Fachwerk Innendämmung, Vorschläge und Erfahrungen gefragt!

11.02.2007



...nun sind wir in der Planungsphase zur Sanierung unseres alten Fachwerkgebäudes und wir bekommen widersprüchlichste Empfehlungen zum Wandaufbau/Innendämmung. Das Gebäude steht bündig in einer Häuserzeile, insbesondere die Traufseite zur Strasse soll und muss im alten Fachwerk erhalten bleiben, was nur eine Innendämmung zulässt, die Giebelseiten zu den Nebengebäuden sollten ebenfalls erhalten bleiben, somit auch nur Innendämmung möglich, da von aussen nicht erreichbar. Größtenteils handelt es sich um Eichenfachwerk, teilweise mit alter Lehmausfachung und strassenseitig Ziegelausfachung. Wir bitten um reichlich Ratschläge und Erfahrungen zu möglichen Wandaufbauten mit innenliegender Wärmedämmung, sicher sind vorab noch einige Fragen offen.
schon mal Danke vorab für die Resonanz, Grüße Heike



Schilf und Lehm



Hallo Heike,
wir haben vor drei Jahren unser Neubau-Fachwerkhaus fertig gestellt.
Unser Aussenwandaufbau ist mit Lehm und Schilf.
Der Architekt konnte trotz allseitigem Wiederspruch mit super Dämmwerten protzen.
Unser Haus ist definitiv nicht dicht (dieses dicht ist relativ), aber es ist gesünder so!!!
Auch unser Energieverbrauch ist nicht höher als der anderer Häuser.
Wir haben eine 15cm dicke Lehmholzhäckseldämmung und davor dann 5cm Schilfrohrmatten. Das war dann auch noch eine Klasse Putzgrundlage für den Lehm.
Einen lieben Gruß aus Onkel Tom`s Hütte
Annette



Holzfaserdämmung in Lehmpaket



Hallo Heike,
Wenn man die wichtigsten Grundregeln beachtet,bleibt eigentlich nicht mehr viel über.
1. Keine Hohlräume im Fachwerk
2. möglichst kapillar leitfähige Baustoffe nehmen
3. Nicht mit Sperren arbeiten (ist für die Holzkonstruktion tödlich)
4. wenn schon innen gedämmt werden muß, dann möglichst über die ganze Giebelfläche, d.h. die Decken sollten geöffnet werden, damit man die Wärmedämmschicht durchziehen kann und keine Fehlstellen im Anschlußbereich bleiben.
Der Aufbau von Anette ist einwandfrei, jedoch verliert man mit dieser Nasstechnik relativ viel an Wohnraum.
Mein Vorschlag: Holzfaserdämmplatten (Pavatex Diffutherm ) in Lehmbett packen und danach mit Gewebe und Lehmoberputz überputzen. Vorteil => nicht so lange Wartezeit bis Lehmpaket trocken ist. Bei der Witterung zur Zeit hättest Du evtl. ein Schimmelproblem ( oder Du müsstest mit Bautrocknern arbeiten)

Wenn du noch Fragen hast, ruhig bei mir melden

Servus
Michael



Besser



als Michael kann man es kaum beschreiben.

Ob die Deckenfelder geöffnet werden müssen halte ich bei einer Weichholzfaser für überflüüsig, vorrausgesetzt es wird nicht mehr als 6 cm Dämmung aufgebracht.

Eine Wandheizung wirkt in diesem Aufbau nicht nur behaglich und ästhetisch sondern auch bauwerkserhaltend.

Viele Grüße Gerd



Innendämmung



Hallo Heike Schendel,

unser 300 Jahre altes Fachwerkhaus hat seit 5 Jahren eine Innendämmung wie Anette Mailand beschreibt: Holzleichtlehm + Schilfrohrmatten. Wir sind mit diesem Wandaufbau sehr zufrieden! Allerdings müssen einige Besonderheiten bei der Konstruktion und Verarbeitung beachtet werden - Michael listet es ja gut auf. Weitere Einzelheiten gebe ich gerne weiter, einfach mich anschreiben.

Gruß

Richard Lehner



Anmerkung



Unabhängig vom verwendeten Dämmstoff sollten die Fachwerkhölzer vor Aufbringen der Dämmung von innen mit Lehm verputzt werden. So wird verhindert, dass evtl. bis an die Innenkante der Hölzer eingedrungenes Wasser an ihnen hinunter fließt und Schaden anrichtet...

Gruß Frank