Dämmung Sandstein Scheunenumbau

27.03.2015 luerjo



Hallo liebe Fachwerker,
auf die Gefahr hin hier einen neuen Glaubenskrieg anzuzetteln:
Letzte Woche habe ich die Baugenehmigung bekommen um meine Scheune, die bei meinem Wohnhaus (ca 1750)steht aus- und umbauen zu können.
Die Scheune und das Wohnhaus sind aus ca 70cm Bruchsandstein ( zweischalig ) gemauert. diese werden mit einem Zwischenbau verbunden.Auch einige Mauern werden neu erstellt aber es sollen die meisten Sandsteinmauern erhalten werden.
Nun ist die Frage ob ich der Einfachheit halber die gesamte Ausenfläche mit (diffusionsoffenen) Rockwool Putzträgerplatten (14 cm) zu Isolieren und dann ( möglichst diffusionsoffen) zu Verputzen und zu streichen.
Das Haus ist teilweise mit ca 4cm Dämmputz verkleidet und es sind keine nachteiligen Erscheinungen aufgetaucht.
Hat jemand schon Erfahrungen mit so einem Wandaufbau/Dämmung?
Vielen Dank für Eure Hilfe
Gruß Lutz



Scheunenumbau



Mit dem Bauantrag geht ja ein Schall- und Wärmeschutznachweis einher. Darin müssen die Wärmedurchgangswerte der wärmeübertragenden Bauteile genannt sein, z.B. die Dämmstärke und Wärmeleitgruppe für die Dämmung der Aussenwände. Reichen 14cm? die Anforderungen der EnEv sind einzuhalten.

Ob die Außendämmung funktioniert, hängt vom Vorhandensein einer wie auch immer gearteteten, nachweisbaren und fun ktionfähigen Horizontalsperre im Sockelbereich ab. Die wird eher nicht vorhanden sein. Ohne diese Sperre besteht die Gefahr von kapillar aufsteigender Feuchte im Sockelbereich, eher in den Fugen als im Sandstein, erst recht wenn dort ein sperrender Sockelputz aufgebracht wird. Die aufsteigende Feuchte ist bei einer Wärmedämung nicht zulässig und kann zu Schäden am WDVS und zur Durchfeuchtung der Wand führen.

Das Sockel- und Bodenanschlussdetail der Bauwerksabdichtung muss erst eindeutig und konstruktiv machbar geklärt werden. Dann kann alternativ auch über eine Innendämmung nachgedacht werden, die schneller und höhere Oberflächentemperaturen erreicht, als eine Außendämmung und in Ihrem Fall die Nutzbarkeit der Räume (Behaglichkeit) erhöhen kann.

Wenn Sie einen BAuantrag haben, gibt es auch einen Architekten, zumindest einen Statiker, der sich dazu äußern sollte. Außerdem benötigen Sie eine Werk- und Detailplanung, ohne die ein solcher Umbau nicht realistisch machbar ist. Darin sind solche Punkte zu lösen. Vor dem Umbau-sonst wird´s teuer.



Sandsteinwände dämmen



Hallo
Das ist immerhin schon besser als die übliche EPS-Dämmung.
Allerdings wäre dann für quasi immer die Sandsteinfassade zumindest optisch zerstört.
Wenn die Wände nicht sehr gerade sind müßtest du diese vorher noch verputzen, damit keine Hohlstellen mit Konvektionsmöglichkeit hinter der Dämmung verbleiben.

Besser wäre es -technisch wie ökologisch- wärmebrückenreduzierte Holzträger mit darauf geschraubten Holzfaserplatten an die Wand zu dübeln und den Hohlraum mit Holz- oder Zellulosefasern zu dämmen.
Das ließe sich dann verputzen oder mit einer Holzverkleidung kombinieren.

Der U-Wert ergibt sich dann aus der Trägerstärke.
Die Grundkonstruktion läßt sich auch gut kostengünstig als Eigenleistung ausführen.
Gute Planung hilft bei der Verschnittoptimierung
Zu Infos einfach mailen

Andreas Teich



Dämmung Sandstein Scheunenumbau



Hallo,
zuerst mal vielen Dank für die prompten Antworten.
@ Herr Pickartz: Mit dem Bauantrag mussten wir nur die reinen Pläne einreichen. Wie weit die EneV bei meinem Bauvorhaben greift ( wg. teilweise Bestand ) muss ich noch mit meinem Architekten klären.
nach meine Recherchen mit u-wert.net sollten die 14 cm genügen - das muss natürlich auch alles noch mit dem Architekten abgeklärt werden. Ebenso die Sache mit aufsteigender Feuchtigkeit. Optisch schaut es allerdings trocken aus.
Eine Innendämmung möchte ich ungern realisieren da ich gerne die offene Bruchsandsteinwand anschauen möchte / eine ( teilweise ) Wandheizung im Sockelbereich haben möchte / die Wand als Wärmespeicher in mein Heizkonzept passt.

@ Herr Teich: Wie schon oben geschrieben - Lieber habe ich die schönen Mauern innen als dass sich meine Nachbarn daran erfreuen ;-) auserdem ist die zu verputzende Seite zwischen meinem und dem Nachbarhaus. Womit wider Brandschutzgedöns zum Tragen kommt ( A1 ? ). Also vermutlich nichts mit Holzfaserplatte/Holzverkleidung (leider).

Vor einiger Zeit habe ich im Internet mal ein System gefunden bei dem die Platten auf einer Seite Putzträgereigenschaften und auf der anderen Seite wie Klemmfilz waren. Leider kann ich es nicht mehr finden.
Alternativ habe ich mir nun überlegt eine Lattung aufzubringen ( Brandschutztechnisch möglich ? ) Rockwool dazwischen und RW-Putzträgerplatte Obendrauf? sollte doch Diffusions/kappilartechnisch eine gute Lösung sein?
Wie dem auch sei.... nach den Osterferien habe ich den nächsten Termin mit meinem Architekten da müssen die Details mal angesprochen werden ( Drainage/ Horizontalsperre ect..) .

Übrigens finde ich es super dass es eine Seite wie Fachwerk.de gibt da sie einem hilft die optimalste Lösung zu finden (auf die der Architekt vielleicht nicht unbedingt gekommen wäre).
Vielen Dank für Die Hilfe



Innenwand dämmen



Hallo Lutz
Für Außenanwendung sind auch Heraklithplatten mit Mineralwolle geeignet,für Innenanwendung (oder außen in wettergeschützen Bereichen)
zB Fermacellplatten u.a.mit Mineralwolldämmung-
auch als Estrichelement erhältlich.
Was jeweils techn. paßt hängt vom Wandaufbau ab.

Einfach unter den Herstellern Fermacell, Rigips, Knauf, Lafarge etc eingeben.
Oder reine Brandschutzplatteninfos anfordern-
das ist kein Problem und zum Wandaufbau gibts auch Technikinfos der Hersteller, denen du dein vorhandenes Mauerwerk angeben kannst.
Gipsfaserplatten (Fermacell-Rigidur lassen sich gut verputzen, evt zuerst Haftputz auftragen-MC 55W oder auch Gekkosol von Kreidezeit, dann Kalkputz)

Andreas Teich



WDVS + Bauwerksabdichtung



müssen zusammen realisiert werden. Aufsteigende Feuchte im Mauerwerk hinter einem WDVS führt zu Bauschäden (Frostschäden/Abplatzener Putz bei hohem Dampfdruck), insbesondere bei der sehr diffusionsoffenen MiWo-Dämmplatte bzw. wenn im Sockelbereich eine dichtete XPS-Perimeterdämmplatte eingesetzt wird. Ohne funktionierende BAuwerks- und Sockelabdichtung können Sie kein WDVS aufbringen. Ggf. kann im Sockelbereich nicht gedämmt werden. Der Punkt muß sehr gut durchdacht werden.

PS: Ihr Architekt sollte die für Sie optimale Lösung für das jeweilige Bauproblem finden, nicht ein Forum. Sonst ist es nicht der richtige Architekt.