Dämmung im Holzrahmenbau - WIE???

26.03.2019



Hallo!
Ich bin neu hier in diesem Forum und habe keine Ahnung, ob die folgende Frage, die ich habe, bereits
schon mal beantwortet worden ist. Also seht es mir ggf. nach.

Folgende Situation: EHF, Baujahr ca. 30er Jahre, OG Holzrahmenbauweise, Aufbau von innen nach außen an den Giebelseiten: Sauerkrautplatte mit Putz, dann Holzständerwerk (hier mal ein Brett, da mal ein Brett) dann Hohlraum von ca. 10cm. dann Dachpappe, dann Holzschalung, dann Sauerkrautplatte und außen Kratzputz.

Vorab: ich bin kein Freund von Dämmung im Sinne von Tüte übers Bein und oben zubinden, mal gucken was passiert. Ich denke die Lüftung wurde damals nicht nur aus Mangelgründen, sondern womöglich auch ein Stück weit mit Sinn gemacht (ich weiß, da scheiden sich hier zwei Lager).
Mir wurde nun handwerkerseits geraten, die ganzen Holzfaserplatten runterzureißen und Dämmung rein und dann mit GK verkleiden und verspachteln.
Frage: welche Möglichkeiten/ Notwendigkeiten seht ihr hier:
Meiner Meinung nach sollten solche Arbeiten am Altbau in einem gewissen Verhältnis zu dem erwartenden Nutzen stehen. Muss tatsächlich das ganze Zeug runter? Wird der zu erwartende Nutzen tatsächlich die zu erwartenden Kosten übersteigen?
Zudem frag ich mich wie man den Dämmstoff dann von außen vor Feuchtigkeit schützen kann. Ich will natürlich nicht auch noch außen alles runterreißen müssen, um eine Folie anzubringen. Außerdem hätte ich ehrlich gesagt die Befürchtung, dass ich mir den Schimmel reinhole, wenn ich alles mit Dämmung dicht mache.
Ich weiß hier wirklich nicht weiter und würde mich daher um konstruktiven Rat freuen.
Danke schonmal dafür!
Gruß



Dämmung



der Überschrift entnehme ich, dass bereits eine Entscheidung zur dämmung gefallen zu sein scheint, es geht nur noch ums WIE. Aus welchem Anlass ist da ein Handwerker vor Ort ? Es fehlen zur Beratung wohl noch ein paar Angaben:
- handelt es sich bei dem OG um ein Dachgeschoß?
- wenn ja, wie ist der Dämmstatus der Dachschrägen?
- wie wird das OG derzeit genutzt, welche Nutzung ist geplant
- wie ist der Dachüberstand über den Giebeln, werden diese bewittert und schlagregenbelastet?
Die Lage Dachpappe verhindert natürlich die Feuchtediffusion nach außen. D.h. im Winter wird sich gegenwärtig an der Innenseite der Pappe Kondenswasser niederschlagen. Konntet Ihr das beobachten, scheinbar habt Ihr ja die Wandkonstruktion geöffnet, weil ja der Aufbau bekannt ist. Mit den Holzfaserplatten, die erwähnt werden sind wahrscheinlich die Sauerkrautplatten gemeint. Welche Dämmung wird denn vom Handwerker vorgeschlagen?

Grüße Pope



Dämmung im Holzrahmenbau - WIE???



Hallo Pope,
danke dir schon mal für dein Interesse und deine Antwort.
Ja, das OG ist ein Dachgeschoss (Satteldach), Kaltdach, ungedämmt (wird demnächst erledigt, wobei wir uns auch hier die Frage stellen, ob die auch dort angebrachten und verputzten Sauerkrautplatten ab sollen (zusätzlicher Stress, Geld) oder wir leben damit und lassen den Dachdecker von Außen zwischensparrendämmen (sicherlich nicht die optimalste Lösung, wir sind uns noch nicht sicher.

Zurück zu deinen Fragen: Das EFH ist entkernt, künftig sollen die Räume bewohnt werden.
Dachüberstand über Giebeln ca. 30cm, also sehr bewittert, da Giebel dem häufigen Westwind ausgesetzt ist.
Die Dachpappe muss als Dampfsperre raus, wenn tatsächlich gedämmt werden soll. Ich bin unentschlossen. Am liebsten würde ich alles dran lassen...
Das Problem ist, dass man selbst unter Handwerker kaum Leute findet, die eine für mich als Laien logische und Nutzen-Aufwand-entsprechende Lösung anbieten können.
Sicherlich argumentieren sie selbstverständlich "Platten innen runter, Dämmung rein, Dampfbremse fertig, sonst krichst du die Hütte nicht warm" - so ein angstmachender Blödsinn, die Vorbesitzer haben sie auch warm bekommen.



Dämmung



1. Zur Giebelwand: Nochmal: Offensichtlich habt Ihr die Wand geöffnet, um den Aufbau zu begutachten. Gab es sichtbare Schäden am Holzrahmen? Wenn Ihr nicht dämmen wollt, müßt Ihr nicht dämmen, es ist eine Entscheidung des Wohnkomforts. Unsere Vorfahren waren halt kältetoleranter oder kannten noch den guten alten Schafwollpullover.
2. Zum Dach: Da wäre bei neuer Deckung eine Aufsparrendämmung aus Holzfaser interessant, z.B. UdiTop o.ä. Zwischen den Sparren eine Dämmung einbringen geht auch, jedoch sollte die dann aus kapillaraktivem Dämmstoff, also z.B. flexibler Holzfaser sein, weil die vorhandenen Sauerkrautplatten +Putz nur eine bedingte Feuchtebremse darstellen. Bei der Verwendung von Mineralwolle besteht ohne innere Dampfbremse die Gefahr der Auffeuchtung. Den Dachaufbau unter Beibehaltung der inneren Verkleidung sollte sich ein Bauphysiker mal durchrechnen.



Dämmung im Holzrahmenbau - WIE???



Ok, mal sehen, das Blöde ist, dass wir an die Giebel ranmüssen zwecks Einbau zweier Fenster.
Ohne entsprechenden Rahmenbau werden die sicherlich nicht einzubauen sein, wenn man den aktuellen Aufbau einfach dranließe, oder?

Zum Dach: ich hatte an Steico Holzfaserdämmung gedacht. Könnte die der Dachdecker von außen einfach so ohne weitere Folie quasi direkt auf die inneren Sauerkrautplatten legen, darüber ein genügenden Hinterlüftungsraum, dann Unterspannbahn und Dachziegel drauf?
Dann könnte ich den inneren Aufbau an den Dachschrägen beibehalten. Denn Kalkputz und die Krautplatten sind meiner Meinung nach gute Feuchteregulierer.



Bauvorhaben



naja, wenn eh Fenster rein sollen muss natürlich die Wand geöffnet werden. Und ja, es sollte ein Rahmen eingesetzt werden, der mit dem Rest des Giebelrahmens verbunden ist, irgendwo müssen die Fenster ja festgemacht werden. Ich finde, das wird jetzt für ein Forum zu detailliert und sollte vor Ort entschieden werden. Aber es könnte überlegt werden( wenn eh reingerissen wird), den Zwischenraum mit Isofloc auszublasen und eine hinterlüftete Vorsatzschale außen aufzubringen, um Schlagregenfeuchte zu vermeiden.
Zum Dach: Die USB sollte direkt auf die Dämmung gebracht werden, ohne Hinterlüftung, damit die Dämmung nicht von Luft durchströmt werden kann, dies würde die Dämmwirkung arg beeinträchtigen. Als Hinterlüftung reicht die vertikale Konterlattung unter der Dachlattung, wo die Ziegel draufhängen vollkommen aus. Mit diesem Aufbau wäre sowohl die Diffusionsoffenheit der Konstruktion als auch die Winddichtigkeit gewährleistet.