Dachbodendämmung nur womit




hallo alle zusammen, benötige einen guten Rat. Haben ein etwa 100 Jahre altes Fachwerkhaus gekauft und sind nun dabei es etwas zu Modernisieren.

Mein Anliegen: der Daboden ist noch nicht ausgebaut, soll aber in ein paar Jahren gemacht werden. Der Boden war mit einer Lehm - Bims Mischung und zusätzlichen zwischenhölzern gedämmt, darauf wurde ein ca 5 cm dicker Estrich gegossen, welcher über den Trägerbalken aufgeplatzt war. Nachdem ich meinem Mann überredet hatte mal nachzugucken was sich unter dem Estrich befindet, waren wir beide uns uneinig über den weiten verlauf der Arbeiten.

zum einen kann man genau erkennen, dass der nette aber gemeine Holzwurm am werk war, denn die Trägerbalken weisen löcher auf und auch die verbauten zwischenhölzer konnte man teilweise mit der blossen Hand zu Staub zerbröseln.
Mein Mann meinte, dass der Holzwurm nicht mehr am leben sei, und die vorhandene Dämmung für die heuteige Zeit sehr gut sei. Klar der Dachboden ist Trocken auch das gesamte Haus ist Trocken, auch wenn es ca. 3 Jahre lehr stand. Nur mach ich mit Sorgen um den nicht all so netten Holzwurm, deshalb ist die gesamte Dämmund kurzerhand rausgeflogen und nun sind da nur noch die Trägerbalken zwischen dem OG und dem Dachboden.

Meine Fragen:
1. was ist mit dem Holzwurm, sollten wir einen Kammerjäger/Spezialisten rufen. Neue spuren vom Holzwirm waren nicht zu erkennen, das Mehl sah eher dunkenl und alt aus.

2. womit sollten wir besser Dämmen? Wenn wir den Dachboden ausbauen, will ich die Schräge entweder mit Zellulose oder Hanf dämmen lassen, da habe ich auch das OK von meinem Mann. Nur jetzt benötigen wir eine neue Decke im OG bzw. neuen Boden im DG, ich wollte wieder mit Blähton oder Glassschaum-Granulat dämmen, er ist sich da uneinig, entweder mit Glaswolle oder mit Hanf, tendiert aber mehr zu Glaswolle.

Was denkt Ihr? Ist Blähton eigentlich geeignet für die Demmung in der Decke? bzgl. Schalschutz und Wärme???


Danke im Voraus für Eure Vorschläge und Meinungen.

Lg Olga



Deckenaufbau



Da die Decke nun mal schon skelettiert ist, bleibt nichts anderes übrig als sie wieder neu aufzubauen.
Ob der Holzschutzsachverständige und/oder ein Statiker und/oder ein Zimmerermeister kontaktiert werden sollte hängt vom aktuellen Status der Balkenlage ab. Nach dieser Überprüfung kann dann entschieden werden, ob und welche Arbeiten an den Balken erforderlich sind.
Vorausgesetzt die Tragfähigkeit stimmt bzw. ist wieder hergestellt, die Auflager und die Wandverankerung sind in Ordnung und der Schädlingsbefall hat sich erledigt erfolgt der Wiederaufbau als Einschubdecke.
Das bedeutet Zwischenlage (Einschub) neu montieren, Rieselschutz einbauen, Schüttung einbringen, Rauhspund als provisorischen Belag aufnageln. Dann erfolgt von unten die Montage der Deckenverkleidung, vorzugsweise mit Trockenbaumaterial.
Die Art und die Dichte der Schüttung richtet sich nach der zur Verfügung stehenden Einbauhöhe. Je weniger Höhe, je größer die Dichte. Die Materialwahl reicht je nach erforderlicher Dichte von Gehwegplatten und Sand über Lehm-Hobelspanschüttung bis zu Liapor.
In die Decke sollten Installationsdurchgänge gleich mit verbaut werden, die kann man erst mal mit Mineralwolle ausstopfen.
Betreffs der Wärmedämmung sehe ich zwei Möglichkeiten:
a) Einfachvariante
Auf der Rauhspundlage werden 2 Lagen Mineralwolle mit versetzten Stößen ausgelegt und mit Geotextil als Winddichtung und Staubschutz abgedeckt. Zur Begehung können Laufbohlen aufgeständert werden. Beim späteren Ausbau des Dachbodens kann die Mineralwolle wieder verwendet werden.
Der Zugang zum Dachboden (Einschubtreppe, Treppenhausauge) sind sehr sorgfältig luftdicht und wärmedämmend nachzurüsten.
5) Normalvariante
Voraussetzung ist die Neueindeckung des Daches inklusive einer diffusionsoffenen Unterspannbahn. Die Dämmung wird zwischen den Sparren verbaut und mit einer Dampfbremse versehen.

Viele Grüße