Dämmung, Platten, Lehmschicht, begehbare, Holzfaser

10.01.2011



Hallo,
mein Fachwerhaus ist über 200 Jahre alt. Der Dachboden besteht aus Eichebalken mit Eichebrettern und darauf eine dicke unebenen Lehmschicht. Auf die Lehmschicht möchte ich zur Wärmedämmung des unteren Geschosses ein Dämmaterial aufbringen. Da der Boden unbewohnt bleibt, suche ich nach einer einfachen, aufwandsarmen Lösung. Der Boden soll allerdings begehbar sein.
Frage: Ist Minerwolle zur Dämmung der Lehmdecke geeignet?
Gibt es begehbare Dämmplatten, die einfach auf den Lehmboden gelegt werden Können?



dämmung



hallo ich setze hier immer perlit schüttungen ein die sind wärmedämmend difusions offen und mit holsbohlen belegt auch noch begehbar grüße aus hagen u.d.



Ja und Ja



Ja, Mineralwolle kann man nehmen, ABER: nur wenn sie wirklich nicht nass wird (also kein Tropfwasser o. so). Trittfest ist die nicht!

Und ja, es gibt etliche trittfeste Dämmstoffe, z.B. Styrodur. Dazu muss der Fussboden aber sehr eben sein.

Oft gut geeignet ist Isofloc (Zellstoff), zwischen die Balken gepresst. Feuchte sollte dann aber nach oben abdiffundieren können.

Perlit wurde schon genannt, damit habe ich aber keine Erfahrung.

stt





Hallo Herr Kramer,

ist die Lehmschicht geschlossen oder können Sie die einzelnen Deckenbalken sehen?

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



begehbare Platten gibt es aus Holzfaser...



... (z.B.) von Gutex. Die Unebenheiten kann man mit Blähschiefer oder eben Perlite abziehen.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Es gibt von Isocell den Woodifix oder von Hufer den Sparrenexpander mit Dämmplattenstreifen. Diese beiden Systeme eignen sich wenn man sie mit einer 18mm OSB Platte belegt hervorragend um mit geringem Aufwand einen Hohlraum zu schaffen in den man dann Zellulose einblasen kann. Das ganze System passt sich dem Untergrund an, ist begehbar, mit viel Eigenleistung schnell und günstig herzustellen und dämmt gewaltig.
Bei Fragen gerne anrufen.
0172 529 1971
Simon Büschen



OSB zur Kaltseite bitte nicht nehmen



@ Hallo Simon
"...wenn man sie mit einer 18mm OSB Platte belegt..."

Über der OSB wäre ja der kalte Dachboden. OSB bremst die Dampfdiffusion ab. Insofern besteht die Gefahr, dass sich auf der Unterseite der OSB-Platte Kondenswasser bildet.

Genau diese Situation habe ich der Praxis schon genug erlebt.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Wenn im Geschoss darunter keine Dampfbremse verbaut wurde, würde ich OSB-Platten keinesfalls flächendicht verbauen.

Je nach Material und kann der Wasserdampfdiffusionswiderstand des OSB ein weit mehr als 100-faches gegenüber dem der Zellulose betragen. Grundsätzlich sollten die Bauteile nach außen hin immer diffusionsoffener werden, und "außen" ist hier der kalte Dachraum. Kondensat an der Unterseite der OSB-Platte ist zu erwarten.
Entweder die begehbare Ebene hält einen gewissen Abstand zur Dämmung die hinterlüftet werden kann, oder es besteht ein sicherer und dauerhaft stabiler Kontakt zwischen Dämmung und begehbarer Ebene, sodass ein kapillarer Transport etwaiger ausfallender Feuchtigkeit an die Oberfläche der begehbaren Ebene möglich ist. Dielen oder Rauspund funktionieren hier besser.

Feste Dämmplatten sind auf einem nicht ebenen Untergrund nicht fachgerecht zu verbauen. In die Lehmfelder zwischen den Sparren sollte keine Last eingebracht werden.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Richtig



Nach oben muss die Feuchte weg können!

Ich hab das bei mir so realisiert, dass die (oben abschliessenden) Dielen mit 1 cm Spalt neu verlegt wurden.

Ob das bei OSB auch so geht ... meine neuen Dielen sind nur etwa 12 - 15 cm breit, Platten sind da schon sperriger.

stt



das geht mit OSB mit Sicherheit....



... nicht gut aus. Es sei denn die Platten werden streifenweise auf Dielenformat geschnitten ;-)

Grüße Frank





Wieviel Feuchtigkeit soll denn da bitteschön nur durch Diffusion ankommen??
Wenn da Konvektion im Spiel wäre geb ich euch Recht.
Eichenbohlen, Lehm, Zellulose - und dann Bauschaden wegen 18mm OSB???



Und wie will man bei so einem Objekt...



... mögliche Konvektion ausschließen?

Die Gefahr bleibt bestehen, wenn auf der Kaltseite gedeckelt wird.

Grüße

Frank





Die Feuchtigkeit (der Wasserdampf der zu Kondensat ausfällt) die bei derartigen Konstruktionen anfallen kann, kann je nach klimatischen Bedingungen und Nutzung der WE darunter im Liter je m² Bereich liegen.
Hier verbieten sich OSB Platten.

Grüße aus Schönebeck



Fussboden/Decke Dämmung



Liebe Forummitglieder,
vielen Dank für die Beiträge.
Ich habe gelernt, dass die Dämmaterial über der Lehmschicht und das Bodenmaterial diffusionsfähig sein muß damit sich auf der kalten Seite keine Fechtigkeit niederschlägt. Für den unbewohnten Dachboden sind wohl Rauspundbretter besser geeignet als OSB-Platten. Aber was nehme ich als Dämmung? Es sind Dämmplatten aus Steinwolle und Glaswolle vorhanden. Kann ich die verwenden?. Sind sie ausreichend diffusionsfähig oder sollte ich besser Perlite verwenden? Ist ja auch eine Kostenfrage.
Viele Grüße
Richard Kramer

.
Viele Grüße
Richard Kramer



Fussboden/Decke Dämmung



Liebe Forummitglieder,
vielen Dank für die Beiträge.
Ich habe gelernt, dass die Dämmaterial über der Lehmschicht und das Bodenmaterial diffusionsfähig sein muß damit sich auf der kalten Seite keine Fechtigkeit niederschlägt. Für den unbewohnten Dachboden sind wohl Rauspundbretter besser geeignet als OSB-Platten. Aber was nehme ich als Dämmung? Es sind Dämmplatten aus Steinwolle und Glaswolle vorhanden. Kann ich die verwenden?. Sind sie ausreichend diffusionsfähig oder sollte ich besser Perlite verwenden? Ist ja auch eine Kostenfrage.
Viele Grüße
Richard Kramer

.
Viele Grüße
Richard Kramer



Glas- un dSteinwolle sind wohl diffusionsfähig.



Wenn möglich, würde ich dennoch nicht auf dieses Material zurück greifen, da es überhaupt nicht sorptiv und kapillarfähig ist.

Rauspundbretter sind geeignet - OSB-Platten sind nicht geeignet. Da geht es nicht um besser oder schlechter. Mit OSB geht es nicht.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Blähton- Gummigranulat gebunden



Informiere Dich mal über einen Aufbau mit dem FloorTD. Diffusionsoffen und Wärmeschutz in einem! Ich denke auf einen festen und tragbaren Untergrund könnte das eine einfache Lösung sein!



Unterkonstruktion bei Rauspund



Ich beabsichtige 28 mm Rauspundbretter auf Kanthölzer 50X120mm zu nageln. Zwischen den Kanthölzern soll mit Hanfmatten oder Hanffaser-Schüttung gedämmt werden.
Im welchem Abstand sollte ich die Kanthölzer legen, damit der Boden einigermaßen stabil ist? Ist es gar statisch optimaler, dünnere Rauspundbretter (24 mm) auf Kanthölzer mit geringerem Abstand zu legen? Wie gesagt, die Konstruktion soll auf einen Lehmboden aufgesetzt werden. Der Boden dient lediglich zur Lagerung von Möbeln und was man sonst auf den Dachboden verstaut.



Wo sollte die Dampfbremse angeordnet werden?



Die oberste Geschossdecke wird nach der Dämmassnahme nun folgenden Aufbau von unten nach oben haben.
-Im Wohnraum sichtbare Fachwerkbalken, dazwischen Lehmputz
-4cm starke Eichenbohlen
-10-12cm Lehmschicht
-Dampfbremsfolie
-Thermohanfmatten 0,625 m breit,2 Lagen jeweils 80mm stark, auf Kreuzlattung
-Fußbodenbretter 24mm stark auf der unbeheizten Dachbodenseite
Kann mir jemand sagen, ob die Dampfsperre so richtig angeordnet ist, oder sollt ich gar auf eine Dampfsperre im Fachwerkhaus verzichten?



So wie der Aufbau beschrieben wurde...



... sehe ich keine Notwendigkeit für eine Dampfbremse.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



sieht gut aus



Ich denke auch, da kann nicht viel passieren. Hanf kann (soweit ich weiss) ein bisschen Feuchtigkeit ab, und mit 1 cm Abstand zwischen den Rauhspundbrettern (meine Empfehlung) kann die Feuchte nach oben weg, insbesondere im Sommerhalbjahr.

Kantholzabstand wie immer bei Dielenfussboden (waren das 60 cm oder 80 cm?).

Gutes Gelingen

stt





Hallo Herr Kramer,

16cm Hanf ist schon ganz ordentlich. Ich denke, der Boden funktioniert auch ohne die Dampfbremse gut, wenn nicht sogar besser, da sich bei ggf. extremen Feuchteverhältnissen keine Bereiche in der Konstruktion ergeben, in denen sich Feuchtigkeit konzentrieren kann.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Hanf...



...ist geeignet, sicher. Ob nicht aber das Einblasen von Zellulose den besseren Bauteilanschluß und eine homogenere Dämmschicht bietet?

Grüße

Thomas