Kerndämmung 2-Schaligen Mauerwerks Altbau mit Holzbalkendecken

23.07.2013 verjgr



Hallo zusammen,

ich bin neu hier, haben einen Altbau von 1898 seit 4 Jahren und schon vieles hier gelesen, möchte nun meine erste Frage stellen.

Drei Seiten meines Gebäudes sind 2-Schalig ausgeführt, von innen nach außen
3 cm Gipsputz,
12 cm Vollziegel (Reichsformat)
5-6 cm Luftspalt ( mit einigen Brücken aus halben Steinen)
25 cm Vollziegel (Reichsformat)
1 cm Außenputz

Prinzipiell ergibt eine Berechnung dass der Taupunkt an der Außenseite der Dämmung/Innenseite der Außenschale liegen würde (was er ohne Dämmung auch tut).
Die Luftschicht hat keine Zuluftöffnungen von unten, ich vermute aber oben am Drempel.

Ich gehe davon aus, dass die Deckenbalen (27cm) auf der Innenschale und halb in der Außenschale liegen. D.h. nach Einbringung der Dämmung wäre der Balkenkopf außerhalb der Dämmung.

Hat jemand Erfahrung mit diesem System und kann ich davon ausgehen, dass die Dämmmassnahme bzgl. der Balkenköpfe Bedenkenlos ist?

Wenn ich das richtig verstanden habe, ergibt die Feuchteberechnung mit u-wert rechner 0.75 kg/m² Kondensfeuchte an der Taupunktzone.
Müsste der Balken doch vertragen, gell?

Freue mich auf Eure Antworten. Mit freundlichen Grüßen,

Arne





Hallo,

um den Balken mach ich mir weniger Sorgen als um den Wandquerschnitt und die darin vielleicht irgendwann mal absaufende Dämmung.
Also jetzt verdunstet Tauwasser in den Drempel, später nicht mehr, es würde von der Dämmung aufgesaugt.
Außerdem gibt es zu viele von diesen einbindenden Köpfen, sie bilden Kältebrücken. Mein rat: Finger weg von "Kerndämmung".
Normgerechte Kerndämmung hat nämlich 2 cm Minimal-Hinterlüftung, und nicht nur wegen des Maurerdaumens.

Grüße





Vielen Dank für die Antwort.
Ich hatte das so verstanden, dass diese Graphit-beschichteten Kugeln keine Feutigkeit aufnehmen und diese daher kapillar von der Außenschale aufgenommen und nach außen transportiert wird.
Da der Hohlraum unten keine Zuluftlöcher hat, kann sich doch darin nicht wirklich eine Konvektionszelle aufbauen, oder?

Die Brücken sind geschätzt 2- 4 pro Quadratmeter, wäre ein Flächenverhältnis von 1-3 %. Ich hab die sehen können als ich einen Fensterdurchbruch gemacht habe. Waren jeweil nur halbe Steine (längs geteilt).

Gruß,

Arne





Hallo,

Missverständnis, das Graphit transportiert nichts, die Außenschale schon, aber zwischen den Kügelchen, im Zwickel, gibts Wasser in flüssiger Form.
Und 2-4 einbindende Köpfe wären nicht normgerecht, das waren 9 !

Grüße





Naja, aus der Erinnerung heraus schwer zu sagen, gehen wir mal von neun aus. Wären dann 3,8% Flächenanteil. Der UWert von 0,4 würde damit auf 0,61 verschlechtert. Im Gegensatz zu 1,3 mit leicht belüfteter Luftschicht.

Freunde von mir haben vor 3 Jahren eine Kerndämmung im Zechenhaus eingebracht und bisher keine Probleme, ggf. Einsparung aber realistisch nach der kurzen Beobachtungszeit nicht Stichhaltig.

Und nochmal zur eigentlichen Frage, hat jemand mit diesem Wandaufbau und eingebrachter Dämmung konkret Erfahrungen gemacht (idealerweise schon einige Jahre beobachtet)?



Gratulation



... zum 115 Jahre alten Haus!
Offensichtlich war die Bauweise schon richtig, sonst wäre das Haus nicht so alt geworden. Ich wäre glücklich mit den Mauerstärken, hab leider nur 2x12cm Wände mit 6cm Luft dazwischen.
An dem System nun Änderungen vornehmen zu wollen um 10% Heizkosten zu sparen birgt das Risiko der feuchten Dämmung und feuchter Balkenköpfe. Die Luftschicht sammelt im Gegensatz zum Dämmstoff nie flüssiges Wasser, somit ist die Luftschicht von bleibender Dämmqualität und hält die Innenschale trocken.
Schon leichte Taupunktverschiebungen können den Tod für die Balkenköpfe sein.
Ich hab dazu kürzlich mal nen Text gelesen auf www.ib-rauch.de

Gruss Sascha





Welche Erfahrungen habt Ihr denn ggf. schon mit dieser Art von Kerndämmung gemacht, gute/schlechte, trocken geblieben/nass geworden?