Fachwerkhaus Innendämmung mit Lehm

21.08.2004


Hallo Ihr Erfahrenen
Habe mir ein denkmalgeschützes Fachwerkhaus zugelegt. Möchte okologisch mit Lehm dämmen. Welche Innendämmung ist geeignet, wenn ich die Ausfachungen mit Lehmbausteinen geschlossen habe?
Stampflehm hat zu lange Trockenzeiten die ich nicht einhalten kann. Nach meiner Information mindestens 3 Monate über die Wintermonate. Die Variante mit Strohmatten in 10 Zentimeter Stärke soll wegen der kapillaren Unterbrechung nicht sinnvoll sein und wie befestige ich da ein Regal an der Wand?
Was bleibt da übrig?
Vieleicht kann mir da jemand einen guten Tipp geben. Vielen Dank schon mal im Voraus



Innendämmungen beim Fachwerkhaus!!


Innendämmung aus Lehm

Guten Tag Gisbert Müller
zu ihrer Frage wie hier im Fachwerkforum gestellt haben gibt es mehrere Möglichkeiten
1. sie schauen im Fachwerkforum unter Suche nach und geben die Begriffe ( Innendämmungen/Dämmung/Fachwerkdämmung) ein dort werden die bestimmte fündig
2. im Internet unter www.Claytec.com dort ist auch eine Menge geschrieben über Fachwerk Innendämmungen

Wenn Sie aber dennoch Fragen zur Fachwerk Innendämmungen haben können sicher mit mir in Verbindung setzen

Mit zimmerlichem Gruß
Andreas Vollack
aus Hann. Münden



Innendämmungen


Innendämmung

Und noch ein Bild



Innendämmungen


Innendämmungen

Und das letzte Bild



"Dämmung"



Sehr geehrter Herr Müller,
zu der von Ihnen gestellten Frage möchte ich Sie berichtigen,da Lehm keine große Dämmeigenschaften besitzt, vielmehr jedoch Speichereigenschaften.
Die "Dämmeigenschaft" des Lehmes kann zwar mit Strohanteilen ein wenig erstellt werden,ist jedoch nicht besonders gut. Von einer Strohmattendämmung halte ich persönlich wegen des Verarbeitungsaufwandes nicht viel.
Ich rate Ihnen zu einer Innendämmung mit Unger-Diffutherm
Holzfaserweichholzplatten. Näheres gibt es bereits hierzu im Vorum zu lesen.
Unsere Erfahrungen hiermit sind bereits sehr gut.
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen
M.Bönneken



Holzweichfaserinnendämmung...



...ist aber dahingehend sehr kritisch zu betrachten, wenn diese keine Heizungsunterstützung (Wandheizung bzw. Fußleistenheizung) bekommt.
Es handelt sich ja hierbei ebenfalls um organische Substanz und diese verhält sich in thermisch kritischen Punkten dann auch sehr problematisch (kühle Ecken oder Deckenübergänge usw.). Also soll heißen, daß es da auch zu Fäulniserscheinungen kommen kann!
Eine Innenschale aus Lehmbaustoffen ist da schon sinnvoller, wenn das Heizthema nur konventionell ist.
Innenlehmschalen können mittlerweile schon sehr gute Dämmeigenschaften aufweisen, da es hier schon sehr gute Kombimaterialien am Markt gibt. Mit Blähglas oder Blähbims versetzt kann man da schon Gewichtungen von 600 -700 kg/m³ herstellen und diese dann als Innendämmschale homogen eingestampft ausbilden.
Oder eben mit Lehmsteinen in dieser Materialwahl homogen vormauern.
Zu weiteren detailfragen stehe ich Ihnen auch gern im weiteren Wort zur Verfügung.

Beste Grüße zum Sonntagausklang vom Lausitzer Lehmbauer.



Innendämmung



Es gibt ein Gesetz, das heißt Einergieeinspargesetz, daraus folgt die Energieeinsparverordnung. Diese Verordnung ist für alle Baumaßnahmen gültig. Daran sollte nicht vorbei diskutiert werden.
Hallo Herr Müller,
ich empfehle Ihnen, dass Sie sich einen entsprechenden Fachmann eine entsprechende Fachfrau an die Baustelle holen und ermitteln lassen, welche Dämmwerte Sie einhalten müssen, oder Sie setzen sich mit mir in Verbindung.
In der Sanierung gibt es Standartwerte die einzuhalten sind. Für eine Außenwand U<=0,35 W/(m²K). Wollen Sie diese Dämmwerte durch eine "Lehmdämmung" erreichen, wird vielleicht von Ihren Raumabmessungen vielleicht nicht mehr viel übrig bleiben. So bleiben Ihnen die folgenden Möglichkeiten:
1. Ihre Räume sind groß genug und Sie können Wanddicken von ca. 55 cm ausführen, dann können Sie mit "Lehm dämmen".
2. Sie setzen eine Innendämmung aus Holzweichfaserplatten o.ä. ein. Dann sind die evtl. entstehenden Wärmebrücken vor allem bei einbindenden Bauteilen wie Decken und Zwischenwände besonders sorgfältig zu planen und auszuführen. Entsprechende Hilfestellungen gibt es von Seiten der Hersteller.
3. Sie lassen das Gesamtgebäude wärmetechnisch überprüfen. Sie haben die Möglichkeit, wenn Sie das wollen eine evtl. mangelhafte Dämmung der Außenwand durch eine bessere Gebäudetechnik auszugleichen.
4. Sie gehen den Weg der Ausnahmegenehmigung. Bei einem Denkmal oder bei einer Baumaßnahme, die nachweislich nicht wirtschaftlich durchzuführen ist können Ausnahmen von den nach EnEv geforderten Werten zugelassen werden.

Die Berechnungsverfahren nach EnEV lassen es auch zu verschiedene Varianten miteinander zu vergleichen bevor man sich für eine entscheidet. Allerdings fallen natürlich bei diesen planerischen Arbeiten Honorarkosten an.



Re



Im Großen und Ganzen haben Sie ja Recht Hr. Hein, aber meine Betrachtungen deffinieren sich diesbezüglich immer am denkmal, und somit gibt es dort ja nur Annäherungen.
Desweiteren gibt es ein sehr aufschlußreiches Fachbuch von Claus Meier, "Richtig bauen", ISBN 3-8169-2187-6, wo einmal die Wärmeschutzverordnung aus einem fachlich ganz anderen Gesichtspunkt betrachtet und deffiniert wird.
Desweiteren wird zwar immer nur über die Energieeinsparungen geschwafelt, aber über die sogenannte Primärenergien (Baustoffherstellung, Materialrecycling etc.).
Klar kann man alles total wissenschaftlich betrachten, doch ist es sinnvoller, vernünftige Lösungen mit dem Bauherren gemeinsam zu erarbeiten und umzusetzen.

Grüße an die Fachgemeinde.



@ Udo Mühle



Ich gebe Ihnen in Punkten recht:
1. Man muß immer vernünftige Lösungen mit dem Bauherrn gemeinsam suchen.
2. Der Primärenergieverbrauch ist natürlich in der Gesamtbilanz ein wichtiger Punkt.

Zu erstens sollte man aber vernünftige Lösungen auf der Grundlage der Gesetze suchen und nicht den Bauherrn raten gegen die Gesetze zu arbeiten, da er dadurch unter Umständen Nachteile erleidet.
Zu zweitens: Die Diskussionen um die Fragen bis zu welcher Dämmstoffstärke dämmen überhaupt, unter Berücksichtigung des Primärenergieverbrauchs, sinnvoll ist, kenne ich natürlich und hierzu hat sich nicht nur Herr Meier geäußert. Die EnEV läßt mir aber so viel Spielraum, dass ich diese Dinge ohne weiteres einbeziehen kann. Niemand verbietet die anderen Kriterien wie Primärenergieverbrauch, Recycling, Wirkung auf das Raumklima, Verträglichkeiten unterschiedlicher Baustoffe untereinander und für die Bewohner, Einsatz von Dampfbremsen oder Sperren der verschiedensten Art (natürlich nur wo erforderlich) in die Planungsüberlegungen mit einzubeziehen.
'Wissenschaftliche' Betrachtung der Situation macht natürlich Vergleiche möglich die es den Bauleuten leichter machen kann sich eine von vielen unterschiedlichen Lösungsansätze zu entscheiden.
Letztendlich sollte das Thema Energie natürlich für alle Bauleute ein Thema sein, natürlich nicht als einzige Kriterium.



Lehm-Innendämmung



Hallo Herr Müller.

Wir haben in unserem Fachwerkhaus dieses Problem mit Strohmatten und Holzleichtlehm gelöst. Für weitere Infos können Sie mich gerne anrufen: 06105/277216

Gruß
R. Lehner




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