Außenbalken nach innen freilegen?

26.09.2009



Hallo Forum. Bin soeben in die Community eingetreten und hoffe sehr ein paar Fragen loszuwerden und kompetente Antworten zu finden. Wir haben ein altes Haus gekauft, ein Fachwerkhaus mit einer zusätzlichen, zweiten Mauerwand nach außen. Diese ist noch mal verputzt und mit Platten abgehangen. Wir werden die Platten fachgerecht entsorgen und das gesamte Objekt nach KfW Effizienzhaus 100 sanieren, demnach auch die Außenwand dämmen (Steinwolle, Mineralwolle oder so, noch nciht entschieden). Wir werden also das Fachwerk nach außen leider nicht freilegen, aber innen an verschiedenen Stellen mit freigelegten Balken Akzente setzen und die Wände mit neuen Lehm (den alten haben wir dummerweise weggeschmissen)verputzen. Wir haben u.a. "Außenbalken" nach innen hin freigelegt und jetzt erfahren, dass das ein Fehler war. Kalte wie warme Luft würde durch die Schlitze zwischen Wand und Balken zirkulieren und in den Wänden Feutigkeit freisetzen. Was sagt das Forum dazu? Müssen wir die Balken wieder verputzen? Wir scheuen nicht nur die Arbeit, sondern besonders im Flurbereich hätten wir die sichtbaren Balken sehr schön gefunden. Über Ihre Antworten würden wir uns sehr freuen.

Desweiteren interessieren uns Empfehlungen zum Thema Balken Behandlung, welches Öl? Auch alles rund ums Dämmen, ob Fassade, Dahc oder Kellerdecke. Ihre Tipps und Anregungen sind sehr willkommen. Mache mich aber gern auf die Suche in Ihrem Archiv zu stöben.

Es grüßt
KV



Hallo Katrin,



könntest du dich im Forum anmelden und mal ein Foto einstellen?
Woraus besteht die "zweite Mauerwand"?
Wieso KfW 100?

Gruss, Boris





Hallo Boris! Die zweite Mauerwand ist eine Backsteinmauer.
KfW 70 war lt. Architekt nicht so ohne weiteres erreichbar.
KfW 100 war die Alternativ. Das Haus war sehr günstig, völlig ungedämmt, alte Fenster, altes Dach und Einzel-Holzöfen - da war die Entscheidung zur Komplettsanierung schnell getroffen.



Hallo Katrin,



wisst ihr wieso die die zweite Wand vorgemauert haben (macht man ja nicht zum Spaß) und ob das Fachwerk noch gesund ist? (Und wieso das Haus "sehr günstig" war....?)

Hat euer Architekt Altbauerfahrung? (Falls das mit der Mineralwolle von ihm kommt hätte ich da meine Bedenken...).

Die KfW vergibt besonders zinsgünstige Kredite für den "Wiederaufbau" durch "Fachbetriebe" und eure Architekt bzw. Energieberater rechnet euch aus, wie ihr die Vorgaben erfüllt. Beiden isses ziemlich egal, ob ihr euer Haus kaputt dämmt und haften real nicht für die Folgeschäden.
Das mit dem Sichtfachwerk innen ist sicher machbar, wenn der Gesamtaufbau stimmt und die Wände weiterhin "atmen" können. Die Feuchtigkeit darf euch halt nicht in der Wand oder Dämmung kondensieren, sonst fault das Holz bzw. kriegt ihr ein Schimmelproblem...
Das gehört in erfahrene Hände vor Ort - vielleicht findest du hier jemand unter "Community" und dann "Regionalinformationen".

Toi,toi,toi, Boris



hätte wohl



kwf 100 heißen sollen...soviel zum besseren gemeinsamen Verständnis ;-)





Hey Boris,

die Mauer wurde zeitgleich mit der Fachwerkwand hochgezogen. Warum? Die Geschichte dazu ist, dass das Haus 1920 beim Karten spielen verzockt wurde und an dem einen Ort abgerissen und an einem anderen wieder aufgebaut wurde. Ich denke hier kamen dann einige Dinge zusammen. Fachwerk war arme Leute Haus, vielleicht wollte man bei Wiederaufbau dann mit der Mauer verkleiden und auch etwas mehr dämmen (leider aber ohne Luftschicht) ...

Wir machen uns keine Sorgen was die Substanz angeht. Das Haus von innen, die Wände, freigelegte Stellen etc. ... alles scheint prima i.O. Keine Feuchtigkeit (ausgenommen der Keller), kein Schimmel, prima Klima im Haus etc...

Was empfiehlt man für eine Dämmung, wenn nicht Steinwolle oder Mineralwolle?

Was steckt jetzt hinter dieser Bemerkung:

"Die KfW vergibt besonders zinsgünstige Kredite für den "Wiederaufbau" durch "Fachbetriebe" und eure Architekt bzw. Energieberater rechnet euch aus, wie ihr die Vorgaben erfüllt. Beiden isses ziemlich egal, ob ihr euer Haus kaputt dämmt und haften real nicht für die Folgeschäden."

- Das KfW Programm (in unserem Fall 151) samt Vorgaben habe ich mittlerweile inhaliert. Was für Bedenken sollte man haben? Bei alle Energieeffizienzmaßnahmen tut man sich selbst doch auch einen Gefallen.

- "Es wird in der Wand kondensieren, wegen der natürlichen Unregelmäßigkeiten des Balkenabschlusses..." - Genau das waren auch die Worte von dem Experten, ähnlich wie Deine, der uns hier im Haus darauf aufmerksam gemacht hat. Also doch besser die Finger davon weg, mmh?

Vielen Dank für den Hinweis auf die Mitglieder aus meiner Region. Werde mich mal auf die Suche machen.

Vielen Dank.
Schönen Abend noch
Katrin





Hey Boris,

die Mauer wurde zeitgleich mit der Fachwerkwand hochgezogen. Warum? Die Geschichte dazu ist, dass das Haus 1920 beim Karten spielen verzockt wurde und an dem einen Ort abgerissen und an einem anderen wieder aufgebaut wurde. Ich denke hier kamen dann einige Dinge zusammen. Fachwerk war arme Leute Haus, vielleicht wollte man bei Wiederaufbau dann mit der Mauer verkleiden und auch etwas mehr dämmen (leider aber ohne Luftschicht) ...

Wir machen uns keine Sorgen was die Substanz angeht. Das Haus von innen, die Wände, freigelegte Stellen etc. ... alles scheint prima i.O. Keine Feuchtigkeit (ausgenommen der Keller), kein Schimmel, prima Klima im Haus etc...

Was empfiehlt man für eine Dämmung, wenn nicht Steinwolle oder Mineralwolle?

Was steckt jetzt hinter dieser Bemerkung:

"Die KfW vergibt besonders zinsgünstige Kredite für den "Wiederaufbau" durch "Fachbetriebe" und eure Architekt bzw. Energieberater rechnet euch aus, wie ihr die Vorgaben erfüllt. Beiden isses ziemlich egal, ob ihr euer Haus kaputt dämmt und haften real nicht für die Folgeschäden."

- Das KfW Programm, Energie Effizienz (in unserem Fall 151) samt Vorgaben habe ich mittlerweile inhaliert. Was für Bedenken sollte man haben? Bei allen Energieeffizienzmaßnahmen tut man sich selbst doch auch einen Gefallen.

- "Es wird in der Wand kondensieren, wegen der natürlichen Unregelmäßigkeiten des Balkenabschlusses..." - Genau das waren auch die Worte von dem Experten, ähnlich wie Deine, der uns hier im Haus darauf aufmerksam gemacht hat. Also doch besser die Finger davon weg, mmh?

Vielen Dank für den Hinweis auf die Mitglieder aus meiner Region. Werde mich mal auf die Suche machen.

Vielen Dank.
Schönen Abend noch
Katrin



Soso, ne Zockerbude...;-)



nee, ich dachte die Mauer wär vielleicht nachträglich davorgepfuscht worden, daher die Nachfrage.
Wir machen hier gerade dasselbe Spielchen mit KfW 100 und dämmen mit 16cm Climacell-Zellulosedämmung hinter 4cm verputzter Holzweichfaserplatte, Situation wie bei dir: 0-Dämmung, alte Fenster, Kaltdach, aber nur 12cm beidseitig verputztes Fachwerk ab OG. Ein ähnlicher Aufbau hat sich bei einem Kollegen seit 8 Jahren ohne Probleme bewährt. Das ganze hat unser Energieberater und Statiker auch durchgerechnet, d.h. ich hab die theoretische und die praktische Info. Obs wirklich tut, poste ich hier mal in 10 Jahren...;-)
Ich wollte dir klarmachen, dass KfW mit sinnvoller Altbaudämmung absolut nichts zu tun haben muss. Das eine ist die Finanzierung, das andere die fachkundigen Hände die dir dein Haus sinnvoll dämmen und dich vor Folgeschäden bewahren.
Die Ritzen kannst du mit Hanf oder Wolle wieder zustopfen, Wolle z.B. kann bis zu 30% Feuchtigkeit speichern und später wieder abgeben. (Sonst würden die Schafe ja auch alle Schnupfen kriegen bei Regen...).
Beim alten Haus gehts eher darum die Nässe von draussen abzuhalten, beim gedämmten Haus dafür zu sorgen, dass die Feuchtigkeit von innen raus kann.

Viel Glück, Boris





Hey Boris, das sind ja mal handfeste Tipps. Wir werden das mit der Dämmung für uns prüfen und vorschlagen. Vielen Dank.

Klar hast Du recht, was sinnvoll ist und richtig, muss man sich eigentlich selbst erarbeiten und recherchieren ...

Noch ne Frage: Für was für eine Heiztechnik habt Ihr Euch entschieden? Das ist auch so ein Faß ohne Boden. Jeder sagt etwas anderes ... . Wärmepumpe, Pellets oder Brennwerttechnik? Ich denke unsere Generation sollte auf regenerative Energie setzen, aber bei unserem Wärmebedarf (130 qm Wohnfläche)hat schon so mancher durchblicken lassen, dass wir dafür allerhöchstens in den Himmel kommen und glücklich werden, aber effizientes Heizen erst im Rentenalter zu erwarten haben.

Viele Grüße
Katrin



Tschäh,



da hat euer Ratgeber wohl nicht ganz unrecht, davon mal abgesehen, ob es Dank leerer Kassen überhaupt noch sowas wie Rente geben wird...
Wir hatten 3 Gas-Etagen-Heizungen und haben das ganze für unsere 2 DHH (ca. 266m²)zentralisiert: Im Heizraum steht ein 1000l Pufferspeicher, der von einem 15kW-Holz-Kaminofen im Wohnzimmer, 6 Solar-Panels und einer 20kW Gas-Therme gefüttert wird. So konnten wir die vorhandenen Installationen am besten nutzen.
Dafür siehts da jetzt aus, wie in nem Maschinenraum und wehe wir haben Stromausfall oder die Steuerung schmiert ab.....meine anfängliche Technikbegeisterung hat schon etwas Beulen gekriegt und doch denke ich, haben wir für uns richtig entschieden - übrigens auch nach Planung mit 2 unterschiedlichen Heizungsfachleuten.
Bekannte von mir mit 2 kleinen Kindern haben lediglich einen großen gemauerten Kamin mitten im Wohn-Ess-Koch-Bereich und wollens so versuchen - Tür auf, Tür zu statt Thermostat....
Eine Feuerstelle für Holz würde ich in jedem Fall lassen, sowohl für die Unabhängigkeit, Ressourcenbewusstsein und Gemütlichkeit. Vielleicht bietet sich bei euch ein Grundofen an, der, mittig plaziert, das ganze Haus wärmt.
Ansonsten mal die verschiedenen Systeme bei jemand zuhause anschauen und die Leute fragen, wie sichs anfühlt.

Gruss, Boris



Heizungstyp



Hallo
Ich habe die Frage nach der Heizung gelesen und wollte mal meine Erfahrung beisteuern:
Wir haben eine Pelletheizung mit 500l Puffer und 9qm Solarfläche. Im Haus ist fast überall Wandheizung.
Wir kommen von März/April bis Mitte September nur mit der Solaranlage aus.
In den übrigen Monaten verbrauchen wir ca. 6.000 kg Pellets, was ca. 3.000l Öl entspricht.
Bei dem starken Anstieg der Ölpreise letztes Jahr habe ich mich richtig gefreut, als die Pelletrechnung kam.
Fläche ca. 130 qm, bis diesen Sommer noch nicht gedämmt, diese Jahr haben wir eine 5cm Schilfrohrdämmung aufgebracht und verputzt. Das wird den Pelletverbrauch nochmal schrumpfen lassen.

Bei steigenden Öl und Gaspreisen in den nächsten Jahren wird auch der Pelletpreis steigen, aber dadurch, dass es ein nachwachsender Rohstoff ist, wird sich der Anstieg in Grenzen halten.

Ich würde nur den Pufferspeicher größer wählen, wenn ich es nochmal planen müsste.

mfg
Marcus



Boris, noch zum Thema Fassaden-Dämmung ...



habe Deine Info mal recherchiert ... . Diese "Baubiologie/Diffusion/Recycling etc. 1a-Lösung" kostet ne Menge mehr. Die Kostenschätzung Mineralwolle ist von 12cm Dämmung und 60,-€/qm ausgegangen. Die Variante in Zellulose und 16cm stark etc.. kostet ca. 90-95,-€/qm (alles zzgl. Steuer). Das ist ein riesen Unterschied!

Was nun?
Es grüßt freundlichst
Katrin



Moin Katrin,



was sagt denn euer Energieberater was ihr an Fassadendämmung für den KfW-100-Standard bringen sollt?
Wir haben halt nur 12cm "Wändchen" + Putz....schätze mal KFW 400 oder so.

Klar ist Mineralwolle billiger, stand aber bei uns nie zur Diskussion. Bietet auch laut Angaben einen schlechteren Hitzeschutz im Sommer und wir haben die volle Hausbreite nach Süden.

Gruss, Boris



Boris,



unser Haus ist in Richtung Süden und Westen von hohen Bäumen beschattet. Wir werden es wohl nicht so kuschelig haben. Gibt es denn einen negativen Einfluß der Mineralwolle auf den Albau, schwitzen etc...? Erinnere mich an Deine würzigen Kommentare mit dem Hinweis auf "kaputt dämmen" und Mineralwolle und Altbau würde nicht zusammen passen ... .

Verwirrte Katrin



Oh je,



jetzt raucht der Schädel vor lauter Tipps und Kommentaren....nochmal zur Klarstellung:
Ich bin kein Energieberater/Ingenieur o.ä. und verfüge auch nicht über die notwendige Software, um euch auszurechnen welche Dämmung bei euren Voraussetzungen empfehlenswert ist. Kann sein dass das mit der Mineralwolle bei eurem Aufbau sogar funktioniert - sucht euch da erstmal jemand vor Ort, der sich damit auskennt. Das ist gut angelegtes Geld. Den Energieberater braucht ihr eh, um euer Haus nachher "abzunehmen", als Nachweis für die KfW 100. Sucht euch da jemand mit Altbauerfahrung - ein reiner Rechenheini nützt euch nix.
Es gibt vom BUND das Jahrbuch 2009 "Ökologisch Bauen und Renovieren" für 7,90, mit vielen unterschiedlichen Sanierungsbeispielen, da könnt ihr euch Anregungen bezüglich Dämmung, Heizung etc. holen.
Wir hatten hier 3 Monate Vorlaufzeit bis zur Übergabe und das war nicht zu wenig, um sich nur einen Überblick zu verschaffen und die ersten Schritte zu planen...und ich kenne hier einige gute Handwerker, denen ich vertraue und die ich um Rat Fragen kann. Habt ihr da auch welche an der Hand?

Ihr habt da ein 100 000€-Projekt vor euch, dass macht man nich nach Feierabend, mit etwas Hilfe von der Fachwerk-Community....

Toi,toi,toi, Boris

P.S. Das schlimmste beim Wohnen auf der eigenen Baustelle ist der Moment wo du denkst: "Ich will nach Hause"...;-)



Moin Boris,



klar haben wir nen guten Architekten und auch einen Energieberater. Eigentlich hatte ich mich nach ersten Recherchen und Gesprächen vertrauensvoll zurückgelegt und gedacht die baulichen/energetischen Sachen passen schon. Bin hier auch nur ins Forum wegen der Balken-Kosmetik und den Gefahren, die wir uns damit einhandeln können. Aber Ihr bzw. Du bist sehr schnell mit Deinen "sicher gut gemeinten" Kommentaren, die mich etwas aus der Bahn geworfen haben.

Starke Woche
Katrin



Tschuldigung!



Wie's bei LeseIn ankommt, merke ich auch erst hinterher.
Ein paar "Quellenhinweise" ("Architekt sagt....", "Energieberater meint....") hätten mir euren Stand der Dinge etwas klarer gemacht.

Hat denn einer von den beiden euch eine Taupunktberechnung für die Dämmung gemacht?

Gruss, Boris