Sanierungsfragen zum denkmalgeschützen Haus.

03.08.2007



Einen schönen guten Tag zusammen!

Ich bin neu hier, bin über google-suche auf die Homepage aufmerksam geworden und finde sie sehr informativ.

Es geht um ein Denkmalschutzobjekt aus dem Jahre 1927, das wir erwerben wollen. Das Haus ist überwiegend im Ursprungszustand, lediglich die Elektrik ist erneuert worden.

Im Haus gibt es eine Nachtspeicherheizung im 1.OG und Kaminofen. Das Erdgeschoss hat gar keine Heizung, die Bewohnerin hat gelegentlich elektrische Heizkörper benutzt.

Meine Fragen nun:

1.Welche Heizungsart wäre in diesem Fall empfehlenswert?

2.Welche Auswirkungen wären zu erwarten beim Einbau neuer Fenster ohne gleichzeitige Fassadendämmung?

3.Macht es Sinn einen Energieberater zu kontaktieren und das Haus aus dieser Sicht zu untersuchen?

4.Welchen ca.-Betrag müssten wir in die Erneuerung der Sanitäranlagen einplanen? (alle Wasser- und Abwasserleitungen müssen neu verlegt werden)

Wir wissen noch nicht welche Dämmung möglich ist. Uns wäre eine Fassadendämmung wesentlich lieber, aber da das Objekt unter Denkmalschutz steht...

Ich freue mich über jeden Tipp und jede Empfehlung!

Herzlichen Dank im voraus!
Viele Grüsse aus Nordschwarzwald.
Anna Böhm.



Glück gehabt.



Liebe Anna, da habt ihr je richtiges Glück gehabt. Ein Haus überwiegend im Ursprungszustand ist selten. Oft wurde saniert, und das nicht immer mit positiven Auswirkungen...
Bei der Heizungsart bekommt ihr bestimmt ein breites Spektrum an Möglichkeiten aufgezeigt. Mein Favorit ist noch immer eine Holzheizung in Verbindung mit Solar. Ich kenne Lösungen mit Stückholz-Kaminofen mit Wasserführung und Solar, die problemlos auch für ein Altbau ausreichen. Eine günstige Lösung mit leichtem Komfort-Nachteil.
Je nach Art der Dämmung wäre ein Wandheizung eine gute Lösung (z.B. wenn bei der Innenwanddämmung sowieso Maßnahmen ergriffen werden), weil Flächenheizungen mit niedrigen Vorlauftemperaturen den Solareinsatz effizienter machen.
Kosten für Sanitärarbeiten lassen sich ohne Besichtigung vor Ort nicht bestimmen, ebenso wie der ökonomische Einsatz von Dämmlösungen, die oft an Detailpunkten entschieden werden. Vor dem Einbau von Fenstern jedenfalls sollte die Dämmtechnik festgelegt sein - auch wenn die Dämmung später ausgeführt werden soll - weil die Anschlußbereiche zum Fenster definiert und entsprechend ausgeführt werden müssen.
Einen Fachmann vor Ort solltet ihr in jeden Fall hinzu ziehen, das kann ein Energieberater mit Sanierungserfahrung sein. Der Schwerpunkt liegt aber zunächst in der Sanierungserfahrung.
Schöne Grüße aus dem Südschwarzwald und schönes Wochenende
Jürgen Maier



Interessant!



Guten Abend, Herr Maier!

Herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ihren Vorschlag zur Heizung "Stückholz-Kaminofen mit Wasserführung und Solar" finde ich sehr interessant. Wäre Ihnen für zusätzliche Infos dazu sehr dankbar.

Den im Haus vorhandenen Kamin wollen wir auf jeden Fall nutzen. Die "Noch-Besitzer" haben auch Unmengen an Holz und Briketts im Keller, das würde uns sicherlich für zwei Winter reichen.

Bezüglich Dämmung habe ich mich mit dem Denkmalamt in Verbindung gesetzt: Die Aussendämmung ist leider nicht erlaubt. Im Forum gibt´s Vorschläge Leichtlehmsteine für die Innendämmung in Verbindung mit Wandheizungen einzusetzen. Was halten Sie davon?

Einen schönen Abend noch!

Viele Grüsse
Anna Böhm.



Die Nutzung des vorhandenen Kamins



mit Wasserführung muß von einem Ofenbauer angeschaut werden. Ich schicke Ihnen Unterlagen zur Vorinformation. Eine Innenwanddämmung in Verbindung mit Lehm und Wandheizung ist eine gute Lösung. Wie gesagt, gibt es verschiedene Systeme, um die Dämmung zu erreichen. Es wäre wirklich gut, die detaillierte Lösung vor Ort festzulegen, weil aus der Ferne zwar gute Vorschläge zu machen sind, deren wirtschaftlicher und sinnvoller Einsatz aber erst dann aufgezeigt werden kann. Schöne Grüße Jürgen Maier