Dämmen mit Rigips

17.08.2009



Guten Tag!

Eine Frage möchte ich kurz in das Forum stellen. Folgendes wurde mir in einem Geschäft als Variante zum dämmen empfohlen:

1. An vorhandene Lehmwand zur Dämmung Hanfmatten zwischen Holzkonstruktion einklemmen
2. an die Holzkonstruktion eine Pappe als Dampfbremse anbringen
3. auf die Pappe Rigipsplatten anbringen, auf denen man später tapezieren oder auch Lehmputz etc. auftragen kann.

Kann denn wirklich Rigips verwendet werden, wie in dem Geschäft empfohlen? Weil dann ist doch die Wand wieder geschlossen und die Feuchtigkeit - wenn man welche dazwischen sein sollte, kann dann nicht richtig entweichen?



Anbringen von Vertäfelung



Könnte man denn eigentlich dann dierekt auf die Dampfbremse - also auf die Pappe - vielleicht auch einfach eine Vertäfelung anbringen, wo man dann einfach eine unbehandelte Vertäfelung benutzt, die man einfach nur mit Leinöl oder so behandelt?

Sind denn die im Handel angeboteten Dampfbremsen einfache Pappen oder sind es spzeielle Pappkonstruktionen, also könnte man beliebige Kartonage dafür verwenden?



Pappe oder was ?



Der Kerl sollte mit Zitronen handeln.
Die Sache mit einer einfachen Vertäfelung klingt schon besser, Rigips gehört hier auf die Liste verbotener Baustoffe, weil es unter Feuchteeinwirkung zerkrümelt.

Statt der unsinnigen Pappe (bremst keinen Dampf)besorgen Sie sich im Fachhandel eine sg. "intelligente" Damofbremse, die keinen Dampf raus, aber sehr wohl Feuchtigkeit nach innen durchläßt.

Die angesprochene Winddichtung kann gerne aus Pappe bestehen, gehört aber auf die Außenseite (für Norddeutsche: das Fischerhemd trägt man über dem Troyer).

Grüße vom Niederrhein



Viel



mehr an Unfug lässt sich wohl kaum erzählen. Der Gipskarton ist hier wohl so ziemlich das verkehrteste. Allein die Feuchtigkeit aus einem Lehmputz würde die Platte zerstören. Eine Hanfdämmung hohlraumfrei eingebaut und eine Lehmbauplatte würde funktionieren, das mit dem Papier ist als Unfug einzustufen. Für Dampfbremsen und -sperren gibt es geprüfte und zugelassene Unterspannbahnen.
MfG
dasMaurer



Vielen Dank



Vielen Dank für die vielen Tipps. Naja, nun bin ich doch ziemlich enttäuscht, da geh ich in ein Fachgeschäft, die selber nun auch noch Handwerker beschäftigen und Baubiologen sitzen noch da drinnen in diesem Laden und dann wird mir das erzählt mit der Rigipsplatten :-(

Aber eine einfache Vertäfelung anstelle von Lehmbauplatten meint ihr - ginge dann auch ohne Probleme?



NEIN,



ohne Probleme geht da gar nix von innen. Nur mal zur Erinnerung:

Die Fachwerkbauweise ist eine altertümliche Konstruktionsart. Dabei kam bei ihrer Entwicklung seit altersher nicht Vermarktungsinteresse der Baustoffindustrie für feuchteempfindliche und feuchterückhaltende Gruselbaustoffe (Fasergespinste, Schäume, Kunstharzbeschichtungen, Schüttungen, hohlraumreiche Schimmelsubstrate, Gipssystembaustoffe/-mörtel, angeblich intelligente Folien, die in kürzester Zeit ihren Geist aufgeben usw.usf.) ins Spiel, sondern die langjährige Erfahrung qualifiziertester Handwerksmeister, die in einem christlichen Verein namens Gilde/Zunft organisiert waren, peinlichst jeden Pfusch verfolgten - und heutzutage nahezu ausgestorben sind.

Die altbewährte Fachwerkbauweise ist deswegen eine in vieler Hinsicht optimierte Konstruktion aus guter alter Zeit. Unter anderem wurde der Konstruktionsaufbau und die Konstruktionsstärke der beteiligten Baustoffe so gewählt, daß das so entstandene Bauwerk störungstolerant gegen ungünstige äußere Einflüsse war - jedenfalls eine gewisse Zeit, die oft weit über heutigen Gewährleistungsvorstellungen lag.

Was nun die Innendämmung jeglicher Art betrifft:

Wer an der Wand- bzw. Gefachstärke herumspielt, risikiert Konstruktionsschäden durch Feuchte - und zwar nicht nur durch unvermeidbares Kondensat aus Raumluftfeuchte, sondern auch von außen, da das Austrocknen der bewitterten Außenfassade eben auch von der Konstruktionsdicke abhängt. Das wird bei den sog. baupysikalischen Rechenhypothese geflissentlich übersehen bzw. falsch eingeschätzt. Und zwar von vielen Planern, noch mehr Handwerkern und nahezu jedem Fachwerkhausbesitzer.

Bei historischen Baukonstruktionen heißt es also, diese erst mal zu verstehen und dann: Never change a winning team.

Aber kaum jemand versteht English ...

Good luck!

Konrad Fischer





Vielen Dank für diesen aufschlussreichen Beitrag.

Ist es denn dann, wenn man nach diesem Beitrag auch garnicht so recht an den Wandstärken "rumspielen" soll ueberhaupt möglich, ein Fachwerkhaus nach modernen Standards zu dämmen? Oder muss man einfach damit leben, dass bei einer Holzlehmbude einfach ein höherer Energiebedarf zum Erreichen einer angenehmen Raumtemperatur im Winter notwendig ist?

Und "Goldenes Handwerk", wenn ich mir anschaue, was in den letzten Jahren bei uns am Melsunger Rathaus für ein Schrott von "Fachleuten" gemacht wurde und wie oft für Hunderttausende immer wieder Reparaturen daran durchgeführt werden mussten, wie kann man dann sich vertrauensvoll einem Handwerker widmen bzw. wenn ich jetzt in einem Fachgeschäft, die sich ausschließlich auf Lehmbau und Naturbaustoffe spezialiesiert haben wollen, auch so blöd beraten werde?

Einfacher wäre es, wenn es den Denkmalschutz nicht gäbe, einfach das Haus abzureißen und es durch Steinkonstruktionen zu ersetzen.

Wozu führt denn letztlich das ganze Fachwerkszeugs und der Denkmalschutz? Schauen wir mal Städte wie Schwalmstadt-Treysa, Borken oder Hann. Münden an. Viele dieser ganzen alten Häuser sind heruntergekommen, diverse Häuser stehen einfach nur leer, in Treysa und Borken fast jedes dritte Fachwerkhaus, weil man es sich nicht leisten kann, etwas dort zu renovieren. Macht man etwas an einem Fachwerkhaus kann man ja schon fast sagen, dass man dafür 2-3 neue Bauten gibt, und dafür dann sogar Niedrigenergiesparhäuser. Und was macht man in Hann. Münden? Dort sind in diversen Nebengassen die ganzen Häuser mit Baumstämmen abgestützt, so dass sie nicht umfallen können, wie toll.

Und wie war es früher in Kassel, bevor es zerbombt wurde? Viele alte Straßen bekamen überhaupt kein Licht, weil die Fachwerkhäuser nach oben hin alle enger wurden und man sich oben die Hände schuetteln konnte. Man denke sich, dieses ganze Zeugs stünde heute noch in Kassel und es wäre alles unter Denkmalschutz gestellt. Die Leute hätten dann ja gar kein Geld mehr zum Leben.

Und wenn man sich dann einem Handwerker anvertraut hat und der dann sein "Können" nicht beherrscht und den Taupunkt falsch berechnet und dann nach 10 Jahren die Balken alle weggefault sind, dann bleibt man auf seinem Schaden sitzen. Man sieht die Folgeschäden ja ähnlich wie beim Bluthochdruck ja nicht sofort, sondern erst nach mehreren Jahren tritt der Schaden auf, und dann ist es zu spät und Handwerker wahrscheinlich nicht mehr da oder die Gewährleistung abgelaufen. Wie toll.

Es lebe der Stahlbeton. Der hält vielleicht nur 80-100 Jahre, aber man kann wenigstens von Innen auch gescheit einen Hängeschrank an die Wand dübeln.



Hi trauvetter,



wie hat meine Oma immer gesagt: "Es wird viel geredet, wenn der Tag lang ist."...und das noch vor Zeiten des www.

Sprüche wie: "Rigips gehört hier auf die Liste verbotener Baustoffe"...Quatsch...und "hier" gibts schonmal garnich, das ist ein Forum und keine Sekte...

Konrad Fischer ist auf allen deutschsprachigen Foren der höchstumstrittenste "Dämmpapst"...ähnlich wie j. datko(schornihasser)oder Herr Hofmann(solarkritik)

...und wenn Du statt"Pappe" das blaue papier mit vollständiger Verklebung an den Stößen geschrieben hättest, gäbs kaum Gejammer. Rigips hat Schwächen aber ist kein Teufelszeug.

Wohne in der Nähe, mail mal, kein finanzielles Interesse...

Gruß...j.



Meine Meinung ...



Alte Häuser muss man aus ihrere Konstruktionszeit heraus verstehen. Kein Marketing, keine Baumaterialhändler, nur Naturstoffe aus den näheren Umgebung. Das heisst, in Gegenden mit Eichen- oder Kiefernwald Fachwerk, in Nadelwaldgegenden Blockbau, im Süden je nach Geologie und Tradition auch Steinbauten. Die Konstrukktionsweise wurde dem vorhandenen Baumaterial angepasst. Wäre heute Arbeit billig, Material und Transport dagegen teuer, würden wir auch (wieder) so bauen.
Wenn Dauerhaftigkeit das einzige Kriterium wäre, dann wären Häuser aus Edelstahl wohl das beste. Nur, man will ja auch drin wohnen und dabei gesund bleiben.
Und das geht bei natürlichen Materialien entscheiden besser, weil die u.a. alle Wasserdampf in grossen Mengen speichern und abgeben können. Das Problem dabei, man darf damit nicht alles machen, sonst geht es kaputt.
Hier haben wenige prinzipiell etwas gegen GK-Platten, aber leider werden die zu oft als Allerweltsmaterial eingesetzt, wo sie entschieden fehl am Platz sind.



Ich weiß ja net,



ob sich's lohnt, auf eine derartige Rundumanklage überhaupt zu antworten, sei's drum:

Städtebau im alten Kassel und sonstwo entspricht nicht Corbusier. Der wollte die Altstadt von Paris abreißen und die Leutchen in wenige hohe, sehr gut belichtete Türme reinbringen. Aber, was kann die Fachwerkbauweise dafür, daß man auch damit sogar hoch hinaus bauen konnte?

Und von wegen hoher Energieverbrauch in Altbauten, das sieht meist nur auf der bauphysikalischen Rechnung so aus bzw.liegt nicht an der Fachwerkbauweise, sondern an heizungstechnischen Details (Konvektion, Nachtabsenkung, UP-Verlegung, ...).

Wird mir übrigens ständig von energieberatenen Beratergeschädigten bestätigt, schwarz auf weiß.

Und daß die Dämmung technisch und wirtschaftlich was taugen soll, geht aus der Replik nicht hervor. Leider auch nicht, daß es lagebedingte Probleme sind, die die Innenstädte entvölkern, nicht die Sanierungskosten. Und die können im Bestand auch deutlich niedriger sein, wenn man den Dämmblödsinn wegläßt. Und es ist nicht die Taupunktberechnung, die mißlingt, denn selbst die beste Berechnung nach diesem stationären Modell Glasers ist grottenfalsch. Doch das will in keinen Kopf.

Weiß genau, daß Argumente nix bringen, wenn das knopfdruckvertrauende Vorurteil gefällt ist. Ist mir aber wurscht.

Herzlichst

Konrad Fischer



wohl gesprochen Jens Paulsen,



von mir aus angemerkt, daß GK (GipsKarton...das sei für den geneigten, aber nicht in "Fachabkürzungen" geübten Leser kurz angemerkt)- ist weder toxisch noch irgendwas, lediglich das schlechtere Mittel der Wahl...

Gruß...j.





Zum "Dämmwahn":
Dämmen ist weder prinzipiell gut noch schlecht, es kommt, wie überall, drauf an ...
Heute werden alle Baumaterialien auf genau einen Zweck hin optimiert. Man baut eine Wand nach statischen Berechnungen (nur tragende Funktion), darauf kommt eine oder mehrere Schichten Folien usw., dann Dämmung, wobei hier um jedes bisschen Wärmeleitfähigkeit gekämpft wird - dabei könnte man doch einfach die Wände etwas dicker machen, und z.B. Holzspäne statt Polystyrol nehmen - usw.
Unser Altbau (1840), Walliser Blockbau (sonnseitig 13 cm Holzwände, sonst nichts, schattseitig 60 cm Bruchsteinmauer) ist jedenfalls ohne die "dringend empfohlene Rundumdämmung" hervorragend zu bewohnen. Energieverbrauch im letzten Jahr ca. 7 fm Stückholz plus Solarkollektoren für Wasser und Heizung, und das auf 1000 m Höhe.
ABER: Der Bauplatz wurde bezüglich Besonnung und so weiter damals bewusst ausgewählt, UND wir beheizen nicht, wie heute üblich, das ganze nutzbare Innenvolumen konstant auf 23 Grad, wie von den Heizungsingenieuren angenommen.
Gut gedämmt, d.h. nicht alt, sind das Dach und die Fenster, das hat bezüglich Komfort sehr merklich etwas gebracht.

Ich weiss aber auch von vielen Bekannten, die in modernen Häusern wohnen und ebenfalls sehr zufrieden sind.
Erstes Prinzip beim Energiesparen müsste aber nicht sein, die Steuerungen und Heizwärmeproduktion zu optimieren, sondern nur das zu heizen, was auch genutzt wird. Die heute angestrebte Wohnsituation, EFH mit 700 Kubikmetern beheiztem Volumen, aber den ganzen Tag keiner zu Hause, ist doch einfach arrogant. Da soll dann die Technik nachbessern, was beim Konzept versäumt wurde.

Worauf man beim Bau achten sollte, und da ist der Altbau um Welten voraus, ist der Landverbrauch und der Umgang mit der Umgebung beim Bauen, und die Frage, was aus dem Bau wird, wenn er einmal nicht mehr benötigt wird. Was ist in 50 oder 100 Jahren mit den Hunderttausenden Kubikmetern künstlicher Dämmstoffe, die heute unbedacht überall verbaut werden? Schon mal ein heute übliches WDVS mit Dampfsperrfolie, Styropor, Glasfasernetzmatte und Kunststoff-Aussenputz rückgebaut und entsorgt?


Bauweisen wie die beschriebene in Kassel (oder auch die Hinterhöfe in Berlin) sind natürlich schlechte Beispiele, wo die Bewohner krank werden müssen - das gabs schon immer.



à propos "Dämmpapst" ...



Dämmketzer wäre vielleicht angebrachter ... ;-)

Konrad Fischer
Protestant



Ketzer! Ketzer!



Ich reihe mich mal ein auf der Seite der Ketzer :-)

Bei unserer letzten Häuslesanierung haben wir bewusst auf Dämmung verzichtet, heizungstechnisch jedoch eine moderne Brennwert-Therme eingebaut.
Das Kommentar unseres Heizungsinstallateurs nach der ersten Jahresabrechnung war, dass der Verbrauch auch einem Neubau gut zu Gesicht stünde...
Soviel dazu.
Unser derzeitiges Projekt ebenfalls ein Altbau, viel Lehm und Kalk. Die Dämmung besteht aus dicken Ziegelwänden :-)



Ein Nachtrag:



Verschimmelte Wand (Schwarzschimmelpilz) hinter Innendämmung in Massivbau - Gipskartonplatte 1 cm, Polystyrol-Kaschierung 2 cm - während und nach Ausbau.

Fotos: Beratungskunde.

Ein Beispiel für viele.

Konrad Fischer



Ein Blockbohlenbau



nach Innendämmung.

Das dürfte erst mal langen ...

Konrad Fischer



Dämmung und seine Unwirtschaftlichkeit



@LukeJack

Ich kann Ihren Beitrag nur zustimmen. Vielleicht würde Ihnen noch die tatsächliche Verbrauchsanalyse interessieren ?
Ausgegeben von den Stadtwerken Bad Metzingen anhand von jährlichen Ablesungen. Von wegen "Dämmung" dämmt. Hoher Heizkostenverbrauch neuer Dämmhäuser.

Insofern kann man auf Dämmung getrost verzichten und wieder rein massiv bauen.

Herzlichst
A.Zima



Worüber wird hier genau diskutiert?



"Insofern kann man auf Dämmung getrost verzichten und wieder rein massiv bauen."
Na ja, das Kind nicht gleich mit dem Bade ausschütten.
Man kann beim Dämmen herzlich viel falsch machen, aber daran ist dann derjenige Schuld, ders eingebaut hat, und nicht die Dämmung als Prinzip.
Genauso kann man mit ausreichend idiotischem Heizverhalten in jedem Haus beliebigen Dämmstandards soviele Kilowattstunden verbraten, wie man will.



Und zur Verbrauchsstatistik:



Die Verbrauchsangaben sind wertlos, weil nur der Vergleich ausreichend grosser Stichproben etwas aussagt, und dies auch nur, wenn die Elemente der Stichprobe, hier also die Häuser, zufällig ausgewählt worden sind.
Das steht in jedem Statistikbuch für Anfänger ziemlich weit vorne.
Also bitte das Ganze nochmal mit Stichprobenumfang, Vergleich zu Altbauten (oder womit immer veglichen werden soll), und Irrtumswahrscheinlichkeit (d.h. dass das Ergebnis nur zufällig unterschiedlich ist).

Der Neffe meines Nachbarn kennt einen, der ist 93 Jahre alt und Kettenraucher. Also kann Rauchen nicht schädlich sein.
Bitte, so gehts nicht.



Dämmling in der Zwickmühle



Hallo Herr Paulsen,


Bei allen Gaskunden wird regelmäßig abgelesen, auch in Bad Wimpfen. Eine Verbrauchsabrechnung für die letzte Saison erhält jeder Kunde per Post. Auf Tastendruck versteht sich. Die Stichprobenanzahl aus dem Rechner ist somit mehr als ausreichend vorhanden und geben ein recht genaues Bild der Wirklichkeit wieder.


Ein analysischer Direktvergleich zu alten Häusern ist unnötig, da jeder Leser selbst den Eigenverbrauch mit Hilfe der Statistik vergleichen, somit Schlüsse daraus ziehen und wichtige Entscheidungen treffen kann. Neutraler und fairer geht es nicht. Wer die Statistik studiert und sich Zeit zum rechnen nimmt, erkennt, dass die WDVS für das Eigenheim in der Regel eine Fehlinvestition darstellt.


Sie sind nicht der Erste, der die Statistik als “Falsch” deklarieren möchte. Als Dämmfan muss sie eine Art Schockzustand hervorrufen. Um die Statistik irgendwie in Frage zu stellen, werden Anti-Erklärungen gesucht: “Wie bringe ich`s dem Mäuslein bei, dass die Katze nix tut.” – Natürlich ist dies reine Zeitverschwendung.

Herzlichst
A.Zima



Holz- und Lehmbauten veraltet



Sehr geehrte Bauleute!

Grundsätzlich möchte ich mal zu dieser ganzen Diskussion anmerken, dass es sich bei Holzhäusern und auch bei Lehmbauwerken um veraltete Bautechniken handelt. Im 21. Jahrhundert haben Lehm und lehmähnliche Stoffe überhaupt nichts mehr zu suchen.

In vielen Beiträgen wird die hygroskopische Wirkung von Lehm hervorgehoben, Lehm sei ein Stoff, der Wasser speichern kann. Dem möchte ich aber anmerken, dass die Speicherfähigkeit von Wasser begrenzt ist. Ausserdem ist zu beachten, dass nicht alle Lehmarten für die Speicherung von Wasser geeignet sind. Allen voran Lehm mit dem Zusatzstoff Stroh. Wird das Stroh nass, so fängt es an, sich zu zersetzen und dabei werden Schimmelsporen aus der Luft geradezu angelockt.

Ausserdem erfreuen sich Nagetiere bei Lehmwänden immer großer Beliebtheit. Mäuse, große Mäuse, Marder, Wespen - sie alle nutzen die Lehmwände, um sich dortrinnen einzunisten. Besonders in den Wintermonaten wandern Mäuse und Ratten dierekt von draußen durch den Lehm in die Speisekammer. Man spricht in diesem Fall auch von der Speisekammerliebe der Mäuse. Und nicht jeder kann sich einen Stubentieger halten, manche sind oft ausser Haus, andere haben Allergien gegen Katzenhaare.

In 20-30 - das prognostiziere ich Ihnen allen schon heute - wird man mit Lehm und Lehmstäuben genauso verfahren wie aktuell mit Asbest. In den 60- und 70er Jahren war Asbest das non-plus-ultra moderner Baustoffe.

Gehen wir mal in andere Regionen über und betrachten wir moderne Baustellenbereiche wie bei den Scheichs, die sich gerade ihre Inseln und ihre großen Hotels bauen. Wird eines dieser Hochhäuser vielleicht aus Lehm gebaut? Wäre also Lehm in all seinen Varianten wirklich ein so bemerkenswerter Baustoff, warum verwendet man ihn sogut wir garnicht in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Rathäusern, Gerichten, Polizeidienststellen etc.? Gibt es irgendwo in Berlin bei den modernen Regierungsgebäuden überhaupt irgendwo einen Lehmkrümmel? Nein kann ich nur sagen. Überall werden moderne Varianten des Stahl- und Spannbetons verwendet.

Und was ist mit dem Brandschutz? Was ist mit brennbaren Zuschlagsstoffen im Lehm, wie vorhin schon die erwähnten Strohbeimischungen? Ich habe noch nie davon gehört, dass trockenes Stroh nicht brennt, wenn man Feuer dran hält. Also würde ein Lehmputz mit Stroh im Brandfall lichterloh brennen. Es gibt gewiss Studien von Brandschutzexperten zu diesem Thema, die meine Thesen belegen werden.

Auch die Verbrauchszahlen die hier aufgeführt wurden von den Stadtwerken Metzger oder wo auch immer diese liegen, ich denke mal, es handelt sich nicht um eine representative Statistik.

Also Leute, lasst den Lehm in der Erde drinnen, da wo er ist.



Dämmung



Ich möchte mal wissenschaftlich überhaupt die gestellte Forumsfrage beantworten.

Zunächst ist eine Dämmung sinnvoll. Und ja - man kann auch Rigipsplatten verwenden. Und als Dampfbremse - keine Dampfsperre - wäre sogar Zeitungspapier geeignet, denn es geht in erster Linie darum, dass die Dampfbremse den Wasserdampf - sollte er überhaupt in Bauwerken auftreten, was im Allg. nur in Küchen und Bädern der Fall ist - so soll die Dampfbremse dazu dienen, dass die Feuchtigkeitsmassen, die vom Oberputz aufgenommen werden, nicht so schnell in das Dämm-Material hineinziehen. Und dazu ist auch Zeitung geeignet, da sie ein anderes Wasseraufquellverhalten aufweist wie Hanf- oder Lehm. Das Wasser diffundiert also durch den Oberputz bis zur Dampfbremse und diese nimmt dann große Mengen Wasser auf.

Es findet so lange eine Wasseraufnahme durch die Wand statt, bis ein thermodynamisches Gleichgewicht erreicht wird. Also ist der Wasserdampfgehalt der Wand geringer als die des Innenraumes, so wird die Feuchte des Innenraumes aufgenommen.

Die Diffundierung von Wassermolekülen in tiefergelegenere Schichten der Wand benötigt einige Tage bis Wochen. Also ist es sinnvoll, nach der Wasseraufnahme durch den Oberputz dafür zu sorgen, dass ein umgekerhtes thermodynamisches Raumgleichgewicht erzeugt wird. Man muss dafür sorgen, dass die sich im Raum befindliche Feuchtigkeit abwandern kann. Das einfachste Mittel ist, einen klassischen Durchzug zu erzeugen, in dem ein Fenster oder eine Tür geöffnet wird. Sinkt also der Wasserdampfgehalt des Raumes unter dem der Wand, so diffundieren die zuvor durch die Wand aufgenommenen Wassermoleküle wieder in den Raum rein und die Wand trocknet wieder. Und die Dampfbremse gibt ihrerseits auch wieder Wasser an den Lehmoberputz ab, der die Feuchte dann auch weiter an den Innenraum abgibt. Dieser Prozess findet solange statt, bis sich das thermodynamische Gleichgewicht wieder eingestellt hat.

Es handelt sich also bei diesen Diffusionsvorgängen nicht um einen irreversiblen Prozess, sondern er ist bis zu einem gewissen Grad reversibel. Anders sähe es jedoch aus, wenn die Feuchte länger im Innenraum verbleibt.

Durch den größeren Aufquellkoeffizienten der Dampfbremse und die daraus resultierende erhöte Speicherfähigkeit von H20 (Wasser) bewirkt bei längerer Standzeit jedoch eine Irreversibilität, da natürliche Zersetzungsprozesse durch unterschiedliche Vorgänge eingeleitet werden. Diese - erstmal in Gang gesetzt - können zwar durch Feuchteentzug aufgehalten werden, aber es kann kein Rezersetzungsprozess stattfinden, somit wäre dann eine Irreversibilität des thermodynamischen Gleichgewichtes hervorgerufen worden.

Rigipsplatten haben einen sehr geringen Aufquellkoeffzienten und in Vergleich zu Lehm- und Kalkputzen der Moertelgruppe I bzw. PIa (ohne Zementanteil) und weisen ein anisotropes Wasserdurchleiteverhalten auf. Das bedeutet,dass Wasser von der Vorderseite der Rigipswand aufgenommen und nach hinten resorbiert wird, jedoch in anderer Richtung die Wasseraufnahme schlecht funktioniert. Also würde die Feuchte in der Dämmung darunter verbleiben.

Als bautechnischen Kniff könnte man z.B. Schlitze zwischen den einzelnen Regipsplatten lassen, wo eine direkte Verbindung zwischen dem Oberputz und der darunterliegenden Dampfbremse vorhanden ist. So könnte wenigstens an Teilstellen die Feuchte besser aus der Wand heraus wieder in den Innenraum abgegeben werden, bis sich ein raum-wandinternes thermodynamisches Gleichgewicht eingestellt hat und durch dieses Gleichgewicht kein Austauschprzess von Wasser weiter erfolgen kann.

Alternativ zu den Rigipsplatten schlage ich Ihnen Fermacellplatten vor. Diese lassen überhaupt keine Feuchte mehr in die Wand und die Wand im Hinterbereich wird trocken bleiben. Vorraussetzung dafür ist allerdings, dass vorher keine Feuchte mehr in der Wand vorhanden ist, den diese könnte ansonsten nicht schnell genug nach Aussen bzw. Innen abgegeben werden.

Zu beachten ist auch, dass sich von Außen keinerlei zementgebundenen Putzschichten befinden dürfen. Gerade in den 60 bis in die frühen 80er Jahre war man sich dieser Problematik nicht wirklich bewusst und man hat viele unkonventionelle Methoden zur Sanierung von Aussenputzen verwendet. Dies jedoch zu beurteilen von welcher Art ein außen angefügter Putz ist, ist nicht so einfach wie es ausschaut. Vielleicht haben Sie das Glück und der/die Handwerkerin erinnert sich, welchen Putz man in frühen Jahren aufgetragen hat.

Man kann nur hoffen, dass es sich nicht um Asbestfaserhaltige Putze handelt, diese müssten nämlich kompliziert entsorgt werden und dazu ist ein Sachkundenachweis erforderlich, den Privatpersonen im Allgemeinen nicht bekommen.

Viel Glück weiterhin mit der Sanierung Ihres Hauses





Hallo Herr Zima,

wenn Sie meinen Beitrag genau lesen, werden sie feststellen, dass ich nicht behaupte, es handle sich um eine falsche Statistik.
Es handelt sich bei Ihren Angaben um gar keine Statistik, sondern um ein paar Beispiele, deren Auswahlkriterien und deren Grundmenge den Lesern hier unbekannt bleiben. Ich zweifle nicht daran, dass die Angabe, Haus A habe im Jahre B xxx kWh Gas verbraucht, falsch sei.
Man müsste, um diese Daten interpretieren zu können, allerdings wissen, wie sehr im selben Jahre B der Verbrauch A für ein Haus der Kategorie "gedämmter Neubau" variiert hat, und so weiter, um beurteilen zu können, wie viel des Verbrauches auf die Tatsache "Neubau gedämmt" und wieviel auf andere Dinge zurückzuführen sind.
Deswegen: Stichprobenumfang, Auswahlkriterien, Mittelwert, Streuung; bei Vergleichen zweier Haustypen noch Irrtumswahrscheinlichkeit, dass der Unterschied auf die Unterteilung zurückzuführen sei - sonst sagen solche Daten aus, was man darin sehen will.
In wissenschaftlichen Publikationen werden Artikel mit solchen Daten regelmässig nicht akzeptiert, weil die Schlussfolgerungen daraus nicht nachvollziehbar sind.



Troll? oder was??



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Grundsätzlich möchte ich mal zu dieser ganzen Diskussion anmerken, dass es sich bei Holzhäusern und auch bei Lehmbauwerken um veraltete Bautechniken handelt. Im 21. Jahrhundert haben Lehm und lehmähnliche Stoffe überhaupt nichts mehr zu suchen.

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Mit Verlaub werter Augustus: Gehts noch?

Einen größeren Blödsinn habe ich selten gelesen.

Pferde sind auch veraltete Fortbewegungsmittel. Sollen wir sie alle erschießen?
Lesen Sie noch Bücher oder ausschließlich eBooks? (Ist modern).
Essen Sie noch mit dem Mund oder verabreichen Sie sich ihre Nahrung intravenös? (geht auch, ist viel moderner und vor allem nicht veraltet).

Schon mal über die positiven Aspekte von Naturbaustoffen nachgedacht?





Lieber Augustus,

gegn Ihre Abhandlung spricht, dass es seit Jahrhunderten Lehmhäuser gibt, und die Bewohner fühlen sich recht munter darin.
Selbstverständlich kann man bei allen Bauweisen viel falsch machen, aber dies sollte man nicht dem Baumaterial anlasten, sondern dem, der den Einbau verbrochen hat.

Was die Scheichs betrifft:
Erstens können die nicht mit Lehm bauen, weil das ein klassisches Arme-Leute-Material ist. Und zweitens kann man es in so einem modernen Bau nur aushalten, weil da ein ganz dickes und voll ausgelastetes Stromkabel für die Kliamanlage hineinführt.

Den Versuch, ein Stück Strohlehm lichterloh in Brand zu setzen, sollten Sie einmal durchführen.





Nahrung wird nur selten intravenös verabreicht. In den meissten Fällen erfolgt die Aufnahme durch Magensonden, die durch den Mund-Rachenbereich eingeführt wird. Also handelt es sich um eine orale Aufnahme. Intravenös hingegen werden oft vielerlei pharmazeutisch wirksame Substanzen eingeführt.

Im übrigen finde ich es bedauerlich, dass Sie mich persönlich angreifen, ich habe Sie auch nicht beleidigt.





Wenn sie sich persönlich angegriffen fühlen tut es mir leid. War nicht meine Absicht.

Aber eben die zitierte Aussage ist aus meiner Sicht der Grund für Sanierungsfehler im Fachwerkbau und der Tod für alte, über jahrhunderte bewährte Baukultur.

Nicht´s für Ungut.

Da hilft auch kein wissenschaftliches "Deckmäntelchen".





Zitat: "gegn Ihre Abhandlung spricht, dass es seit Jahrhunderten Lehmhäuser gibt, und die Bewohner fühlen sich recht munter darin.
Selbstverständlich kann man bei allen Bauweisen viel falsch machen, aber dies sollte man nicht dem Baumaterial anlasten, sondern dem, der den Einbau verbrochen hat."

Früher sind die Leute aber auch nur 20-40 Jahre alt geworden. Ausserdem kann man ja auch Jahrhunderte lang etwas falsch gemacht haben. Pyramiden sind auch aus Stein und nicht aus Lehm und die halten schon 5000 Jahre und länger. Lehm kannte man sogar in Agypten garnicht, aber Beton war denen schno bekannt.



Zitat:"
Was die Scheichs betrifft:
Erstens können die nicht mit Lehm bauen, weil das ein klassisches Arme-Leute-Material ist. Und zweitens kann man es in so einem modernen Bau nur aushalten, weil da ein ganz dickes und voll ausgelastetes Stromkabel für die Kliamanlage hineinführt."

Lehm ist ziemlich teuer. Sand- und Zement ist billiger. Ein BigBag Lehm kostet an die 200 Euro zzgl. Frachtkosten, die diesen Betrag noch übersteigen können. Eine Tonne Sand hingegen kostet zwischen 10-20 Euro, ein paar Säckchen Zement und Kalk - da lacht der Geldbeutel.

Zitat: "Den Versuch, ein Stück Strohlehm lichterloh in Brand zu setzen, sollten Sie einmal durchführen."

Sollten sich Strohpartikel im Aussenbereich der Lehmwand befinden, so werden diese sehrwohl verbrennen oder verkohlen.



Don´t...



..feet the trolls!

ich geh jetzt ;-)



amüsant:



die beiträge zur richtigstellung der baugeschichte von augustus!
vor allem, was das thema ägypten usw. angeht... revolutionäre erkenntnisse!
de.wikipedia.org/wiki/Lehmbau
ein unterhaltsamer freitag heute!
grins, carmen



Dämmen



Wieder ein "erhabener" Fachmann,
der sich in unsere Runde gesellt(Hoffentlich nicht solange)!

Viele Grüße



Hallo Herr Augustus,



Sie scheinen wohl der einzige zu sein, der weiß, daß Lehmbau Schwachsinn ist. Dann geht es Ihnen ja ein wenig wie mir, denn ich weiß, daß die Außerirdischen, die ja bekanntlich die Pyramiden gebaut haben, schlichtweg zu doof waren, mit Lehm zu bauen ;-)

Gruß...j.



Gott sei Dank,



dass ich diesen Thread sehr aufmerksam lese.
Ich werde sofort sämtlichen auf der Baustelle lagernden Lehm- und Kalkputz im Garten vergraben und die Bauschäden, die Gips und Zementputz angerichtet haben, wieder herstellen.
Dann gewöhne ich mich wenigstens nicht an ein angenehemes Raumklima und sterbe vielleicht ein paar Jahre früher.
Entweder durch Atemwegserkrankungen oder wenn mir die Hütte überm Kopf zusammenbricht.
Besser als Herr Aug... kann man Nichtwissen nicht dokumentieren, wie ich finde...
Aber amüsant ist's allemal :-)





Ich würde an Ihrer Stelle den Lehm und den Kalk nicht im Garten verbuddeln, es könnte dazu führen, dass dann im Laufe der Zeit kleine Fachwerkhäuser anstelle von Pflanzen und Bäumen auf Ihrem Grundstück wachsen. Und das wollen wir doch beide vermeiden.



Das macht doch nix,



die verkaufe ich dann mittwochs auf dem Wochenmarkt... :-)





Ich bin der Mann vom Mond und als Weltwächter kontrolliere ich die Zufahrt von nonterralenen Lebewesen auf den Erdplaneten. Schon seit vielen Jahrtausenden meiden meiden nonterrale Lebewesen die Erde, weil sie nur moderne Planeten anfliegen wollen. Seit dem sich die Menschen entschlossen haben, Lehm zu verwenden, gelten wir als Rückständig.





WAS IST DEN MIT EUCH LOS?