Dachdämmung mit Osb-Platten

28.04.2008



hallo,
im Juni werden wir unser Hausdach neu eindecken lassen.
Anschließend möchten wir das Dach von innen dämmen.

Dachaufbau : Pfannen
Diffusionsfolie
Dämmstoff 160 mm (U 0,35)
Dampfbremsfolie
OSB-Platte 12 oder 15 mm

ist die Sache machbar,oder müssen wir etwas beachten.



Ist so machbar



aber nicht die beste Lösung:
Unter die Pfannen gehört auf jeden Fall noch eine Konterlatte.
Mein Vorschlag:
- Pfanne mit Lattung
- 4 cm Konterlattung
- 3,5 cm vergütete Holzweichfaserplatte
- 16 cm Zellulosedämmung 040
- Dampfbremse z.B. ProClima DB+
- Lattung
- Beplankung nach Wahl (OSB--> mögliche Schadstoffe aus Leim)
-
der von mir vorgeschlagene Aufbau bildet einen bessren Sommerlichen Wärmeschutz, besseren Schallschutz und auf Grund der kapillar leitfähigen Materialien einen besseren Feuchteschutz.



Schliesse mich dem Vorschreiber an,...



... außer die Dampfbremse vor den OSB-Platten, die ist meiner Meinung nach nicht nötig, da die OSB Platte selbst, wenn Nut und Feder verleimt sind, als Dampfbremse fungiert. Lediglich an den Anschlüssen sollte man sorgfältig abkleben.
gutes Gelingen,
Marcus Curtis



Nicht nur die



Anschlüsse, sondern auch die Stöße müssten überklebt werden. Dies ist sicherlich nicht im Sinne einer Sichtbaren OSB-Platte. Außerdem sind beim Einbau von Mineralwolle die Angaben der Hesrtellerfirmen zur Dampfbremse zu beachten, da ansonsten eine Gewährleistung ausgeschlossen wird.





Hallo,und danke für ihre Vorschläge.
Der Dachdecker doppelt die Sparren 4cm auf und eine Konterlattung kommt auf die Diffusionoffnene Folie meine ich .
Kann man dann nicht die die Dämmung sofort zwischen den Sparren machen,ohne Holzweichfaserplatte? Muss man evtl.Abstand halten zwischen Folie und Dämmung?

MfG
Dorothee



Wenn die Folie



eine diffusionsoffene Unterspannbahn ist, geht es ohne Abstand zwischen Dämmung und Folie. Die Holzweichfaserplatte ist erfoderlich, wenn man eine Zellulosedämmung ausführen will. Die Stärke von 3,5 cm habe ich gewählt, um im Sparrenzwischenraum bei einer 040er Dämmung etwas dünner arbeiten zu können. Eine Aufdickung der Sparren ist dann aus Dämmtechnichen Gründen nicht mehr erforderlich. Wie's mit der Statik aussieht kann ich natürlich nicht beurteilen.





hallo,
wir wollten eigentlich als Dämmung Spannfilz URSA SF35 160 mm nehmen,
gibt es dann Probleme,wenn wir OSB-Platten nehmen.
Ein Statiker gab für OSB sein O.K.

MfG
Dorothee



Die Problematik



der Mineralwolle ist bekannt.
Der Statiker freut sich im allgemeinen über die Verwendung von OSB-Platten, der Baubiologe nicht.



OSB unter die Bremse geht...



...wie Fred schon gesagt hat. Aber allen dampfbremsenden Eigenschaften zum Trotz beim Einbau der Dampfbremse so tun, als ob keine OSB mehr draufkommen. Heißt: Sorgfalt, Sorgfalt, Sorgfalt, besonders die Anschlüsse.

Gruß Patrick.





Danke ,
für die tollen Antworten.Sollten noch irgendwelche Probleme auftreten,weiß ich ja ,wo ich Fragen stellen kann.
Werde,wenn wir fertig sind mit dem Dachbodenausbau ,ein paar Fotos einstellen.Vor dem Umbau und nachher.


Gruß
Dorothee



Ich gebe dir aber noch einen Tip...



...falls du dann wegen der dunklen Farbe (OSB) mal Depressionen bekommst :-), heller werden die Platten nämlich nicht, nimm 15er. Dann kannst du immer noch die Fläche mit Gipskarton später mal beplanken. Bei einer 12er geht das nicht mehr. Mit 3,9x25 Schnellbauschrauben durch 12,5er Rigips ist es ohnehin schon knapp genug bis zur Bremse, geht aber, wenn man einen Schrauber mit Tiefenanschlag nimmt und genug Einschraubversuche an einem Muster macht.

Gruß Patrick.



"Flatterbahn"



Wie man aber heraus hören kann, wird die "Flatterbahn" (difussionsoffene Unterspannbahn) auf Ihr Dach kommen.
Das leidige Thema ist aber in 10 oder 12 oder 14 Jahren zu erkennen.
Die Unterspannbahn wird porös und rissig!
Der Weichmacher ist weg und durch die thermischen Verhältnisse entstehen dann diese Schädigungen.
Also empfehlen wir ebenfalls die Holzweichfaser-Unterdeckplatte, denn diese ist zugleich auch schon eine Dämmplatte und baugleich ein wetterfestes Unterdach.
Sämtliche Glattkantstöße, Durchdringungen und Bauteilanschlüsse sollten aber mittels Bitumenklebeband präzise abgeklebt werden.
Als Dämmung kann man dann fast alles integrieren und dazu noch als Vollsparrendämmung.

Gutes Gelingen,

Udo Mühle



DWD-Platten...



...auf den Sparren sind natürlich nochmal was anderes als eine USP. Wobei ich der Meinung bin, daß die Bahnen von heute nur noch wenig mit denen vor 15/20 Jahren zu tun haben, Udo.
Heute ist das mehr Gewebe, denn Folie mit Weichmacher. Die Bröselnummer kenne ich von den alten, aber die aktuellen müssen natürlich erst ihr Können beweisen.
Aber auch bei DWD, wie sieht die Verklebung der Stöße nach ein paar Jahren aus? Weiß man's? Ist alles so seine Sache, perfekt ist ein zum Wohraum ausgebautes Dach nie. Selbst mit Vollschalung. Das fängt mit der Unterdeckung an und hört mit der Dämmung und deren Abdichtung auf. Eigentlich sollte man jedes Jahr die Konstruktion anschauen, aber das geht ja nicht...
Daß ein Kaltdach das Beste ist, wissen wir ja alle...Da sieht man dazu, kann eingreifen, usw.

Gruß Patrick.

P.S.: Lustig finde ich immer, wie toll Leute einen Raum unterm Dach finden. Bei mir raunen regelmäßig Baustellenbesucher (ach wie toll, was für ein schöner Raum, das ist der schönste Raum im ganzen Haus, etc.) Aber von denen hat sich keiner noch Gedanken gemacht, was das eigentlich heißt...Manchmal denke ich, es wäre unbeschwerter, von der Materie keine Ahnung zu haben und sich nur an dem tollen Raum zu erfreuen. Ich werde die Problematik wohl nie aus dem Hirn bekommen und in 20 Jahren denken: "wie sieht eigentlich gerade die Dampfbremse/Dämmung/USP aus"...