Dachausbau, Wärmedämmung, welche Variante?

20.11.2006



ich kann mich nicht entscheiden,
weil ich die einzelnen Arbeitsschritte nicht genau überblicke. Vielleicht können Sie mir ja die praktischen Tipps geben oder mich auf Unmöglichkeiten in der praktischen Ausführung hinweisen. Ich baue alles allein aus, habe also eher Schwierigkeiten, weil mir der zweite Mannn zum Halten fehlt.

Zur Aufgabe. Ich will das Dachgeschoss (20 x 10m Bodenfläche,Drempel 0cm, Steildach ca 50Grad, First ist also in 5m Höhe) ausbauen und im Wesentlichen als einen Raum, offen bis zum First belassen. Der innere Abschluss soll eine Holzverschalung ,Nut und Feder, 20mm dick und weiß lasiert sein. Wahrscheinlich werden noch Zwischenwände eingezogen, dies hat aber keine Bedeutung für meine Frage?
Das Dach hatte ursprünglich eine Bretterschalung, darauf Lattung und Betonziegel, jetzt ist es neu eingedeckt ohne Schalung mit diffusionsoffener USB (allerdings ne Billigplane) Konterlattung und Lattung, darauf dann tönerne Großziegel.
Die Sparren, werden gehalten von einer Mittelpfette und haben einen Abstand von rund einem Meter und das Maß von 14x10 und stehen im übrigen fast exakt in der Flucht (ein Wunder, wenn man weiß, daß die Deckenbalken auf 10m 8cm Gefälle haben).
Laut diversen Berechnungen, Tabellen , Empfehlungen entnahm ich, daß eine 200er Isolierung mit einem .035er Klemmfilz ausreichend und notwendig ist?
Die Möglichkeiten, die ich nun habe sind folgende:
1. 140er Klemmfilz rein, Querlattung, 50er Untersparrendämmung, Dampfbremse? oder Dampfsperre?, vertikale Lattung, 50er Dämmung, Holzschalung.
2. Abhängen mit diesen gelöcherten Bändern auf 220mm, Dämmung dieser Größe einbauen, Dampf-wie auch immer, und direkt das Holz daruf.

Anm. Ich brauche keine Installationsebene, alle Steckdosen, Lampen etc kommen an das freiliegende Tragwerk und in den nachträglich anzubringenden Drempel. Ausnahmen sind nur zwei Stahlrohre für die Trossenführung der Kronleuchter, zwei KG-Rohre für die Kabel derselben und die müssen eh wegen der Lastverteilung direkt mit den Sparren verbunden werden, außerdem eine Steuerleitung für die Veleuxfenster.

3. Seitliches Anlaschen von 27x120er Brettern an die Sparren, so daß sich eine 200er Tiefe für die Dämmung ergibt, darauf wieder das Dampfdings und direkt die Bretter.

4. 140er Dämmung, dann osb-Platten doppelt, dann direkt Bretter ohne Dampfdings (also praktisch 6cm Holz). Allerdings überschreite ich hier die ursprüngliche Dachlast um ca 13 KG/qm und ich habe keine Statik, die ich nicht selbst gerechnet habe und ich bin nur Maschinenbauer). Die ist übrigens eine Empfehlung von einem KF-Anhänger, er meint, wenn alles versetzt angebracht wird, hat es mehr als den Effekt einer Dampfdingsa.

ps Dampfdingsda meine ich nicht abwertend, ich weiß halt nur nicht ob -bremse oder -sperre. Oder vielleicht doch abwertend, ich kann mir auch nicht vorstellen, daß eine Plastik 40 Jahre dicht sein könnte.


Preisfrage, wie würden Sie es machen, welche der vier Varianten bevorzugen Sie, wenn Sie alles komplett allein machen wollen ( und nur eine kleine Rüstung, die nicht über eine komplette Schräge reicht haben).
Ist mir wirklich wichtig, weil ich sehe z. B problematisch in Variante 1 die Dampfbremse dicht zu kriegen.

Von der Schlichtheit ziehe ich die 4. Variante vor, aber so ganz ohne Dampfdingsda?

Ist eine 5. Variante, welche nur mit 2 x 70 mm Stüropor dämmen will, danach Dampfbremse, senkr. Lattung an Sparren und die Holzverschalung nachdenkenswert?

Vielen Dank schon mal vorab, es brennt noch nicht, aber im Juli muss ich anfangen damit.

ps ich habe diese Frage schon in einem anderen Forum gestellt, allerdings nur die Antwort: "such Dir einen Statiker" bekommen. Wenn dies notwendig ist, was ja gut sein kann, dann bitte gebt mir eine Antwort , warum. Da ich die ursprüngliche Dachlast nicht überschreite. Vielen Dank.
mfg
Dirk





Sehr geehrter Herr Z.,

das Thema wurde in diesem Forum mehrfach diskutiert, weitere Infos bekommen Sie über die Suchfunktion. Beachten Sie bitte auch den „sommerlichen Wärmeschutz“, deswegen sollten Sie überlegen, ob Sie nicht z.B. eine Zellulosedämmung einbringen (lassen).
Das seitliche Anlaschen von Bohlen an die Sparren ist sinnvoll, dabei aber bitte die Statik nicht aus den Augen lassen. Der Hinweis auf den Statiker hat daher durchaus seine Berechtigung.
Generell gilt für solche Maßnahmen: Bitte einen Fachplaner einschalten.
Mit freundlichen Grüßen
Bernd Kibies



ich kann leider auch keine genaueren auskünfte geben ...



möchte Herrn Kibies aber widersprechen. Es sind leider keine eindeutigen Informationen zu diesem Thema im Forum zu finden. Es gibt sehr viele Diskussionen zu diesem Thema und ich habe in den letzten zwei Wochen (hoffentlich) alle gelesen. Und doch bleiben immer wieder Fragen offen.

Allerdings gebe ich Ihnen (H. Kibies) recht, dass Herr Z. einige seiner Fragen wahrscheinlich nach dem genaueren Studium im Forum verwerfen kann.

Ich habe selbst eine Diskussion zu dem Thema Dachdämmung gestartet. Leider auch nachdem ich zunächst nur kurz im Forum Infos gesammelt hatte. Das bringt nichts!
Es heißt also zuerst so gut wie möglich (in diesem Forum) informieren und dann die offen bleibenden Fragen stellen.

Ist ja auch verständlich, dass die "freundlichen Helfer" hier im Forum nicht alles mehrmals herunterbeten wollen.

Trotzdem sei noch einmal angemerkt, dass sich (mir jedenfalls) noch kein grundsätzlicher Aufbau aufgezeigt hat.
Vor allen Dingen bei den Themen Unterspannbahn und Damfsperre/Dampfbremse scheiden sich die Geister und es ist mir nicht möglich gewesen eine klare Vorstellung von Vor- und Nachteilen zu bekommen.

Jetzt habe ich doch einen Roman geschrieben.
Bei der Gelegenheit kann ich vielleicht noch auf die von mir eröffnete Diskussion verweisen, die jedenfalls schon etwas weiter gediehen ist als Ihre - Herr Z. - vielleicht hilft sie Ihnen!?
http://fachwerkhaus.historisches-fachwerk.com/fachwerk/index.cfm/ly/1/0/forum/a/showForum/62411$.cfm#62717

Und an alle Anderen. Bitte lasst uns nicht mit unserer Laienkenntniss allein. (Was hier auch meistens nicht passiert!)

Vielen Dank

felicesinger



Dachdämmung



Lieber Dirk,
die Dämmung eines Kaltdaches ist eine der Baumaßnahmen, wo m.E. nach mit die meisten Mängel und Fehler auftreten. Es ist schon richtig lieber fragen als einfach loslegen.
Um Dir das "Dampfdings" verständlich zu machen, hier einige Erläuterungen dazu:
Vor etwa 15 Jahren galt prinzipiell folgender Aufbau einer Dachflächendämmung als Stand der Technik: (von außen nach innen):
Dachziegel
Lattung
Konterlattung
Unterspannbahn
Luftspalt ca. 5 cm,
Winddichtung,
Dämmung zwischen Sparren
Dampfsperre
Gipskarton

Durch den Luftspalt erhielt man das System "Kaltdach", eventuell eingetretene Feuchte bzw. Restfeuchte aus dem Tragwerk sollte aus der Dämmung austrocknen können.
Dann kam die "diffusionsoffene" Unterspannbahn und man verzichtete auf den Luftspalt, die Unterspannbahn wurde gleichzeitig Winddichtung für die Dämmung. Dieser Aufbau ist heute noch weit verbreitet, obwohl (theoretisch funktioniert es ja) die praktische Ausführung das Problem ist.Die Dampfsperre, die Feuchtigkeitseintritt in die Dämmung verhindern soll, macht das auch nur theoretisch,in der Praxis ist eine Dampfsperre mit einem sd- Wert von 100 nicht machbar. Das liegt auch an den im Bauteil Dach herrschenden instationären Wärme- und Feuchteverhältnissen und den bei Wind oft erheblichen Druckunterschieden.
Daher geht man in letzter Zeit von dem Prinzip Dampfsperre ab und favorisiert trocknungsfördernde Dampfbremsen, die nach folgenden Wirkmechanismen arbeiten sollen:
kapillaraktive Dampfbremse (Hygrodiode)
feuchteaptive Dampfbremsfolie aus Polyamid
Durch diese kontrolliert diffusionsoffenen Dampfbremsen soll eingedrungenes Wasser auch nach innen wieder austrocknen können, so das lokale Durchfeuchtungen in kurzen Zeiträumen hingenommen werden, die jährliche Feuchtebilanz aber positiv bleibt.
Bei der von Dir gewählten Konstruktion hast Du den Vorteil, das der Wasserdampfanfall im Dachgeschoß relativ moderat bleiben wird. Besonders gefährdet sind Schlafzimmer und Bäder im Dachgeschoß, also das was normalerweise im EFH vorkommt. Die Räume sind minimal geschnitten; die Dachschrägen mindern die Kubatur der Räume weiter ein. Was meinst Du, was in einem kleinen 12 m² Schlafzimmer bei heruntergedrehter Heizung (man will ja Energie sparen) für Kondenswasser jede Nacht entsteht (auch ohne nächtliche Turnübungen, die zu schnelleren Atembewegungen führen)? die paar m³ Raumluft können das nicht ab! Genauso verhält es sich in den kleinen Bädern, wenn morgens nacheinander geduscht wird.
Das übrigens als Hinweis für alle Ausbauwilligen: Wenn ihr schon das Bad und das Schlafzimmer ins Dachgeschoß setzt, seid großzügiger mit der Fläche!