Lehmdämmung selbst herstellen

17.01.2007 Luminohof



Hallo an alle Mitleser,

ich lese schon seit geraumer Zeit mit großem Interesse die Beiträge im Forum (nicht zuletzt die herrlichen und oft sehr informativen Streitgespräche und Grantlereien) und hätte jetzt mal selbst eine Frage zur Innendämmung einer Fachwerkaußenwand.

Hier scheiden sich ja bekanntlich die Geister und wir hatten uns eigentlich entschieden, Hanfleichtlehmsteine vor die 12-er Wände unseres freigelegten Sichtfachwerks zu setzen. Als wir jedoch zu rechnen begonnen haben und mal eben auf 3300.- Euro (nur für die Steine!) kamen, wurden wir kurzerhand Anhänger der Gar-nicht-dämmen-Fraktion. Da das nun aber doch auch einige anzunehmende Nachteile hat, ist die Dämmfrage inzwischen wieder auf dem Tisch. Was spricht denn nun eigentlich dagegen, sich eine 6-10 cm starke Lehmdämmung wie für die Ausfachungen selbst zu mixen: Lehm aus der alten Grube geholt, gut mit Stroh oder Holzhäcksel untermischt. In Punkto U-Wert und Statik sehe ich kein Problem. Vielleicht ist es doch der Taupunkt, das ist bei Mischungen aber schwer zu berechnen. Und wenn es nicht der Taupunkt ist: Ist denn in den im Handel erhältlichen Lehm/Hanfschäpe-etc.-BigPacks, die ja auch für solche Zwecke gedacht sind, wirklich so etwas Besonderes drin, daß der 100-fache Preis gerechtfertigt ist?

Wir sind dankbar für jede überzeugende Kritik an dieser Idee, denn sonst spukt's ja doch nur im Kopf umher...

Vielen Dank und viele Grüße,

V. Bruckmoser



Fertigwaren



Selbstbaumischungen sind denkbar und möglich, doch sollten dabei stets die wesentlich längeren Trocknungszeiten und auch Herstellungsaufwendungen in Betracht gezogen werden.
Wir vermitteln aus diesen Gründen heraus stets Fertigwaren, um gleichzeitig auch hohe Gewährleistungsansprüche ableiten zu können.
Desweiteren sehr gleichmäßige Produktware und sehr einfache Einbau- und Verarbeitungsweisen.
Selbstbaubetreuungen incl.

Fachliche Grüße
Udo Mühle



Hanf-Holz-Korkleichtlehme können problemlos selbst hergestellt werden.



Entprechende Rezepturen finden Sie in meinem Fachbuch:
Naturbaustoff Lehm, Bauen und Sanieren mit Hanf-Kork-Schilf.
Auch auf unserer homepage www.texbis.de finden Sie einige Rezepturen unter Lehmbausysteme, Verarbeitungsrichtlinien mit Lehmpulver LG1a. Außerdem vermittle ich bei allen Lehmbauseminaren entsprechende Rezepturen. Meist bringen die SelbstbauerInnen Ihren Baustellenlehm zwecks Rezepturerstellung zum Seminar mit.



Persönliche Prioritäten



Ich denke, dass muss jeder abwägen zwischen verfügbarer Zeit, persönliche Fähigkeiten und den Preisen.

Als ich fertigen Kalkputz kaufen wollte, meinte mein Händler, den könne ich mir doch selbst herstellen. Dann hätte ich mir aber Kies, Kalk etc. und evt. einen Mischer irgendwo kaufen müssen. Sicher, ich hätte es schon hinbekommen, aber es hätte noch länger gedauert, da ich praktisch nur Sonnabends etwas schaffe.

Alles in allem war es mir den Mehrpreis wert.

Für Berechnungen würde ich vom schlechtesten Wert ausgehen, um auf der sicheren Seite zu liegen.



Lehmdämmung



Ich finde das eine gute Idee, mehr als 6 cm Dämmung brauchen Sie ja eh nicht, wenn Sie entsprechend heizen.
Um den Taupunkt würde ich mir auch keine Sorgen machen, rechnerisch liegt der vielleicht in der Mauer, praktisch fällt dort aber kein Wasser aus. Man sollte ja immer das Gesamtsystem betrachten, Dampfdruck besser durch Fensterritzen ausgleichen, Innenwände trocknen etc.
Ist eben nicht alles zu berechnen...

Alles Gute



Vielen Dank



den Beantwortern, vor allem Udo Mühle für das nette mitternächtliche Telefonat. Anscheinend ist eine etwa 10 cm starke Lehmdämmung wohl wirklich eine gute Lösung und, wenn selber im Mischer hergestellt, preislich natürlich unschlagbar (keine 3 Euro/t).

@Klaus Schillberg: kaufe ich mir... Vielleicht schaffe ich es ja auch einmal zu einem Seminar ins Hessische!

Viele Grüße



Noch'n Nachtrag



Anwendungsvorstellung und eventuelle Herangehensweise.

Freundliche Grüße

Udo