Wohin kommt die Unterdachplatte???

28.04.2005



Wir haben vor 2 Jahren als Notmaßnahme eine Seite unseres Daches neu gedeckt. Aufbau: USB aus'm Baumarkt, Lattung Konterlattung, Dachziegel.
Jetzt wollen wir's besser machen, haben uns reichlich informiert, und sind bei Einblasdämmung hängen geblieben.
Soweit so gut aber:

Muss ich die USB noch verkleben?
Brauch ich eine Unterdachplatte, wenn ja wohin??? und wie???
Wie ist das mit der Dachlatte zum Einschieben gemeint. Der Sinn ist mir klar, aber wie mach ich's???
Der Rest ist ja gut beschrieben. Dampfbremsfolie überlappend an den Sparren festtackerm, mit Klebeband verkleben und mit Kelber an die Gebäudekanten kleben....

Bin ich eigentlich besser dran mit Hanf, oder Einblasdämmung? Ich weiß nicht ganz genau, ob mein Dach dicht ist. Ich befürchte, dass mir die Zellulose dann zusammensackt und das sie nicht mehr da ist, wo sie hingehört...



was für´ne Dachlatte?



Einblasdämmung kann im normalfall nur von Firmen ausgeführt werden, da eine Einblasmaschine benötigt wird und die Verarbeitung etwas Erfahrung erfordert.
Hanfdämmung gibt es auch als Einblasmaterial oder in Mattenware. Letztere läßt sich natürlich auch in Eigenleistung ganz gut einbringen.
Auf jeden Fall sollte man mal Preise vergleichen.
Um einen brauchbaren Dachaufbau zu erhalten sollte man von innen nach außen diffusionsoffener werden, das scheint mir mit Ihren Ideen erstmal möglich zu sein. Die Folie innen sollte nur einen besseren sd-Wert als die OSB-Platte haben.
Einblasdämmung und innere Folie ist mitunter durch den Druckaufbau bei der Einbringung etwas problematisch.
Wichtig ist jedoch: innen luftdicht, außen winddicht.
Die OSB-Platte muß also winddicht abgeklebt sein, wobei das bei Nut und Feder Systemen häufig schon von selbst gegeben ist. Die innere Dampfbremse ist absolut luftdicht zu verkleben, da sonst die Gefahr von Kondenswasserbildung besteht.
Aber wozu ist die Dachlatte gut?
Grüße aus Leipzig von
Martin Malangeri



wohin die Dachlatte??



Die soll in die Mitte zwischen 2 Sparren über die USB geschoben werden, damit beim Einblasen sich die USB nicht so beult und die Ziegel abdeckt...oder so ähnlich...

So wurde mir das vom Fachmann (Isofloc) angeboten... Ich könnte nämlich die Abkelbarbeiten in Eigenleistung erbringen und er kommt dann nur zum "blasen".

Außerdem meinte ich mit USB die Unterspannbahn. Eine OSB Platte haben wir eigentlich nicht vorgesehen. Den äußeren Abschluss wollen wir mit einer Lehmplatte machen?

Aber mal davon abgesehen hat mich Ihre Antwort nicht viel weiter gebracht. Die Entscheidung über die Einblasdämmung ist schon gefallen, (Kosten sind ähnlich der anderen Dämmung, nur die Arbeit ist weniger) und.... die kostenintensiven Arbeiten, wie das Abkleben wollen wir selber erbringen...(nur wie genau?)

Liebe Grüße Kathrin



mmpfhh...



wenn ich Ihre Antwort so lese, wird mir klar, warum mein erster Beitrag nicht so richtig weitergeholfen hat. Also nochmal:
"Die soll in die Mitte zwischen 2 Sparren über die USB geschoben werden, damit beim Einblasen sich die USB nicht so beult und die Ziegel abdeckt...oder so ähnlich..."
Normalweise sind bei alten Häusern die Sparrenfelder so groß, dass sich die USB (!) so weit beim einblasen aufbeult, dass die Hinterlüftungsebene zwischen USB und Eindeckung versperrt werden kann. Wenn noch eine Dachlatte in Feldmitte und in Sparrenrichtung eingeschoben wird, kann dies vermieden werden.

"Außerdem meinte ich mit USB die Unterspannbahn. Eine OSB Platte haben wir eigentlich nicht vorgesehen. Den äußeren Abschluss wollen wir mit einer Lehmplatte machen?"
Die OSB war eine Freudsche Fehlleistung von mir, Unterspannbahnen sind mir natürlich auch geläufig, aber die Abkürzung USB verwende ich nicht so häufig, dafür um so mehr OSB. Sorry.
"Aber mal davon abgesehen hat mich Ihre Antwort nicht viel weiter gebracht. Die Entscheidung über die Einblasdämmung ist schon gefallen, (Kosten sind ähnlich der anderen Dämmung, nur die Arbeit ist weniger) und.... die kostenintensiven Arbeiten, wie das Abkleben wollen wir selber erbringen...(nur wie genau?)"
Als Klebeband würde ich SIGA-Produkte verwenden. Das Zeug der Schweizer Produzenten ist für solche Zwecke hervorragend geeignet. Folien überlappend anordnen, mind. 10-15 cm, Stöße verkleben, Anschluß an Giebel auf Holz mit Klebeband, auf anorganische Materialien mit Tubenkleber auch von Siga und einer angedübelten Anpresslatte. Anschlüße im Deckenbalkenbereich wiederum mit Klebeband, einzeln und sehr sorgfältig, darauch achten, dass für die Einblasdämmung eine geschlossene Hülle entsteht.
Bei sorgfältiger Ausführung der Einblasung enstehen auch nach Jahren im Prinzip keine Setzungen, eingedrungener Schnee oder Feuchte führt weniger dazu als Materialsetzungen durch lockere Stellen. Wenn die USB diffusionsoffen ist, können geringere Mengen an Feuchtigkeit problemlos wieder abgeführt werden, bei größeren Wassereinbrüchen gibt es mit jeder Dämmung Probleme.
War das schon besser? *grins* Wir arbeiten uns ran...
Grüße aus Leipzig
Martin Malangeri



nahe dem Perfektionismus ;-))



Das war doch mal was... da trau ich mich doch gleich an's Dach... wenn bloß die Hitze nicht wär.
Nur das mit der Anpresslatte hab ich wieder nicht verstanden, wahrscheinlich, weil ich nicht mal weiß, was das ist.
Bei den Klebegeschichten hatte ich bis jetzt nur Proclima ausfindig gemacht...ma schaun, was die Schweizer so haben.

Aber auf jeden Fall bin ich jetzt schon ein ganzes Stück schlauer ;-)...und für die zweite Dachhälfte nehm ich dann die Unterdachplatte.

Vielen lieben Dank und sonnige Grüße aus der Nachbarschaft

Kathrin



es braucht keine....



...Anpresslatte mehr. Ich habe es eben nochmal nachgeschaut (nicht nur Arbeitsplätze werden wegrationalisiert):
http://www.siga.ch/product/cover.htm
Früher war es so: Kartuschenkleber als "Schnur" auf die Wand ziehen, Folien draufdrücken und mit einer Leiste (Anpresslatte) nochmal zusätzlich nachbefestigen.
Proclima ist auch eine gute Marke. Persönlich ist aber mein Erfahrungsschatz größer mit Siga (das Zeug klebt wirklich wie Hölle)
Grüße
Martin Malangeri



usb-einblasdämmung-usw



hallo
das mit dem Dachaufbau - besser gesagt das mit der Dämmerei und den Bahnen und Verklebungen würde ich mir noch mal überlegen - (Nachhaltigketi+Langlebigkeit)
Eine Einblasdämmung lebt unter anderem von der gleichmässigen Verdichtung. Da sollte auf allen Seiten ein einigermassen druckstabiler Baustoff zur Verfügung stehen - und keine Folie! Machen kann man das, ob es langfristig sinnvoll ist stellt sich später heraus - kostet halt dann doppelt und dreifach.
Bei der "Einblaserei" sind die Details bei den Anschlüssen u.a. sehr wichtig.
(Die Kette ist so stark, wie ihr schwächstes Glied)
...ich will nur nicht, dass Sie bei der Einblasdämmung "hängen" bleiben …
Mein Tip:
Dach weg
isolair (pavatex) als Unterdach drauf
Konterlatten
Latten
Ziegel
unter die Sparren dann
Schalung (evtl. Rauspund)
den Zwischenraum ausblasen und Verdichten
auf die Schalung 70 stengeliges Schilf kreuzweise
2-3 Lagen Lehmputz
KalkKaseinFarbe
fertig

grüsse aus Nbg

FK



Jaja



und so bauten sie vorn auf und rissen hinten ab....

ich bin froh, die 130m² (eine Seite) drauf zu haben....
nein, da lass ich eben nur auf einer Seite "blasen" und mach die 2. herkömmlich mit Klemmfilz oder - eher wahrscheinlich - Stopfhanf. Aber auf keinen Fall werde ich das Dach wieder abdecken... das ist mein ganzer Stolz zur Zeit auf dem alten Ding...

Auf der 2. seite machen wir dann alles besser....;-))

Liebe Grüße nach Nürnberg

Kathrin



ein Gruss aus dem alten Hellas



Hallo

ein alter Hellene schrieb mal
oder wars ein Römer ?

wer den 2. Schritt vor dem 1. macht - kommt (unweigerlich) zum Straucheln!

mfG

FK



Das war Notlösung in letzter Sekunde



Das Dach war so kaputt, dass es ständig auf die Balken regnete und das Dach neu decken, war einfach das kleinere Übel. Jetzt ist wenigstens alles trocken...auch wenn's vielleicht nicht optimal geworden ist....aber ;-) wir werden besser.

So...back to business....die Arbeit ruft ganz laut.

Liebe Grüße Kathrin