Dachboden Wärmedämmung




Hallo,

im Winter wird nichts gemacht, aber geplant ...;-)

Das Fachwerkhaus besteht aus 2 Etagen wo bei obere Etage ca. 1910 aufgebaut wurde. Darüber ist ein Dachboden der mit Luke zugänglich ist. Die Höhe ist gering, selbst ich mit meinen 1.70m muss mich bücken. Die Decken, also der Fußboden des Dachboden, ist unten Kalkputz, oben Dielen. Aufbau sicherlich wir üblich.
Darüber kommen die "nackten" Ziegel.

Nun die Frage: ich möchte den Boden, respektive die Decke der Zimmer in der oberen Etage gerne Wärmisolieren.
Was ist die fachmännisch und finanziell sinnvolle Lösung?

Z.B. Einfach den Fußboden des Dachbodens mit Isolierung (Thermohanf?) auslegen, darüber Verlegeplatten (OSB?).

Gruß und Danke
Thomas Thiele



Dämmung Spitzboden



Zuerst würde ich die Luke zum Dachboden dämmen und dichten.
Wie ist denn der genaue Aufbau der Decke?

Viele Grüße





Ich weiss es nicht ganz genau, ich vermute dass der Deckenaufbau von oben nach untern folgener ist:

Dielen
Balken (Zwischenräume?)
Bretter
Kalkputz
Tapete



OSB-Platten im Dachboden oberhalb der Dämmung...



... würde ich nicht empfehlen. Die Platten wirken wie eine Dampfbremse und es wird auf der Unterseite zu Kondenswasserbildung kommen.

Bei Termohanf braucht es ja noch Lagerhölzer auf der dann idealer Weise ein Rauhspund aufgebracht wird.

Wie sieht es denn im OG mit evtl. Dachschrägen aus? Wenn das Dach bereits im OG anfängt und die Decke nur das Kehlgebälk ist, dann braucht es noch mehr Maßnahmen, als nur Dämm-Material auf dem Gebälk.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Die Dachschräge beginnt teilweise (ausser bei Mansarde) schon im Obergeschoss. Das soll auch gedämmt werden, ist aber ein leicht anderes Thema, was wir aber auch klären können.
Da die Dachschrägen verputzt sind, wollte ich eigentlich die selbe Dämmung anbringen wie auch sonst auf der Innenseite der Aussenwände.
Meine Idee war, das man unabhängig vom anderen Ausbau schon mal auf dem Boden was machen könnte.




Holzbalkendecke I

Hallo Thomas,

das sehe ich wie Herr Lipfert und würde auf alle Fälle Rauspund auf Lagerhölzern statt OSB montieren. Vorher natürlich die alten Bretter abnehmen. Zwischen den Lagerhölzern kann dann der Dämmstoff eingebracht werden, die Konstruktion muss aber vorher hinsichtlich Tauwasserausfall und ggf. statisch gerechnet werden.
Der Anschluss an den Bereich der Mansarde muss genau betrachtet werden, da kann es bei unsauberer Arbeit zum Tauwasserausfall kommen.

Gruß aus Wiesbaden,
Christoph Kornmayer

P.S.: Dein Deckenaufbau wird vermutlich ähnlich dem des beigefügten Bildes sein, möglicherweise mit Heraklith-Platte statt Schalung und Schilflage.



Dachschräge und Kehlgebälk sind nicht zu trennen....



Hallo Thomas,

sorry aber Deine Angaben lassen aufhorchen:

- Dachschrägen im OG vorhanden und verputzt
- Außenwände sollen auch gedämmt werden

Schön, dass Du noch planst und noch nichts ausführst. Wenn, dann würde ich unmittelbar zusammen die Dachschrägen und das Kehlgebälk angehen. Wenn du nur das Kehlgebälk dämmst, dann "pfeift" es umso mehr in der Dachschräge.

Oberhalb des Kehlgebälks dämmen und dann später die Dachschrägen von unten im Zuge mit der Wand - da bekommst Du Übergangsprobleme was die Luftdichtung angeht. Unabhängig davon, stellst Du die tragende Konstruktion in die Kälte.

Da Du im Spitzboden die Ziegel direkt siehst, hast Du vermutlich auch auch keine Konterlatte. Eine ordentliche Hinterlüftungsebene solltest Du aber jetzt schon bedenken.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de





Hallo Frank,

vielen Dank für die Antwort. So einiges ist mir nicht klar. Und wie üblich entstehen mehr neue Fragen ...

>sorry aber Deine Angaben lassen aufhorchen:

Warum? Ist was grundsätzlich falsch?

>Schön, dass Du noch planst und noch nichts ausführst.

Ja, natürlich. Ich hole mir erst Informationen ein, bevor ich auch nur einen Handschlag mache.

>Wenn, dann würde ich unmittelbar zusammen die Dachschrägen und das Kehlgebälk angehen. Wenn du nur das Kehlgebälk dämmst, dann "pfeift" es umso mehr in der Dachschräge.

Warum? Das leuchtet mir nicht ein.

>Oberhalb des Kehlgebälks dämmen und dann später die >Dachschrägen von unten im Zuge mit der Wand - da bekommst >Du Übergangsprobleme was die Luftdichtung angeht.

Das leuchtet ein.
Nur würde das Gegenteil bedeuten, den ganzen Putz runter und alles neugemacht.

>Unabhängig davon, stellst Du die tragende Konstruktion in die Kälte.

Steht sie da nicht eh?
Oder ist das jetzt das alte Problem der Innendämmung. Das bedeutet konsequenterweise dann *gar keine* Dämmung. Und das ist definitiv teilweise zu kalt. Das Grundproblem ist doch, dass wie heute 22°C im Raum haben und nicht mehr wie die früher nur 18°C oder weniger.

>Konterlatte.

Was ist eine "Konterlatte"?

>Eine ordentliche Hinterlüftungsebene solltest Du aber jetzt schon bedenken.

Wie meinst du das? Wo?

>Wenn Du tatsächlich die Außenwand von innen dämmen willst, dann

dann...?



ein paar antworten



Hallo Thomas,

sorry, der letzte Satz war Müll und ich habe den auch gleich gelöscht.

Aufhorchen lässt es mich, da Du ja doch ein paar wichtige Ergänzungen gebracht hast. Z.B. die vorhandene Dachschräge in den Wohnräumen, der Wunsch nach der Innendämmung der Außenwand aber auch die Tatsache, dass Du z.T. ein Mansarddach hast. Mit diesen Angaben ist aber Dein Vorhaben wesentlich komplizierter, als wenn Du z.B. nur ein einfaches Satteldach ohne Berührungspunkte mit den darunter liegenden Wohnräumen hättest.

Wenn Du nun nur auf dem Kehlgebälk dämmst, dann drückt die feuchtwarme Luft umso mehr durch die z.Zt. vermutlich umgedämmte Dachschräge. Dort ist entsteht dann auch umso mehr Kondensfeuchte.

Die tragende Konstruktion erfährt zur Zeit noch die Wärme und alles kann gut ablüften. Wenn Du nun von Innen Dämmung an der Wand und an der Dachschräge anbringst, dann steht die tragende Konstruktion mehr in der Kälte als vorher. Wenn nun die feuchtwarme Raumluft durch die Dämmung dringt, wird sie an der kalten Konstruktion kondensieren. Es entsteht ein höherer Feuchteeintrag im Holz als bisher.

Da bei Deinem OG eine völlige luftdichte Dampfsperre kaum realsierbar ist und eigentlich auch nicht gewünscht ist, wäre eine Hinterlüftungsebene sinnvoll. Diese erreichst Du eher mit einer Konterlatte als ohne. Die Konterlatte ist eine Latte, die auf dem Sparren gesetzt ist, bevor die Traglatte für die Ziegel kommt. Soe eine Konterlatte scheint bei Dir aber nicht vorhanden zu sein.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de