Innendämmung einer bereits "gedämmten" Dachschräge

11.05.2007


Hallo,
wir haben ein Denkmalgeschütztes Holzhaus gekauft und nun eine Frage bezüglich der Dämmung der Dachschrägen.

Die Dachschrägen waren mit Nut/Federbrettern verkleidet, darunter waren 3,5 cm Styropur, dann folgt eine "Weichholzfaserplatte", danach massive Holzbretter, dann grünliche Matten aus gepresstem Papier (glaub ich)...
dann wieder massive Holzbretter...ob jetzt noch mal das gepresste papier kommt weiß ich nicht...irgendwann dann halt die Dachziegeln, ohne Dampfbremse oder ähnlicher Folie.
Das Styropur hab ich entfernt, da ich die Schrägen mit Rigips-Platten verkleiden will.

Hatte mir einen "Dämm-Berater" kommen lassen. Nach Rücksprache mit dem Hersteller, empfielt er , die Sparren wozwischen das Styropur war, aufzudoppeln, damit 5cm Mineralwolle dazwischen passt, dann eine Dampfbremse, Dann quer eine Lattung, wo wieder , diesmal aber dünnere Mineralwolle rein soll. Dann das ganze mit Rigips verkleiden.

Ich allerdings bin skeptisch, da die vorhandene "Dämmung" (die Weichholzfaserplatten haben wohl einen U-Wert von 0,5) funktioniert, und auch alle Teile der Dämmung trocken sind, und auch nicht muffig riechen. Man sagt ja, das das Klime in einem Holzhaus besser ist, und wenn ich jetzt aber anfange mit Mineralwolle und Folien etc. zu arbeiten, mache ich vielleicht alles Schlimmer, als jetzt einfach ...ja was denn, wieder Styropur rein, gar keine Dämmung von innen, einfach auf die Lattung eine Rigipsplatte und fertig...oder was alternatives, sprich zusätzliche Faserplatte etc.
Außerdem will ich nicht noch mehr Raum verlieren, da die Räume sowiso schon relativ klein sind.

Ich hoffe ihr versteht mich...und bedanke mich schon im mal im Voraus

Denkmalgeschütze Grüße

Eric



Hallo Eric,



zuersteinmal die Frage welche Art der Nutzung ist denn für den Dachraum gedacht? Aus Deiner Beschreibung vermute ich, daß der Raum als Wohnraum genutzt werden soll.
Sehr interessant, was Dir der "Dämmberater" da rät. 5 cm Mineralwolle-Dämmung plus 2-3 cm zwischen der Traglattung ist für einen Wohnraum unterm Dach eine Katastrophe. Das war technischer Stand vor 20 Jahren.
Die Aufdopplung um auf eine vernünftige Dämmstärke zu kommen, ist schon der richtige Weg, aber die Dämmstärke sollte min. 16cm besser 20 cm betragen bei WLG 040. Sonst gibts unerträgliches Barackenklima. Eine Zellulosedämmung bietet aufgrund des recht hohen spez. Gewichts einen deutlich besseren sommerlichen Wärmeschutz als Mineralwolle oder Polystyrol. Wichtig, um Zellulose einblasen zu können: außenseitig für Winddichtung sorgen z.b. mit einer Holzweichfaserplatte, innenseitig für Luftdichtung mittels Dampfbremse. Darauf kommt innen dann die Traglattung und dann Deine Gipsplatte oder alternativ auch eine Holzweichfaserplatte und die mit Lehm verputzen.

Viel Erfolg, schöne Grüße
Detlef



Naja...



erst mal danke für die Antwort.
Evt. hab ich mich falsch ausgedrückt, es geht um das 1.OG welches schon über Schrägen verfügt. Diese Dachschrägen, sind schon "gedämmt", aber nach dem Stand von 1943 :-) Es sind halt die beschriebdenen Weichholzfaserplatten (ca. 3cm) da, dann noch eine Schicht, die aussieht wie gepresstes Papier (ca. 3cm), eine Lage dickeres Papier, Dann noch Massive Holzbretter (5cm)...und ganz außen, unter den Ziegeln noch so eine Art Glaswolle (ca. 3cm).
Von der Innenseite her waren noch zusätzliche 3cm Styropurplatten zwichen einer Konterlattung angebracht. Und der Berater sagt jetzt, ich soll das Styropur durch Mineralwolle ersetzten, dazu müßte die vorhandene Lattung, die vorher das Styropur hielt, aufgedoppelt werden, damit die Mineralwolle dazwichen passt. Dann eine Dampfbremse, wieder Lattung mit dünnerer Mineralwolle, dann mein Rigips.

Eine innen angebrachte "zusätzliche" Dämmung von 16-20 cm verkraften die beiden betroffenen Räume nicht...dann ist gar kein Platz mehr. Daher die Frage was ich an zusätzlichen maßnahmen durchführen soll, oder ob ich den Zustand lasse wie er ist, um das Raumklima nicht zu gefährden. Ich würde nur gerne die 3cm Styropur durch einen anderen Dämmstoff ersetzten.

Das ich mit diesen Massnahmen keine Traumwerte bezüglich des Dämmwertes erreiche, ist mir klar, aber mittelfristig soll das Dach sowiso erneuert werden, wo dann die Dämmung von außen erneuert werden kann, dann eben fachgerecht mit Unterspannbahn etc.

Habe jetzt gerade in einem Prospekt von Isover den Isover Integra UKF2 Untersparren Klemmfilz gesehen.Der hat eine Dicke von 24mm...das würde in meine vorhandene 3cm Lattung passen. Der hat nen WLG von 035, was aber in meinem Fall wohl eher unerheblich ist. Wenn ich den jetzt als "Ersatz" für das alte Styropur einsetzte, dürfte ich doch annähernd gleiche "Werte" erhalten...aber wenn ich das mache, muß ich dann trotzdem noch eine Dampfsperre bzw. eine diffusionsoffene Folie einbauen ???

Gruß
Eric



Hallo Eric,



da habe ich einiges falsch verstanden. Mit den jetzt noch vorhandenen Materialien im Dach kommst Du im Gefach auf einen U-Wert von ca. 0,5. Wenn Du planst, in ein paar Jahren das Dach sowieso vernünftig zu sanieren, stellt sich die Frage von Aufwand/Kosten und Nutzen weiterer Maßnahmen.
Wenn Du den Dachraum noch länger als 4-5 Jahre bis zur Sanierung nutzen willst, solltest Du allerdings die vom Berater empfohlenen 5-8 cm zusätzliche Dämmung und eine luftdicht verklebte Dampfbremse sd-Wert=2,0 m einbauen. Dann kommst Du auch auf einen akzeptablen U-Wert im Gefach von ca. 0,25.

Viel Erfolg,
Detlef



Jetzt bin ich verunsichert...



Vom Aufbau her ist es dann wie folgt (innen nach außen)

Rigips -> Dampfbremse -> 5cm Klemmfilz (Mineralwolle) zwischen angebrachter Lattung -> dahinter die alte bestehende Dämmung aus Weichholzplatten etc -> Dachzieglen

so würde ich es dann ausführen. Die Decken im ersten OG zum Dachboden würde ich so lassen, da ich den Dachboden, wie mit dem Berater besprochen, sowiso mit Dämmung und Dampfbremse zwischen den Bodenbalken, dämmen werde.

Kann man die Dämmwerte eigentlich auch ohne öffnen der Verkleidung messen ???

Gruß
Eric



Vier-Fünf



verschiedene Materialien zur Dämmung im Dach würden mich mehr als nervös machen!
Lass Dir vor Ort einen vernüftigen Neuaufbau der Dämmung
berechnen und vergleiche den Mehraufwand und die Kosten!
Gruß aus Dortmund
Harald Vidrik



Die Kosten...



habe heute mal eine Kostenauflistung für die zusätzliche Dämmung erhalten. Wie bereits beschrieben, mit 50mm Dämmfilz, Lattung, Klimamembran, 24mm Dämmfilz, Rigips.

Der gesamte Aufwand liegt bei ca. 1200 Euro. Das wäre im Budget noch drin...wenn ich jetzt daran denke, das ich die komplette Dämmung etc bis zu den Zoiegel rausreißen sollte um alles vernünftig zu machen, komme ich mit dem Betrag sicher nicht hin.
Der Nachbar hat auch noch alles im Ursprungszustand, und bei ihm wird es "relativ" warm, seine Seite liegt aber schon ab 11:00 Uhr morgens voll in der Sonne, bei mir etwas später...die Frage ist, ob das Styropur, was vorher verbaut war (3cm), gegen die Sommerhitze was ausrichten konnte. Im Winter sagt er, ist das Haus eigentlöich gut isoliert, nur wenns stürmt, wird es etwas Kühler, weil der Wind dann zwichen den Außenverkleidungsbrettern die Luft verwirbelt.

Was tun...habe auch nur noch 1 1/2 Monate Zeit, dann will/muß ich einziehen :-(

Jetzt bin ich wieder so unsicher, das ich sage, ich lasse die 3,5 mm Konterlattung drauf und mach einfach Rigips drauf...fertig...

Unsichere Grüße
Eric