vor einer schweren Entscheidung. Mein Dach soll gedeckt werden und in einem Abwasch auch eine Dämmung aufgebracht werden. Meine Vorstellung war eigentlich von innen nach außen Sparren, Dampfbremse, Gutexplatte, Hanfdämmung, Gutexplatte, konterlattung, Lattung und Ziegel. Da aber der Abstand zwischen den Gutexplatten durch Holz realisiert werden muß kann man eigentlich gleich zwischen die Sparren gehen. Der Sparrenabstand beträgt über 90cm. Nun wurde mir angeboten die Aufsparrendämmung mit Linitherm zu realisieren. Was spricht für oder gegen Dämmstoffe aus dem Chemielabor? Hat jemand Erfahrung damit und kann mir zu oder abraten? Diese Linithermplatten sind auch fast Dampfdicht wird dann nicht der Vorteil der guten Dämmung durch das intensivere Lüften zunichte gemacht? Vielleicht könnt ihr mir Tips geben noch kann alles realisier werden. Je mehr man sich damit beschäftigt umso unschlüssiger wird man. Vielen Dank schon im voraus.





Guten Tag!
Linitherm ist mir nicht bekannt, daher sind vielleicht genauere Produktangaben sinnvoll. Das technische Merkblatt kann dann ja auf der Internetseite von der Fa. Linzmeier angesehen werden. Ich habe jetzt allerdings wenig Lust mich mit einem solchen Zeug zu befassen.
Generell würde ich allerdings bezweifeln, daß PUR wg. der fehlenden Masse und Speicherkapazität besonders gute Eigenschaften aufweist. Insbesondere den "sommerlichen Wärmeschutz" können Sie vergessen. Auch der Schallschutz dürfte bei einer solchen Konstruktion nicht besonders sein. Sehr gute Erfahrungen habe ich immer mit Zellulose-Dämmung gemacht. Durch das Einblasen werden auch sehr schön die Hohlräume ausgefüllt. Durch seitliches Anlaschen der Sparren mit Bohlen können erforderliche Dämmdicken erreicht werden. Die vorhandenen Sparren sollten allerdings auf Ihre statische Tragfähigkeit überprüft werden. Sicherlich gibt es auch weitere technische und andere Gründe, die gegen eine PUR-Dämmung sprechen (Probleme in den Anschlussbereichen der Luftdichtschicht etc.). Als störend könnte sich allerdings auch eine Erhöhung der Dachhaut erweisen.Wie sehen dann Anschlüsse aus, wie sehen die aus? Das sollte man sich daher somit vorher schon gut überlegen. Pauschal lässt sich zu einer Dämmung aber nichts abschließend sagen, die Örtlichkeiten sind immer zu berücksichtigen, ansonsten können diese Aussagen in die falsche Richtung führen. Detaillösungen sind leider in einem Forum nicht zu realisieren und sollten mit einem Fachplaner vor Ort geklärt werden.
Grüße
Bernd Kibies



Warum nicht ...



... bei Ihrer Originalidee bleiben?
Also Dampfbremspapier und 4cm Gutexplatte unter die Sparren, Hanf zwischen die Sparren und 4cm vergütete Gutexplatte aussen auf den Sparren, dann Konterlatten, Dachlatten, Steine - fertig.
Würde keine Chemieplatten nehmen, die wirken wie eine Dampfsperre, also muss drunter extra eine Ablüftung sein.

Alles Gute



Aufsparrendämmung



Hallo,
auch wir standen vor dem Problem mit der Dämmung.
Die Lösung war Dach runter bis auf die Sparren. Bretter drauf.
Dampfbremse auf die Bretter. Aufgedoppelte Dachsparren auf die Bretter (auf die alten Sparren) Glaswolle WLG035 dazwischen 18 cm dick. Darauf 2cm Pavatexplatten, darauf Unterspannbahn, Lattung, Konterlattung, Ziegel. Ist eine super Dämmung, auch im Sommer. Und vor allem sie ist dicht.

Gruß aus dem Scharzwald

Alex





Hallo!
Ich bezweifel, daß die Mineraldämmung ähnlich gute Eigenschaften wie eine Zellulosedämmung hat. Bedenken Sie aber bitte auch, daß das Dach bei der Aufsparrendämmung um ca. 27 cm aufgestelzt wird. Wie sollen denn dann die Anschlüsse an Ortgang und Traufe aussehen? Vermutlich verpasst der Dachdecker, wie in unserer Region gern genommen, Ihrem Haus einen Rollkragen aus Schiefer. Bitte also auch die Gestaltung nicht aus den Augen verlieren.
Grüße
Bernd Kibies



Zusätzlich...



... sollten Sie die Kosten im Auge behalten.
Aufdoppeln heisst auch zweimal Sparren kaufen, einmal Dachfläche Rauhspund extra kaufen und die Arbeiten bezahlen.
Eine Aufsparrendämmung ist letztendlich teurer und erhöht das Dach nicht unerheblich. Dazu haben Sie dann das Problem, wenn Sie im Innenraum keine Sparren wollen, diese noch zu verkleiden.
Technisch erreichen Sie dieselbe Dichtigkeit mit der äusseren 4cm vergüteten Gutexplatte auf den Sparren, mit der Zwischensparrendämmung aus Hanf eignet sie sich genausogut. Innen können Sie dann wählen, ob Sie noch mal Holzweichfaser oder was auch immer nehmen.

Alles Gute



Hanf oder Zellulose



Vielen Dank erst einmal für die Antworten. Habe tatsächlich bei einer Aufsparrendämmung nicht an den Ortgang gedacht. Für mich stellt sich jetzt die Fage was besser ist Hanf oder Zellulose. Soweit mit bekannt ist Hanf son von Natur aus nicht so beliebt bei den Nagern (Bitterstoffe).
M. E. müsste Zellulose bei Nagern beliebter sein. Um das zu verhindern kommt dann auch die chemische Keule zum tragen. Oder nimmt sich beides nicht viel?





Guten Morgen,
Zellulose gilt lt. technischen Daten der Fa. Isofloc als sicher vor Mäuse- und Ungezieferfraß. Inhaltsstoffe sind sortiertes Zeitungspapier sowie Borax und Borsäure als Brandschutz und Konservierung. Welche Dämmung Sie wählen, hängt auch von den örtlichen Gegebenheiten ab und inwieweit Sie Eigenleistung einfließen lassen möchten.
Zellulose wird setzungssicher eingeblasen, damit können sämtliche Hohlräume ausgefüllt werden und Wärmebrücken werden ausgeschlossen. Allerdings können diese Arbeiten nur durch ein Fachunternehmen ausgeführt werden, die erforderlichen Maschinen dürften Ihnen fehlen. Das bietet sich allerdings auch wg. der späteren Gewährleistung an.
Zellulose gibt es auch als Mattenware, die Vorteile einer Einblasdämmung kommen dann aber nicht zum tragen, da das Material sehr steif ist.
Sie sollten dann Hanf in Erwägung ziehen, insbesondere wenn diese Arbeiten in Eigenleistung ausgeführt werden sollen. Dabei sollte allerdings sehr sorgfältig gearbeitet werden, damit keine Wärmebrücken entstehen. Hanf gibt es als Mattenware und auch als Stopfware, mit der auch Hohlräume besser aufgefüllt werden können.
Gewerbliche und private Bauherren bekommen den Einsatz von Dämmstoffen aus Nachwachsenden Rohstoffen mit einem Zuschuss gefördert. Diese Förderung gilt bis einschließlich 31.12.2006.
Der Zuschuss beträgt ansatzweise netto 33 %.
Für Hanffaser-Dämmstoffe bekommt man pauschaliert 25,- €/cbm.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies