Innendämmung und Verputzen

20.03.2005



Hallo,

wir haben vor 2 Jahren ein bereits durch viele Hände gegangenes Fachwerkhaus gekauft. Zur Zeit beschäftigen wir uns mit einem Umbau wegen Nachwuchs. Bei der Gelegenheit haben wir die "Dämmungsaktivitäten" des Vorbesitzers entfernt (Rigipsplatten mit rückseitig aufgeklebten Styroporplatten), um mal zu sehen was sich so dahinter verbirgt. Ich habe daher auch mal den Putz bis auf die Balken abgeklopft. Die Gefache sind mit Leichtbetonsteinen ausgemauert. Nach allem was ich bihser so erfahren habe ist das wegen des hohen Zementanteils nicht gerade optimal. Schäden am Fachwerk kann ich allerdings keine feststellen. Welche Schäden soll Zement denn überhaupt verursachen ? Jetzt aber zur eigentlichen Frage:

Was mach ich mit den Außenwänden denn jetzt ? dämmen oder lieber nicht und wenn ja womit ? Ich dachte eigentlich an Holzfaser oder Lehmbauplatten mit zweischichtigen Lehmputzauftrag. Macht das bei dieser Ausfachung überhaupt Sinn ? Und muss ich den zementhaltigen Putz auf den Ausfachungen unbedingt vorher entfernen oder kann der bleiben ? Wer hat Erfahrungen, die mir weiterhelfen können ?

Vielen Dank schon mal.

Thomas Krüll



Innendämmung und verputzen



Zement hält, anders als Lehm und Kalk, die Feuchtigkeit. Sie bleibt zwischen
Zement und Holz und kann so nachhaltige Schäden am Fachwerk verursachen, die
nicht auf den 1. Blick zu sehen sein müssen. Zement ist zudem härter als Kalk
und macht die Bewegungen im Fachwerk nicht mit. Bei uns wurden die Zementputze
nach außen gedrückt, Wasser konnte eindringen und nicht mehr zügig entweichen.
Dadurch wurde ein großer Teil der Staken und des Weidengeflechts zu Staub, so
daß wir leider gezwungen sind, alle Außengefache zu erneuern. Deine Vorstellung
der Dämmung ist in Ordnung. Den Zementputz würde ich auf jeden Fall
entfernen.

Gruß aus Dortmund

Harald Vidrik



Innendämmung und Verputz



Vielen Dank für diese schnelle Reaktion. Was die Dämmung betrifft bin ich wohl auf dem richtigen Weg. Um das entfernen des Putzes komme ich nicht herum, o.k. Aber nochmal zur Ausfachung gefragt: Diese Leichtbetonsteine sind soweit ich weiss nichts anderes als ein Gemisch aus Zement und Blähton o.ä. (je nach Herstellungsdatum). Da das gesamte Gebäude von außen verkleidet ist (Holzlattung mit aufgenagelten Bohlen, teilweise auch verschiefert was in unserer Region halt so typisch ist) möchte ich die Ausfachungen nur ungern entfernen - zum einen weil ich von außen nicht drankommen ohne die gesamte Außenhaut (die erst ca. 10 Jahre alt ist) zu entfernen - zum anderen aber auch weil die unmittelbare Gefahr von Schlagregen nicht besteht und ich daher mal davon ausgehe, dass die Feuchtigkeitsbelastung nicht alszu hoch ist.

Da der Wandaufbau für die vorgesehen Dämmung aber diffusionsoffen sein soll, bleibt die Frage ob das den speziell mit dieser Ausfachung funktioniert.

Kann mir da noch jemand was zu sagen.

Ach so: Welche Stärke sollte ich für eine Däämung mit Holzweichfaserplatten denn wählen. Ich bin in einschlägiger Litaeratur auf die Aussage gestossen, dass diese nicht stärker als 5-6 cm sein darf.



Innendämmung



Hallo Thomas,

genaue Werte über die Durchlässigkeit von Leichtbeton können Dir  Fred
Heim oder Bernd Fröhlich geben. Ich glaube aber, das Du hier mit einer
Innendämmung mit Leichtlehm (Blähton oder Holz) in Verbindung mit einer
Wandheizung besser bedient wärst. Wir machen bei uns eine 10 cm dicke
Dämmschicht aus Blähtonleichtlehm und davor eine Wandheizung in Lehm eingeputzt.
Wir kommen dann auf eine Lehmschicht von ca. 15 cm. Durch die Wandheizung werden
die  Außenwände temperiert, so daß Du hier auch noch einen konstruktiven
Holzschutz hast, ohne die Gefache auszutauschen.

Gruß aus Dortmund

Harald Vidrik



Hallo,



ich habe Ausfachungen mit zemetgebundenen Bimssteinen gesehen die nach über 10 Jahren noch föllig intakt waren, auch das angrenzende Holz. Wichtig ist es jetzt die Innendämmung richtig aufzubauen. Auch Wandhizungen bzw. temperierungen können hier bauwerkserhalten wirken. Viele Grüße Gerd Meurer



Dämmung



Hallo Thomas,
da eh das Haus von aussen gegen Schlagregen gesichert ist,
würde ich die Gefache erhalten.
Ich sehe dort keine Gefahr für das Balkenwerk.
Als Innendämmung empfehle ich Dir 60mm Unger-Diffuthermplatten (Holzfaser)anzubringen.
Der gesamte Wandaufbau würde dann ca8cm betragen.
Auf Wunsch liefere ich Dir sogar die entsprechende Berechnung. Hierzu bietet die Firma Unger dann eine Stellungnahme,das dieser Aufbau mit Dämmung funktioniert.
Solltest du Fragen haben ruf einfach an.
Desweiteren ist der Putz zuentfernen um die Platten befestigen zu können und einen höheren Wandaufbau zu vermeiden.(Raumverlust)
Einfach zu sagen: Bis 6 cm, ist nicht ganz richtig.
Das sieh eher als eine Art Faustregel.
Diese Platten kannst du mit Sicherheit auch in 80mm Innen montieren.
Um jedoch Sicherheit zu haben, benötigt man den genauen Wandaufbau mit samt Stärken und es kann eine Berechnung erfolgen.
Gruß Markus Bönneken