Behaglichkeit fehlt: Dach oder Fassade dämmen?




Liebe Community,

bitte ohne Glaubenskriege zu entfachen um begründete Meinungen, ob ich lieber Fassade oder Dach dämmen soll.

Haus: 200 Jahre altes FW-Haus (im OG, Wanddicke 15 cm, nicht isoliert), EG: nicht bewohnter, unbeheizter Sandsteinsockel, ca. 50 cm dick, Gewölbekeller integriert (Hanglage). Dach wird neu gedeckt, Dachausbau mittelfristig geplant, derzeit keine Mittel. Ost-Giebel kann nicht gedämmt werden, weil Nachbarscheune angebaut.

Heizung: 9 KW-Pelletsofen mit Warmluftverteilung über 2 Kanäle. Wohne im Mittelgebirge, es wird schon mal -15 Grad kalt. Derzeit kriege ich bei so tiefen Temperaturen 20 Grad knapp hin, Behaglichkeit fehlt. Wände, Dach- und Kellerdecke ungedämmt.

Alternativen: Dachdecken und Straßenseite sowie West-Giebel dämmen lassen (Gerüst steht). Das kann ich grad so bezahlen. Oder nur Dachdecken und Zwischensparrendämmung selbst von innen. Plus zweiten Kamin (muss zuvor saniert werden) im OG installieren und dann kräftig heizen und auf Dämmung sparen.

Mit welcher Alternative erreiche ich größere Behaglichkeit in den Wohnräumen im OG?

Achja, EnEv egal, Einzeldenkmal.
Danke für Eure Meinungen, Martin



Kosten/Nutzen...



... sollten unter Einbeziehung der mittelfristigen Planung zur Dachdämmung im Zuge der neuen Eindeckung und Dämmung der Kellerdecke (Eigenleistung möglich) weisen.

Fassadendämmung von außen wird wegen DS wohl eh nix. Das Heizkonzept erscheint suboptimal. Eine dezente Innendämmung lässt sich durchaus in Eigenleistung mit WW-Wandheizung verknüpfen, wenn der DG-Ausbau ansteht. Denn dann wird das mit dem Pusteofen alleine nicht mehr hinhauen. Ein zweiter Ofen mit Schornsteinsanierung im DG ist Kostenmäßig nicht effektiv, führt auch zu doppeltem Wartungsaufwand.

MfG,
sh





Kommt auf die Flächen an ... Grundfläche, Verhältniss Dach zu Wandfläche? Muß der Dachstuhl neu? Welche Sparrenmaße? Vollunterkellerung?

Dachdämmung ist in der Regel der efektiefere Ansatzpunkt. An der besagten Giebelwand ließe sich auch von Innen was machen. Allerdings sollte man seinen Verstand dabei benutzen! Einen wichtigen Ansatzpunkt hast Du wohl noch vergessen ... Stichwort Fenster.

Jeh nach Grundfläche sind die 9KW evl. zu wenig. Trotzdem läßt sich Behaglichkeit nicht nur mit 21°C Lufttemperatur erreichen. Ein wichtiger Facktor für das Wohlbefinden ist z.B. die Vermeidung von Zugerscheinungen und kalt strahlenden Flächen. Hier kann eine dezente Innendämmung <60mm sicher was für tun. Wandheizung - OK - aber dies würde auch etwas kosten.

Deine Entscheidung wo dämmen solltest Du also nach Bezugsfläche, U-Wert und bauphysikalischen Aspekten entscheiden. ...

Ich tippe wie geasgt darauf das Du beim Dach anfangen wirst. Dann Wände + Fenster. Dann Keller.

Gruß aus Berlin



Alles will in der Tat ...



... gut überlegt sein, d. h. ein fundiertes Gesamtkonzept scheint mir unerlässlich.

Die Unbehaglichkeit ergibt sich vermutlich aus der Kältestrahlung der Außenwände.

Abhilfe kann man hier m. E. z. B. mit einer Umstellung des Heizungssystems von Luft- / Konvektionsheizung auf Strahlungsheizung schaffen.
Eine Wandheizung dürfte im vorliegenden Fall ohne eine massive Dämmung unter der Heizungsinstallationsebene jedoch ausscheiden, da der Wärmedurchlasswiderstand der dünnen Fachwerkwände viel zu gering ist und das Ganze folglich zu einer Energievernichtungsanlage würde. - Zu den bauphysikalischen Besonderheiten wurde vor Kurzem in einem anderen Thread einiges gesagt:



---Forenreferenz-----------
Innendämmung bei Wandheizung notwendig ??? -
Hallo,

vielleicht könnt Ihr uns weiterhelfen.

Wir sanieren ein ca. 60 Jahre altes Haus und planen eine Wandheizung an die Außenwände anzubringen. Angebote hierfür haben wir uns bereits eingeholt. Allerdings rät uns jeder vor Verlegung der Wandheizung eine Innendämmung anzubringen. Diese wollten wir eigentlich vermeiden (aus Kostengründen, Aufwand, Angst dadurch Bauschäden zu verursachen).

Kurz zu Info: wir haben im EG ein 36iger Mauerwerk mit Putzfassade und sind gerade dabei die Außenwände innen mit Lehm zu verputzen.
Die Wohnräume sind alle zum Süden ausgerichtet. Das Haus ist freistehend. Wir haben in südlicher Richtung freien Blick auf eine Ackerfläche. Obwohl die Wetterseite (Westen; Giebel) teilweise durch unseren Nachbarn, dessen Haus ca. 8 m entfernt ist, geschützt wird, ist es öfters ziemlich windig auf unserem Grundstück.

Im Forum haben wir etwas von Lehmdämmputz gelesen. Diese Variante könnten wir uns unter Umständen vorstellen, da wir ja sowieso mit Lehm verputzen. Hat jemand schon damit Erfahrung gemacht? Welche Stärke müsste man aufbringen, um eine "Entkopplung" der Wandheizung mit der Außenwand herzustellen?
Diese Entkopplung riet man uns bei Anbringen der Wandheizung, um nicht einen zu großen Wärmeverlust zu erhalten. Oder ist das alles nonsens?

Bei anderen ökologischen Dämmstoffen sind wir bezüglich der Zuschlagsstoffe/ Bindemittel/ Brandschutzmittel skeptisch. Außerdem sind diese bei einigen Herstellern (Holzfaserdämmplatte) oftmals nicht eindeutig deklariert.

Uns kommt es letztlich darauf an, dass die Bude warm wird, die verwendeten Materialien ökologisch und gesundheitlich unbedenklich sind und wir wunderbare Strahlungswärme genießen können.

Viele Grüße

David mehr ...
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Auch auf unserer Website ist zu dieser Thematik unter der Rubrik "Bauberatung" ein gesonderter Beitrag eingestellt.

Eine andere, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch kostengünstige Variante wäre der Einbau von Heizleisten. Sinnvoll ist allerdings auch hier das Aufbringen einer kapillaraktiven Innendämmung (z. B. Leichtlehm). Diese kann allerdings dünner ausgeführt werden als bei Wandheizungen (gleiche Dämmstoffart vorausgesetzt).

In jedem Fall verlangen die v. g. Maßnahmen jedoch eine detaillierte Bestandsanalyse, u. a. zur Ermittlung der physikalischen Baustoffwerte, und eine Wärmedurchgangs- und Dampfdiffusionsberechnung mit einem Simulationsprogramm (z. B. WUFI). Versuche mit "normalen" Rechenprogrammen, wie z. B. dem U-Wert-Rechner sind in den v. g. speziellen Fällen nach meiner Erfahrung von Vornherein nicht zielführend, d. h. zum Scheitern verurteilt!

Viele Grüße

i. V.

Dirk Meisinger



Fenster, Flächen, Innenwände



Liebe Leute,

danke für Eure ersten Einschätzungen. Wie viel man so vergessen kan... Hier also mehr Infos:

- Fenster sind in den südseitigen Wohnräumen doppelverglast mit Kunststoffrahmen (leider) und dürften Ende 80er oder in den 90ern eingebaut worden sein. Am Wettergiebel sowie nordseitig (Bad, kleine Kammer) habe ich vor drei alte Einfachglasfenster innen moderne Fenster auf aktuellem energetischem Standard als Vorsatzfenster einbauen lassen.
- Grundfläche ca. 6,50 x 10 Meter.
- Wenn Dachausbau kommt, muss da ein zweiter Ofen, das ist klar. Aber wie gesagt: mittelfristig, aus Geldgründen.
- Problem Wandheizung und generell Heizung: Hier liegt kein Gas und Öl will ich nicht. "Richtige" Pelletheizung, also wasserführend mit Heizkörpern, wäre nicht finanzierbar und auch platztechnisch schlecht gewesen. Vorher wurde mit öl-Einzelöfen geheizt, aber die beiden Tanks mit Restöl will ich möglichst schnell los werden. Womit sollte ich die Wandheizung also befeuern? WW wird mit Strom gemacht, Durchlauferhitzer Bad und Kleinspeicher (5l) Küche.
- Haus wird nur von mir alleine und auch nur an 5 v. 7 Tagen bewohnt, da rechnet sich eine große Heizanlage kaum.
- Problem Wandheizung ist auch, dass die Innenwände alle bereits renoviert sind, mit Lehmputz und lehmfarbe, teils habe ich die halbhohe Holztäfelung aufgearbeitet. Da fang ich nicht wieder an.
- Kellerdecke werde ich natürlich dämmen, sobald Dach als letztes großes Gewerk fertig ist und ich die restlichen Finanzen raushau.

Lieber Sebastian Hausleithner, was meinst du mit "Fassadendämmung von außen wird wegen DS wohl eh nix." Was bedeutet DS?

Viele Grüße, Martin



Fachwerk oder Dämmung



Hallo

Anstatt sich über Einzelheiten zu echauffieren würde ich mir mal ein Gesamtkonzept erstellen lassen, in dem ein Grossteil der Parameter berücksichtigt werden kann.

Ob nun eine Heizung installiert wird für 5 oder 7 Tage wird unwesentlich sein, das Konzept muss stimmig sein, denn die Bauphysik macht in den anderen Tagen keinen Urlaub.

Ob Sie nun Dämmen (würde ich z.B. auf keinen Fall) oder nicht, ob Sie mit Öfen oder Strahlungsheizung anderweitig arbeiten … ein Konzept sollte am Anfang einer jeden Bau- oder Sanierungsmassnahme stehen …

Darin sollte natürlich auch die finanzielle Disposition berücksichtigt werden.

Eine sinnvolle Art es "warm zu machen" kann auch eine Temperierung sein, die auch im Bestand einfach integriert werden kann.

Im Gesamten muss immer die Kosten - Nutzen Rechnung sinnvoll ausfallen ohne dabei langfristig nicht die Bauphysik zu vergessen.

DS soll wohl "Denkmalschutz" bedeuten

Florian Kurz



Denkmalschutz / Dämmung



Danke für den Hinweis DS=Denkmalschutz, das hatte ich nicht erkannt. Denkmalschutz hat nix gegen Dämmung, solange der Sandsteinsockel nicht mitgedämmt wird. Im Gegenteil, die wären froh, wenn ich dämme, denn dan verschwänden die hässlichen Eternit (oder so ähnlich) Platten von der Fassade.

Zur Heizung: Das ist kein Konzept, das ist Realität, der Ofen wurde bereits installiert.

Ich würde mich sehr freuen, wenn mal jemand seine Meinung schreiben könnte zum Dämmen der halben Fassade (Straßenseite und Wettergiebel). Dort ist eh ein Gerüst nötig und dort liegen die hauptsächlich genutzten Räume. Die Gartenseite dämme ich dann baldmöglichst in Eigenleistung, den Giebel zum Nachbarn hin eher nicht.

Ist das völlig unsinnig oder bringt mir das in den Räumen mit der gedämmten Außenseite was? Oder bringt eben doch das Dach mehr Effekt?

Ich wäre froh, wenn sich jemand für diese Fragestellung interessieren würde. Heizkonzept usw. ist ja schön und gut, wenn man die Zeit und das Geld hat. Meine Mittel sind aber eher knapp und ich versuche herauszufinden, wie ich sie am effektivsten einsetze.

Weiter dankbar für Tipps: Martin



Wenn dann eben …



Hallo

Gegenfrage:

Sie frieren und haben nur Geld für einen halben Pullover

Wie entscheiden Sie sich?

Halb oben oder unten oder links oder rechts …

Ohne Konzept pulvern Sie Geld für Dach und Wand und Heizung raus, das Ihnen dann für sinnvolles fehlt …

Nur weiter so!

… halber Pullover … oder unten …

Florian Kurz



Konzept Pulloverkauf



Wo können Sie denn halbe Pullover kaufen Herr Kurz??

Nix für ungut;-)
Martin



ganz einfach



… im "Halben Pullover Laden"
Lummerlander Strasse 0815
12345 Legoland
West of the Sun - East of the Moon

Florian Kurz