Keine Innendämmung besser als Glaswolle?

04.09.2006



Hallo nochmal an die Experten in diesem Forum!

Ich habe mich heute den ganzen Morgen durch dieses Forum gelesen.

Nun möchte ich mich nochmal vergewissern, ob ich eure Meinung richtig verstanden habe.

Ist es richtig das ein Lehmputz und Lehmfarbe mit Fußleistenheizung besser ist, als Glas-/Steinwolle und Rigipswände und normale Heizkörper?

Wenn ja, benötige ich um mit Lehmputz über zu putzen noch den Lehmuntergrund?

Das heißt weniger Dämmung ist mehr?

Eine 2. Farbe ist...wo bekomme ich Lehmfarbe und Lehmputz her? Gibt es auch Baumärkte, die diesen Putz führen, oder nur übers Internet?

Viele Grüße
Sandy Hermann



Ja, bei der Fachwerksanierung gilt: weniger ist mehr



Lieber keine Innendämmung als eine falsche (mit Glaswolle+Gipskarton). Eine Fußleistenheizung ist ein energiesparendes Heizsystem mit hohem Strahlungswärmeanteil.
Alternative Konstruktionen mit Lehm-und Naturbaustoffen können Sie z.B. auf unserer homepage: www.texbis.de finden.
Lehmputze haften auf allen festen, mineralischen, homogenen Untergründen. Wir beliefern unsere bundesweite Kundschaft
auch mit LehmFarben und anderen Naturbaustoffen per Spedition.



Das ist ja eine komplexe Fragestellung



Hallo Sandy,

in Deiner Frage geht es ja um eine Fachwerkinnendämmung(?), Lehmputz, Heizungssysteme, Bezugsquellen. Und wie immer gibt es viele Wege... richtig ist in jedem Fall, auf Rigips und Mineralwolle etc. absolut zu verzichten! Das ist "Pfui" ;-)
Wir haben uns für eine Innendämmung mit Schilfrohr und Lehmputz (dick Lehmunterputz, dann Oberputz plus Kalkkasein- oder Lehmfarbe oder Lehm"edel"putz) entschlossen, das Dach wurde mit Flachs und Holzweichfaserplatten gedämmt. Wir sind super zufrieden, alle Anforderungen wurden erfüllt bzw. übertroffen. Zur Fußleistenheizung kann ich (leider) noch keine persönlichen Erfahrungen äußern.
Natürlich gibt es jede Menge Bezugsquellen im Internet, aber auch der eine oder andere Baumarkt mit "Ökonische" bietet diese Baustoffe an, oder eben spezielle "Ökobaumärkte". Hier hilft meist die Händlersuche der Produktanbieter.

Grüße
Stefan



Dämmung



Hallo Sandy,
ich kann da auch nur sagen, lass die Finger weg von Baustoffen die dicht sind.
Habe selber einige Container wegfahren lassen mit allem was Zement, Silikon, Glaswolle, Gips usw. hieß.
Auf der Seite www.claytec.de findest Du Arbeitsblätter zum Thema.
Die Produkte sind leicht zu Verarbeiten und vor allem diffusionsoffen. Bei mir ist der Wandaufbau wie folgt: Leichtlehmstein – Lehmputz – Schilfrohr – Lehmputz – abschließend wird alles mit reinem Kalkputz verputzt. Wichtig ist, bloß keine Farbe zu verwenden (Innen und Außen) die schön dicht ist. Mir standen schon häufiger die Haare zu Berge wenn man sich mit den Sünden der vergangen Jahre rumschlagen muss. (Regips, Zement, Nägel, fehlende Balken.)

Schönen Gruß

Jörg



Vorab ich bin kein Gegner weder von Kalk, noch Lehm, dennoch....



sei die Frage erlaubt, was sollen die Antworten?
Heißt das, jede Art von Dämmung ist negativ?
Oder macht der Lehm die Wand wärmer?
Bei aller Liebe zu Naturbaustoffen kann man doch die Verbesserung einer Dämmung nicht einfach nur auf die "falschen" Putze schieben.
Es sollte doch möglich sein die Dämmung zu verbessern, ohne immer damit zu drohen, dass alles außer Lehm,- und Kalkputz umweltschädlich endet.
Ich kann mit den Begriffen nichts anfangen wie: Gut atmungsfähig: Dampfdurchlässig; Umweltfreundlich usw..
Man muss doch eine genaue Diagnose erstellen und dann auch rechnen, ob an diesem Objekt Maßnahmen durchzuführen sind - ob in einer gewissen Zeit eine Einsparung an Energie möglich ist.
Ich denke, dass die Preise für Energie doch noch sehr stark anziehen werden.
Es gibt übrigens 11 Merkblätter der WTA e.V.
Vom Referat 8 Fachwerkinstandsetzung Z.B. (8-1-03, 8-2-96, 8-3-99, 8-4-00, 8-5-00, 8-6-99, 8-7-98, 8-8-00, 8-9-00, 8-10-02, 8-12-04) und kosten zusammen 54 €.
Die Kurzfassung ist eingestellt unter: http://www.wta.de/Taetigkeitszentren/Merkblaetter/merkblaetter.html#
Diese Informationen sollten den Fachleuten bekannt sein um dann weiter darüber fachlich zu diskutieren.
@ Herr Schillberg, Ihr Argument mit organischen Materialien (z.B. Kork) im Kalkestrich kann ich nachvollziehen, aber gilt dies auch, wie einige Leute schreiben - für alle anderen Verfahren wie z. B. Schilfrohrmatten in den Wänden usw.? Hier habe ich immer noch Sorge, dass sich die Käfer -Schimmel und Co. einnisten. Was meinen Sie - ist zu erwarten in 10-20 Jahren?



@Herrn Bromm



bei einer homogen ausgeführten Innendämmung der Fachwerkaußenwände mit in Lehm flächig eingebetteteten Schilfplatten 1lagig, max. Dicke 5cm habe ich nach 15 jähriger Projekterfahrung bis heute keine Probleme mit Käfern etc. gehabt. Das Seeufer-Schilf, was bei qualitativ straff gebundenen Schilfplatten verwendet wird, hat einen Silikatgehalt von ca 80-85%,weshalb es nahezu als unverrottbar gilt.
Allerdings gibt es von Hersteller zu Hersteller höchst unterschiedliche Qualitätsunterschiede, die hier auf dem deutschen Baumarkt nicht wahrgenommen werden,weil unbekannt: Ich habe schon total vergrautes Schilf,ja sogar Wiesenschilf (was eigentlich nur beim Reetdach angewendet werden darf) in sehr locker gebunden Schilfplatten gesehen. Hier sollte der Naturbaustoffhandel viel mehr auf gute Qualität achten!!
In Schilfanbauländern wie Polen, Ungarn etc. hat man jahrhundertelange Anwendungserfahrungen im Bauwesen sammeln können.Die Kombination mit Schilfwänden + Kalk-oder Lehmputz ist dort ein uralter,bewährter Baustandard.





Guten Morgen,
ich möchte nicht sagen das alles negativ ist, hier sollte jedoch ein wenig auf die Bauphysik geachtet werden. Der Holzschutz (aktiv und passiv) ist hier für mich einer der wichtigsten Punkte. Die Materialien sind nun ja schon einige tausend Jahre auf dem Markt und haben sich bewährt bei dieser Bauart. Wenn es mit „normalen“ Dämmstoffen und „normalen“ Steinen in einem Fachwerkhaus funktionieren würde, würde ich nun nicht etwa 150m² Fachwerk erneuern.
Lehm hat den Vorteil, Feuchtigkeit schnell aufzunehmen und auch wieder schnell abzugeben. Ferner hat er eine konservierende Wirkung auf das Gebälk und ist flexibler als Zement usw.
Es kann ja aber auch jeder wie er es möchte Dämmen. Er sollte sich nur eine Taupunktberechnung von einem Architekten machen lassen, damit er schon mal weis wo die Schäden im Holz entstehen. Ein Kalksandstein mit einem ovalen Loch, schafft es im Jahr ein Schnapsglas Wasser zu sammeln und an die Balken abzugeben.

Klar die Energie wird nicht billiger aber eine Sanierung auch nicht. Der Wärmewertvergleich von Stein zu Lehm ist in den Claytecunterlagen drin. Hierzu möchte ich anmerken, das ein Fachwerkhaus nie Dicht wird bzw. lange bleibt.

Abschließend:
Ihre Hinterfragung finde ich gut.
Ich persönlich bin auch nicht gegen moderne Baustoffe, jedoch alles zu seinem Zweck. Mir geht es hier auch nicht um den Umweltschutz, sondern um den Erhalt meines Hauses.

Schönen Gruß

Jörg



Kalksilikatfaserplatten?



Hallo,

hat einer der Disskutanten Erfahrungen mit Kalksilikatfaserplatten als Innendämmung gemacht? Diffusionsoffen sind sie ja wohl.

Neugierige Grüße

Thomas W. Böhme



Keine Innendämmung besser als Glaswolle ?



Sehr geehrte Frau Hermann,
gerade bei der Fachwerkssanierung sollte man nicht zuviel
dämmen. Egal in welchen Bereichen.
Also kann ich Ihre Fragen nur mit ja beantworten.

Das Matreial können Sie über Ökobaustoffhändler beziehen, oder über uns.

Für wietere Fragen und Anregungen stehen wir Ihnen gerne zur
Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen



Die Gebäudemanger