Welches Dämm-Material ?

20.02.2012



Hallo,

bin seit kurzem stolze Besitzerin einer 50 Jahre alten DHH in Norddeutschland. Die ziemlich mitgenommenen Fassade soll gedämmt werden, weiß aber nicht so recht, welches Material ich nehmen soll. Zur Auswahl stehen Hanf, Holzfaser, Zellulose, Holzwolle. Soweit ich das verstanden habe, können alle Materialien als Schüttung zwischen dem zu dämmenden Mauerwerk und dem Putzträger eingebracht werden.
Was ist davon zu halten, insbesondere im Hinblick auf Durchfeuchtung ? Welchem Material würdet ihr den Vorzug geben ?
Das zu dämmende Mauerwerk (Hohllochziegel ist verputzt zweischalig, insgesamt 30 cm stark mit einer schmalen Stoßfuge/Luftschicht von 1-1,5 cm zwischen den Lagen.

Freue mich über Antwort

Gruß
Renate



Diffusionsoffene Konstruktion..



würd ich empfehlen , ist ja hier mein Dauermantra ..
Gute Erfahrungen machen wir seit Langem zB. mit Zellulosedämmung in (Kant)Holzaufbau , außen Weichfaserplatte
als Putzträger ( DoserDHD o.ä.)und eben Putz , wenn dann gewollt .
Gruß aus Minden
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www.fensterecke-minden.de



Feuchtigkeitsprobleme ?



Vielen Dank für die Antwort.Wahrscheinlich haben sie oben gestellte Frage schon oft gestellt bekommen. Stelle sie trotzdem noch mal etwas genauer und hoffe, es gibt Antwort:
Da es sich ja um weiches Material handelt, stelle ich mir als (Unwissender) vor, dass es möglich ist, dass das Material durchnässt, wenn nicht es nicht sehr sorgfältig vor Nässe (Schlagregen) geschützt wird. Dieser Schutz müsste Jahrzehnte halten ? Können Sie dafür eine Garantie, sagen wir von 15 Jahren, geben ?

Schönen abend noch

Renate



Weichfaserplatten ..



..sind wasserabweisend parafiniert ( zumindest bei diesem Hersteller ) .Gäbe aber auc die Möglichkeit von Holzschalung als Wetterschutz , auch in Teilbereichen wie exponierten Bereichen .

Gruß aus Minden
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www.fensterecke-minden.de

Ps. 15 Jahre Garantie - wenn ich im Gegenzug die Garantie für 15 weitere Jahre ( Erdenzeit ) kriege ;-)



Ps .Anmelden hier , kost nix ! Und macht Freu(n)de !



Anmelden hier , kost nix ! Und macht Freu(n)de !

Gruß aus Minden
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www.fensterecke-minden.de



Das wär's gewesen !



Hallo Herr Kube,

erst einmal freue ich mich darüber, dass sie sich noch mal gemeldet haben. Ich weiß, die Erwartung einer 15jährigen Garantie ist wohl zu hoch gegriffen. Schön wär's ja gewesen, wenn es so etwas bei Ihnen oder anderen geben würde.
Andererseits:
Wenn ich viele tausend Euro für Dämmung ausgebe, möchte ich sicher sein, dass sie nach 20..30 Jahren unter den üblichen Gegebenheiten (Anstriche/Ausbesserungen wie bei Putzfassaden üblich)noch einwandfrei funktioniert, d.h. dämmt, weil alles trocken ist und weil keine Materialermüdungen aufgetreten sind. Alles andere kann ich mir leider nicht leisten. Gibt's dafür Referenzen ?

Gruß Renate





... damit nähern wir uns der Kernfrage nach der Sinnhaftigkeit einer außenliegenden Dämmlage überhaupt.

Die von Herrn Kube vorgeschlagene hinterlüftete Holzverschalung kann eine Dämmlage vor Schlagregen schützen und ermöglicht das Ausdiffundieren von in die Dämmlage eingetretener Feuchte.

Um genaueres sagen zu können müsste man den genauen Wandaufbau kennen und vor allem wissen, ob die äußere Klinkerschale hinterlüftet ist.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer





Wenn die Klinkeraußenschale ausreichend hinterlüftet ist wird derzeit Kondensationsfeuchte abtransportiert, wobei eine Schichtdicke von 10-15mm sehr gering erscheint.
Wird diese Konstruktion von außen gedämmt hat dies vermutlich kaum einen wirklichen Effekt, da Außenluft hinter die Dämmung gerät.

Ist hingegen die äußere Schale nicht hinterlüftet kann es derzeit zur Kondensation auf der Innenseite der Außenschale kommen. Wenn hier eine Außendämmung – mit hinterlüfteten Schlagregenschutz – angebracht wird, kann dies tatsächlich zu einer Verbesserung der Situation führen.
Dies muss man allerdings einmal sehr genau durchrechnen und auch im Auge behalten, wie die äußere Schale mit der Inneren verbunden ist und ob diese den zusätzliche Lasteintrag der hinterlüfteten Konstruktion verkraften kann.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Also ..



üblicherweise haben wir gegenüber Privatleuten eine Gewährleisutng von 5 Jahren auf handwerkliche Arbeiten , anständige Hersteller geben ähnliche Produktgarantien .
In der Zeit sollten sich wesentliche Mängel herausstellen . Dauerhafte ( für immer ) Wartungsfreiheit kann aber nicht gegeben sein ! Aber bei guter Pflege wird es lange halten .

In dieser Zeit ist das neue Auto schon paar Mal gewerkstattet und ersatzteilt , ebenso die Waschmaschine oder , ha, der Computer ppp.



schönsten Gruß
Jürgen Kube
FensterEcke Brüggemann + Kube ZiMMEREi
www.fensterecke-minden.de

Ps. und "mitgenommen" aussehen tut die Fassade ja auch nicht von allein - oder gerade drum , weil nicht gekümmert ?!



Putzoberfläche:



bemerkt habe ich in den letzten Jahren, daß dünnlagige Putze sehr schnell veralgen auf einer Dämmung, diese erscheinen dann grün oder schwarz-schlierig. verstärkt wird dies dann noch durch die ohnehin als "Kratzspachtelung" ausgeführte Armierungsschicht, da Handwerker den Auftrag nur kriegen - wenn sie preiswert sind. Da wird dann auch am Material gespart. Ich habe meine Fassade WDVS mit einem Dickputz (Sachware) auf einer extra starken Armierungsschicht (etwa 3 cm in Summe) treten solche Erscheinungen (mehr grün) nur an exponiert vorstehenden Stellen auf. Aber diese fassade steht nun schon seit 2004! Ich denke mal, nach 10 Jahren ist ein Anstrich gerechtfertigt - wäre aber noch nicht notwendig, da man das auch als natürliche Alterung ansehen kann. Bilder dazu in meiner Mappe !



keine Dämmung wegen Stoßfuge ?



Hallo Herr Kornmayer,
vielen Dank für den Hinweis auf die Hinterlüftung und die Sinnhaftigkeit der Dämmung. Bei der Wand handelt es sich um zwei dünne Schichten Hohlochziegel, die außen verputzt ist.

Bei der beschriebenen Luftschicht von 1,5cm zwischen den beiden Lagen scheint es sich eher um eine "Stoßfuge" zu handeln (hoffe, ich habe den richtigen Begriff gewählt).D.h. da stoßen die Ziegel aus der vorderen Lagen schon mal an die hintere Lage. Teilweise liegen Mörtelreste in der Fuge. Überwiegend scheint es aber Luft zwischen beiden Lagen zu geben (kann das durch ein gestemmtes Loch im Bodenbereich nur ansatzweise erkennen).
Außen gibt's unten am Sockel ein Belüftung nur für die Nordwand. An den anderen Wänden nicht, zumindest habe ich keine entdecken können.

Würde mich freuen, wenn Sie sich hierzu noch einmal äußern würden.

@J.Kube: Sie schreiben:
"und "mitgenommen" aussehen tut die Fassade ja auch nicht von allein - oder gerade drum , weil nicht gekümmert ?!"

Kann ich nicht sagen, weiß nicht, was die Vorbesitzer genau gemacht haben.

"In der Zeit (von 5 Jahren Gewährleistung) sollten sich wesentliche Mängel herausstellen." Hoffnung, Glaube.....

"Dauerhafte ( für immer ) Wartungsfreiheit kann aber nicht gegeben sein !"

Das ist jetzt das andere Extrem: ewige Wartungsfreiheit. Das erwarte ich ja gar nicht. Es ging "nur" um 15 Jahre.

"In dieser Zeit ist das neue Auto schon paar Mal gewerkstattet und ersatzteilt"

Der Vergleich hinkt: Meine DHH ist erstens nicht so schnell, 2. was die Technik der beweglichen, elektronischen Teile betrifft vergleichsweise schlicht. Leider kann ich nicht drin wohnen 3. kann ich z.B. bei Toyota eine Garantie von 10 Jahren bekommen.
Aber ich geb die Hoffnung nicht auf.......

Trotzdem vielen Dank.
Gruß aus OWL

Renate





Hallo Renate,

1,5cm Abstand zwischen den Steinen ist eigentlich zu wenig um es als eine geregelte Lüftungsebene bezeichnen zu können.
Wenn außen gedämmt werden soll, muss verhindert werden, dass kalte Außenluft hinter die Dämmebene gelangen kann, dann könnte man die Dämmung auch gleich weglassen.

Trotzdem scheue ich mich als Ferndiagnose zu sagen, man sollte die Öffnungen schließen; so etwas muss man live & in Farbe gesehen haben und einmal rechnen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Weiß es zu schätzen,



wenn auf Risiken hingewiesen wird. Das gefällt mir an diesem Forum.
@J.Kube: keine Sorge wg. der Rückmeldung zur Garantie. War eher als "anregung" für alle, die das machen, gedacht.

Gruß
Renate



Eher Stoßfuge als Luftschicht



Hallo Herr Kornmayer,
habe mir die Wand noch einmal genau angeschaut und von innen (Dachboden) ein Foto an einer Stelle gemacht, wo ein Abflussrohr verlegt werden musste. In der Mitte des Bildes verläuft die (Luft-)Fuge von oben nach unten. Auf der linken Hälfte sieht man die Wand-Innenschale, rechts die Außenwand.
Die (offene) Fuge ist hier ca. 1cm breit. An anderen Stellen (auch im Kellerbereich) ist zwischen beiden Schalen viel Mörtel vermauert, so dass es für mich so aussieht, als ob hier nicht von einer Luftschicht zwischen den Wänden geprochen werden kann und das meiste an Luftschicht vermörtelt wurde. Wäre schön, wenn Sie sich hierzu noch einmal melden würden und mitteilten, ob das Foto aussagekräftig ist, und wenn ja, ob eine Dämmung Sinn macht.

Vielen Dank für Ihre Mühe und Rat.
Gruß
Renate



als



Maurer kann ich nur vermuten, daß diese Fuge nicht durchgehend ist, je nach menge des aufgetragenen Mörtels quetscht sich die Lager auch nach innen und schließt den Luftspalt. Abfallende Mörtelreste verstopfen diese ebenso.
Normalerweise müsste aber zwischen den beiden Schalen ein Querverbinder sein, den Du wahrscheinlich nicht gleich siehst.
Daß es kein üblicher Verband ist, kann an der Wahl des Steinmaterials liegen (ev. Langlochziegel ?). Bei denen wäre aber eine Befestigung mit Dübel (z.B. Holzverschalung) eher schierig einzuschätzen oder aber jeder Spezialdübel kostet dann richtig Geld.



Fuge nicht durchlässig



Hallo Olaf,
ich denke, das Beispiel und deine Antwort zeigen, dass man sich solche Sachen genau anschauen muss, bevor irgendetwas in Richtung Dämmung unternommen wird. Da kommt schnell eins zum Andern. Hatte heute einen Zimmermann da wegen des Dachüberstandes. Der meinte, den Luftspalt aufzufüllen (Schaum etc.) sei wegen der geringen Hohlräume kaum möglich. Bei dem Stein soll es sich um einen Hohllochziegel handeln.

Bin soweit, dass ich mir die Dämmung abschminke, da die Keller- und Dachbereiche überdies Kaltbereiche sind. Ich hätte dann also einen "Dämmring" für das EG und OG incl. zweier Stufen und Wärmebrücken. Ich denke das bringt's nicht.
Das Angebot meines Baustoffhändlers über die Materialkosten bei Dämmung mit Hanf-/Holzfaser incl. Putz, Farbe beläuft sich auf 71 bzw. 76€. Hinzu kommen noch Arbeitslohn, Gerüstkosten....Kosten für Dachüberstand usw. Da kommen dann schnell 12,13,14 Tausend Euro lediglich für eine Teil-Fassadendämmung zusammen.
Sollte ich hier wider Erwarten falsch liegen, lasst es mich wissen.

Gruß
Renate





Hallo Renate,

das sieht nicht aus wie eine beabsichtigt hergestellte Luftschicht, auch ist sie zum Abtransport von Feuchte etc. zu klein und gewiss durch den Mörtel aus der Bauphase nicht durchgehend.
Rein bauphysikalisch betrachtet würde eine hinterlüftete Außendämmung dem Bauteil nicht schaden, die energetischen Einsparungen sollten aber nicht überbewertet werden.

Ich würde sagen, dass Deine Annahme hinsichtlich Kosten & Nutzen richtig sind.

Je nachdem wo das ist: Bei Bedarf kann ich mir das ansehen, ich bin morgen im Raum Bielefeld unterwegs.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer



Danke für die Bestätigung



Hallo,

ich denke im Prinzip ist das jetzt klar (s.a. Beitrag an Olaf und meine PM an Sie).
Das Einzige, was vielleicht noch ein wenig offen ist, ist die Frage, ob der Austausch eines großen (Flur-)fensters (124x188cm mit Thermopen-Glas von 1986)wg. defekter Scheiben mitten in der Wand mit einer Fläche von ca. 75qm ohne Dämmung ev. wg.Tauwasserverlagerung problematisch sein könnte. Hoffe, dass das nicht der Fall sein wird. Würden Sie das ggf. unter Vorbehalt bestätigen ?

Gruß
Renate



Danke für die Bestätigung



Hallo,

ich denke im Prinzip ist das jetzt klar (s.a. Beitrag an Olaf und meine PM an Sie).
Das Einzige, was vielleicht noch ein wenig offen ist, ist die Frage, ob der Austausch eines großen (Flur-)fensters (124x188cm mit Thermopen-Glas von 1986)wg. defekter Scheiben mitten in der Wand mit einer Fläche von ca. 75qm ohne Dämmung ev. wg. Tauwasser an der Wand problematisch sein könnte. Hoffe, dass das nicht der Fall sein wird. Würden Sie das ggf. unter Vorbehalt bestätigen ?

Gruß
Renate