Dämmung oberste Geschossdecke

04.01.2021 Pi74MM

Dämmung oberste Geschossdecke

Hallo Zusammen,

bin Altbauneubesitzer ;) (ehem.Bauernhaus BJ n.bek aber sicher vor 1900, Ziegelbau) und habe mich in den letzten Wochen ein wenig bei euch umgesehen, wirklich beeindruckend was hier an Wissen "herumschwirrt".

Vor dem Einzug ist noch ein bisschen was zu tun. U.a. wird wegen aufsteigender Feuchtgigkeit eine Horizontalsperre angefertigt, die Fassade saniert (hinterlüftete Vorhangfassade mit Dämmung und Holzverschalung), 2 neu Bäder verbaut und so einiges an Innenausbau durchgeführt.

Nun zum aktuellen Projekt: Dämmung der oberen Geschossdecke. Das Dach selbst ist gänzlich unausgebaut. Lediglich Balken, Lattung und Ziegel.
Der ehemalige Mieter des Hauses hat schon einiges an Renovierungs- und Sanierungsarbeit geleistet. So zB wurden etwa die Hälfte des Dachbodens sowie die darunter befindlichen Zimmerdecken neu gemacht. Wir gehen davon aus, dass dies (von unten nach oben) mit folgendem Aufbau getan wurde.
- Rigipsdecke
- Dampfsperre (nicht ganz sicher, da im Gegensatz zur Dämmwolle nirgendwo Folie zu sehen ist)
- ISOVER ZKF 1-035 160 mm
- Lattung
- Bicopal Verlegeplatte V100 19mm
Ein Bild davon seht ihr unten.
Nun zur ersten Frage: Passt das so ? Was wäre, wenn KEINE Dampfsperre verbaut wurde.
Der Rest des DB soll analog weiter ausgebaut werden. Wie man auf dem Bild sieht, ist hier noch der alte Ausbau mit Dielen, Dämmung (Wolle, Mäuse und vieles andere) sowie PARTIELL auch eine Dampfsperre direkt auf der Holzdecke vorhanden. Die Frage nach dem Dämmaterial hat sich erübrigt, da man freundlicherweise noch jede Menge des o.g. ZKF überlassen hat. Die Gretchenfrage für mich ist: Dampfsperre ja oder nein ? Die Holzdecken sind trocken, das was man Dämmung nennen kann würde ich jetzt auch mal als trocken bezeichnen.
Im entkernten Bad hat man seinerzeit bspw. keine DS angebracht. Dort kam nach dem Rückbau der Holzdecke nur eine folierte Wolle direkt unter den Dielen des DBs zum Vorschein. Die Außenwand war mit Styropor verklebt und darauf wurden Rigips und Fliesen angebracht. Das Ergebnis sieht man auf dem Bild "Bad" . Die Holzdecke war übrigens komplett trocken, die DG-Dielen im Bereich der Außenmauer sind zT ebenfalls schimmelig. Ich mutmaße daher mal, dass dies mit der Kältebrücke zur Außenwand des DGs in Zusammenhang steht ?!
Wäre super bei Gelegenheit mal ei Feedback zu den genannten Punkten zu bekommen. Wenn das ein oder andere unklar/unlogisch/schmarren sein sollte, immer drauf ;)

Danke+LG

Stefan



Bild vom "alten" Teil des DBs


Bild vom

...



Innenleben mit Folie


Innenleben mit Folie

...



Bad


Bad

...



meiner Meinung nach ein kritischer Aufbau



den ich in meinem Haus so nicht umsetzen würde. Wenn nicht klar ist, ob eine Dampfbremse auf der warmen Seite der Dämmung verbaut ist, besteht die Gefahr, dass sich Kondensat an der kalten Unterseite der V100 bildet und die Mineralwolle auffeuchtet. Ohne jetzt zu wissen, wie diffusionoffen die V 100 ist, würde ich jetzt so nicht weiter machen.



Danke



für dein Feedback. Der weitere Weg ist klar:
Dielen weg. Unrat/alte Dämmung raus. Dampfbremse verlegen. Aufdämmern, Verlegeplatten rein. Naja und dann wohl mal ein Stück von der neu gemachten Fläche öffnen und schauen, wie und was darunter verarbeitet wurde.
Glaubst du der Schimmel an der Aissenwand oben im Bad ist eine Folge der unzureichenden Dämmung des Dachbodens ? Befindet sich auf der noch nicht bearbeiteten Seite !!!



Schimmel im Bad



Schimmelsporen sind ja grundsätzlich überall und brauchen zur Pilzwerdung Feuchtigkeit und nährstoffreichen Untergrund. Ob da in der Ecke ein Kondenstionspunkt war/ ist läßt sich schlußendlich nur vor Ort entscheiden. Wenn dort Kälte von der Decke kommt und gleichzeitig die Wand kalt ist ( wie ist denn der Wandaufbau) kann das zu Schimmel führen, auch weil Styropor schimmelfreundlich ist. Zudem spielt die Belüftungsmöglichkeit zur Senkung der Raumfeuchte nach der Badnutzung eine Rolle und natürlich auch, ob dann wirklich auch gelüftet wurde. Das ist häufig nicht der Fall.
Als Dampfbremse empfehle ich eine variable Dampfbremse, weil dann im Sommer, wenn dort oben 50 Grad sind, eine Rücktrocknung nach unten stattfinden kann. Wie ist die Decke im Geschoß darunter ausgeführt?
Übrigens würde ich versuchen die Mineralwolle zu verkaufen und statt dessen flexible Holzfaserdämmung verwenden, einmal wegen der besseren Fähigkeit Feuchte auch über Kapillarprozesse zu transportieren, andererseits weil sie einen besseren sommerlichen Hitzeschutz gewährleistet.
Das die Dampfbremse vor allem an den Bauteilanschlüssen- und Durchführungen sauber und großzügig verklebt werden muss, versteht sich von selbst.



Danke



„Wenn dort Kälte von der Decke kommt und gleichzeitig die Wand kalt ist ( wie ist denn der Wandaufbau) kann das zu Schimmel führen, auch weil Styropor schimmelfreundlich ist.“

Wir dämmen den Dachboden und werden gleiches mit einer VHF von außen durchführen und werden die beiden Bauteile zusammenführen sodass diese Kältebrücke geschlossen sein sollte.

Im Moment ist eine Holzdecke verbaut. Wir beabsichtigen darauf Rigips zu schrauben, da die Holzdecke nicht so wirklich unseren Geschmack trifft.