Dachschrägensanierung

17.03.2012


Hallo, ich hatte das ganze schon in einem meiner alten Beiträge reingestellt...aber den scheint keiner mehr zu löesen. :-)

Es geht um eine Sanierung Bj 1938. Und dabei um die Dachschrägen im OG. Diese waren bis gestern mit Holzschalung/Schilfrohr/Putz beplankt...jetzt stellt sich die Frage wie ich neu aufbaue. Von innen dämmen kommt nicht in Frage (keine USB etc.). Dach eindecken können wir uns noch nicht leisten. Also muss eine Lösung für die Innenbeplankung mit Sicht auf eine zukünftige Dämmung von außen her. Mittlerweile konnte ich auch Rücksprache mit zwei Bekannten, ihres Zeichens Dachdecker, halten.

Jetzt stellen sich noch 2 Fragen, wobei ich um die Hilfe des Forums bitten möchte:

1. welche Innenbeplankung bietet sich an und ist bezahlbar? Ich dachte natürlich erstmal an GK. Oder sind OSB-Platten oder ähnliches besser? Ich denke Lehmbauplatten kommen aufgrund der deutlichen Mehrkosten nicht in Frage und machen u.U. auch wenig Sinn, wenn die Innenwände sowieso "normal" verputzt werden.

2. waren sich die beiden Dachdecker uneinig, was nun besser sei; bereits jetzt mit Blick auf die zukünftige Neueindeckung mit Dämmung von außen bei der jetzigen Neubeplankung von innen eine Folie einzuziehen (wenn ja Bremse oder Sperre oder Klimamembran???) oder erst bei der Neueindeckung eine Klimamembran um die Sparren zu legen

Vielen Dank für eure Tipps!



Dachgeschossausbau



So wie sich Ihr Problem darstellt wäre es für sie wohl das beste (und kostengünstigste) gewesen die Dachschrägen erst einmal so zu belassen wie sie waren und das DG erst anzugehen wenn das Dach gemacht wird.
Vorher hatten Sie ein schlecht gedämmtes, jetzt ein unbewohnbares Dachgeschoss.
Es gibt eine Möglichkeit die Dachschrägen von innen mit Hilfe von eingeklemmten Unterdeckplatten einigermaßen gegen Treibschnee und Regen zu sichern und so die Funktion der fehlenden Unterspannbahn zu kompensieren.
Der Ausbau der Schrägen erfolgt dann in der üblichen Weise mit Mineralwolle oder besser Weichholzfaserdämmung, Dampfbremse, Montageebene und Beplankung.

Viele Grüße



Schließe mich ...



... Herrn Böttcher an. In eine Übergangslösung zu investieren ist verschwendetes Geld.

Die eingestellte Zwischensparren-Holzfaserplatte als wind-, regen- und schneesichere Unterdeckung kann als Lüftungsebene für eine spätere Dachdämmung eingebaut werden, wenn die Möglichkeit für eine ausreichende Lüftung an Traufe und First besteht.

Folien sind zu vermeiden. Fehlerhafte Anschlüsse und nachfolgende Bauschäden sind die Regel.

Die Schichtenfolge der neuen Dachschrägendämmung muß baukonstruktiv und bauphysikalisch korrekt geplant sein, sonst entstehen Feuchteschäden als Konvektion und Tauwasserausfall in der Konstruktion.

Befragen Sie dazu ein Ingenieurbüro oder einen erfahrenen Handwerksbetrieb, der diese Zusammenhänge glaubhaft umsetzen und Ihnen erklären kann. Handwerker sind dazu oft nicht in der Lage und auch nicht willens und vereinfachen unzulässig.





wie schon geschrieben wurde, wäre die Sanierung des Dachgeschosses zusammen mit der Dachhauterneuerung sinnvoller gewesen.
Was jetzt möglich ist, wäre das Anbringen einer Lattung unter der Dachlattung, zwischen die Sparrenfelder eine 3-5 mm starke Hartfaserplatten oder Sperrholzplatten einzupassen und mit einer weiteren Latte sichern, dann Dämmung und Luftdichtung (Dampfbremse).
Dies ist allerdings nur ein Notbehelf auf dem zumindest später aufgebaut werden kann.

Grüsse



Danke...



...für die Resonanz! Ich war einige Tage beruflich unterwegs - deswegen erst jetzt eine Antwort.

Allerdings habe ich das Gefühl, ich wurde missverstanden. :-)

1. es geht hier nicht um das Dachgeschoss. Dieses wird nicht ausgebaut sondern nur die oberste GD mit Klimamenbran und Rollfilz gedämmt.
Es geht um die Dachschrägen im OG, quasi von der obersten GD runter bis ca. 60 cm über Fussbodenhöhe wo dann die Außenwände anfangen.

Diese Dachschrägen erst mit einer Eindeckung in ca. 5-10 Jahren zu erneuern kommt daher nicht in Frage, da ich sonst ja wieder (wie jetzt) das halbe Haus saniere und einen haufen Dreck im dann ansonsten renovierten Haus hätte.

2. kenne ich die Lösungen mit zwischengeklemmten Unterdeckplatten und habe mich dagegen entschieden, da die Sparren direkt auf das Mauerwerk aufstossen und mir ggf. eintretende Feuchtigkeit bei unentdeckten Ziegelschäden o.Ä. direkt ins Mauerwerk laufen.

3. First ist eingespeisst - also nix mit Belüftung bis zur Neueindeckung.

4.Da wir eben die Sanierung möglichst dieses Jahr abschliessen wollen und aber in absehbarer Zeit noch kein Geld für eine Neueindeckung haben, muss ich jetzt also die genannten Dachschrägen verschließen. Dabei kam also die Frage auf, wie ich diesen Aufbau em besten ausführe, um möglichst optimal eine zukünftigen Neueindeckung mit Zwischen-/Aufsparrendämmung vorzubereiten. Also schon jetzt eine Klimamembran von innen einzuziehen und dann darauf Installationsebene und GK.
Dass das für die Zeit bis zur Dämmung energetisch nicht besonders toll ist, is mir klar. Die Frage ist nur eben wie ich das aufbaue. Einmal aus Sicht der zukünftigen Dämmung und um die Zeit bis dahin schadensfrei zu bleiben.

5. zu Herrn Pickartz Aussage "Folien sind zu vermeiden. Fehlerhafte Anschlüsse und nachfolgende Bauschäden sind die Regel."
Das scheint mir aber eine äußerst pauschale und allgemeine Abrechnung mit sämtlichen Aufbauten mit Folien. Nichts für ungut! :-)



Wenn Sie ...



... einen konkreten und zutreffenden Ratschlag wünschen, sollten Sie Ihre Forumsanfrage auch mit allen notwendigen Informationen und Details versehen. Das erspart allen viel überflüssiges Geschreibe und sorgt dafür, das Sie auch richtig verstanden werden.

Die Konzipierung eines bauphysikalisch stimmigen Dachaufbaues erfordert einiges an Kenntnis und -am besten auch- Erfahrung. Wenn denn auch noch sehr individuelle Lösungen für zeitversetzte Baumaßnahmen gefordert sind, ganz besonders.

Schildern Sie doch Ihren Fall einem Fachplaner, der im Falle nichtfunktionierender Folienkonstruktionen dafür auch den Kopf hinhält. Hoffentlich innerhalb des Gewährleistungszeitraumes.

Aber: Es steht Ihnen frei, alle Fehler selbst auszuführen.
Vo anderen lernen, wäre etwas für Feiglinge.

Abgesehen von dieser äußerst pauschalen Polemik ist glaube ich eine Sparrenunterseitige OSB-Platte als Dampfbremse die geeignete Lösung. Wenn Sie denn das Dach neu eindecken, mit einer diffusionsoffenen Holzfaserplatte als Unterdeckung und einer Lattung/Konterlattung inkl. Belüftungsebene.

Wenn nicht, dann Zauberfolie ...



Eigentlich



habe ich alle Infos reingeschrieben. Es war nie die Rede von einem Spitzboden oder Dachausbau sondern von Dachschrägen im OG. Ich dachte, dass das für Fachleute genügt.

Ja, ich wünsche einen konkreten und zutreffenden Ratschlag. Aber anscheinend bekomme ich zumindest von Ihnen nur patzige Bemerkungen und den allseits beliebten Ratschlag doch einen Architekten aufzusuchen - der hält zwar den Kopf im Falle eines Schadens hin, kostet aber annährend soviel wie die 2. Sanierung im Schadensfall bzw. wird mir erzählen, dass er NUR für die Dachschrägensanierung nicht zu haben ist.

Ich dachte das hier ist ein Forum, um Tipps zu bekommen. Dass ich meine Sanierung am besten über einen Gesamtplaner abwickeln würde, ist mir klar. Da aber das Geld knapp ist und ich kein völlig Unwissender im Thema Bau und Bauphysik bin, mir aber die Erfahrung fehlt, dachte ich, ich würde hier die Lücken stopfen können.