Alte Gartenlaube von innen dämmen... aber wie und womit?

08.04.2012



Hallo,
ich bin neu hier und wünsche erstmal allen frohe Ostern.

Seit letzten Herbst habe ich einen Kleingarten mit einer Steinlaube. Da ich mich öfter in dieser Laube aufhalten will, auch im Winter, möchte ich diese alte Laube dämmen.

Ich weiß, einige werden das jetzt für unsinnig und übertrieben halten. Ist es vielleicht auch, aber trotzdem will ich es tun. Vor allem, weil ich sie auch im Winter nutzen möchte.

Ganz sicher ist aber, dass es sich um eine Innendämmung handeln muss.

Nun habe ich schon mehrere Ideen durchgedacht, aber irgendwie bin ich mir nicht sicher, ob diese so klappen. Habe immer wieder alles verworfen.

Der aktuelle Wandaufbau sieht ca. so aus(von außen nach innen):
1. 15-20mm Außenputz mit Fassadenfarbe(wahrscheinlich billiger Zementputz)
2. 120mm Vollziegel
3. 15-20mm Innenputz.(wahrscheinlich auch Zementputz, bröselt an vielen Stellen schon recht großflächig ab)

Anfangs war ich bei 20mm Styropor hinter den Innenputz, dann Dampfsperre und dann Gipskartonplatten.
Inzwischen glaube ich aber nichtmehr, dass ich die ganze Sache wirklich dicht bekomme, was aber bei Difussionsgeschlossenen Systemen nötig ist.

Also habe ich mich über Difussionsoffene Dämmungen informiert, z.B. Hozfaserdämmplatten in Verbindung mit Lehmputz.

Allerdings weiß ich gar nicht, ob das möglich ist, denn die Dämmung wäre ja nur nach innen difussionsoffen, denn außen habe ich ja den Zementputz...

Habt ihr vielleicht eine sinnvolle Idee? Ich weiß nicht mehr weiter.

Ich will den Putz außen nicht abschlagen. Der ist nämlich noch in Ordnung und sonst habe ich auch viel zu viel Schutt.



eine



Laube kann man zwar von innen Dämmen, aber auch eine Dämmung auf den Außenpuz wäre eine Option. Da wäre Platz für hinreichend Dämmung und bautechnisch wäre es empfehlenswerter.
Innendämmung bringen meist Probleme mit Schimmel, zumal wei so einer unregelmäßigen Nutzung/Lüftung.





Eine Außendämmung möchte ich aus folgenden Gründen nicht:

1. Die Größe der Laube ist durch das Kleingartengesetz beschränkt.
2. Ich will nur einen kleinen Teil der Laube, also nicht komplett dämmen.
3. Fassade soll erhalten bleiben, bzw. möchte ich nicht die komplette Fassade erneuern.



Laube dämmen



Das mit dem Wohnen im Winter in der Laube halte ich zwar für befremdlich, aber was solls.
Ich schlage als Dämmung das vollflächige Aufkleben von PS- kaschierten Gipskartonplatten vor. Das sind 12,5 mm- Platten (grün) mit 50 bzw. 20 mm dicker Schaumpolysryrolkaschierung. Sie werden im Buttering- Floating- Verfahren mit Ansetzbinder auf die (vorher gesäuberte und egalisierte) Wand geklebt. Dazu wird mit der Zahnspachtel waagerecht auf die Platten und senkrecht auf die Wand vollflächig Ansetzbinder aufgetragen, die Platten angedrückt, ausgerichtet und dann mit einem Schlagholz angeklopft. So werden Hohlräume vermieden. Fugen und Übergänge sind vollflächig zu spachteln und zu schleifen. Danach kann mit Innenwandfarbe aus dem Baumarkt gestrichen werden.
Das ist m.E. die billigste und einfachste Lösung.
Sie ist NICHT für einen Daueraufenthalt im Winter geeignet, aber das ist eine Gartenlaube ohnehin nicht.

Viele Grüße





Danke für deine Antwort.

Also "wohnen" in der Gartenlaube ist verboten und übertrieben. Ich möchte dort ab und zu einen Abend verbringen und dort auch ab und zu mal übernachten.

Wie sieht es denn bei deinem Vorschlag mit Tauwasser aus und mit evtl. Schimmelbildung?
Das ist das größte Problem, was ich bei der ganzen Sache habe.

Habe nun eine andere Idee, bei der ich aber nicht weiß, wie sinnvoll sie ist bzw. wie sie zu realisieren ist.
Und zwar:
Wie wäre es, wenn ich eine diffussionsOFFENE Innendämmung einbaue und eine Hinterlüftung einbaue. Also zwischen der Innendämmung und der Außenwand.
Bei einer diffussionsgeschlossenen Innendämmung ist das natürlich Blödsinn, aber bei einer diffussionsoffenen Innendämmung?



Innendämmung



Hallo Kleingärtner,
Wie wollen Sie denn heizen?
Sind Feuerungsanlagen in Ihrem "Kleingartengesetz" erlaubt?
Wenn Sie in Ihrer "Laube" übernachten wollen, wird sie ja ein Aufenthaltsraum: Was sagt die Bauordnung?
Hohlräume dürfen Sie auf gar keinen einbauen, es entsteht ein Kleinklima mit Nebel , Regen, leider keine Sonne.


Hier mal was über Innendämmung aus meinem Archiv:

Wirkweise der kapillaraktiven Innendämmung

Das Glaserverfahren ist für die Berechnung kapillaraktiver Innendämmungen ungeeignet!!
Geeignet sind nummerische Simulationsverfahren, die von der DIN 4108-3 ausdrücklich zugelassen werden.
Weil dieser Nachweis rechnerich kompliziert ist, versuche ich es mal mit einer „philosophischen“ Betrachtungsweise:
Aufgrund des Dampfdruckgefälles will die warme gesättigte Luft immer auf die kalte Seite.
Der „Motor“ ist die Temperaturdifferenz.
Irgendwann trifft sie auf die „kalte Wand“ und es kommt zur Wasserdampfkondensation.

Es entsteht Wasser in flüssiger „Tröpfchenform“ und es entsteht WÄRME.
Dieser „Nebel“ wird von den diffussionsoffenen, kapillaraktiven Dämmstoffen schadensfrei eingelagert.
Das ist der erste Feuchtefluss. Siehe Kühlakku im Sommer.
Der zweite Feuchtefluss beruht auf Kapillarität und verläuft genau entgegengesetzt. Siehe Zuckerstein und Kaffee.
Die Feuchtigkeit verdunstet nach innen und es entsteht KÄLTE.
Da im Winter immer etwas Kondensat in der Dämmung verbleibt, gibt es im Winter einen „latenten“ Wärmegewinn.

Im Sommer verdunstet das „Restkondensat“ und es entsteht Verdunstungskälte.
Bei kritischen Einbausituationen kann man die Verdunstung beschleunigen, indem man eine Wandheizung einbaut.
Fazit
Diffusionsoffene, kapillaraktive Dämmsysteme haben den Vorteil dass sie das Raumklima aufgrund ihrer Feuchtepuffereigenschaften positiv beeinflussen können.
Bei richtiger Ausführung sind sie als fehlertolerant zu bezeichnen.


viele Grüße





Ich werde mit einem Werkstattofen oder Kaminofen heizen. Beides ist erlaubt.
Allerdings werde ich natürlich nur heizen, wenn ich in der Laube bin. Hatte höchstens noch überlegt einen Frostwächter einzubauen.
Ich habe unten einen kleinen Aufenthaltsraum mit ca. 9qm und einen noch kleineren Vorraum, ca. 3-4qm.

Diffussionsoffen finde ich inzwischen wesentlich besser, aber die Dämmung könnte dann nur in eine Richtung, nämlich ins Rauminnere die Feuchtigkeit wieder abgeben.

Reicht das, oder entsteht auf der anderen Seite der Dämmung Schimmel?



Laube dämmen



Das mit der Innendämmung ist ein Problem, wenn man damit ständig bewohnte Räume ausstattet. Das geht am besten mit kapillaraktiven und diffusionsoffenen Aufbauten.
Für Ihren speziellen Fall habe ich Ihnen eine andere Art der Innendämmung vorgeschlagen. Die läßt erst gar keine Feuchte an die kalte Seite der Außenwand, da dieser Aufbau HOHLRAUMFREI
und
DIFFUSIONSDICHT
ist (jedenfalls wenn Sie ihn so einbauen wie von mir vorgeschlagen).
Mal ab und zu einen Tag bzw. eine Nacht verbringen wird damit funktionieren, wobei der Schwerpunkt bei diesem Aufbau nicht auf einer dollen Heizkosteneinsparung sondern auf einer schnellen Erhöhung der Bauteilinnentemperatur liegt. Deshalb auch die Innenwände zu den unbeheizten Nachbarräumen nicht vergessen! Da nur die 12,5 mm Gipskarton aufzuheizen sind sollte Kondenswasserausfall kein damit kein Problem sein. Mit einem Kanonenofen haben sie die paar m³ eines Raumes schnell auf Temperatur gebracht.
Sorgen Sie vor allem während der Nacht dafür das der Ofen genügend Zuluft bekommt und die Bude nicht abfackelt.
Die Asche die runterfällt könnte sonst Ihre eigene sein.

Viele Grüße

p.s. Vergessen Sie vor allem irgendwelche Hinterlüftungen oder Hohlräume zwischen Dämmung und Wand!



Boden und Decke



Wenn Sie die Waende isolieren, vergessen Sie nicht Boden und Decke. Hilft ja nix, wenn die Waende warm sind und er Boden hat 5 Grad.



Moin Kleingärtner,



wenns nur um ein paar mal Übernachten geht in so einem kleinen Raum würde ich bestenfalls das Dach dämmen, da geht die meisste Wärme und am wenigsten Innenraum flöten.

Noch ein paar Steine auf und um den Ofen zum Wärme speichern und gut is'.

Gruss, Boris





Danke für eure Antworten.

Das Problem mit den diffussionsgeschlossenen Systemen ist ja, dass es wirklich luftdicht sein muss. Habe mir da schon viel durchgelesen, wie das machbar ist, aber ich habe nicht das Gefühl, dass ich es komplett luftdicht bekomme.

Aber ich muss es wohl probieren.



Laube dämmen



Lieber Kleingärtner,
ich schreibe noch mal und besonders langsam damit Sie es auch verstehen:

Beide Varianten, die von Robert Göbel und von mir, sind HOHLRAUMFREIE Dämmungen.
Nix Hohlraum, nix Luft.

Was noch passieren kann ist das bei meinem vorgeschlagenen System Kondensatfeuchte die sich auf der Oberfläche bildet kapillar in die Dämmung gelangt.
Das ist zu vernachlässigen, da:
- sich das bisschen GK schnell erwärmt (geringe thermische Trägheit), an warmen Oberflächen bildet sich kein Kondenswasser,
- die GK- Oberfläche und die Dämmung DIFFUSIONSDICHT und nicht kapillar leitfähig sind (deshalb grüne Platten).
Bei meiner Variante dringt weder Diffusions- noch Kapillarfeuchte in die Wand, bei Robert Göbels Variante kann das zwar passieren, wird aber kapillar wieder nach innen zurückgeführt wo sie verdunsten kann.

Viele Grüße



Ergänzend:



Den Frostwächter sollten Sie tatsächlich installieren.

Desweiteren: Auch der äußere Zementputz / Fassadenfarbe ist nicht völlig dampfdicht und gibt, sicherlich weniger als ein Kalkputz, Feuchte ab, wenn denn welche da wäre.

Grüße

Thomas





Danke Herr Böttcher

verstanden hatte ich es schon, aber das Material war mir nicht so ganz klar.
Kannte bis jetzt nur Diffussionsgeschlossene Systeme mit Dampfbremse bzw. Dampfsperre dahinter. Allso Folie. Das finde ich sehr schwer zu realisieren.

Aber wenn das bei Ihrem Aufbau nicht nötig ist, ist das ja umso besser.

Danke, dass Sie es mir nochmal erklärt haben.