Innendämmung bei Naturstein

24.09.2008



Tag zusammen!
Nach langer Suche habe einen Architekten für unser Vorhaben hier in Nord-Lettland gefunden. Aber es gibt viele Details zu diskutieren. Ich wende mich hier ans Forum mit einer wohl fast "klassischen" Frage nach der Innendämmung für die Natursteinwände unseres zukünftigen Wohnhauses.

Die Fakten: 60-80 cm starke Außenwände, Wintertemperaturen von -20 bis -25 Grad (für ca. 2 Wochen im Winter), Extremtemperaturen von bis zu -35 Grad.

Zwei Meinungen von zwei Architekten:
A) Außenwand, 10 cm Luftspalt, Dampfsperre, Wärmedämmung (Heraklith), Putz (nach Wahl)
B) Natursteinwand von innen mit Lehmputz glätten, 7 cm Holzfaserweichplatten, Lehmputz innen

Prinzipiell gefällt mir Variante B besser. Aber funktioniert das auch bei den hiesigen Extremtemperaturen? Kann man dieses Gebäude überhaupt bewohnbar machen?

Es geht sicher nicht darum, den möglichen "Dämmwert" eines Neubaus zu erreichen. Geheizt wird mit ordentlichem Holzvergaserkessel und Holz wächst rundherum in Unmengen nach. Aber ich will auch nicht permanent nachwerfen müssen...



Innendämmung



Keinen Luftspalt einbauen!

Nehmen Sie Variante 2.

Viele Grüße



Kann man dieses Gebäude überhaupt bewohnbar machen?



Hallo Herr Grabowski,

warum nicht? Auch ich würde die Variante B eindeutig vorziehen. Aber bei dem Foto fällt mir noch was auf:

Kniestock auf der Traufseite und die Giebelwände sind mit Holz verschalt. Ist darunter ebenfalls der Naturstein? - Wenn ja - was spricht dann gegen einen Außendämmung? Das würde die Optik dort nicht sehr verändern.

Grüße

Frank



Bleibt denn der Frost auch draußen?



Vielen Dank für die schnellen kurzen Reaktionen!

@Frank Lipfert: Wo man Holz sieht ist auch Holz drin. Der Naturstein ist nur da, wo er sichtbar ist.

Nachfrage zur Präzisierung, auch @Georg Böttcher:

Ist die Bemessung von 7 cm für die Dämmung ausreichend?



7cm Holzdämmplatten...



ist für mich ein etwas ungewöhnliches Maß. GUTEX hat die Thermoroom z.B. nur in 2cm- Schritten und das auch nur bis 8cm. Hier scheint dann auch das Ende der sinnvollen Möglichkeiten zu liegen.

Näheres unter

http://www.gutex.de/sanierung/innendaemmung/index.html

Wie sieht denn der Aufbau der Außenwände vom Dachgechoss aus und wie wollten die zwei Architekten diese dämmen?

Grüße

Frank



7,5 cm Isoplaat



@Frank Lipfert: Das war ja wieder eine flinke Antwort. Ich denke über 3 x 2,5 cm oder 1 x 5 plus 1x 2,5 cm Platten der Marke Isoplaat nach. Kennt in Deutschland wohl niemand, weil sie hier in der Nachbarschaft, nämlich in Estland, hergestellt werden. Das Das Werk ist 150 km vom Bauplatz entfernt. :-)

Das Dachgeschoss wir vermutlich bis auf die tragenden Teile abgeräumt. Über die Dämmung des Drempels haben wir noch nicht gesprochen. Das Dach soll aber "von oben" gedämmt werden, damit die schöne Holzkonstruktion innen sichtbar bleibt.



3 x 2,5 oder 1 x 5 und 1 x 2,5 als Innendämmung mit Lehmputz...



wie geht denn da die Verbindungstechnik? Wenn es nicht eine massive Platte ist, dann mußt Du die zwei ja irgendwie verbinden. Mit Tellerdübel? - da würde ich lieber eine Platte nehmen die massiv die 7 oder 8cm bringt und ich auch die Zusicherung habe, dass der Putz drauf hält.

Grüße Frank



Wegen der Dachdämmung...



Du schreibst:

"Das Dach soll aber "von oben" gedämmt werden, damit die schöne Holzkonstruktion innen sichtbar bleibt."

Bitte überdenke dabei, dass Du bei extremen Temperaturunterschieden Dir bei dieser Art von Dämmung mehrfach Durchbrüche von der Warmseite zur Kaltseite hin gönnst, die du kaum in den Griff bekommst.

Ich spreche hauptsächlich von den Sparren die Du innen sehen willst - aber außen auch noch eine Funktion haben. Übliche Längsrisse im Holz kann man nicht Abdichten und dort wird es zu Kondensat kommen.

Dieses Detail bitte sehr gut abstimmen.

Grüße

Frank



Scheune



Hallo,

an dem sehr schönen Foto fällt mir auf, daß die Menschen in früheren Zeiten wahrscheinlich oben gewohnt und sich von unten vom Vieh haben wärmen lassen.
Ich hab da so meinen Verdacht, wie die Holzbalken aussehen könnten.

Außenwand Erdgeschoß: Die Dämmplatten sind in Ordnung, ich würde aber die Zahl der Schichten auch begrenzen, möglichst auf eine. Alles andere kostet zu viel.
Was machen Sie mit dem Boden ?
Meine Empfehlung: Leichtbeton.
Obergeschoß: Man müßte die Innenkonstruktion sehen, aber wenn Sie es mit Holzweichfaserplatten machen, wechseln Sie nicht so oft das Material.

Grüße



Modifikation zur Variante B:



Auf die Holzweichfaserplatten Wandheizung, dann mit Lehm verputzen.

Über eine intelligente Regelung sollte dann allerdings der Vorlauf reduziert werden.

Grüße

Thomas



Dämmung mit 12 cm Holzfaserweichplatten



Hallo mal wieder,

mittlerweile sind 2 Monate seit meiner Frage vergangen, und die Diskussionen gingen weiter. Ich bin mittlerweile angelangt bei folgender Lösung:

Natursteinwände mit Lehm ausgleichen
12 cm (!) Holzfaserweichplatten, damit die Kälte draußen bleibt
Lehmputz (ja, auch mit Wandheizung, wo es geht)

Letzte Variante meines Architekten für den Wandaufbau war (von außen nach innen):

- Natursteinwand
- 5-10 cm Luftspalt
- Windschutzplatte Isoplaat (http://www.isoplaat.eu/pdf/ger.pdf)
- 11 cm "Ökowatte" (das heißt auf Deutsch anders, siehe http://www.vekover.lv/ger/produkcija/ )
- Heraklith (hier: Fibrolith)
- Lehmputz
Das ganze soll in ein Holzständerwerk (ist das der richtige Ausdruck?!?)

Jetzt muss ich sehen, wo ich regional Holzfaserweichplatten bekomme. Die Esten produzieren nur bis 25 mm Plattenstärke. Also muss ich wohl nach Ostpolen fahren..

@ Dietmar Beckmann:
Unten war Stall, oben Heu (deswegen auch die Auffahrt). Die tragenden Balken sind weitgehend ok, werden aber voraussichtlich gegen geleimte Balken ausgetauscht. Die alten Balken sollen dann an geeigneter Stelle verbaut werden.

Ich werde dieser Tage mal ein paar Bilder in mein Profil hochladen.

Liest mich wohl noch jemand? :)



das mit Luftspalt und Windschutzplatte inkl. Ökowatte....



gefällt mir bauchmäßig nicht so gut. Außerdem frage ich mich, ob aus dem Innenraum nicht bald ein schmaler Flur wird, wenn die Wandschichten immer breiter ausfallen. Der Übergang zu dem Kiniestock im OG ist dann auch problematisch.

Wieweit die 12cm das Mauerwerk nicht zu kalt machen kann ich bauphysikalisch nicht beurteilen. GUTEX z.B. läßt die Thermoroom nur bis 8cm zu.

Das mit der Wandheizung ist eine gute Ergänzung - sollte im Winter aber ohne Unterbrechung funktionieren...

Grüße

Frank