Dachausbau! Richtig so?

06.05.2007



Hallo erstmal an alle Mitglieder in diesm Forum. Ich bin ein Baumarkt enttäuschter Verbraucher der wirklich verlässlichen Rat sucht und hoffe Ihn hier zu finden
Ich möchte das Dach richtig isolieren, das Dach wurde vor ca. 6 Jahren neu eingedeckt und von außen mit einer Folie unter den Ziegeln versehen. Art der Folie, ob Membran oder nicht, ist mir nicht bekannt. Ich hätte von innen nun Mineralwolle (10 cm) zwischen die Sparren (Sparrentiefe 10-12 cm.)eingebracht. Danach, und hier kommt mein Problem, dies mit einer Folie abgedeckt. Mir ist nur nicht richtig klar welche Folie ich hier verwenden soll bzw. muß, um eine richtige Dämmung zu schaffen??? Eine Membran Folie oder eine reine Dampfsperre??? Und vor allem warum???
Danach hätte ich eine Konterlattung angebracht und mit Rigips verkleidet und mit Uniflot gespachtelt, die Stöße mit Glasfaser Band überdeckt.
Puh, so und jetzt hoffe ich mal mir kann jemand helfen?
Lieben Gruss Oliver



10 cm



sind zu knapp. ab 16 cm wird es sinnvoll. Dabei stellt sich gleich die Frage, ob Ihr Dach eigentlich noch Zusatzlasten verträgt oder auch nur realistische (neue) Windlastannahmen.
Es ist ein Manko vieler Altbauten, daß die Dächer eigentlich nicht mehr tragfähig sind.
Deshalb rate ich Ihnen zuallererst mal einen Statiker zu kontaktieren. Vielleicht sind zuerst einmal Verstärkungen angebracht.
Grüße vom Niederrhein
Dietmar Beckmann



Grüße



Dachausbau



Hallo Oliver,
1. Hör auf Dietmar Beckmann.

2. Zu Deiner grundsätzlichen Frage, wie die Dämmung einer Dachschräge funktioniert:

Es gibt zwei Systeme dafür, Dämmung mit Hinterlüftung und ohne Hinterlüftung

- Dämmung mit Hinterlüftung

Zwischen der Dämmung und der Unterspannbahn befindet sich eine Luftschicht. Dadurch soll Feuchte, die in die Dämmung gelangt ist, ablüften können. Wenn die Dämmung bis an die diffusionsdichte Unterspannbahn anliegt, kann sonst keine Abtrocknung der Dämmung erfolgen. Damit die Dämmung nicht zusehr auskühlt, sollte ihre Oberseite winddicht sein.
Vorteil: Die Dämmung ist nach außen diffusionsoffen, im Sommer kann die Dämmung austrocknen.
Nachteil: erhöhter Aufwand, erhöhter Platzbedarf, die für die Belüftung notwendigen Öffnungen in Traufe und First reichen oft nicht aus, da durch Insektengitter der Einflug von Schadinsekten verhindert werden soll.

- Dämmung ohne Hinterlüftung

Um den Platz für die Hinterlüftung für die Erhöhung der Dämmstoffdicke zu nutzen, die Belüftung und die Winddichtung zu sparen, wurden diffusionsoffene Unterspannbahnen, die heute zum Standad gehören, entwickelt. Damit wurde die Funktion der Winddichtung, der Ablüftung und der Unterspannbahn in einem Bauteil zusammengefasst.
Vorteil. einfacher zu bauen, es passen mehr Dämmstoffe in den Sparrenzwischenraum.
Nachteil: Das mit der Diffusion nach außen funktioniert nicht so wie in der Theorie. Infolge täglicher und jährlicher Temperaturschwankungen entstehen instationäre Verhältnisse, die zu Feuchteansammlungen an verschiedenen Stellen im Bauteil führen können. Wenn dann noch die innere Dampfsperre nicht richtig funktioniert, kann es zu Schäden kommen.
Um dieses Schadenspotential zu verringern, werden statt einer Dampfsperre jetzt Dampfbremsen eingesetzt, die zwar keine 100- prozentige Diffusionsdichtheit besitzen, aber dafür Feuchte auch nach innen durchlassen. So kann die Dämmung und die Dachkonstruktion auch nach innen austrocknen.

Viele Grüße
Georg Böttcher