Dachdämmung für Altbau (1949)

28.01.2006 Niederlande



Hallo zusammen,

wir haben ein schönes altes Ziegelhaus gekauft und möchten nun auch den bislang nicht genutzten Dachboden ausbauen.

Unser Zimmermann schlägt dafür folgende Maßnahmen vor, die ich den fachkundigen Lesern gerne vorstellen möchte, weil mich die vorgeschlagenen Maßnahmen laut Angebot bislang noch verwirren:

1. diffusionsoffene Spannbahn als Windbremse zwischen die Sparren.
2. Presslatte anbringen zum Abdichten und Fixieren der Unterspannbahn

3.Anbringen von Bohlen einseitig an die Sparren zur Haltung der Dämmung und zum Ausgleich der Dachfläche

4. Anbringen der Dämmung (Glaswolle) zwischen den Sparren (im nicht ausgebauten Dachboden und im Obergeschoss hinter den Schrägen)sowie Spannen einer Dampfbremse unter die Dämmung, Verkleben aller Überlappungen und Stöße sowie Befestigung der Folie durch Konterlattung.


Maße und Daten:
1. Erhöhung der Sparren durch KVH Hölzer auf 20cm zur Aufnahme der Dämmung

2. Anbringen einer Dampfbremse, inkl. aller Verklebungen

3. Dämmung 035,200mm im Bereich Fuß-Mittelpfette zwischen den Sparren (Im bereits ausgebauten 1. Obergeschoss )

4. Dämmung 035,200mm , Anbringen einer Konterlattung (3/5 cm) unter die Sparren (Diese Arbeiten beziehen sich auf das noch nicht ausgebaute Dachgeschoss vom Anschluss der Dämmung aus dem OG bis in den First)

5. Traglattung 3/5 cm auf Sparren

6. Aufbringen der Unterspannbahn auf die Sparren

Zusätzlich DWD-Platte als zusätzlicher Hitzeschutz im Sommer

Angeboten als Dämmung: Glaswolle


Danach soll der Dachboden in Eigenleistung mit Rigipsplatten ausgebaut werden.


Da ich aus ökologischen Gründen gegen die Glaswolle bin, haben wir uns als Alternative eine Cellulosedämmung anbieten lassen, die dann in die Sparrenfelder geblasen wird. (kostet ca. 1.000 Euro mehr)

200 mm Flachsdämmung kostet dagegen ca. 4.000 Euro mehr (mit einer faseramierten Dampfbremse - was auch immer das ist???)


Flachs sprengt leider unser Budget. Ginge auch Cellulose?? Oder ist Thermohanf günstiger? Da habe ich gerade etwas über ein Förderprogramm gelesen. Die Matten müssten dann ja auch etwa 200mm haben, oder?

Schon mal vielen Dank im voraus für die Tipps.





Hallo Witt stuhr

Hier nur kurz zu deinen Fragen:

Zu 1. Diese "Windbremse" zwischen den Sparren soll eigentlich noch die Funktion einer zweiten Entwässerungsebene übernehmen. (siehe Schemazeichung rechts)Da diese aber nur ca. 85% der Dachfläche abdeckt ist das nur ein Provisorium. Desweiteren muß dafür gesorgt werden, dass eingedrungenes Wasser über die Mauerkrone hinaus weggeführt wird.

Zu 2.Presslatten alleine dichten meist nicht "winddicht" ab. Auch muß zur Entwässerung für eine wannenförmige Ausbildung der Folie gesorgt werden.

Zu 3.Die angebrachten Bohlen liegen nie dicht am Sparren an(Hohlräume/Undichtigkeiten). Die Dachkonstruktion ist auf einen Holzschädlingsbefall und auf die Tragfähigkkeit für diese Auflastungen zu überprüfe. Der vorbeugende Holzschutz ist zu beachten.

Zu 4. Der fachgerechte Einbau der Dämmung ist entscheidend. (Jede Menge Fehlerquellen) Neben der sogenannten "Zwischensparrendämmung" würde ich gerade bei dieser Konstruktion unbedingt noch eine zusätzliche Untersparrendämmung wählen. Diese zusätzliche Ebene kann auch als Installationsebene verwendet werden. (Hierbei ist die "Dampfbremse" unterhalb dieser anzubringen) Der entscheidente Punkte ist natürlich das Anbringen dieser sogenannten "Dampfbremse". Hier ist höchste Gewissenhaftigkeit und Sachkenntnis gefragt. Ubntersuchungen haben gezeigt das 86% der ausgebauten Dächer(Auch durch Fachfirmen) hier massive Mängel aufwiesen.Also Vorsicht und genaue Vorgaben machen.

Ich würde aus den verschiedensten Gründen grundsätzlich eine Zellulosedämmung bevorzugen. Aber Achtung, hier sind im Vorfeld noch eineige wichtige Konstruktionsdetails zu beachten.

Mit besten Grüßen

L. Parisek





Hier noch schnell ein zweites Bild wegen der Untersparrendämmung und zur verdeutlichung einer durchgehenden 2. Entwässerungsebene (Zur Vergrößerung mit der Maus drauf fahren)





Ach, vielleicht noch ein Detailbild.





Mir ist hier ein Fehler aufgefallen.
Daher die Verbesserung am Ortgang



Dachdämmung für Altbau (1949)



Woher hast du denn den preis von flachs? dafür kann man sich ja fast einen neuen Dachstuhl kaufen ;-)
wir haben einen kompletten dachstuhl unseres fachwerkhauses (neuer dachstuhl) fläche ca. 135 quadratmeter mit 180mm Flachs gedämmt. kosten für die flachsmatten 2,500€ zzgl. der Dampfsperre (folie) klebebändern und kleber; 135€.
abzüglich der Förderung des flachses für nachwachsende rohstoffe (rd. 800@) hat uns das ganze etwa soviel gekostet wie die dämmung mit glaswolle oder steinwolle. die spezifische dichte ist jedoch signifikant höher und damit Schall und wärmedämmund. zudem ist das ganze auch noch reine natur.
schau doch mal auf diese webseite:
http://www.naturdaemmstoffe.info/
gekauft haben wir bei www.emfa.de. informier dich mal.
cheers
bernd