Ist so eine Fassadendämmung möglich?

01.02.2011



Hallo,

ich habe eine Frage zum Thema Fassadendämmung.
Ich plane für die Zukunft eine Fassadendämmung (ca. 200qm Fläche) unseres Hauses (Bj. 1965, 1,5-geschossig, 35°-Satteldach, Mauerwerk: 30cm Hochlochziegel mit Kalkzementputz innen und außen) und zwar in Eigenleistung, da eine in Auftrag gegebene Dämmmaßnahme in meinem Fall erst in ca. 35 Jahren schwarze Zahlen schreiben würde (da keine Barzahlung sondern finanziert). Gerüst, handwerkliche Kenntnisse und Helfer sind vorhanden. Meine jetzige Putzfassade ist in einwandfreiem Zustand, die Dämmungwirkung ist also der einzige Beweggrund.
Bei meiner bisherigen Recherche nach WDVS bin ich auf verschiedene Systeme und Dämmwerkstoffe gestoßen. EPS-Systeme lehne ich ab, da ich durch den hohen Diffusionswiderstand einen Feuchtestau im Wandquerschnitt befürchte, obwohl rein rechnerisch solche Systeme ja tauwasserfrei sind.
Holzweichfaser wäre in meinen Augen das Optimum (sorptionsfähig), kostet aber meistens einen ordentlichen Ökozuschlag.
Bei der Recherche nach mineralwolle-basierenden Systemen ist mir aufgefallen, dass diese Matten im Vergleich zu einem Zwischensparren-Klemmfilz bei gleicher Dicke extrem viel teurer sind. Liegt es an den unterschiedlichen Verkaufsmengen? Der Zwischensparren-Klemmfilz geht ja in jedem Baumarkt weg wie warme Semmel. Natürlich sind die WDVS-Mineralwollematten druckfester, kann man also nicht 1 zu 1 vergleichen.
Dabei fragte ich mich, ob man diesen preiswerten Zwischensparren-Klemmfilz nicht irgendwie für eine Fassadedämmung nutzen kann, denn 160mm Stärke kosten nur ca. 7,-€/qm.
Deshalb hatte ich folgende Idee mit der Bitte an Euch diese zu be-oder verurteilen:
Könnte man nicht eine Art Holzständerkonstruktion an die massiven Außenwände schrauben und die Fächer mit Klemmfilz füllen? Dabei könnte man den Klemmfilz ca. 10mm dicker wählen, um Wandtoleranzen auszugleichen und Fehlstellen zwischen Mauerwerk und Dämmstoff zu vermeiden. Als Außenbeplankung hatte ich dann an druckfestere und biegesteifere Holzweichfaserplatten oder Heraklithplatten in ca. 40-60mm Dicke gedacht, die an das Holzständerwerk geschraubt werden. Als Abschluss dann Klebespachtel, Armierungsgewebe und mineralischen Endputz.
Wäre so was möglich? Oder würde die im Verhältnis etwas dünne aufgeschraubte/genagelte Beplankung vielleicht im Laufe der Zeit wellig werden? Oder liefert irgendein Hersteller ein ähnliches System bereits? Ich habe nichts gefunden. Bestehende Systeme sind natürlich besser, erstens wegen der
allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung und der praktischen Erfahrungswerte.

Hat jemand weitere Infos? Danke im voraus.

Gruß
Darius



Mit den genannten Angaben wird eine Dämmung über ...



... ca. 20 cm angestrebt.

Wenn nach Deinen Rechnungen der Einsatz eines Fachbetriebes erst nach ca. 35 Jahren schwarze Zahlen schreiben lässt, dann schaffst Du es in Eigenleistung vielleicht nach 20 - eher auch nicht. Und dann wird diese Fassade bereits wieder sanierungsbedürftig sein.

Wenn Dein Putz noch "in einwandfreiem Zustand" ist, dann überleg Dir das noch mal. Die 20 cm bringen ja auch einiges an Veränderungen mit sich (Fenster, Fallrohre, Dachüberstand).

Holzkonstruktion und dann mit Heraklit überputzt erscheint mir noch die vernünftigere, aber nicht sinnvollere, Dämmung als mit WDVS-Steinwolle. Sie wird aber mit Sicherheit preislich aufwändiger werden.

Evtl. ist die Optimierung der Heizung eine bessere Lösung.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Fassadendämmung



Die Fassade kann man grundsätzlich so aufbauen. Besser aber zweilagig mit gekreuzter Unterkonstruktion von 2x80mm KVH (1.Lage senkrecht, 2.LAge wagerecht). Minimiert die Wärmebrücken, die auch die KVH-Profile darstellen. Statt eines Putzes empfiehlt sich eine hinterlüftete Konstruktion:
DWD-Holzfaserdämmplatte als Gefacheabschluss/senkrechte Lattung 40/60, Wetterschale (z.B. Douglasie 18-22mm) oder vergleichbares. Bei der Putzvariante kann ev. zwischen WäDä und Putz Tauwasser ausfallen bzw. der Putz muss diffusionsoffen sein mit niedrigem sd-Wert. Bei einer hinterlüfteten Holzfassade gelten zwar bezüglich des Brandschutzes für Wohngebäude geringer Höhe mit nicht mehr als 2 WHG keine Anforderungen an die Feuerwiderstandsklasse der Aussenwandbekleidung-jedoch sollte der Bauwich von 3m zum Nachbarn eingehalten worden sein. Steht der NAchbar direkt auf der Grenze mit einem Nebengebäude (Garage) und Ihr HAus steht näher als 3m daran, ist die Verwendung von Holz als FAssadenmaterial zu überdenken.



Fassadendämmung



Ich glaube nicht, das diese Variante billiger ist.

Viele Grüße



Moin Darius,



wir haben ähnlich gedämmt (UK 2x 60/80mm Balken + 40mm HWP) dann allerdings mit Climacell ausflocken lassen (49,€/m³ netto). Unsere Fassade war allerdings fällig und wir wollten die Hütte gleich komplett machen um später Ruhe zu haben.

Wichtiges Thema sind die Fenster und deren Anbindung:
a) wg. Dämmlücken
b) wg. "Schiesscharten-Optik"
c) wg. Tauwasserausfall im Grenzbereich

Ausführliches findest du z.B. hier:

http://www.khries.de/index.php/fachwissen

Heizkosten sparen tut man eher mit Dämmung der oberen Geschossdecke bzw. einer modernen Brennwerttherme.

Wichtig wäre ein Gesamtkonzept der Energiesparmassnahmen, auch wenn du die einzelnen Schritte über die Jahre verteilst. Auch bietet die KfW wieder zinsgünstige Darlehen für Einzelmassnahmen an, falls ihr nicht warten wollt bis wieder genung "im Sack" ist, für die nächste Runde.

Gutes Gelingen, Boris



Danke soweit



für die Infos. Andere Maßnahmen sind bereits erledigt oder noch in Planung, die Fassade wäre die letzte große "Lücke".
Die Fenster sind letztes Jahr komplett getauscht worden, nicht nur wegen der Dämmung, sie waren mechanisch auch fertig.
Die oberste Geschossdecke wird eh noch gedämmt (ENEV-Pflicht beim Eigentümerwechsel) und auch das Dach wird auch aufgrund der Optik der 45-jährigen Dachsteine saniert, dabei werden die giebelseitigen Dachüberstände verlängert (wegen Optik, Schutz und evtl. zukünftiger Fassadendämmung).
Heizung ist immerhin schon NT-Technik von 1995, da würde ich jetzt noch nicht ansetzen, zumal wir im EG eh viel mit dem Kaminofen unterstützen.
Aber interessant ist, daß es anscheinend schon so ähnliche Dämmvarianten gibt. Ich glaube schon, daß da ein Preivorteil herrscht, Konstruktionsholz ist recht bezahlbar, Klemmfilz sowieso. Die Hauptkosten liegen bei den Plattenmaterial und der Putzbeschichtung.
Wobei es anscheinend aber doch kein Standart-Verfahren ist und ich es nicht riskieren würde, soetwas einfach so auszuprobieren.
Der hier genannte evtl. Tauwasserausfall an der Putzschicht in der organischen DWD-Platte macht etwas Sorgen. Vielleicht verhält sich eine zementgebundene Heraklithplatte widerstandsfähiger. Oder eine dünne druckfeste Mineralwolleplatte.
Wie gesagt, je mehr Erfahrungen aus der Praxis genannt werden, um so klarer wird das Bild. Ist aber eh erst der übernächste Schritt.

Gruß
Darius



Dämmvariante



Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob ein dämmen der Wand überhaupt notwendig ist, kann muss aber nicht sein. Oft ist das richtge dämmen der obersten Gewchossdecke schon aussreichend. Hier würde ich eher eine Verbesserung der Anlagentechnik in Betracht ziehen. Eine ideale Lösung wäre das Solar-Öl-Gas-Pellets-Wärmepumpen Heizsytem SolvisMax. Diese macht Sie unabhängig, man kann jederzeit auf die richtige Energie springen.

Was das dämmen anbelangt, sind Stein oder Mineralwolle zwar nicht der Dämmstoff erster Wahl, aber als Putzträger wäre auch Stauss Edelstahlgewebe denkbar, wird Thermo-Fill S40 als Dämmung verwendet wäre auch der Einsatz von Stauss Fassadengewebe möglich, beides dann mit Sp 50 von Solubel verputzt.

Grüsse Thomas



Wenn Du ganz sicher gehen willst,....



... dann würde ich die Dämmung von der Fassade trennen und diese hinterlüften. Bei dem Einsatz von Konstruktionsholz bietet sich das an.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural-Farben.de



Moin Darius,



wirkliche Langzeiterfahrungen wirst du lange suchen....einfach weil es diese Systeme noch garnicht solange gibt.

Es lohnt sich vielleicht mal die verschiedenen Techniker der jeweiligen Hersteller (Platten, Dämmung, Putze) abzutelefonieren, die kommen durchaus auch mal zur Beratung vor Ort.

Vielleicht sprichst du z.B. mit den Steico-Technikern über deine Bedenken. Mit denen hatte ich öfters zu tun und hab gute Tipps gekriegt. Auf deren homepage findest du auch einen ausführlichen Katalog mit technischen Zeichnungen - eine wertvolle Planungshilfe, egal welche Platten du verbaust.

Ich persönlich habe mich gegen Miwo entschieden, einfach weil ich das Zeug nicht mag und weil das Sorptionsverhalten deutlich schlechter sein soll = geringere Fehlertoleranz. Natürlich hast du recht - bei den HWPlatten wird ein Schweinegeld verdient, zumal die m.W. alle aus den gleichen Werken in Tschechien kommen.....

Einen brauchbaren Überblick über Preise gibt bausep.de, damit kannst du dann zu deinem Händler gehen und fragen, ob er das toppen kann, meiner konnte das.....ich musste halt selber abladen.

Wenn ich dich richtig verstehe, hast du keinerlei Holz in deiner bisherigen Wand und kannst Feuchtigkeitsschwankungen dort etwas entspannter betrachten, richtig?

Das man DWD-Platten (Ich hab die als Unterdach) gscheit Verputzen kann, ist mir neu -wer sagt das?

Gruss, Boris



Thermofassade



Eine vernünftige Lösung wäre dann wohl eien Rahmenkonstruktion, oder Dübelkonstruktion, das ganze mit Stauss Fassadengewebe überspannt mit Luftkalkmörtel verputzt und mit Thermo-Fill S40 gedämmt.

Vorteil der Rahmenkonstruktion:

-Dämmen nur in den Bereichen in denen es notwendig ist, sprich Thermische Hülle
-jederezeit veränderbar z.B.Holzfassade da Unterkonstruktion schon vorhanden
-ein anbringen von Balkon, Vordach oder Markiesen jederzeit möglich, da Unterkonstruktion schon vorhanden
-Fassade ist nicht brennbar, Verrottungssicher und diffussionsoffen.


Grüsse Thomas