Kerndämmung eines alten 3-Familienhaus, Baujahr 1924

30.03.2010



Im Rahmen einer "Energieberatung" wurde uns empfohlen, die Luftschicht unseres Hauses mit Perliten auszufüllen. Ich bin sehr skeptisch bezüglich dieser Maßnahme. Wer kann über negative Erkenntnisse/Erfahrungen etc berichten? Nach langen Internet-Recherchen scheint mir, dass inzwischen die Befürworter deutlich überwiegen.





Hallo,

Ihre Skepsis ist durchaus berechtigt.
Die Zwischenräume sind nicht so hohl wie uns immer Glauben gemacht werden soll.
In den Hohlräumen lagern meist Mörtelreste die während der Bauphase dort reingefallen sind.
Bindersteine, die in älteren Baujahren oft zum verbinden beider Schalen verwendet wurden unterbrechen diesen Hohlraum zusätzlich.
Anschläge und Stürze von Fenstern und Türen sind immer massiv ausgeführt, also ohne Hohlraum.

Diese Dämmung ist für solche Anwendungen nichts halbes und nichts ganzes.

Grüße aus Schönebeck



perlit dämmung



hallo ich hab selbst einige Gebäude so gedämmt , und meine kunden würde es immer wieder so machen lassen.
bei häusern ihres baujahres sind wärmebrücken garnicht so ein problem . und da die dämmung absolut difusions offen ist sind Feuchte probleme kaum zu befürchten
grüße u.d.





Herr Dahlbüdding,

wenn die alleinigen Allheilmittel diffusionsoffene Baustoffe sind frag ich mich woher Schimmelschäden besonderst nach energetischen Sanierungen grade auch mit diffusionsoffenen Baustoffen kommen.

Mal ganz konkret:
Was machen Sie mit den Stürzen und Laibungen von Fenstern und Türen???

Grüße aus Schönebeck



perlit



hallo ein allheilmittel gibt es nicht das solte schonmal klar sein aber ein bewuster umgang mit feuchte und dessen nebenwirkungen könnte schon nützlich sein, erste frage woher kommt Schimmel ?? was kann ich gegen seine entstehung tun? welche mittel helfen mir ihn zu verhindern das solte die frage sein oder?
grüße u.d.



Kerndämmung eines alten 3-Familienhaus, Baujahr 1924



"...ein bewuster umgang mit feuchte und dessen nebenwirkungen könnte schon nützlich sein, erste frage woher kommt schimmel ?? was kann ich gegen seine entstehung tun?"
Aber: Wenn es Hinweise gibt, dass eine nachträgliche Kerndämmung die Gefahr von Feuchtigkeit birgt, dann verzichte ich doch besser auf diese Dämmung. Und hat jemand Erfahrungen, wie viel Prozent Heizenergie durch solch eine Dämmung wirklich eingespart werden kann?





Wie viel Heizenergieeinsparung bei der Dämmmaßnahme rauskommt sollte der Berater der das Objekt kennt und die Kerndämmung empfohlen hat wissen.

Grüße aus Schönebeck



perlit 3



woher kommt schimmel?? 1 tapeten ( ins besondere raufaser ) sind nährgründe für schimmel wobei die raufaser die am höchsten belastete Tapete ist, weil in ihr holzspäne verarbeitet wurden und auf ihm der schimmel schon sitzen kann , venyltapeten enthalten nicht nur weichmacher und andere chemische verbindungen sie sind auch noch sehr dicht und verhindern so das feuchte von der oberfläche abtransportiert wird ,
moderne farben ( mit dem blauen engel)enthalten öl und andere organiche verbindungen und sind so eher eine nahrung als ein gegenmittel für schimmen auch sie verhindern den wasser transport und durch Kunststoff anteile sind sie auch zusätzlich noch statisch und saugen auch noch Staub an
sie seehen also es ist alles nicht ganz so einfach weiter im zweiten teil



perlit 4



das zauberwort um schimmel zu verhindern ist Kalk !
ein extrem hoch alkalisches Material , er reguliert feuchte und kann mit pigmenten auch noch eingefärbt werden .
zur frage der Wärmedämmung zb in fensterleibungen oder an stürzen bietet sich eine dämmung mit kalkperlitputz oder einer calzium silikatplatte an .ist schon einigermaßen bekannt wenn dann noch ein kalkfeinputz darauf kommt und als abschluß eine sumpfkalkfarben hat schimmel keine grundlage mehr





Herr Dahlbüdding,

Sie empfehlen hier also eine Kerndämmung für die Bereiche wo Hohlräume sind und eine Innendämmung der massiven Bauteile.
Darüber, wie das in den Schnitten aussehen soll haben Sie sicher noch nicht nach gedacht.

Ökologisch und Sinnvoll ist das nicht, eher ganz großer Baumurks


Grüße aus Schönebeck



Ohne Zweifel...



...kann mit einer Kerndämmung keine völlig einheitliche Dämmwirkung über die gesamte Fläche erzielt werden, flankierende Maßnahmen für Fensternischen z.B. wären sinnvoll. Die Dämmwirkung einer fett zugeschäumten Fassade ist sicher besser, die Algen hat man dann eben außen dran.

Unter der Voraussetzung, daß die sehr gut fließfähigen Perlite alle Hohlräume erreichen, welche Probleme sollen denn konkret durch diese Dämmung entstehen? Es gibt nun mal bewohnte Häuser, wo innen nichts Grundsätzliches gemacht werden soll, mit Fassaden, die nicht mit dem WDVS-Einheitsplattenkram zugepappt werden können.

Grüße

Thomas





Nun frage ich mich nicht nur welche Probleme konkret auftreten könnten sondern was es mir nachweislich bringt.




Grüße aus Schönebeck



Perlite ist veraltet, und Feuchte geht nur durch Lüften raus.



Perlite ist veraltet, haben wir auch mal verarbeitet. Die jetzt erhältlichen Polystyrolkügelchen mit Graphit haben eine WLG von 033 statt 045 wie Perlite. Außerdem sind sie nicht so kapillar wie Perlite und daher besser für den Feuchtetransport von innen nach außen. Und sie fließen besser z.B. in die grobkörnigen Schuttansammlungen, die sich traditionell oft unter den Fenstern gebildet haben.

Kerndämmung kostet um die 20-25 EUR/m² gegenüber 60-80 EUR/m² bei einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS). Dafür hat man etwa 3/4 der Wirkung gegenüber einem WDVS zu 1/4 der Kosten.

Wärmebrücken durch Fensterstürze (Verbindersteine spielen nicht so die Rolle) muß man in Kauf nehmen, oder man macht (später) noch ein WDVS zusätzlich dran. Feuchte sammelt sich zuerst an der kältesten Stelle an und bildet Schimmel, aber irgendeine Stelle im Haus ist immer die kälteste. Wer zuwenig oder falsch lüftet, hat immer Schimmel, egal wie gut gedämmt ist. Früher war das wegen der Öfen anders, die zogen laufend neue Luft von draußen rein und verbrauchte Luft raus.

Tip zum Lüften: Hygrometer anschaffen, Luftfeuchte unter 60% halten, im Winter "Doppellüftungen": mit Durchzug 5 min - dann 15 min zu - dann nochmal 5 min Durchzug, dann ist die Luftfeuchte bei 45% und bleibt länger niedrig.



Wie jetzt???



Erstmal ne Kerndämmung an den Mann bringen um ¾ (???) der Kosten (???) zu anderen Dämmaßnahmen zu sparen (???).
Um dann?…
…”(später) über die Wärmebrücken wie Fensterstürze und Verbindersteine die nicht so die Rolle spielen noch ein WDVS zu machen”---

Das nenn ich mal schmerzfreie Verkaufsversuche.

Grüße aus Schönebeck



Perlite veraltet ????



Das sehe ich nicht so! Grundsätzlich gilt, das jede Dämmung Ihre Daseinsberechtigung und Einsatzbereich hat.
Ihre Polystyrolkugeln mit Graphit sind zwar derzeit grosse Mode, aber bei richtiger und eingehender Betrachtung auch nicht gerade ökologisch einwandfrei und trotzdem haben sie ihren Einsatzbereich.
Im Sanierungsbereich sollte eine sorgfältige Materialauswahl getroffen werden, ansonsten kann eine Sanierung schnell schief gehen.



Bitte an die Forumsregeln halten, Oliver Struve.



Sie haben möglicherweise nicht genau hingesehen (gelesen), und dann auch etwas als Zitat ausgegeben, was mit meinem Beitrag nichts zu tun hat.

Man kann sich ja mal irren, aber mit dieser Polemik werten Sie Ihren Beitrag ab.



@ Herrn Struve



"Nun frage ich mich nicht nur welche Probleme konkret auftreten könnten ..."

Genau das wollte ich von Ihnen wissen. Weiter oben bezeichnen Sie eine Kerndämmung mit flankierenden Maßnahmen als "Baumurks". Das sollten Sie ja auch begründen können.

Grüße

Thomas



Erfahrungen



Ich vermute -gerade nach dem Lesen all der Antworten, dass so eine nachträgliche Dämmung nur Kosten und Gefahren bringen kann. Argumente: Berechne und betrachte ich das Verhältnis der Wandflächen zu den Fensterflächen (inklusiv der Laibungen, die ja echte Kältebrücken darstellen (deshalb sind ja von innen alle Fenster mit einem Holzfutter eingefasst)-dazu kommen Steine, Mörtelreste aus fast einem Jahrhundert- so bleibt für das Dämmmaterial maximal 2/3 der Gesamtfläche. Überall kann die Kälte über die fast harmonisch angelegten Wärmebrücken ins Mauerwerk ziehen. Hinzu kommt, dass der Taupunkt in der Hohlschicht und damit im Dämmmaterial liegt. Ein Abtrocknen ist damit erschwert und hydrphob heißt ja lediglich "wasserabweisend" und wie dieses Material "im Alter" mit Wasser umgeht, garantiert mir auch keiner. Aber gerne hätte ich noch von persönlichen Erfahrungen gelesen.



Wenn...



...das Material kapillar aktiv ist, sollte aus dem Taupunkt kein Problem werden.

Ich habe meine Nordfassade bis um die beiden Hausecken herum vor mittlerweise 13 Jahren mit Rockwool auspusten lassen (und würde heute keinesfalls wieder Mineralwolle wählen, obiger Erwägung wegen). Keinerlei Probleme deswegen, die klassischen Schimmelecken, die ich denn auch genau da hatte, wo sie zu vermuten waren, sind weg. Trotz Sandsteingewänden, die ja nun nicht gerade gut "dämmen". Letztlich werden auch die Kältebrücken wärmer, wenn die umliegende Mauer gedämmt ist.

Grüße

Thomas



Jetzt wird es konkret



Danke Thomas, nicht nur dass sich unsere Hausflächen ähneln, auch ich denke zunächst nur über die Dämmung der Nordfassade nach. Seit 1987 notiere ich die zugeführte Wärmemenge für das Haus (350 qm beheizte Wohnfläche), habe diese mit den Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes und mit zwei weiteren Referenzhäusern korreliert; so kann ich Auskunft über bisherige vernünftige "Energiesparpotentiale" geben.
Ein Spareffekt bei Dämmung aber will mir nicht einleuchten.
Hast du eigene Daten? Weshalb sollte die Wand "wärmer" werden, wenn drum herum eine relativ magere Schüttdämmung (6cm) eingebracht wird? Die Wärmeleitfähigkeit von Kalksandstein ist recht gut. Das Potentialgefälle der "niedrigen" Temperatur hinter der Dämmschicht dürfte vermutlich diese Dämmung ad absurdum führen. Und weshalb "keinesfalls Mineralwolle" ??



Mineralwolle gut oder nicht gut?



Hallo Thomas,

das ging mir jetzt zu schnell:
vor 13 Jahren Rockwool (also Mineralwolle) eingeblasen,

Bewertung einerseits
"würde heute keinesfalls wieder Mineralwolle wählen, obiger Erwägung wegen" (welcher?)

andererseits: "Keinerlei Probleme deswegen"

Ich verblase nur die PS-Kügelchen, werde aber die Steinwolle nicht schlechmachen, weil ich sie nicht kenne. Also: was genau sind die Vor- und Nachteile?



Wie ich schon schrieb:



Mineralwolle hat keine gute kapillare Leitfähigkeit, die Möglichkeit des Wassertransports scheint mir aber vorteilhaft. In nicht homogenen Wandaufbauten wird sich die Kondensatbildung nicht völlig verhindern lassen. Nur, wenn sich Kondensat nicht verteilen kann (und somit leichter auch wieder abgegeben wird), wird es zum Problem.

Eine kapillare Leitfähigkeit scheint mir dann verzichtbar, wenn das Dämmmaterial Wasser nicht aufnimmt (versinterter Blähton zum Beispiel). MiWo hingegen saugt sich voll, sackt zusammen, und gibt Feuchte nur zögernd ab.

Das an meinem Haus etwas funktioniert (warum auch immer), freut mich natürlich. Verallgemeinernd empfehlen möchte ich die MiWo als Kerndämmung aus o.g. Gründen jedoch nicht.

Grüße

Thomas





Getretene Hunde bellen!

Herr Stein,

Dann zitiere ich sie noch mal wörtlich:

Zitat:

“Wärmebrücken durch Fensterstürze (Verbindersteine spielen nicht so die Rolle) muss man in Kauf nehmen, oder man macht (später) noch ein WDVS zusätzlich dran”

Zitat Ende.

Bitte antworten Sie doch mal auf meine Frage wie das im Schnitt aussehen soll.

Und wenn Sie hier als Dämm “Profi” posten sollten Sie auch Kenntnis über die am Markt erhältlichen Dämmstoffe und ihren Eigenschaften haben.

Grüße aus Schönebeck





Herr Böhme,

Ich habe bereits begründet warum ich eine solche Methode als Baumurks betrachte.

Wie Sie schreiben haben Sie die Nordseite Ihres Hauses so gedämmt, schön und gut, wissen Sie sicher wie viel % wegen Wärmebrücken nicht gedämmt wurden.
Haben Sie Zahlen die begründen das Sie mit dieser Methode realistisch Geld sparen?
Warum sollen ungedämmte Bauteile nicht mehr so auskühlen nur weil andere gedämmt sind?
Über die Dämmung erhöht sich weder die Raum- noch die Außentemperatur.

Überschätzen Sie bitte nicht die Geschwindigkeit des kapillaren Wassertransport (böse Zungen behupten sogar das es den nicht gäbe) quer durch eine Wand.
Der vermag dem Bauwerk zwar die Möglichkeit zu geben sich an die Feuchteverhältnisse der Umbebung (Ausgleichsfeuchte) anzupassen, nicht aber Kondensatausfall abzuleiten.
Andererseits dürfte es keine Schimmelschäden an entsprechenden Altbauten geben.

Die Kapillaraktivität der Baustoffe ist dahingehen wichtig, das diese nach Be- oder Durchfeuchtung wieder austrocknen können. Das braucht aber schon etwas Zeit.

Das Ihre MIWO- Dämmung funktioniert, zeigt das Sie sich mit der Nutzung der Räume im vernünftigen Rahmen bewegen. Ich gehe davon aus, das auch vor der Maßnahme keine Schäden durch Kondensatausfall zu verzeichnen waren.
Wenn Sie aber mal einen Wasserschaden haben und die Dämmung wird nass haben Sie ein Problem.


Grüße aus Schönebeck



@ Oliver Struve



" Ich gehe davon aus, das auch vor der Maßnahme keine Schäden durch Kondensatausfall zu verzeichnen waren."

Weiter oben schrieb ich von Schimmelecken. Konkret waren diese jeweils oben und unten in den Raumecken. Bei der Reko hatte sich ferner gezeigt, daß Balkenköpfe und wandseitige Dielen angegriffen waren. Nach den Balkenköpfen schaue ich ja nun nicht täglich, aber der Schimmel ist weg, trotz neuer dichter Fenster und dem Wegfall der morbiden Kachelöfen.

Da der Schimmel weg ist, gehe ich von einer besseren Dämmung aus.


"Wenn Sie aber mal einen Wasserschaden haben und die Dämmung wird nass haben Sie ein Problem."

Wie schon geschrieben, ich würdekeine Miwo mehr verwenden.

Eine Begründung, warum eine Kerndämmung generell Probleme bringen sollte (das war doch wohl Ihre Meinung), habe ich noch nicht gefunden.

Grüße

Thomas





Herr Böhme,

warum fragen Sie jemanden von dem Sie nichts halten nach seiner Meinung???

Geht’s Ihnen grade mal wieder nicht so gut?
Dann gehen Sie mal ordentlich einen bechern, manchen hilft das.

Sollten Sie tatsächlich am Thema Interesse haben nutzen Sie die Suchfunktion oben rechts, zum streiten suchen Sie sich wen anders.


Grüße aus Schönebeck



Oooops, wie grantig



Mir ging's nie besser, zumindest innerhalb der letzten Jahre. Ganz ohne bechern. Aber danke, daß Sie sich um mein Wohlbefinden Gedanken machen. Das ist so selten geworden heutzutage.

Sie haben nicht ganz recht: Vom Dielenleger Struve halte ich tatsächlich nichts, soweit korrekt. Da ich zu Ihrer Kernkompetenz aber bislang das Erstellen und Sanieren von allerlei Mauerwerk gezählt habe, hätte ich zur Kerndämmung gerne eine kompetente Einschätzung statt allgemeines Blabla.

Nun ist das ja hier alles freiwillig, und wenn Sie ein Schmollmops sein wollen, dann nur zu. Da Sie aber nun mal ohne Begründungen von Problemen orakelten, frage ich halt aus ureigenstem Interesse nach, was Sie so meinen. Es war immer 'mal wieder in der Überlegung, die restlichen Hausseiten ebenso mit einer Kerndämmung zu versehen, nur nicht mit MiWo.

Es hilft hier wie auch im Leben ungemein, wenn man nicht nur eine Meinung hat, sondern sie auch begründen kann. Besonders dann, wenn's um die "Kern"kompetenz geht.

Grüße

Thomas



Mein Anliegen wurde vergessen



Herr Böhme, Herr Struve,
ich würde mich freuen, wenn "ihr" Streit sachlich finalisiert werden könnte. Ich neige nach all den Diskussionen, die ich zum Thema gelesen habe, zur Auffassung, dass es besser ist die Außenwände so zu belassen, wie sie gebaut sind. Gründe: Bisher hervorragendes Raumklima, keine Bauschäden. Sollte eine Dämmung eingebracht werden, so werden trotz Wärmebrücken, die an unserem Haus genügend vorhanden sind, mit einer Heizkostenersparnis von bis zu 10% behaupet; es dauert in der Tat lange, bis sich damit die Kosten einer Dämmung amortisiert haben. Angesichts der Gefahren (Diffusionsumkehr, feuchte Dämmung-geminderte Ablüftung)und der Tatsache, dass bezüglich der Behauptung des Vorteils (Heizkosteersparnis) keinerlei Garantien gegeben werden -wie verhält sich diese Dämmung in 50 Jahren- hört sich der Rat eines Bauphysikers der Verbraucherzentrale "merkwürdig" an: Und deshalb noch einmal meine Bitte auf zwei konkrete Fragen noch zu antworten:
(Herr Böhme) Konnte eine/Ihre Dämmmaßnahme bisher nachweislich mit einer Heizenergieersparnis beobachtet werden und falls ja, in welcher Größenordnung?
(Herr Struve) Sie sagen, dass "ungedämmte Bauteile (wie) gedämmte auskühlen" und sich "weder die Raum- noch die Außentemperatur" erhöhen. Letzteres klar, aber ersteres?
Und wenn Sie noch ausführlicher auf die "Geschwindigkeit des kapillaren Wassertransport (Ausgleichsfeuchte) "durch eine Wand eingehen würden, wäre Ihr Beitrag sicherlich auch für andere Ratsuchenden sehr wichtig und aufklärend. Denn Ihre Bemerkung, dass "die Kapillaraktivität der Baustoffe dahingehen wichtig (sei), das diese nach Be- oder Durchfeuchtung wieder austrocknen können" scheint mir der entscheidende Hinweis auf meine Frage zu sein.
Da ich aber Mitbesitzer habe (Eigentumswohnungen), die den Rat der Verbraucherzentrale höher als meine Überlegungen einschätzen, wäre ich für nähere Ausführungen sehr dankbar und könnte auf diese verweisen.



Amortisationsdauer bei Kerndämmung



Nach Rückmeldung unserer Kunden beträgt die Energieeinsparung ca. 50 bis 80 kWh pro m² und Jahr, entspricht bei 7 cent / kWh 3,50 bis 5,60 €/m² (m² Wand-netto, nicht Wohnfläche, um genau zu sein). Bei ca. 20 €/m² Kosten brutto hat sich die Maßnahme also in ca. 4 bis 6 Jahren amortisiert. Bei steigenden Energiekosten entsprechend eher. 5 Jahre Amortisationszeit entsprechen einer Energieersparnis von ganz grob 20%, aber jedenfalls nicht 10%. Hinzu kommt der Komfortgewinn.

Garantieren wird Ihnen diese Zahl keiner, da die konkrete Energieersparnis von zu vielen nutzerspezifischen Einflußgrößen abhängt. Wer vorher viel geheizt hat, spart viel. Wer vorher gefroren hat und denkt "jetzt ist ja gedämmt, jetzt mach ich es mir richtig kuschelig", spart weniger. Aber interessieren tut mich die empirische Energieersparnis schon, daher frage ich immer wieder meine Kunden, mit o.g. Ergebnis.

Es stimmt, daß man durch die Kerndämmung den Kontrast zwischen Wärmebrücken (also z.B. Stürze, Schuttverfüllungen im Fußpunkt) und Hohlschichten richtig schön herausarbeitet. Diese Stellen muß man im Auge behalten und ggf. durch zusätzliche Außen- oder Innendämmungen nacharbeiten (nein, Herr Struve, ich mache Ihnen dazu keine Zeichnung). Ich habe diesen Fall aber bisher noch nie gehabt (und der letzte Winter war ja kalt genug, um Kondensat sichtbar werden zu lassen!!), vielleicht weil ich meinen Kunden das Lüften erkläre (Doppellüftung je 5 min mit 15 min. Aufwärmpause dazwischen).

Ich hoffe, diese ruhige ausgeglichene Darstellung mit Vor- und Nachteilen erfährt eine andere Gewichtung, auch wenn die (in jedem Forum wohl unvermeidlichen) Selbstdarsteller mehr und "lauter" schreiben.



Es hilft immer wieder,



wenn etwas genauer geschrieben wird, um was es geht. In Ihrer eigentumsrechtlichen Situation würde ich nicht an eine Kerndämmung denken. Da hätte ich glatt lieber aus dem Fenster geschaut, statt mich hier einzuklinken. Widmen Sie sich dem Thema "Innendämmung", dazu gibt es hier im Forum jede Menge, auch zu gut funktionierenden Varianten. Was im Mietshaus in Betrieb üblicherweise nicht geht, kann man in der eigenen Wohnung oft ganz gut abschnittsweise realisieren. Oder heizen Sie weiter wie bisher.

Messreihen, Verbrauchswerte etc. in einem einzelnen Mietshaus? Klimabedingt schwankt der Gasverbrauch sowieso um ca. 20%. Mit neuen Mietern gibt es neue Nutzungsprofile mit geändertem Bedarf. Von einem Einzelkämpfer erhalten sie da nie etwas Brauchbares, auch wenn er's so drapiert. Konsultieren Sie einen unabhängigen Heizungsplaner, Sachverständigen etc. Das kostet zwar ein paar Groschen, dafür geht es aber dann auch nur um Ihr Problem, ganz sicher.

Gutes Gelingen.

Thomas





Herr Böhme,

Nur ist das ja hier alles freiwillig wie Sie selbst sagten.
Der ohne Begründungen von Problemen orakelnde Schmollmops hat eben keine Lust Ihnen zur Kerndämmung eine kompetente Einschätzung zu geben.

---“warum eine Kerndämmung generell Probleme bringen sollte (das war doch wohl Ihre Meinung)”---

allgemeines Blabla ???
Das war Ihre Frage Herr Böhme, nicht meine Meinung.

Von Ihnen geht der Tage wieder ein “Super” Klima aus.
Tragen Sie es doch nicht hier ins Forum.


Grüße aus Schönebeck





Hallo Anton,

ich habe in meiner ersten Antwort bereits geschrieben, das eine Kerndämmung hauptsächlich wegen der Wärmebrücken nichts halbes und nichts ganzes ist.

In einer weiteren Antwort habe ich die Variante neben einer Kerndämmung die Wärmebrücken zusätzlich durch ein WDVS oder eine Innendämmung zu komplettieren als Baumurks bezeichnet.
Ich stelle mir halt vor wie die Bereiche um die Fenster, Türen, dem Fußpunkt und, und, und. mit zusätzlicher Dämmung aussehen sollen.

Ferner stelle auch ich mir die Frage: Was bringt eine solche Maßnahme?
Antworten von Vertreibern gehen mal eben von 20% Ersparnis aus, ohne Garantie versteht sich. Der Bezug auf die wichtigsten Daten, dem Baustoff, der Mauerstärken und dem zu beblasenden Hohlraum fehlt komplett.
Die Kosten für eventuell notwendige flankierende Maßnamen bleiben außen vor.

Rein aus wirtschaftlicher Sicht also sehr zweifelhaft die Angaben zur Effizienz einer Kerndämmung von zweischaligem Mauerwerk.

Aus bauphysikalischer Sicht habe ich mit Kerndämmungen generell meine Probleme.

1. Was da einmal drin ist bekommen Sie nie wieder raus.
2. Als Heilmittel gegen Kondensatausfall an Innenwänden ist ein solches Dämmsystem äußerst riskant.
Während ungedämmte Bauteile (Stürze und Laibungen) nach wie vor auskühlen und Kondensat anfällig bleiben, wird der Wasserdampf an den gedämmten Teilen durch Innenschale, Dämmung bis an die Außenschalle gelangen und kann hier kondensieren.
Die im Luftspalt befindliche Dämmung wird dann Feucht.
Mineralwolle die einmal feucht ist wird wegen der fehlenden kapillaren Wassertransporteigenschaften nicht wieder trocken.
Kapillaraktive Dämmstoffe vermögen zwar zu trocknen, dieser Prozess dauert aber das vielfache der Zeit die es braute sie zu be- oder durchfeuchten.
Zeit erheblich verminderter Dämmwirkung.
Zeit, in der die für gewöhnlich auf der Innenschale liegenden Deckenbalken, mehr oder weniger, über die Dämmung dauerbefeuchtet werden.

Über den Luftspalt passiert genau das nicht.

Das Risiko von Bauschäden gegenüber dem augenscheinlich finanziellen Vorteil ist deutlich zu hoch.

Oft ist weniger eben mehr.

Ach ja, ich fragte wegen der Behauptung,
---“Letztlich werden auch die Kältebrücken wärmer, wenn die umliegende Mauer gedämmt ist.”---

Warum sollen ungedämmte Bauteile NICHT mehr so auskühlen nur weil andere Teile gedämmt sind?

Grüße aus Schönebeck



Danke für die indirekte Antwort,



Herr Struve, die mich so nicht überzeugt, aber etwas Futter zum Nachdenken gibt. Das Projekt ist eh noch nicht dran.

Wenn Sie sich tatsächlich um das Forumsklima sorgen, dann fangen sie doch bei sich an, und vermeiden besser, persönlich anzugreifen. Es wirkt etwas sonderbar, wenn einer mit der Axt "argumentiert" ("Geht’s Ihnen grade mal wieder nicht so gut? Dann gehen Sie mal ordentlich einen bechern, manchen hilft das."), und bei einer passenden Antwort als Mimose reagiert. Ich hoffte, wir hätten das hinter uns.

Grüße

Thomas





Herr Böhme,

befassen Sie sich doch nicht so viel mit mir.

Wenn ich über eine Antwort “Hallo Anton” schreibe dann meine ich auch Anton nicht Herr Böhme.

Antworten Sie lieber auf die Fragen die Ihnen hier ganz konkret gestellt werden.
Sie dürfen das sogar direkter machen als ich.

Zitat Anton:

“(Herr Böhme) Konnte eine/Ihre Dämmmaßnahme bisher nachweislich mit einer Heizenergieersparnis beobachtet werden und falls ja, in welcher Größenordnung?”

Sie müssten das doch wissen, es ist doch schließlich Ihr Haus.

Grüße aus Schönebeck



Wirtschaftlichkeit



Guten Tag, Herr Böhme,
nach fast einem halben Jahr würde ich mich immer noch sehr freuen, wenn Sie auf meine zuletzt gestellte Frage hier im Forum noch antworten: Konnten Sie einen nennenswerten geringeren Energieumsatz für die Beheizung Ihres 3-Familienhauses feststellen, seit Sie die Kerndämmung durchgeführt haben? Ich habe mich in den letzten Monaten weiter bemüht diesbezüglich von Hausbesitzern, die eine Kerndämmung einbringen ließen, Informationen zu bekommen. Leider brach stets bei dieser Frage der Kontakt ab, obwohl doch diese Frage die Einfachste sein dürfte.



Diese "einfachste" Frage...



...kann ich aus einem einfachen Grund nicht beantworten:

Es handelte sich um eine Komplettsanierung, incl. neuer Fenster, WE-Türen, Heizungseinbau, Dämmung des Kellers.... Bis dato wurde mit Kachelöfen geheizt. Selbst wenn das nicht so wäre, wechselnde Winterintensität, unterschiedliche Heizgewohnheiten und Mieterwechsel hätten einen seriösen Vergleich nicht zugelassen.

Mir genügt bis zum Nachweis des Gegenteils die Vorstellung, daß ich weniger friere, wenn ich mehr anziehe, ums mal besonders einfach auf den Punkt zu bringen.

Grüße

Thomas



Diskussionen mit Fragezeichen...



Ich arbeite nun schon seit über 10 Jahren mit Einblasdämmsystemen. Kerndämmungen sind kein Mittel um aus einer alten Immobilie per se ein Passivhaus zu machen. Auch sind Kerndämmungen keine Wunderwaffe gegen evtl vorhandene Wärmebrücken...
Was ich aber ganz klar aufgrund vieler Rückmeldungen meiner Kunden sagen kann ist die tatsache, daß sich die Innentemperaturen spürbar verbessert haben. Mit Schimmelbildung hatte ebenfalls noch keiner meiner Kunden problemen, man muß nur vor der Dämmmaßnahme eine richtige Beurteilung des Mauerwerks vornehmen und die Aussenmauer auch auf kleine Risse usw untersuchen.
Um es kurz zu machen. Ein Kunde mit einen durchschnittlichem EFH und einer Hohlschicht von gut 8 cm, spart seit der Dämmmaßnahme 600€ an Heizkosten ein und hat seit dem ein behagliches Wohnzimmer. Ich denke das ist ein Argument.
Mir sind übrigens KEINE fälle bekannt, bei denen es aufgrund einer fachgerecht durchgeführten Kerndämmung zu Durchfeuchtungen oder gar Schimmelpilz gekommen ist.