Fachwerk Innendämmung

16.02.2010



Nach 4 Monaten hin und her - welche Art der Innen-Isolierung für meine Außenwand in Frage kommt - würde ich gern hier meinen Wandaufbau einmal vorstellen.

Leider war es bisher so, dass ich 4 Leute fragte und 8 Meinungen bekam. So entstand eine Lange Zeit der Verunsicherung.

Von außen nach innen – (sichtbares Fachwerk)

14er Kantholz Fachwerk – Gefache mit Rotbrandziegel, außen Kalkputz
1,5-2cm Kalkputz mit Streckmetal zur Hohlraumbeseitigung
Thermoroom von Gutex
Wandheizung (dort wo möglich)
3cm Lehmunterputz
Lehmfeinputz

Nun hier noch 2 Fragen:
1. Wärmedurchlasswiderstand bzw., wie stark darf gedämmt werden.
Lt. Frauenhofer wird empfohlen den Wärmedurchlasswiderstand R der zusätzlich angebrachten Innendämmung auf 0,8 R(m2K/W) zu begrenzen um Tauwasserschäden zu vermeiden. Oder! einen kapillaraktiven Dämmstoff zu verwenden, der das anfallende Tauwasser wieder zum Raum hin zurückführen kann.
Die Thermoroom ist kapillaraktiv. Bei einer Innendämmung von 40mm wäre der R Wert schon (lt. Hersteller) bei 1,0 R(m2K/W). Dies ohne die anderen Aufbauschichten zu berücksichtigen. Jedoch wie dick ist verträglich, lieferbar ist die Platte bis 100mm.
Sicher kann man hier nicht dämmen wie man gerade lustig ist und anfallendes Tauwasser muss in einer angemessenen Zeit wieder abgegeben sein. Zu dünn will ich nun auch wieder nicht dämmen, sonst spare ich mir das Geld und heize gegen die nackte Außenwand. Was sicher das Beste für mein Haus wäre.

Hat jemand schon einmal einen solchen Wandaufbau ausgeführt? Wer kann mir den Taupunkt berechen? Meine Plz 17406.

2. Fugen zwischen dem Holz und Gefache, dort wo etwas Schwund im Holz ist, werde ich mit Kalfater-Hanf diese Fugen ausstopfen. Was meint ihr dazu?

Vielen Dank schon einmal für Eure Anregungen!
Sven



Fachwerk-Innendämmung



Hallo,

Ihre Überlegungen sind richtig, auch der Wandaufbau ist korrekt.
Ich würde aber bei Fachwerk lieber einen Lehmausgleichputz verwenden, der durch Trocknung fest wird. Ein Kalkunterputz härtet an der Luft aus, die er aber bei Luftabschluß nicht mehr hätte.
4 cm sind unproblematisch. Ich würde sogar die Raumluft ein wenig "konditionieren" und energiesparend auf 6 cm erhöhen.
Wie? Durch Einbau einer kontrollierten Wohnungslüftung, die bedarfsgesteuert geregelt ist.

Die Tauebene liegt eindeutig auf der Ziegelwand, der Taupunkt (die Taupunkttemperatur) hängt von den klimatischen Randbedingungen ab.
Der rechnerische Nachweis ist mit herkömmlichen Programmen nach Glaser aber nicht zu erbringen, da diese nach dem 2.Strahlensatz programmiert sind und keine Stoffkennwerte berücksichtigen außer eben dem Diffusionswiderstand.

Den Hanf würde ich in Lehm tränken.

Viel Erfolg



Fachwerk Innendämmung



Danke
Hr. Beckmann.

Die Anregung mit dem Lehmausgleich und den Hanf in Lehm zu tränken finde ich super!

Zur rontrollierten und bedarfsgesteuerten Wohnungslüftung, dies soll nicht sarkastisch klingen aber meinen Sie ein Fenster ;-) , ansonsten kann ich mir nichts weiter darunter vorstellen.

Auf die 40mm bzw. 60mm starken Dämmung würde gern noch einmal eingehen. Ich würde gern min. 60 oder lieber sogar 80mm nehmen. Dies ist in meiner 1. Frage nicht rüber gekommen.

Danke!
Sven



Eine Dämmung in der



angedachten Form wird i.d.R. bis 60 mm als unkritisch eingestuft.

Bei Ihrem Wandaufbau (sehe ich da Feldbranntziegel?) sind sicherlich auch 80 mm gerade in Kombination mit einer Wandheizung unkritisch. Wir haben selbst Projekte in Kombination mit einer Wandheizung bis 100 mm Dämmstärke (Weichholzfaser) bei ähnlichem Wandaufbau realisiert.

Grüße