Dachdämmung - Welche ist die beste Dämmung?

13.06.2011



Hallo,

wir haben zwar kein Fachwerkhaus gekauft, dafür aber ein altes aus dem Jahr 1925. Ich erhoffe mir hier hinsichtlich der Dachdämmung einige gute Hinweise... zumal ich nach der Sichtung dieses und auch anderer Foren relativ verunsichert bin.

Zunächst zum Dach: Es steht eine Zwischensparrendämmung an, da der Dachboden als Wohnraum genutzt werden soll.

Der Dachaufbau ist von innnen nach außen: 1) Dachpfannen aus Beton, 2) Konterlattung, 3) Teerbahn, 4) Dachsparren 11 cm stark.

Jetzt habe ich hier auch von der Fraktion gelesen, die Dämmung an sich verpönt. Ich glaube Herr Fischer hat da einige sehr nachdenklich stimmende Kommentare zu gegeben. Er würde, wenn ich es richtig verstanden habe, wenn überhaupt eine Dämmung aus Massivholz favorisieren. Wenn das denn so ist, hätte ich bedenken wegen der Statik. Vielleicht kann jemand mal was dazu sagen.

Bei der "klassischen" Dämmung (Mineralwolle), frage ich mich, wofür die Dapfbremsfolie bzw. Dampfsperrfolie gut ist und was überhaupt der Unterschied zwischen diesen beiden Folien ist. Also, das es was damit zu tun hat, die ganze Sache (luft)dicht zukriegen oder so... ist mir klar.

Bisher war der Dachboden auch mit Mineralwolle gedämmt, allerdigs war lediglich die Wolle zwischen die Sparren geklemmt und dann wurden Heraklithplatten auf die Sparren genagelt.

Die nächste Frage, die mich umtreibt ist, dass, wenn ich die Dämmung mit Mineralwolle mache und auch eine Dampfbrems- oder Sperrfolie drüberziehe, ich ja den Raum zwischen den Geschossen zumindest nicht mit der Folie Abdichten kann. Gibt es da Lösungen?

Tja, ich bin echt ein bißchen ratlos, da ich einerseits eine vernünftige Dämmung haben möchte, andererseits nicht die "Horror"szenarien bei meinem Dach verwirklicht sehen möchte, die solche Maßnahmen in einem Haus älteren Baujahres anrichten können.

Für Hinweise, Tipps und dergleichen bin ich sehr dankbar!

-rhapsode





Sind die Dachpfannen wirklich innen dran? ;-(





Tja, erwischt... also von außen nach innen...



Dachaufbau



Liegt da wirklich "Teerbahn" (was meinen Sie damit) auf den Sparren und unter den Konterlatten?
Wo sind die Dachlatten?
Wenn Sie etwas mehr über Dachdämmung wissen wollen schauen Sie auf meine Homepage unter Tipps und Infos nach und da unter Downloads.

Viele Grüße





Da die Bitumenbahn diffusionsdicht ist gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Hinterlüftungsebene herstellen und mit normaler Dampfbremse arbeiten

2) feuchtevariable Dampfbremse verwenden (bspw. proclima Intello). Das würde ich aber vorsichtshalber durchrechnen lassen.

Wie genau das mit der Zwischendecke gelöst werden kann, müsste man sich vor Ort angucken. Entweder wird die Dampfbremsfolie bis nach oben hin (in das weitere Geschoss) durch gezogen oder aber zur Decke hin sauber verklebt.



Dachaufbau



@ Georg Böttcher:
Es sind Bitumen-Schweißbahnen, die aber z.T. auch schon Risse haben. Und ich habe mich falsch ausgedrückt, was meinem professionellem Laientum geschuldet ist. Mit der Konterlattung meinte ich die Dachlatten. 'tschuldigung.

Also der Dachaufbau von Außen nach innen: 1. Dachpfannen, 2. Dachlatten, 3. Schweißbahn aus Bitumen und schöließlich die 4. Sparren.

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Könnte man einfach mit Holzfaserplatten dämmen und sich die Dampfbremse ersparen. Also die Gipskartonplatten direkt auf die Sparren auftragen?



Holzweichfaserplatten



Hallo,
ich habe vor 2Jahren einen Kleinen Dachboden (2m Stehhöhe) als Kinderzimmer ausgebaut. Zwischen den Sparren habe ich 11cm Holzweichfaserplatten geklemmt und mit Hanf ausgestopft. Die OSB- Platten wurden direkt auf die Balken geschraubt. Das Klima ist im Winter wie im Sommer bestens! Wenig Heizkosten und keine Überhitzung im Sommer.

Gruß Uwe H.



Dachdämmung



Eine auf die Sparren geschweißte Bitumenbahn ist eine recht seltsame Lösung; ich habe davon noch nie gehört.
Ohne Konterlattung kann ich mir nicht vorstellen, das die Bahn die Eindeckung schadlos überstanden hat. Üblich sind Unterdächer, die aus Schalung mit aufgeschweißter Bitumenbahn bestehen.

Viele Grüße





Nun ja ich hab mal ein Bild gemacht, hoffe es kann was erkannt oder erahnt werden;-)

Ich denke nicht, dass die Bahn auf die Sparren geschweißt ist. Sie wird vermutlich genagelt sein oder durch die aufgebrachten Dachlatten gehalten.





Mein Tip
Fotoapparat kaufen.
Telefone sind zum telefonieren meist bestens geeignet, zum fotografieren eben meist nicht.

Grüße
Oliver Struve





Leider habe ich auf der Baustelle keine Spiegelreflexkamera zur Hand gahbt.

Habe mich noch mal gewagt ein Foto zu machen zur Verdeutlichung des Aufbaus. Und es ist wie beschrieben Pfanne. Lattung, Schweißbahn, Sparren.



Dachdämmung



Wenn Sie dieses Dach dämmen, kommt eine Dämmung nach dem Warmdachprinzip, also ohne Hinterlüftung, heraus.
Davon rate ich Ihnen als Laie ab, egal ob mit Dampfsperre oder Dampfbremse.
Dann halte ich den jetzigen Zustand der Dacheindeckung für fehlerhaft.
Weiterhin befürchte ich, das bei einem vernünftigen Ausbau des DG die Mehrbelastung das Tragwerk überfordern könnte. Immerhin kommt noch die Belastung aus Dämmung, Traglattung und Verkleidung dazu.
Entweder Sie belassen den Dachraum als Kaltdach so wie es ist und dämmen die Geschossdecke oder Sie lassen sich das Dach neu aufbauen. Das wäre Aufdoppeln der Sparren, neue Eindeckung mit Unterspannbahn und dann eine hinterlüftete Zwischensparrendämmung.

Viele Grüße





Wenn es Betonziegel sind, so werden diese sowieso nicht mehr 100 Jahre halten. Also kann man in 10 oder 20 Jahren eine Dacherneuerung einplanen. Bei dieser Gelegenheit ist dann auch die Teerpappe zu entfernen. Bis dahin empfehle ich, einen Aufbau, der später drin bleibt und solange erst mal auch gegen eine Teerpappe funktioniert.
Mein Vorschlag:
Betondachsteine - Teerpappe
Hanf-Dämmwolle (Hanffaser Uckermark)
Dampfbremse (Proclima)
Holzweichfaserpaltte (Unger oder Gutex)
Innenputz oder was auch immer gewünscht ist.



@ Ralf Tornow



Danke, das ist mal 'ne Aussage.