Zwischen- /Untersparrendämmung

29.11.2005



Guten Abend!
Wir wollen in den nächsten Monaten den Dachboden unseres kürzlich gekauften und von uns renovierten 70 Jahre alten Hauses zum Schlafzimmer ausbauen; bisher gibt es keine Wärmedämmung; ca. 15 Jahre alte Dacheindeckung (von außen: Ziegel, Konterlattung, nicht diffusionsoffene Folie (Dragofol), 11,5-12 cm stake Sparren).
Auf Grund der niedrigen Sparrentiefe hat unser Zimmermann, der die Dachfenster einbauen wird, uns folgenden Vorschlag für die Wärmedämmung unterbreitet:

von außen nach innen

1. zwischen Folie und Dämmung 2 cm Hinterlüftung

2. ca. 2 cm starke Platte aus Holzweichfaserplatte oder PU-Platte

3. Mineralfaser in Stärke der Sparren als Zwischensparrendämmung (also ca. 8 cm)

4. als Untersparrendämmung ca. 6 cm entweder PU-Hartschaumplatte oder Holzweichfaserplatte

5. Dampfbremse

Nachdem ich hier stundenlang im Forum gestöbert habe, bin ich nun doch etwas verunsichert, ob dies so in Ordnung geht.

Möchte mich bereits jetzt im voraus für Ihre Antworten und Meinungen bedanken.

Grüße aus BaWü

Patrick



Mein Haus...



ist rund 80 jahre alt, Dacheindeckung rund 20 J., daher habe auch ich einer Zwischen- und Untersparrendämmung den Vorzug gegeben: Eindeckung/Lattung, Hinterlüftung, latex. Hozlweichfaserplatte 2 cm, 8 cm Flachs zwischen den Sparren, 10 cm Holzweichfaser unter den Sparren, DB+. Funktioniert prima und ich bin bestens zufrieden.
Gruß aus Gerlingen
Stefan





Hallo Patrick

Nur ganz schnell:
Von dem PU Material würde ich in diesem Fall abraten, da sich hier beim Einbau keine hohe Passgenauigkeit erzielen lässt. Auf Entkoppelung der Innenschale würde ich gleichfalls achten.
Ach ja, die Dämmung erscheint ein wenig knapp dimensioniert.

Vielleicht denkst du einmal über eine Einblasdämmung (Zellulose) nach

Gruß

L. Parisek



Dachdämmlüftung



Hallo
mir wäre das mit der dichten Unterspannfolie zu riskant da nur 2 cm Lüftung reinzumachen - da würde ich lieber 4 cm machen und darauf achten, dass der Querschnitt nirgens (auch bei der Traufe und dem First) kleiner wird.

die 2 cm Holzweichfaserplatte (wohl parafiniert oder latexiert oder bituminiert) ist eine gute Möglichkeit - aber danach dann die schlechteste Variante zu nehmen - nämlich MIWO - das würde ich lassen
dann lieber 6 cm Holzweichfaser und dann unter den Sparren noch mal.

die dann aufgeführte Dampfbremse halte ich für fraglich - (das mache ich immer, weil ich weiss wie lange die Dinger leben und wie die verarbeitet werden ...)

der gesamte Aufbau wäre mir zu riskant - aber so wird es denn "gerne" gemacht - die Dampfdichtfolie da oben drauf würde mir Unbehagen machen ... und was kommt dann unter der Dampfbremse ....?
die wird doch dann wieder perforiert mit Schrauben oder Nägeln ....

also Vorsicht bei der Auswahl der richtigen Lösung!

Gruß aus Nürnberg

Florian Kurz





Hallo,

zunächst mal vielen Dank für all die schnellen Antworten, echt toll!!!

- mit der Dämmung aus den PU-Platten: leuchtet mir ein, dass sie nur schwer anzupassen sind, waren mir bisher wegen der besseren WLG "sympathischer" (eben auf Grund der kleinen Sparrentiefe), obwohl mir dieses "Chemiezeugs" eigentlich widerstrebt

- Holzweichfaserplatten wären latexiert

- 2 cm Lüftung wirklich zu knapp, würde ja noch mehr Raum für Dämmung verlieren?

- bin am überlegen, ob nicht komplett mit Holzweichfaserplatten, wären dann an die 16 cm.

- Herr Kurz, wie ist das gemeint mit der Dampfbremse? (möglicherweise stehe ich schwer auf der Leitung)

Sie sehen, die Verwirrung steigt.....

Trotzdem, oder gerade deswegen zunächstmal nochmals Danke an alle und hoffe auf weitere Vorschläge, Anregungen oder Kritiken.

Grüße

Patrick





Hallo

bei dem geplanten Aufbau ist vor allem darauf zu achten, dass die Luftschicht zwischen Dämmung und dichter Unterspannbahn oben und unten ausreichend zu- und Abluftmöglichkeiten hat. Ansonstens wird die Konstruktion sehr schnell feuchtebedingte Schäden (Tauwasseranfall an der Unterspannbahn) aufweisen. Auf der Innenseite ist eine dicht aufgebrachte Dampfbremse (am besten eine Dampfsperre mit varaiblen Sd - Wert) Pflicht. Die Dämmung dazwischen ist sehr gut mit Holzweichfaserdämmplatten machbar.

Grüße

Jochen Engelhardt



Da schliesse ich mich an, Herr Engelhardt....



wichtig ist die funktionierende, richtig verlegte Dampfsperre und die Belüftung zwischen Dämmung und (dichter) Unterspannbahn. Als Dämmung sollte natürlich eine flexible(...sich anformende) Dämmung gewählt werden. Holzweichfaser-Dämmplatten sind da schon OK.



Bauphysikalische Prüfung und Isofloc



Hallo!
Ich selber bin auch noch auf Lösungssuche, möchte aber für einen nach außen hin dichten Aufbau im Sinne eines guten Kosten/Nutzen Verhältnisses folgende Anregung (nur Anregung, nicht Tipp oder gar Empfehlung!) geben:
- Aufdopplung der Sparren mit Sparrenexpandern auf ca. 18-20cm (>sommerlicher Wärmeschutz!! PS:Holzfaserdämmplaten haben eine noch längere Phasenverschiebung, sind dafür aber teurer bei gleicher WLG, Minderalfaserplatten haben eine sehr kurze Phasenverschiebung, vor allem bei geringer Dämmstärke > da habt ihrs dann im Sommer abends im Schlafzimmer schon kuschelig warm ;-)
- feuchteadaptive Dampbremse (höheres Verdunstungspotential)
- diffusionsoffene (!) Innenraumbeplankung
- Lehmputz (wichtig bei nach innen hin diffusionsoffener Lösung!)
- Sumpfkalkfarbe
-- bei einer nach innen hin diffusionsoffenen Lösung sollte man auch auf das Lüftungsverhalten achten (also alle paar Tage mal das Fenster auf machen ;-)
Die Firma (www.)Isofloc(.de) stellt kostenlos bauphysikalische Berechnungen an (auch wenn es keine unabhängige Prüfung darstellt, ist mir klar, aber ein Bauphysiker macht auch nix anderes... es sei denn er rechnet mit COND oder WUFI ;-)
Viel Spaß und gutes Gelingen bei eurem Vorhaben!
Gruß, Michael