Dämmung des Dachbodens

01.08.2008



Hallo,

ich möchte gerne den Fußboden meines Dachbodens dämmen.
Der Aufbau des Bodens ist von "unten":
-Lehmputz
-Balken mit Lehmfüllung
-alte Fußbodenbretter

mir wurde nun geraten auf den Boden eine Folie aufzubringen,darauf eine Lattung und die Zwischenräume mit Glaswolle gefüllt,darauf eine Konterlattung und schließlich OSB.

Ich würde gerne Eure Meinung zu diesem Aufbau hören, da mir das mit der Folie nicht geheuer ist. (Atmung)

Im voraus vielen Dank



Glaswolle unbedingt vermeiden!



Von Glas-/Mineralwolle würde ich an Ihrer Stelle absehen. Diese ist zwar in der Anschaffung vergleichsweise günstig, aber evtl. Folgen für die Gesundheit der Hausbewohner und auch die Folgekosten bei einer anstehenden Entsorgung sollten nicht außer acht gelassen werden. Oder wollen Sie sich freiwillig Sondermüll in Ihr Haus holen?

Statt dessen käme vielleicht Flachs oder Hanf in Frage.

Gruß
Achim Hecke



Naja,



Glas- oder Mineralwolle als Sondermüll zu bezeichnen, ist wohl übertrieben, auch die Gesundheitsgefährdung bei den derzeitigen Produkten ist nicht mehr gegeben.
Nichtsdestotrotz ist sie in diesem Fall ungeeignet, denn die erforderliche Dampfsperre würde bei dem beschriebenen Aufbau direkt auf den alten Brettern aufliegen. Das an diesem Punkt anfallende Kondenswasser würde bald zu schäden führen. Besser einen Diffusionsoffenen Aufbau mit z.B. Hanf, Flachs oder Holzweichfaser und ohne Folie.
MfG
dasMaurer





Hallo,

über den Unsinn mit der Folie haben meine Vorschreiber ja schon passendes geschrieben.
Sollten Sie außerdem Wert auf Schallschutz legen, packen Sie die Lagerhölzer auf die erste Lage Dämmstoff (> 25 mm).

Grüße





Hallo an alle...

erstmal Danke für die schnellen Antworten.
Leider sind mir nicht alle Antworten klar.

zu Herrn Hecke:

Soweit mir bekannt ist wird Glaswolle aus Altglas,Sand,Kalkstein und Bindemittel hergestellt.
Was ist davon schädlich?

zu Herrn Warnecke / Beckmann:

Kondenswasser bildet sich doch am "Taupunkt".Dieser liegt jedoch in der Dämmung.Ohne Folie würde dann die Feuchte Dämmung auf den Holzbrettern liegen welches mit Sicherheit zur Fäulnis der Bretter führen würde.

Gruß



Der Taupunkt



ist abhängig von den Temperaturen und dem Feuchtegehalt der Luft und muss nicht in der Dämmung liegen. Wenn die Feuchtigkeit sich aber vor der Dampfsperre staut, wird genau dort Kondenswasser anfallen.
MfG
dasMaurer



Taupunkt



Da der Durchgangswiderstand von naturbelassenen Brettern gering ist und diese auch Feuchte transportieren können (von unten nach oben z.B.)ist die Gefahr gering. Sie geht gegen Null, wenn die Bretter unterlüftet sind, wie Sie es ja wohl vorhaben, sonst hätten Sie auch einen schwimmenden Estrich anordnen können.
Die von Ulrich Warnecke vorgeschlagenen Naturfasern würden auch aus dem Grund der Tauwasservermeidung gut zu dieser Konstruktion passen.
Vermeiden Sie aber bitte OSB oder noch dichteres Material (FSH oder beschichtete LKW-Bodenplatten).

Grüße vom Niederrhein



Ähm, warum dämmen



Ich habe einen ähnlichen Deckenaufbau. Die Empfehlung mit der Folie und der Mineralwolle würde ich komplett sein lassen. Ob das modert oder nicht, spielt keine Rolle. Ich denke mehr: wozu die Arbeit und das viele Geld ausgeben und warum so kompliziert ? Machen Sie doch keine Experimente Herr Schubert. Denn eine Garantie für Energie-Ersparnis kann Ihnen keiner geben.

Mein Rat:
Erstmal prüfen wie die Lehmfüllung ausschaut. Falls eine recht dünne Lehmschicht besteht, könnte man, falls die Statik es erlaubt, die Lehmfüllung erweitern und durch Gleiches ergänzen. Hierfür würde ich einen Lehmspezialisten zu Rate ziehen. Oder/Und die Speichermasse durch weitere unbehandelte Echtholzbohlen oder dicken Rauhspund erweitern. Also nicht mit Fremdstoffen herumexperementieren, sondern auf Bewährtes zugreifen.
All das spart dann eine Menge Geld, eine menge Ärger und Sie haben eine perfekte Isolation im Winter als auch im Sommer für Jahrzehnte und noch mehr. Einfach, Gesund und vor Feuchtigkeit/Taupunkt brauchen Sie keine Angst mehr zu haben.

Beruhigter können Sie in Ihrem Hause nicht schlafen.

Gruß
Alexander Zima



Schauen Sie einmal nach, worunter KMF (Glas-/Mineralwolle & Co.) bei Ihrem



regionalen Entsorgungsfachbetrieb geführt werden.

Dort ist durchweg und ganz deutlich von Gefahrstoffen bzw. Sondermüll die Rede und diese Einstufung erfolgt sicher nicht aus Spaß an der Freude. Es wird übrigens auch nicht unterschieden, ob diese Fasern aus neuerer Herstellung (also nach 1996) stammen. Es dürfte sich also um alles andere als Übertreibung handeln.

Glas- und Mineralwollen bei Produktionen bis 1996 stehen persé im Verdacht krebserregend zu sein, das hat eine Arbeitsgruppe des Bundesumweltministeriums herausgefunden. und auch bei den "neuen" Produkten der KMF-Lobby ist nicht gewiß, ob sich das geändert hat. Die Lobby freilich beteuert grundsätzlich Unbedenklichkeit. Allerdings sollten einem alleine schon die von der Lobby verhängten Maulkörbe zu denken geben.

Ich zitiere einmal die Einstufung der Abfallwirtschaftsbetriebe München. Hier heißt es unter Mineralwolle: "....... . Diese Produkte enthalten unter Umständen einen kleinen Anteil lungengängiger Fasern, die mit bloßem Auge nicht wahrnehmbar sind. In Tierversuchen haben sich diese Fasern als krebserzeugend herausgestellt. Verwenden Sie deshalb auf jeden Fall eine Feinstaubfilter-Gesichtsmaske, wenn Sie mit diesen Materialien hantieren."

Als Ratschlag wird noch gegeben, sich nach Möglichkeit anderen Materialien zuzuwenden.

KMF (künstliche Mineralfasern) sollen nach meinen Informationen auch diverse Allergien (insbesondere Asthma) auslösen können.

Dazu gebe ich gerne noch meine eigenen Erfahrungen weiter:

Wir haben in den letzten eineinhalb Jahren Unmengen an Glaswolle aus unserem Haus entfernt. Diese "Dämmung" war über dreißig Jahre alt. Durch die Alterung extrem brüchig geworden und deshalb staubte es auch irrsinnig, sobald man die Bahnen nur schräg angesehen hat. Kurz gesagt, die faserigen Stäube/Ausbrüche haben sich im Laufe der Zeit fein säuberlich überall im Haus verteilt. Es ist eine sehr mühselige und nicht ungefährliche Arbeit, den Kram wieder los zu werden. Von den Kosten der Entsorgung einmal abgesehen, muß die alte Wolle zusätzlich arbeitsintensiv noch in Müllsäcke verpackt werden, welche luftdicht zu verschließen sind. Der "Entsorger" läßt Ihnen den ganzen Absetzkipper stehen, wenn er nur ein einziges Löchlein in den Säcken entdeckt. Augenreizungen bei der Verarbeitung aufgrund der Bindemittel sind die Regel und das typische Jucken an den Hautstellen, die mit dem Zeug in Berührung kommen, dürften noch die harmlosesten Probleme sein.
Bei allen Beteuerungen, die man sonst noch zu hören bekommt, (z. B. "Bei fachgerechtem Einbau der Dämmung ist das alles gar kein Problem!") sollten Sie immer bedenken, es kommt der Tag, an dem wird die Dämmung altersbedingte Schwachpunkte aufweisen, da kann sie noch so gut abgeriegelt sein. So werden Sie oder Ihre Nachfahren, spätestens bei einer späteren Sanierung etc. die Zeche zahlen und den Hersteller kümmert das dann herzlich wenig.

Es gibt wahrlich bessere Alternativen und die wurden durch die anderen Beitragverfasser sehr gut dargestellt.

Letztlich muß freilich jeder selbst wissen, was er tut.

Viele Grüße
Achim Hecke



Lieber Herr Hecke,



diese Nachricht ist so was von interessant. Auch ich bin dabei alte Dämmung auszubauen. Auch diese zerfällt teils regelrecht zu Staub beim ausbauen. Die Dämmung ist nicht nur porös sondern regelrecht Schwarz.

Vielen Dank für diese einmalige und sehr informativen Bericht.

Gruß

Alexander Zima