Dampfbremse zum unbeheizten EG / Schüttung?

13.12.2007



Hallo,

ich habe in einem Teil unseres Hauses (18./19. Jhdt.) die Balkenlage zwischen EG und OG komplett ersetzen müssen (16x24). Das Erdgeschoss ist unbeheizt (frostfrei), wird nur als Lagerraum genutzt und soll auch langfristig nicht ausgebaut werden. (Die Außenwände im EG sind nicht ganz trocken.) Nun habe ich zwei Fragen zum Deckenaufbau der EG-Decke.

Die erste Frage betrifft die Dampfbremse/Dampfsperre.
Es soll eine Dämmung der EG-Decke zum bewohnten OG hin erfolgen. Geplant ist eine Dämmung mit 18 cm Mineralwolle (schon vorhanden). Insgesamt planen wir folgenden Deckenaufbau (oben nach unten):
Dielung,
Schüttung,
Fehlboden,
Mineralwolle,
Lattung,
Gipskarton
Meine Frage nun: Wird bei dieser Situation eine Dampfbremse/sperre benötigt und wenn ja an welcher Stelle.
Ich habe schon 3 verschiedene Experten gefragt und 3 verschiedene Antworten erhalten mit jeweils durchaus nicht unlogischen Begründungen:

a) Dampfsperr/bremsfolie immer an der warmen Seite der Dämmung, also unterhalb des Fehlbodens oberhalb der Mineralwolle
mit der Begründung Kondensat entsteht immer an der Grenze zwischen Warm und Kalt, nur so wird ein Durchfeuchten der Dämmung verhindert

b) keine Dampfsperr/bremsfolie
mit der Begründung: Ein Diffusionsoffener Aufbau ist immer vorzuziehen. Und bei dem beschriebenen Aufbau sei keine Dampfsperre notwendig. Eine völlig dichte Dampfsperre sei außerdem dauerhaft praktisch nie zu erreichen.

c) Dampfsperr/bremsfolie unterhalb der Dämmung
mit der Begründung: Warme Luft steigt immer nach oben, eine Durchfeuchtung der Dämmung von oben nach unten wie in a) beschrieben droht nicht. Wenn Feuchtigkeitseintritt in die Dämmung droht, dann von unten. Eine Dampfsperre/bremse ist notwendig da sonst immer Zugluft auftreten wird, die die Dämmwirkung mindert.


Meine zweite Frage betrifft die Schüttung. Welche Schüttung ist zu empfehlen, wenn Schallschutz nach unten keine Rolle spielt? Gesucht wird eine mgl. kostengünstige Variante. Empfohlen wurde mir gewaschener Kies bzw. gewaschender Sand.

Vielen Dank im Voraus

Jon Hennig



Rechnerisch funktioniert



die Konstruktion tatsächlich ohne Dampfbremse. Eine Dichte aber dampfdurchlässige Schicht von unten macht Sinn. Dies könnte eine latexvergütete Holzweichfaserplatte von ca. 20 mm, aber auch eine diffusionsoffene Unterspannbahn (sd ca. 0,02 m) sein.
Probleme macht dann die nach EnEv geforderte Luftdichte der beheizten Räume. Die ist wiederum nur durch eine Dampfbremse (sd ca. 2,0 m) zu erreichen.



Kommentar



zu A) sehr koservative Auffassung aber im Prinzip richtig, das Temperaturgefälle im Zusammenspiel mit den Diffusionswiederstandswerten der Konstruktionschichten dürfte aber keine Tauwasserbildung zulassen (Luftdichtigkeit vorausgesetzt)

zu B) zutreffend, das Problem der Luftdichtigkeit sollte jedoch beachtet werden zu

C) Hoffentlich keine Expertenmeinung!?

Falls eine Folie zur Herstellung der Luftdichtigkeit eingezogen wird, so sollte sie, falls sie von unten angebracht wird, diffusionsoffen sein. Alternativ könnte man unter dem Dielenboden eine dünne Lage OSB verlegen, die verleimt und gegen die Außenwände mit einen vorkomprimierten Dichtungsband abgedichtet wird. Wäre dauerhaft, luftdicht, staubdicht, einfach - aber vielleicht schon zu spät (Bodenhöhe)?

Gruß Frank



Vielen Dank



für die Antworten,
ein Aufbau ohne Dampfbremse ist also möglich, solange die Luftdichtheit sichergestellt ist.

Bietet eine sauber verspachtelte Gipskartondecke aber für praktische Zwecke nicht ausreichend Luftdichtheit?
Außerdem könnte doch eine Schüttung von 3-4 cm gewaschenem Sand (auf Pappe als Rieselschutz) für eine zusätzliche abdichtende Sicht sorgen?
Könnte man also (ungeachtet der Forderungen der ENEV) auch auf eine Unterspannbahn verzichten? (Für die vorgeschlagenen OSB-Platten ist tatsächlich kein Spielraum in der Bodenhöhe mehr.)

Danke

Jon



Als Rieselschutz



kann man eine leichte Dampfbremse einsetzen und sauber verkleben, dann ist die Luftdichte gewährleistet. Die Luftdichte muss innen liegen. Eine verspachtelte Gipsplatte gilt nicht als Luftdicht.