Lehm und Dämmung

19.01.2008


Hallo,

ich habe ein Fachwerkhaus angeboten bekommen, habe mir das gestern mit einem Architekten angesehen, und die Substanz macht einen ordentlichen Eindruck.
Die Fenster müssen raus, keine Frage- aber wie sieht es mit der Wärmedämmung aus? Was ich gesehen habe, sind etwa 14er Balken (es ist verputzt, daher kann ich nur die Wandstärke schätzen) mit Lehm- Stroh- Ausfachungen.
Also bin ich davon ausgegangen, dass hier eine Aussenämmung drauf muss. Mir wurde aber erzählt, dass Lehm so geniale Dämmwerte hätte, da müste man doch gar nicht, das wäre doch gar nicht nötig...
Kommt mir spanisch vor, denn egal wie toll Lehm dämmen kann- 14 cm Wandstärke werden die Wärme nicht halten.
Oder bin ich da falsch?

Danke

Holger



14 cm



werden wärmetechnisch den heutigen Anforderungen mit Sicherheit nicht gerecht. Ich nehme mal an, dass es sich um Sichtfachwerk handelt. In dem Fall macht eine Innendämmung auf Lehmbasis wesentlich mehr Sinn.
MfG
dasMaurer



Wie gedacht!



Das Haus ist auf zwei Seiten verputzt und auf den anderen beiden verschiefert. Daher denke ich eher an eine Außendämmung.



In dem



Fall stellt das auch kein Problem dar. In Verbindung mit einer belüfteten Vorhangschale (Schiefer) lässt sich eine diffusionsoffene Dämmung gut gestalten. Auch in Verbindung mit einem Kalk- oder Lehmputz gibt´s da einige Möglichkeiten. Aber bitte kein gängiges WDV-System auf Mineralwolle oder noch schlimmer Styropor.
MfG
dasMaurer



Wie dasmMaurer



Wie dasMaurer schon sagt als gute Alternative wäre eine belüftete Vorhangschale mit Natürliches Dämmstoffen mit einer Lerche Holzverschalung.Sie finden auf www.Flachshaus.de jede Menge Hilfestellungen oder Fragen Sie einen Zimmermeister aus Ihrer Region,aber bitte keine MIWO oder Styropur.Im Innenbereich des Fachwerkes kann nach belieben mit Lehmbaustoffen saniert werden.


MfG Torsten Selle



Betrachtung in Abhängigkeit....



...mit der zukünftigen Beheizbarkeit des Gebäudes.
Also welche Heizungssysteme werden integriert und wie werden diese plaziert (Wandheizung, Konvektor, Fußboden etc.)?

Wenn das geklärt ist, sollte über eine Wärmeduchgangsberechnung die Dämmstärke geklärt werden (hier sicherlich ca. 75 mm!!) und diese als Holzweichfaserdämmung in Lehm gebettet mit einer Tragleistenhalterung (DHD Doser).
Auf der Außenseite dieser Systemlösung dann eine Kreuzlattenkonstruktion mit einer Holzverschalung oder das ganze auch als Verputzsystem.

Weitere Fachinfos können Sie von uns erhalten.

Grüße Udo



Dämmen ?



Wie war der Verbrauch in dem Haus, was für ein Wärmeabgabesystem ist vorhanden ?
Lohnt es sich aus wirtschaftlicher Sicht zu dämmen ?
Baubiologisch sinnvoll ist eine Strahlungswärme (Heizleisten oder Wandheizung), die können bis zu 30% Energieeinsparen. Bauphysikalische Eingriffe durch Innendämmung sind nicht einfach mit Holzweichfaser und Lehm zu lösen - da muss man viele Details sehr genau beachten. Mit fast jeder Aussendämmung verschenke ich die kostenloseste Energiequelle !
Energieeinsparen CO2-veringerung kann man auch mit vielen täglichen Dingen erreichen.
Aus meiner Sichtweise sollte die Wohnqalität also das gesunde Wohnen an erster stelle stehen und nicht der aufdoktroierte Massendämmwahn.
Nun 12% würde eingespart werden in der BRD an CO2 Austoss wenn alle Haushalte neutral werden. Wo sind die restlichen 88%. Vernünftiger Umgang und bewusstes Sparen schont den Gelbeutel mehr als wie z.B. 15.000€ für Aussendämmung - 30% Energie( Das ist ein Supereinspareffekt - wird wohl fast nie erreicht)einsparen also bei einem angedachten Verbrauch von 2000.--€ "reine Heizenergie" sind das 600.--€ im Jahr und umgerechnet auf die Investition (15000/600) ein 25 Jahre lange Auslösung. Wenn man nun die Hälfte also für eine Strahlungswärme ausgibt spart man auch Energie - jedoch (und das ist aus meiner Sicht wie schon geschrieben)der Gesundheitseffekt ist weit größer.
Das sind ganz banale Rechnungen und schon oft diskutiert.
(Hoffentlich kein Auslöser für Glaubenskriegsschlachten !!)
Es ist meine freie persönliche Sichtweise !

Die optimalste und teuerste Lösung ist natürlich beides -
ca. 8-10 cm Aussendämmung sodass Wärme von der Sonne noch aufs Mauerwerk kommt und innen eine Strahlungswärmeheizung.



Außendämmung...



...ist bauphysikalisch die bessere Lösung. Aber bitte auch auf die Geometrie des Hauses achten. Ich habe schon viele Häuser gesehen, bei denen es nach der Dämmung dämlich aussieht, weil so Dinge wie Dachüberstand nicht mehr paßten.

Gruß Patrick.



Ja,



und die Fenster eine "Schiessschartenoptik" bekommen ;-))).
MfG
dasMaurer



Es gibt nicht nur Fassadendämmung



obwohl die natürlich auch gut ist (aber nicht billig). Nicht zu vernachlässigen sind Dämmung der obersten Geschossdecke, die Eingangstüre und Undichtigkeiten, evtl. auch der Kniestock, sowie gedämmte Warmwasser- und Heizungsrohre (in ungeheizten Räumen). Das macht alleine schon mal bis zu 30% Energieersparnis aus (selbst getestet) und ist vergleichsweise kostengünstig.

Gruss
stt



Das Haus...



...ist eine alte Schule, die bis vor 5 Jahren als Kinderhort genutzt wurde. Die Dacheindeckung sowie die Ölheizung (leider keine Warmwasserbereitung) sind etwa 6 bis 8 Jahre alt.
Daher ist die Heizungs- Grundfrage erstmal geklärt, dazu soll auch noch ein Holzofen reinkommen.