Innendämmung mit Mineralwolle und Gipskarton rausreißen?

08.06.2007 Daniel



Hallo,
habe hier viel über Dämmung gelesen.
In meinem verschieferten Fachwerkhaus(Außenwände durchgängig aus Holz) im Thüringer Wald(=feucht) wurde im EG -in bester Absicht- von innen mit einer Lage Mineralwolle, verzinkten Metallprofilen und davor geschraubten Gipskartonplatten, ohne Dampfsperrfolie, gedämmt.
Das Haus ist gut gelüftet und wenig beheizt.
Muss ich Angst vor Feuchtigkeitsschäden haben?
Wie hoch ist ggf die Gefahr?
Muss die Innendämmung raus oder besteht die Möglichkeit, dass es dem Haus nicht im Geringsten schadet und es weitere 100 Jahre steht?
Mich interessieren vor allem Erfahrungswerte.



Wie



hoch hier die Gefahr ist kann vermündlich und pauschal nicht beantwortet werden.

Die Schadenansanfälligkeit der beschriebenen Konstruktion hängt auch von den handwerklichen Qualität der Verarbeitung ab.

Grundsätzlich ist die Fehlerquote bei solchen Konstruktionen hoch.

Grüße aus Koblenz



Das ist doch schon einmal eine Aussage



..welche mir weiter hilft
Es war einmal Jemand vor Ort, welcher sagte, da ohne Dampfsperre ausgeführt, wäre es nicht optimal, so grob habe ich es in Erinnerung.
Woanders hingegen habe ich gelesen, dass es besser ohne wäre.
Das nur nebenbei
Evtl wäre es genauso, wenn ich 3 Fachmenschen vor Ort da hätte, der eine würde evtl sagen: sofort raus, der andere, da kann theoretisch nichts passieren und der dritte: es bleibt ein nicht geringes Restrisiko.
..was einem natürlich sehr weiter hilft, aber so ist es ja überall.
In jedem Fall Danke für ihre klare Aussage(welche mich in Richtung Rückbau tendieren lässt)
Frage mich, wie ich zur optimalen Entscheidung kommen kann.
Die Dämmung ist erst seit ca 2-4 Jahren drinnen.
Würde mich über weitere Antworten und evtl Erfahrungen freuen.



Ich auch!



Hallo Eduard,
ich habe ein Fachwerkhaus mit Ausfachungen in Ziegelmauerwerk. Einige Räume sind von innen mit Glaswolle und Rigipsplatten abgedichtet, teilweise mit und ohne Folie. Ich habe einige dieser Wände geöffnet. Dort, wo von außen wenig Feuchtigkeit herankommt und von innen eine Folie angebracht wurde, habe ich keine Schäden festgestellt. An der Wetterseite und ohne Folie habe ich verschimmelte und Feuchte Glaswolle rausgeholt und erstmal das Fachwerk trockenlegen müssen. Ich würde keinen solchen Wandaufbau drin lassen, wenn ich nicht sicher bin, daß es dort dauerhaft trocken bleibt.



Man



müsste mal versuchen die Feuchtigkeit in der Konstruktion (Balken hinter der Dämmung) zu messen.

Diese solte deutlich unter 20% liegen.

Theoretisch sollte diese Dämmstoffe mit eine Dampfsperre eingebaut werden.

das ist aber im Altbau bei einer nicht schlagregendichten Fassade und oft auch noch aufsteigender Feuchtigkeit nicht möglich.

Deshalb hat sich glücklicherweise durchgesetzt, Dämmstoffe einzusetzen die ein hohes Trocknungspotenial haben. Da sind die sie sogenannetn "Naturdämmstoffe" einfach besser.

Grüße



@Wolfgang Mües



Vielen Dank für die Erfahrung, dass ist sehr aufschlußreich; sicher bin ich absolut nicht, dass es hinter der Tapete und den GK-Platten trocken ist.

@Gerd Meurer
Leider nicht so einfach, den derzeit feuchtesten Balken zu erwischen ;-)
Ein Protimeter habe ich, die Gipsplatten haben zumindest schon mal überall 11% *g*, habe eben mal an 3 Wänden geschaut.

Nunja, da man eine zu hohe Feuchtigkeit wohl nicht mit Sicherheit ausschließen kann, muss das Material wohl raus.
Falls ich es raus mache oder an ein paar Stellen öffne, schreibe ich, wie es dahinter war.



Nicht alles Abnehmen!



Ich habe die Lattung drangelassen. Wenn man sowieso wieder was vorbauen muß, ist das Errichten einer austarierten Lattung schon ein Großteil der Arbeit...



Eine Antwort ist keine Antwort!



Hallo

du kannst nicht grundsätzlich entscheiden ob richtig oder falsch. Es kommt vielmehr auf das Zusammenspiel all deiner Veränderungen an.
Ganz wichtig ist eine Bestandsaufnahme deines Fachwerkhauses. z.B. Fachwerk, Heizung, Fenster, Licht,Luft, Schallschutz etc.. Was wurde in der Zwischenzeit verändert?
Vielleicht ne neue Heizung? Mach dich einem Moment frei von dem "neuzeitliche Sachverständigen".
Ergründe das alte Bauen vom Gefühl und deiner Intuition aus ganz ohne Fachwissen (Das brauchst du erst bei dem Umsetzen deiner Maßnahmen.).
z.B. ist deine Heizung Naturgemäß? Machst du die Luft warm oder erfreust du dich an warmen Oberflächen? Mußt du dank deiner Isolierglasfenster mehr lüften?
Früher war es einfach. Einfachglasfenster dienten einer normalen Belüftung und auch zum Entfeuchten (Kondeswasser)im Winter mit schönen Blumem)
Heute findest du keine Blumen mehr, statt dessen steckt die Feuchtigkeit in deiner Wand.

Holz sollte trocken und mit Luft umspült sein, so hält es am längsten. Es kann feucht werden, muss aber die Gelegenheit haben zu trocknen.

Gruß aus Gütersloh