Dachdämmung mit oder ohne Abstand zur Untersperrbahn

09.07.2008



Hallo zusammen,

trotz Suche bin ich noch nicht richtig schlau geworden und bitte um fachkundige Hilfe.

Wir haben gerade ein Haus aus dem Jahre 1975 erworben. Das Schlafzimmer soll unter dem Dach seinen Platz finden. Nachdem wir nun oben die Nut- u. Federbretter sowie die grüne Glaswolle und Styropor-Platten entfernt haben, konnte ich die Sparrentiefe messen, die 16 cm beträgt. Hinter den Ziegel liegt eine Folie (Delta-Folie??). Über dem Dachschlafzimmer ist noch ein Spitzboden (wird durch Bodendämmung gedämmt).

Ich hatte nun vor, hier eine 140 - 035 Klemmfilzdämmung von Isover sowie eine Diffusionsoffene Folie vom gleichen Hersteller einzubauen. Zwischen der Konterlattung würde noch eine dünne waagerecht laufende Dämmung unterbringen und dann mit "Gipsplatten" abschließen.

Nun sagte man mir, dass ich unbedingt mindestens 4 cm Abstand wischen der Delta-Folie (?) und dem Klemmfilz lassen sollte, damit hier eine Durchlüftung stattfinden kann. Ein anderer sagte mit wiederum das das Quatsch sei.

Meine Frage nun: Ist dieser Abstand nötig? Somit könnte ich dann nur eine 120er Dämmung einbauen oder anders gefragt, ist sinnvoll besser Bereich für die Luftzirkulation zu lassen?

Ein wissbegieriger Laie freut sich hier auf tatkräftige Ratschläge :)

Gruß & vielen Dank aus Neuss

Joachim



Unterspannbahn diffusionsoffen ?



Wenn die vorhandene Unterspannbahn noch von 1975 sein sollte (hat die wirklich so lange gehalten ?), dann ist sie bestimmt nicht diffusionsoffen, wie die meisten heute eingesetzten Bahnen. Dann muss ein "Kaltdach"-Aufbau vorliegen, bei der auch bei Änderung der Dämmung nicht auf den Lüftungsraum unter der Unterspannbahn verzichtet werden darf.
Sonst passiert folgendes: Feuchtigkeit diffundiert durch die Dämmung bis zur relativ dampfdichten und kalten Unterspannbahn und kondensiert, dann tropft es wieder in die Dämmung, dann in den Wohnraum - es kann halt nicht weiter nach draussen. Eine diffusionsoffene Folie unter der Dämmung, kombiniert mit einer diffusionsdichten oberhalb der Dämmung, verstärkt diesen Vorgang.

Die Luftschicht unter der Unterspannbahn hat die Aufgabe, zusammen mit entspr. Lüftungsöffnungen an Traufe und First die Feuchte Luft wegzulüften.

Beste Grüße aus der Pfalz,
Marc Sattel



Diffusionsoffene Folie



Hallo Joachim,
Die Belüftungsebene muss sein.
Die diffusionsoffene Folie gehört aber nicht auf die Dämmung.
Hier gehört eine Dampfsperre hin, die sorgfältig verarbeitet werden muss.
viele Grüße





Hallo,

vielen Dank für die Tipps.

Ich fasse zusammen:

Hinterlüftung muss sein (Kaltdach-Prinzip)
Diffusionsoffene Folie ist in diesem Falle das falscheste was ich machen kann. Richtig ist eine PE-Folie bzw. eine Dampfsperre.


Gibt es einen Anhalt, wie groß die Hinterlüftung sein muss?
Die Sparrenstärke ist 160. Wenn ich nun die 140er-Klemmfilz einbaue, hätte ich eine Hinterlüftung von nur 2 cm. Reicht das, oder lieber nur eine 120er Dämmung einbauen. Das Aufdoppeln der Sparren wollte ich mir eigentlich ersparen.

Gruß & noch einmal vielen Dank

Joachim



Lüftungebene



Hallo Joachim ,
Den Belüftungsquerschnitt muss man ausrechnen lassen.
Viele Grüße





...wie rechnet man dies den aus. Oder wer erstellt diese Rechnung?

Gruß
Joachim





Da mineralische Dämmung immer ein wenig quillt, sind 2 cm in jedem Fall zuwenig. Die übliche Hinterlüftung war seinerzeit 4-8 cm.

Grüße vom Niederrhein