Flachdachdämmung

07.11.2011



Hallo,

ich weiss, es ist schwierig und so pauschal nicht zu sagen, ich möchte es trotzdem mal probieren. Ich stehe davor, ein Projekt zu kalkulieren und da sind einige qm Flachdächer zu sanieren und zu dämmen.

Mein Gedanke wäre eine PUR-Dämmung oben auf das bestehende Dach aufzubringen und neu zu versiegeln. Bei der Dicke hätte ich jetzt ganz grob an 160-200 gedacht.

Aufbau aktuell: Beton- oder Estrichflächen mit Bitumengrundierung und Schweißbahn - soweit ich das erkennen kann. Teilweise auch Schalung mit Schweißbahnen drüber. Dämmungen - ähm Fehlanzeige.

- Kann man pauschal sagen, ob man die alte Bitumenbahn einfach drunter lassen sollte/könnte? Gibt es dazu Erfahrungen, die Ihr mir erzählen könntet?

- Es sollen hauptsächlich Gewerbeflächen entstehen, Läden/Büros. Welche Produkte verwendet/empfehlt Ihr mir zum ansehen für die Dämmung (ich möchte hier gerne erst ein paar Meinungen hören bevor der örtliche mir sagt, seines ist das einzig wahre)? Und welche Stärken dann?

- Könnt Ihr ganz grobe Richtwerte für Kosten/Arbeitsaufwand nennen pro qm Dämmung inkl Abdichtung und Einfassung von Anschlüssen bei den Produkten mit denen ihr arbeitet? Hieraus kann ich dann vielleicht vorab entscheiden, welche Produkte ich mir näher ansehen kann ohne das Budget zu sprengen.

Ich habe da so um die 2000qm marode Pappdächer auf drei großen Flächen - das meiste ohne Gefälle und aufgrund der großen Gebäudeflächen wird man wohl auch kein vernünftiges Gefälle reinbekommen.

Also ich weiss es ist schwer und kann nur ganz grob sein aber über Ideen, Erfahrungswerte, etc würde ich mich freuen!

Tim





Die olle Bitumenbahn kann -je nach zustand- drauf bleiben, die dient dann schonmal als Dampfsperre.
Als Dämmung find ich eine 200mm PU Dämmung zu überdimensioniert.
Gefälle bekommt man einfach mit einer Gefälledämmung hin. EPS Dämmung (Styropor) auf Gefälle geschnitten (erfolgt ab werk).
da reicht eine mittlere dämmstärke von 140mm wohl aus.

Zu den Preisen, ganz ganz grob pro qm etwa 80-120 euro. Dazu kommen aber noch jegliche an und abschlüsse, vorarbeiten, Detailarbeiten usw.
Bei der Fläche würd ich mal drei oder vier Angebote reinholen. Oder am besten einen Planer bestellen.



Foamglas



Vielen Dank schonmal für die erste Meinung.

Habe inzwischen nochmal Pläne zum Gebäude bekommen und bin angenehm überrascht, denn die größte Fläche hat doch schon ein eingebautes Gefälle.

Mein Favorit - rein vom Material her - wäre jetzt foamglas - aber der Preis... Was sagen die Dachmenschen hier zu dem Thema?



Dachdämmung



Warum wollen sie Foamglas nehmen?



Warum Foamglas



Also rein von den Materialeigenschaften wäre es mein (derzeitiger) Favorit.

- Stabilität bei mechanischer Beanspruchung (tw. sollen Terrassenflächen und Dachgärten entstehen)

- Verarbeitbarkeit, insb. in Bezug auf Hitze

- Verhalten bei Feuchtigkeit, Verrotbarkeit, Brandverhalten.

Aber ich habe nicht geschrieben, dass ich es nehmen will, nur dass es von den Materialeigenschaften her mein Favorit wäre. Es ist aber freilich nicht ganz günstig.

Ich bin da überhaupt nicht festgelegt, ich schaue im Moment vollkommen ohne Fachwissen in Bezug auf Flachdachdämmung Alternativen an, um dem örtlichen Fachbetrieb dann nicht vollkommen ohne Ahnung gegenüberzutreten und alles was er empfiehlt gut finden zu müssen. ;)

Was für Produkte kommen Ihnen denn in den Sinn, Herr Böttcher?



Dachdämmung



Hallo Tim, es macht einen Riesenunterschied, ob Sie nach einer Flachdachdämmung oder einer Dämmung für begehbare Dachterrassen fragen. Sie sollten also schon etwas präziser werden um verwertbare Antworten zu erhalten.
Für Dachterrassen sollte man immer eine detaillierte Werk- bzw. Detailplanung fertigen lassen und nicht so einfach draufloswursteln. Mängel in der Ausführung die zu Schäden führen können hier richtig teuer werden.

Viele Grüße



Terrassen / Ungenutzte Flächen



Hallo!

Also dann versuche ich mal, es etwas detaillierter darzustellen.

Es handelt sich um drei Flächen.

1. Sehr flaches Satteldach, später ungenutzte Dachfläche, ca. 325qm, derzeit Bitumen auf Holzschalung auf Holzdachstuhl, ungedämmter Kriechboden über ungedämmter Geschossdecke ebenfalls Holz/Gipskarton. Würde ich wie ein Flachdach dämmen wollen, Gefälle ca. 5%.

2. Dachterrassenfläche, später wieder als Dachterrassen/Dachgärten genutzt, derzeit Bitumen auf Stahlbeton, kein Gefälle, ca. 150qm. Darunter Wohnräume.

3. Dachfläche, derzeit Bitumen auf Stahlbeton, ca. 800qm, 2% Gefälle, später ca. 600qm ungenutzte Dachfläche und ca. 200qm Dachterrassen. Darunter Verkaufsräume/Lagerräume (warm) und eine Wohnung.

Sind also frei nach A.R. doch nur 1.300qm. Sorry aber ich habe die Pläne auch erst heute auf den Tisch bekommen.

Ist das ausreichend genau oder habe ich etwas wichtiges vergessen? :)

Vielen Dank & Viele Grüße

Tim



Dachdämmung



Das sieht jetzt schon etwas anders aus.
Mein Vorschlag zur ersten Fläche:
Als Kaltdach belassen. Die Dämmung im Kriechboden auf die Zwischendecke legen (Mineralwolle)
Zur zweiten Fläche:
Variante 1:
Dämmung mit Gefälle aufbringen, entweder PUR- bzw. PS,
Dachhaut und darauf Holzbelag in Waage.
Variante 2:
Alles bis auf Rohdecke runter, Foamglas- Gefälleplatten in Heißbitumen einschwimmen, Abdichtung, Fliesenbelag in Filterkies waagerecht knirsch verlegt. Alternativ: Fliesen auf Stelzlager.
Dritte Fläche:
Ungenutzte Dachfläche wie von Sascha Schildgen vorgeschlagen, Dachterrasse wie gehabt.

Achtung:
Der Teufel steckt im Detail!
Inneneinläufe, Überläufe, Gefälleführung, Traufausbildung, Absturzsicherungen, Brandschutz und Schneelast (bei der ersten Fläche), Verkehrslasten,Windlasten, Zugänge zu den Flächen...

Viele Grüße



Vielen Dank!



Vielen Dank für die Ausführungen zunächst !!!!! :)

Das deckt sich weitestgehend mit meinem Eindruck. Aber bei Verwendung von Foamglas wäre also die alte Bitumenschicht zwingend zu entfernen um einen glatten Untergrund zu erhalten?

Im Kriechboden würde ich nur ungerne dämmen. Leider ist der Zugang nur über eine winzige Klappe für die gesamte Fläche möglich, überall stehen Stützen, Anschlüsse, etc. Höhe maximal 60cm zwischen den Sparren und wie man das unter den Umständen ordentlich mit einer Dampfsperre hinbekommen will ist mir rätselhaft. Das ist auf jeden Fall gaaaaanz viel Fummelkram auf einer riesen Fläche.

Hinzu komt, dass das Bitumendach auch hier marode ist und gemacht werden muss. Ich halte eine Aufsatzdämmung mit ordentlichem Anschluss an die ebenfalls neu zu erstellende Fassadendämmung daher für günstiger und einfacher.



Flachdach



Keiner sagt das man da oben überall rumkrauchen sollte. Man kann ab und an ein Deckenfeld öffnen und nach der Montage wieder schließen, bei GK ist das kein Problem.
Bei einem gut belüfteten Kaltdach ist eine Dampfsperre nicht erforderlich, allerdings sollte die Decke ordentlich und luftdicht verarbeitet sein.
Es gibt einen entscheidenden Vorteil: Reparaturfreundlichkeit.
Falls es mal zu Einregnungen kommt, kann man die Leckstellle einfach lokalisieren und reparieren. Bei einem Warmdach sehen sie zwar wo es unten durchtropft aber nicht wo es oben reinläuft.
Außerdem müsste doch schon eine Dämmung in der Zwischendecke liegen oder?

Viele Grüße



Flachdachdämmung



Wenn die Konstruktion einen Hohlraum hat, vom Dachdecker punktuelle Löcher machen und mit Zellulose ausblasen. Gerade 700 m²Saniert. Spart einen höheren Aufbau und günstiger. Schicke gerne Bilder



Sandwich Trapezblech?



Hallo,

ich bin bei dem Thema über einige weitere Möglichkeiten gestolpert. Eine wäre die Dämmung mit Sandwich Trapezblechen, zB Eco-Panele mit PUR, wie sie im Hallenbau und zB bei Verwaltungsgebäuden eingesetzt werden.

Kann man diese Elemente auch über Wohnungen nutzen oder scheiden die aus irgendwelchen Gründen komplett aus?

(Sorry, Dachdeckerlaie - ich kann nur Naturschiefer vorwärts und rückwärts aber das ist hier leider zu teuer und dämmt auch nicht...)

Danke!

Tim