Oberste Geschoßdecke mit Schüttung dämmen

28.08.2009



Wir möchten die oberste Geschoßdecke in einem Gründerzeithaus dämmen. Es handelt sich im Prinzip um einen Spitzboden (Dach geht teilweise bis ins Wohngeschoß), das Dachgeschoß ist kalt und soll auch nicht ausgebaut werden.

Der Aufbau ist derzeit folgender: Balken 18x11cm, ca. 1m Abstand (lichte Breite zwischen den Balken ca. 95cm). An die Balken sind seitlich Latten genagelt, auf denen mit Lehm verschmierte Bretter liegen. Bauschutt oder andere Schüttung ist nur wenig vorhanden. Obendrauf sind Dielen, die sehr schlecht sind und ersetzt werden müssen. Unten ist der typische Deckenaufbau: Bretter, Rohrgeflecht und Putz.

Da es mir äußerst unsympatisch ist, die Balken in eine Folie einzupacken, habe ich mir folgendes vorgestellt: Alte Dielen entfernen, die Schüttung und Zwischenbretter raus (wie nennt man die eigentlich) und dann Rieselschutz und eine Perlite-Schüttung einbringen. Oben drauf Rauhspund, damit die Decke weiter "atmen" kann. Das ganze soll weiter begehbar und als Lagerraum nutzbar sein, Schalldämmung ist nicht wichtig.

Mein Problem dabei ist: Halten die Deckenbretter die Schüttung aus? Wie dick sollte eine solche Schüttung ausgeführt werden, um einen Effekt zu bringen? Evtl. könnte man an die Balken direkt über den Deckenbrettern wieder Latten anbringen und dort die Zwischenbretter wieder einbauen. Allerdings bleiben dann nur noch <12cm für die Schüttung.

Ist dieser Aufbau sinnvoll? Hat jemand damit schon Erfahrungen gemacht?

Schönen Gruß,
Jörg



Dämmung Spitzboden



Hallo Jörg,
Der Spitzboden wird wahrscheinlich von einer Kehlbalkenlage gebildet. Die sind nicht für eine Nutzungsebene gedacht.
Bei dem angegebenen Querschnitt sollte die Stützweite (Balkenlänge) nach heutigen Bemessungsregeln nicht mehr wie 3,00 m sein, wenn der Boden als Lager genutzt wird.

Zur Dämmung:
Die alten Dielen abbauen ist der erste Schritt.
Den Einschub drinnen lassen, er sorgt für sommerlichen Wärme- und Schallschutz und etwas Brandschutz.
Auf die Balkenoberseiten dann Dachlatten 6 x 8 cm schrauben, so entsteht mehr Platz für Dämmung und die Tragfähigkeit der Decke erhöht sich.
Als Schrauben Holzschrauben min. 100 mm, Abstand ca. 30 cm, im Auflagerbereich Abstand halbieren, nicht in einer Faserlinie schrauben (Versatz ca. 2 cm)
Dann kann in den Hohlraum Mineralwolle als Dämmung eingebaut werden, vorzugsweise Dämmkeile.
Auch die Schrägen soweit zugänglich mit Dämmkeilen versehen!
Beim Einbau darauf achten, das keine Hohlräume in der Dämmung entstehen.
Die Dämmung sollte bis etwa Oberkante Dachlatte vollflächig liegen.
Als Dielung rohe, gesäumte Bretter ca. 25 mm dick aufnageln.
Sie dienen als Laufebene und Winddichtung.
Angst vor Holzschädigung durch Kondenswasser ist unnötig; die Dämmung kann kein Wasser speichern, ist aber völlig diffusionsoffen. Was an Kondensat entsteht verdunstet nach oben oder läuft (bei großen Mengen)unten durch die Decke.
Um das zu vermeiden, sollte der untere Raumabschluß (Deckenputz)rissefrei und dicht sein, damit keine warme, Feuchte Innenluft in die Decke gelangen kann. Eindiffundierende Feuchte ist vernachlässigbar, da die Decke diffusionsoffen ist.

Viele Grüße