Innendämmung: Gibt es einfache aber effektive Wandaufbauten?

24.08.2005



Hallo alle zusammen

Ich will Euch hier eigentlich nicht mit nochmal mit einer frage zur Innendämmung bei Fachwerkbauten nerven, aber auch nach tagelangem stöbern in der Community bleibt mir leider nichts anderes übrig. Ich hoffe, jemand hat eine gute Idee.
Ich habe ein altes Haus gekauft, dessen Dachgeschoss als Fachwerk gebaut ist. Der Zustand ist nicht der Beste, so dass ich die Fachwerke neu ausmauern muss etc., also um die Einhaltung der EnEv nicht herumkomme. Möchte ich eigentlich auch garnicht, da ich Wärmedämmung für sinnvoll und wichtig halte. Wie ich jedoch in etlichen Berichten hier lesen konnte, wird gerade das Thema Innendämmung sehr kontrovers Diskutiert.
Nun ja kann jeder dazu stehen wie er will. Ich möchte eine effektive Innendämmung, welche die Enev erfüllt, und mir nicht das Fachwerk zerstört. Dazu noch einen möglichst einfachen Wandaufbau. Quasi die Eierlegendewollmilchsau.
Nun mal die Fakten: Die Gibelwände um die es sich handelt, sind aus 10x10cm Holzbalken, bis dato mit Ziegelsteinen ausgemauert und außen verputzt. Der Putz stand übrigends ca 1,5 cm über die Balken über und das schon seit hunder Jahren (meine nur, weil das hier im Forum als Unmöglichkeit verurteilt wurde).
Ich bin bereits darauf gestoßen, dass es am sinnvollsten ist, die Gefache mit Lehmziegeln auszumauern, was ja ok und auch bezahlbar ist, aber wie gehts dann weiter?
denke über eine anschließende 16cm Schicht Holzfaserplatten oder Flachsmatten nach mit anschließender Dampfsperre und Holzverkleidung innen. Bisher waren leider keine konkreten Aussagen über die Verwendung von Dampfsperren zu finden. von einer Durchlüftung zwischen Wand und Dämmung bin ich aufgrund des Aufwands nicht begeistert.
Deshalb habe ich Befürchtung, dass die Dämmung von Außen feucht werden könnte und dann die Isolierwirkung nachlässt, von Schimmel und Fäule am Holz ganz zu schweigen.
Fals mir jemand einen Rat geben kann, der über Lehmputz o. ä. hinaus geht, währe ich sehr froh. In der Fülle der Pro- und Contra-Aussagen zu vielen Produkten und Möglichkeiten wird man im Forum erschlagen.

Danke im Voraus

Torsten



keine Dampfsperre



Hallo Torsten,

ganz knapp: KEINE Dampfsperre.
Wollte ich auch machen, man hat mich aber inzwischen eines besseren belehrt. Ich bin nach vielem hin und her doch wieder beim guten alten Lehm angekommen. Wenn Du Info zu Dämmung bei Fachwerkhäusern benötigst, dann frag doch mal bei Pavatex nach. Da kannst Du umsonst ein "Info-Mäppli" anfordern. Das "Mäppli" wird sich als großer Leitz-Ordner entpuppen und enthält so ziemlich alle Infos die Du brauchst. Bei mir ist es an den Preisen gescheitert, evtl. ist ja Deine Portokasse etwas besser gefüllt.
Wünsche Dir noch viel Spaß!

Ach ja, lass die Finger von den Aufbauvorschlägen von Rockwool & Co, Material ist zwar nicht schlecht, ich würde aber dennoch einen anderen Aufbau bevorzugen (siehe Pavatex Mäppli)

Bis denn
Gruß
Stephan



Innendämmungen aus Lehmbaustoffen



Guten Tag Torsten Gudescheit
wie Stefan schon geschrieben hatt würde ich auch keinen dampfsperre einbauen und die Infomappe von Pavatex ist sehr gut
eine Berechnung der Wärmedämmung kann über Pavatex oder aber auch über Claytec erfolgen
mein Vorschlag für den Aufbau der Wand von außen nach innen gesehen

1. Kalkputz als Außenputz
2. Lehmsteine als Leichtlehmsteinen 700 Kilo pro Kubikmeter von der Firma Claytec
3. Ausgleichschicht mit Lehm Grundputz
4. Pavatex Platte 6/8 oder 10 Zentimeter dick
5. Vorputz Lehmputz
6. Entputz Lehmputz oder farbliche Gestaltung

Die genaue Ausführung kann man im Internet unter www.Claytec.com nachlesen bzw. dort kann man auch sich Arbeitsblätter über Putzarbeiten herunterladen

Nachteil der Innendämmungen
Trocknungszeiten beachten pro Millimeter Schichtdicke einen Tag Trocknungszeit das heißt bei einem Wandaufbau von 15 Zentimetern ca. 150 Tage Trocknungszeit
Platzverlust durch Innendämmungen bei der Baustoffe innen eingebaut werden werden die Zimmer bzw. Räume kleiner

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Unger Diffutherm



Siehe mal unter www.unger-diffutherm.de nach. Dort findest du in einer Arbeitsanleitung (pdf) erprobte Beispiele für Innendämmungen. Die Firma arbeitet eng mit Pavatex zusammen, die Beratung per Anruf erfolgt nach meiner Erfahrung sofort, kompetent und persönlich, mehrfach wurde wegen details zurückgerufen, wobei mit Tricks und Kniffen nicht gespart, jedoch auf Ungereimtheiten auch hingewiesen wird.

Pavatex hat uns bei gleichen Anfragen telefonisch nur auf dass "mäpli" verwiesen.

Wir haben uns am Ende für Unger und gegen Direktlieferung von Pavatex entschieden, obwohl ein Teil des Wandaufbaues Pavatex-Material war.

Gruß Eckard



Vielen Dank für die kompetenten Antworten...



Ihre Vorschläge gefallen mir sehr gut. Wenn ich richtig verstanden habe, kommt es also darauf an, dass die Feuchtigkeit ungehindert durchdiffundieren kann, ohne irgendwo behindert zu werden (keine Dampfsperre) und die Materialien die Feuchtigkeit puffern können. Klingt logisch.
Sie empfehlen Pavatex. Habe mir die Seite angesehen un die Produkte sind sicher erstklassig, aber leider auch entsprechend teuer.
Statt der Pavatex-Platten würde ich evtl eine Ständerkonstruktion mit doppellagigen Flachs- oder Thermohanfmatten (2x 60mm Stoßüberdeckend)vorziehen und diese dann innen mit Holzpanelen bekleiden.
Als ich mir die Preise für Lehmputz angesehen habe, wurde mir ganz übel.
Währe mein o.g. Vorschlag ebenfalls möglich oder spricht etwas dagegen?
Da ich das Aussehen von Außen erhalten möchte, muss ich leider den Raumverlust durch eine Innendämmung in Kauf nehmen.

Über weitere kompetente Antworten wie bisher würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank.

Torsten Gudescheit



bei reinem Hanf braucht man keine Dampfbremse



Ich würde auch auf eine Dampfbremse verzichten und den Diffusionswiderstand konstruktiv lösen. Zudem empfehle ich eine Hanffaser-Dämmung. Die kann unproblematiscvh direkt an das Fachwerk gestopft werden, ohne dass Grenzflächenfeuchte zwischen Gefach-Balken und Hanffaser-Dämmung zu befürchten ist, ausserdem sind die Forderungen an den innenseitigen Diffusionswiderstand geringer.