Natursteinmauer Ziegelwand Innendämmung

20.01.2009



Hallo zusammen,

ich habe hier schon viel gelesen, und dachte, ich hätte eine Lösung für die Dämmung meines EGs gefunden. Zum Thema:

- Haus, Baujahr 1887, 8x9 m,
- EG Aussenmauern: Bruchstein- (vermutlich Jura Kalk) 30-40cm und Hohl-Ziegelwände 15-20. Von aussen verputzt und gestrichen.

Darauf liegen Balken, die den 1. Stock tragen, ab hier Fachwerk.

Ich wollte eine Innendämmung machen wie folgt:
- absorberputz
- Pavadentro 4-8 cm?
- Lehm oder Kalkputz

Das ganze dann mit Heizleistensystemen temperieren. Die tragenden Balken, würde ich gerne als Sichtbalken behalten.
Heute habe ich bei Pavatex angerufen, die haben mir von dem Aufbau abgeraten, da "die Bruchsteinwand fast diffusions - geschlossen sei". Statt dessen:
- Windpapier (gewachst)
- HWF Platten (4 cm)
- DAMPFSPERRE???
- RIGIPS???
- Verputzen

Jetzt bin ich total verunsichert. Leute, bitte helft mir, was soll ich machen (ausser nichts).

danke und gruss



Kleine Korrektur



habe die Wandstärke der Bruchsteinmauern nachgemessen: 40cm

danke und Gruss



Eine Möglichkeit wäre eine



Diffusionsberechnung mit einem Simulationsprogramm. Möglicher Weise liegen der Fa. Pavatex noch keine entsprechenden Berechnungen vor, so das diese hier vorsichtig reagieren. Darüber hinaus, könnte man zu diesem Thema den Herrn Unger ansprechen, der Holzweichfaserplatten als Erster für Wärmedämmverbundsysteme entwickelt hat (www.unger-diffutherm.de). Viele Erfahrungen hat auch das Energie- und Umweltzentrum am Deister gemacht www.e-u-z.de in eigenen Versuchen gemacht.
Darüber hinaus, kann man sich bei anderen Dämmstoffherstellern für Innendämmungen kundig machen. Hier fällt mir natürlich die Kalziumsilikatplatte oder die Mineralschaumplatte von der Fa. Redstone ein.
.
Eine Sanierung mit einer Dampfbremse würde ich im Augenblick nicht durchführen, sondern dann würde ich mir eine Zwischenlösung überlegen und mit den Dämmmaßnahmen noch etwas warten. Ich glaube, dass sich in diesem bereich in den nächsten Jahren einiges tun wird.



Innendämmung



Was ist ein "Absorberputz?"
Was soll er absorbieren?

Viele Grüße



"AbsorberKleber"



Der Name "Absorberputz" ist m. E. irreführend. Eigentlich handelt es sich hier um einen Kleber (Ton, Quarz– und Feldspatsande, Holzfasern) für Holzweichfaserplatten, der angeblich schnelle kapillare Feuchtetransporteigenschaften bei Tauwasserausfall besitzt.

Gruß aus Wiesbaden,

Christoph Kornmayer



Danke erstmal



...für den Input. Eine weitere Möglichkeit ist Klimasan Dämmputz und ein Kalkputz darauf. Was haltet ihr hiervon?

thx und Gruss



Innendämmung birgt Bauschadenpotenzial



Hallo Klaus,

wenn Sie ein gutes Heizleistensystem nehmen und die Innendämmung weglassen, tun Sie sich, ihrem Haus und Geldbeutel etwas Gutes.

Wenn gewünscht, ein andermal mehr

Bernhard Fürstberger



Bauschadenpotential



Hallo Herr Fürstenberger,

danke für Ihr Feedback. Ich habe gestern die Holzfassade vor den Mauern entfernt. Bei den Natursteinwänden war kein modriger Geruch feststellbar. Diese Holzbeplankung war schon sehr alt. Die Wände fühlen sich trocken an.
Vor die Ziegelwände war zwischen die Holzbeplankung (neueren Datums) und so PU-Schaum (Keine Ahnung, wie die Dinger genau heissen) Platten an die Ziegel geklebt.
Beim Entfernen der Platte hat es modrig gerochen. Aber Schimmel oder Feuchtigkeit konnte ich nicht sehen.

Der Dämmputz von Klimasan ist doch diffusionsoffen. Ich würde gerne die Heizleiste in einer Rille in die Dämmung bauen. 1-2 cm Dämmputz dahinter. Über der Heizleiste dann ca. 6cm Dämmputz und 2 cm Kalkputz.

Ist der Aufbau so auch noch problematisch? Hält der Dämmputz überhaupt auf den Steinen?

danke und viele Grüsse
Klaus



Hallo Klaus,



wenn es bereits modrig gerochen hat, ist auch Schimmel dahinter, selbst wenn dieser nicht mit bloßem Auge sichtbar ist. Demnach war (ist) auch die Wand feucht, da die PU-Schaum-Platten die Feuchtigkeit zwar aufnehmen, aber schwer abgeben können.

Dämmputz ist zwar (in gewissen Maßen) diffusionsoffen, aber die Kapillarfähigkeit ist wesentlich wichtiger, da sie um ein vielfaches mehr an Feuchtigkeit transportieren kann.

Die Heizleiste sollte nicht in einer Rille in der Dämmung verschwinden, da sie strömungstechnisch so einen Teil ihrer Wirkung verliert. Zudem müssen Möbel sowieso einige Zentimeter von der Außenwand entfernt stehen, wenn dahinter die Gefahr der Schimmelbildung vermieden werden soll.

Putz in dieser Stärke aufzutragen ist eine gewisse Herausforderung. An den Steinen kann man Gewebe (Streckmetall, „Hasendraht“ oder Kunststoffgewebe, …) anbringen, um die Verbindung zur Wand und im Putz zu verbessern. Dies wäre jedoch von einem guten Putzer (schriftlich) zu klären.

Viele Grüße

Bernhard Fürstberger



Strömung der Heizleisten



Hallo Herr Fürstenberger,

danke für die Antwort. Ich hatte mit einem Berater der Firma Hypothermal kontakt. Dieser meinte, dass es Sinn macht, diese in eine Rille zu bauen, gerade auch wenn die Wände feucht sind. Hier ein Foto davon:
http://www.hypothermal.de/randleistenheizung.htm

Aber - letztendlich will natürlich jeder nur seine Produkte verkaufen.

Schönen Abend zusammen..

Gruss
Klaus