Dach dämmen!

14.01.2009



In meinem Siedlungshaus aus dem Jahr 1957 fehlt in einem Dachzimmer die komplette Dämmung, der Raum wurde vom Vorbesitzer als Abstellkammer und Toilette (Anschlüsse bei Hausbau angelegt)genutzt. Der Ausbau erfolgte im Hauruckakt, der Raum hatte weder elektr. Licht noch die entsprechende Dämmung unter dem Dach. Da der Raum direkt an bewohntes Terrain grenzt und ich die Toilette wieder nutzen möchte, steht eine Dämmung an.
Derzeitiger Dachaufbau von außen nach innen:
1. Frankfurter Pfannen
2. Unterspannbahn(Teerpappe), teilweise herausgerissen
3. Nichts
Derzeitiger Dachaufbau im restlichen Dachgeschoss:
1. Frankfurter Pfannen
2. Unterspannbahn
3. Luftraum zwischen den Sparren
4. Holzfaserplatten 6-8cm
5. Lattung
6. Konterlattung
7. Holzpaneelen
Die Isolierwirkung im genutzten Teil des Dachgeschosses ist ausreichend und soll beibehalten werden.
Wie stelle ich es nun am besten an, diesen Dachraum zu dämmen? Ich möchte wie im restlichen Dach eine diffusionsoffene Konstruktion nutzen und vollständig auf Plastikkram verzichten, das funktionierte vor 50 Jahren und sollte auch weiterhin möglich sein. Ich erwarte keine Wunder nur ein angenehmes Raumklima.



...wie stelle ich es am besten an...?



Einfach mal Forum durchlesen, dieses Thema wurde hier bereits zigmal erläutert



Nun ich verstehe die Frage nicht



sie sagen, das restliche Dachgeschoss funktioniert und ist in Ordnung. Warum dann nicht im WC den gleichen Aufbau? Die holzfaserplatten sind tatsächlich 50 Jahre alt? Oder sind es vielleicht Holzwolleleichtbauplatten? die wurden in der Eifel gerne verbaut.
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Fragt man mich, so sage ich, dass 6-8 cm Dämmung nicht ausreichend sind (erst recht nicht bei holzwolleleichtbauplatten) und dass die Konstruktion ohne Dampfbremse nicht funktionieren kann. Es müsste bei ein wenig Wind durch alle Ritzen blasen.



Definitiv Holzfaserplatten.



@Fred Heim
Die Dämmung besteht definitiv aus Holzfaserplatten, Heraklith o.ä. hätte ich erkannt. Mit dem Wind haben Sie bedingt recht, es bedarf jedoch einer starken Brise, bis hin zu einem leichten Sturm damit es pfeift.
Die Sache mit der Dämmung ist mir auch nur gekommen, weil mir der alte Dämmstoff beim Renovieren entgegenkam und nicht mehr brauchbar war.
Ich habe bereits einen Versuch mit Isover Klemmfilz hinter mir, in der vergangenen Woche hatten wir jedoch hier -17°C und dabei ist soviel Wasser hinter die Klemmfilze gezogen, ich hätte mehrere Eimer füllen können. Selbst wenn ich die Dampfsperre bereits drinnen gehabt hätte, wo soll das ganze Wasser hin? Es schlägt sich dann sicherlich auf anderen, kalten Bauteilen nieder, dann fängt es dort an zu gammeln und das macht es bisher nicht in unserer „zugigen Hütte“ .
Ich könnte mir folgenden Aufbau vorstellen:
1. Dachpfannen
2. verbliebene Unterspannteerpappe
3. 60(40) mm Holzfaserplatte zwischen den Sparren, mit 50(70) mm Hinterlüftung
4. Diffusionsoffenes Baupapier als Windsperre (falls nötig)
5. Gutex Multiplex-top 18 mm oder OSB-Platte als Finish

Dieser Aufbau scheint für mich einfach realisierbar und kostet mich nicht das letzte Hemd. Es handelt sich ja lediglich um ca. 9 qm Dachfläche. Meine größte Angst ist, mit Feuchtigkeit in der Dämmung diese und den Dachaufbau zu schädigen, es kommen echt Unmengen an Wasser zusammen!
Die derzeitige Wärmedämmung reicht aus unser Haus muckelig warm zu halten und das bei einem Heizölverbrauch von 1800-2000 Liter im Jahr und zusätzlichen 3-6 rm Holz (kostenlos aus dem eigenen Wald). Nur im Sommer wird es hier und da etwas zu gemütlich.



Ich mache nun einmal einen anderen Vorschlag:



ich gehe davon aus, dass ihre Sparren 11 cm stark sind.
- die vorhandene Dachpappe jeweils ca. 4 cm neben den Sparren herausschneiden.
- unter den dann sichtbaren Dachlatten 2,5 cm starke Leisten seitlich anbringen.
- 22 mm Pavatex Isolair als Ersatz für die entfernte Dachpappe. Auf die Wasserführung ist zu achten.
- nun bleiben noch 60 mm Platz für eine Holzweichfaser-Dämmplatte. Vielleicht ist eine Hanf- oder Flachsdämmung hier günstiger, weil sie sich leichter an die sicherlich nicht exakt verlegten Sparren anpassen läßt.
- Dampfbremse z.B. Pro Clima dB+
- Lattung mit Zwischendämmung, Hanf Flachs, Holzweichfaser
- Beplankung nach Wahl (Holz, Gipsfaser, Lehmbauplatte, OSB, ...)
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So kommen doch wenigstens 10 cm Dämmung zusammen. immer noch knapp, aber wesendlich besser als 60 mm.



Wird das Mauerwerk nicht feucht?



@ Fred Heim
Der Raum ist ausschließlich durch eine 10er Bimswand ,quasi Fachwerk, da ausgemauerte Dachträger, vom Treppenhaus und dem angrenzenden Schlafzimmer getrennt. Da ich nicht davon ausgehe, das die Bereiche zwischen den oberen Balken, den Steinen und dem Dach dicht sind, fürchte ich, dass hier die Feuchte Luft den Weg des geringsten wiederstand geht und durch/bzw. in das Mauerwerk zieht und es feucht wird.
Ich werde bald ein paar Fotos hochladen.



Die Nebenwege müssen natürlich klar sein.



Bisher war nur von der Dachfläche die Rede. Eine 15 cm Außenwand funktioniert dämmtechnisch natürlich ebenso wenig, wie die Dachfläche. Wände zwischen 2 beheizten räumen spielen hingegen keine Rolle.
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Die Dichtigkeit einer Wand wird durch den Putz hergestellt und die Dampfbremse der Dachfläche muss hier korrekt angeschlossen werden.