Wie Dämme ich Fachwerk und Dach im alten Bahnhof am besten?

03.02.2010



Von einem Sanierungsexperten, der auch im Denkmalbeirat vertreten ist und sich auf Fachwerkdämmung spezialisiert hat, bekam ich den Vorschlag einer Dämmung mit ca 6 cm dicken Lehmziegeln. Diese werden von innen wie eine zweite Mauer angebracht. Leider ist diese Mäßnahme sehr teuer und mit einem enormen Aufwand verbunden. Nun bin ich auf der Suche, nach einer einfacheren und billigeren Variante. Dabei kommt es mir nicht unbedingt auf einen enorm hohen Dämmwert an. Wichtiger ist mir, dass durch die Maßnahme keine Schädigungen am Balkenwerk entstehen, da ich schon öfter gehört habe, dass durch falsche Dämmung Feuchtigkeit zum Problem werden könnte. Außerdem erwäge ich eine Wandheizung zu integrieren. Ganz wichtig ist, dass ich nur von innen dämmen darf.



da



wird es wohl schwer werden, denn das Gute ist nicht billig.
Wenn Du an Ständerwände mit GK denkst - schwierig auszuführen und durch die Decke zu führen ! Mal selber im Forum nach der Antwort suchen oder einen Preiswunsch nennen.
Altes Sprichwort: Man kann es sich nicht leisten, billig zu bauen.
Das soll aber nicht heißen, daß es k e i n e Alternativen gibt. Aber Der Experte wird auch seine Gründehaben, dies zu empfehlen. Hat er keine Alternativen genannt (auf Anfrage) ?





Hallo,

Soll/ muss von außen oder von innen gedämmt werden? Wie dick ist das (Ziegel) Mauerwerk?

Grüße aus Schönebeck



So wie das beschrieben ist ...



... sind die Lehmziegel gar keine schlechte Lösung. Gerade dann, wenn eh noch eine Wandheizung geplant ist.

Alles was sorpitv, kapillar, sinniges Verhältnis von Masse und Dämmverhalten und im Blick auf die Wanheizung verarbeitbar ist, wird preislich wenigstens dort landen, wo Du mit der Lehmziegellösung auch bist.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



6 cm Lehmziegel sind



natürlich keine Dämmung. Sie verbessern allerdings die Wand nicht unerheblich. Die Grenzwerte der EnEv erreicht man damit allerdings voraussichtlich nicht. Mit einer 40 oder 60 mm Holzweichfaserplatte Pavadentro wäre dies aber möglich. Andernfalls muss man eine Ausnahmegenehmigung einholen. Ob diese auf Grund des Denkmalschutzes erteilt wird, wenn es dämmtechnisch auch Lösungen gibt, die die Grenzwerte einhalten können, kann ich nicht beurteilen. (die Bemerkungen gelten für Schlagregenbeanspruchungsgruppe I)



Innendämmung mit Holz und Lehm



Hallo Bahnwart!

Das neue Pavadentro-System von Claytec könnte interessant für Sie sein: Holzfaserdämmplatten mit Lehm geklebt und überspachtelt. Auf dem Bild sehen Sie das Muster eines kompletten Wandaufbaus.
Da Sie nicht allzu weit von uns entfernt wohnen: besuchen Sie doch mal unsere Ausstellung. Hier können Sie das Muster "in echt" sehen und finden vielleicht noch den passenden Putz oder Anstrich für die Dämmung.
Wir nehmen uns natürlich auch gerne Zeit um Sie zu Ihrem Bauvorhaben ausführlich zu beraten!

Viele Grüße



Evtl. gehen die Beiträge an der Frage vorbei....



"Leider ist diese Maßnahme sehr teuer und mit einem enormen Aufwand verbunden. Nun bin ich auf der Suche, nach einer einfacheren und billigeren Variante."

Wir wissen ja noch nicht, welche Lehmziegel der Sanierungsexperte da genannt hat. Vermutlich werden sie einen deutlichen Leichtzuschlag haben.

@Fred Heim und
@Gerold Sparwasser

Könnt Ihr tatsächlich beantworten, dass das Pavadentro-System günstiger sein wird und weniger aufwändig als ein Lehmziegel?

Denn der Bahnwart sucht eine einfachere und billigere Variante und der Dämmwert ist ihm nicht wichtig.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





@Frank

Erstmal sucht er doch Ideen, Preise kann er sicher selbst vergleichen.

Grüße aus Schönebeck



@Frank Lipfert



die Preise wird er tatsächlich selber ermittel müssen. Wenn von Lehmsteinen die Rede ist, gehe ich davon aus, dass die Rohdichte nicht wesentlich unter 400 kg/m³ liegen kann. Sonst ist nachher kein Lehm mehr in den Steinen. Dann liegt der Dämmwert nach Tabelle bei 0,12 W/mK und dann handelt es sich eigentlich nicht mehr um einen Dämmstoff. Zur Rohdichte melden sich vielleicht dann noch die Lehmbauer.
.
Und der Bahnwart hat zwar gesagt, dass es ihm nicht auf einen enorm hohen Dämmwert ankommt, aber das Ergebnis bei 40 mm Pavadentro kann man nun wirklich nicht als enorm hohen Dämmwert einstufen, und ein paar Regeln an die man sich halten muss gibt es doch auch noch. In der neuen EnEV sogar explizit für Fachwerkwände.
.
Damit's nicht noch mal diskutiert werden muss: Auch die Möglichkeit einer Befreiung habe ich genannt.



mein Vorschlag:



Holzunterkonstruktion in der gewünschten Dämmstärke anbringen, Hereklitplatten als verlorene Schalung von unten aufgebaut davor, den entstehenden Zwischenraum mit einer Lehm - Blähtonmischung gefüllt ( schön formschlüssig ) und anschließend mit einem 2 cm Lehmputz veredelt...untadelig...

Es gibt preiswertere und kostenaufwendigere Lösungen, je nach dem, wieviel Arbeitsaufwand Du aufbringen möchtest.

Gruß...J.



Pavadentro



Vielleicht gibt es günstigere Alternativen als das Pavadentro-System. Vom Arbeitsaufwand her wird es allerdings mit weniger Mühe und Aufwand verbunden sein als andere Varianten der Innendämmung. Auch eine Wandheizung lässt sich auf den Dämmplatten sehr einfach montieren.
Wenn Sie, Bahnwart, uns die genaue zu dämmende Fläche nennen kann ich Ihnen die Kosten für eine Pavadentro-Dämmung ermitteln.

Viele Grüße

Marc K.



Danke erst mal für die vielen Antworten.....



Ich habe momentan die Fensterbauer (Schreiner) im Haus, die mir meine neuen Fenster einbauen.Die meinten auch, dass Holfaserplatten O.K. wären.
Habe aber auch noch mal den Sanierungsprofi gesprochen, der meinte es würde sich durch diese Platten Kondenswasser bilden!
Kann man diese Behauptung so stehen lassen? So langsam werde ich nämlich das Gefühl auch nicht los, dass der Profi nur mein bestes will (mein Geld!)
Nun bin ich aber auch sehr verunsichert, was letztendlich mein Vorhaben nicht gerade fördert.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die Fächer (Gefache?) mit weissen Kalksandsteinen gemauert sind.



Wer ist denn der



Sanierungsprofi? Und was hat er gelernt? Wer ist denn auf die Idee gekommen die Gefache in KS auszuführen?
Wenn er (der Sanierungsprofi) die Entstehung von Kondensat bei einer Innendämmung ohne Dampfsperre spricht, hat er jedenfalls recht. Dass heißt aber noch nicht, dass die Konstruktion deshalb nicht funktioniert. Wichtig ist, dass das Kondensat innerhalb einer angemessenen Zeit austrocknen kann. Für diesen Nachweis muss man aufwändige Berechnungen durchführen, die ohne teure berechnungsprogramme nicht ausgeführt werden können. Also rate ich ihnen sich mit der herstellerfirma der Dämmplatten in Verbindung zu setzen und nachzufragen, ob sie ihrem Planer eine Berechnung vorlegen können, die diesen überzeugen kann.