Dämmung Fachwerkwand mittels separater Innenwand mit Lüftungsebene?

19.11.2015 Kai Gl.



Moin allerseits,

Ich möchte mal wieder das brisante Thema Dämmung anrühren.

Bei meinem Haus bestehen von den Aussenwänden nur der Ostgiebel und ein Teil der Nordwand aus (Sicht-)Fachwerk, der Rest ist im Laufe der Zeit durch Massivmauerwerk ersetzt worden. Diese Teile sollen auch Sichtfachwerk bleiben. Dachüberstand ist ordentlich und wird auch noch etwas vergrössert, aber auch jetzt bleibt das Fachwerk bei Regen meist trocken.

Der Dachboden über der Tenne, an der der Ostgiebel grenzt, soll jetzt zum Wohnraum ausgebaut werden (siehe Bild, Längsschnitt), inklusive vernünftiger Dämmung. Damit sollte eigentlich auch der Ostgiebel in der oberen Hälfte gedämmt werden. Die Tenne ist Hobbywerkstatt und bleibt unbeheizt.
Die hier für Fachwerk oft als noch akzeptabel angesehene Innendämmung mittels Zellulose- oder Calciumsilikatplatten ist für mich energetisch nicht ausreichend und fällt auch aus noch anderen Grunden ab.

Lösungsidee: Der Dachboden über der Tenne wird an der Ostseite mit einer separaten Innenwand versehen, die einen Abstand von ca. 50-100 mm zum Fachwerk-Ostgiebel hat, sozusagen als bewegende Luftschicht (Bild, der rot umkreiste Bereich). Alle Grenzflächen zwischen Wohn- und unbeheizter Bereich werden in vergleichbarer Weise (Glaswolle mit Dampfsperre, grün im Bild) gedämmt. Somit sollte aus dem Wohnbereich wenig Feuchte in den unbeheizten Bereich migrieren, wegen der Dampfsperre. Da das Fachwerk vollflächig nach innen hin offen liegt, sollte es hoffentlich trocknen können.

Funktioniert so etwas?
Wenn der Spitzboden belüftet ist, reicht das um die Feuchtigkeit von der FW-Wand nach oben und danach nach aussen abzuführen?
Wird der verringerte Wärmeeintrag aus den beheizten in den unbeheizten Bereich ein Problem für das trocknen der FW-Wand sein?
Ist es möglich, Fenster in diese Wand einzubauen? Diese müssen also sowohl in der Innen- als Aussenwand eingebunden werden. Ich sehe da noch einige Kältebrückenmässige Probleme, die es zu lösen gilt.

Danke schon mal für’s mitdenken,



Funktioniert so etwas?



Ich denke nicht.



Innendämmung mit Hohlraum...



... wird auf Dauer nicht funktionieren.
Es gibt sinnvollere Lösungen für dieses Problem.
Aus den wenigen Angaben lässt sich aus der Ferne kein Dämmkonzept entwickeln.
Dieses und ähnliche Probleme sind hier schon behandelt worden; die Suchfunktion bemühen.
Oder detaillierte Angaben einstellen.





@ Herr Meurer

Hätten Sie auch eine Begründung für diese Annahme?

Mit freundlichem Gruß,

Kai Gl.



Innendämmung mit Hohlraum



Als "Haus im Haus" kann es durchaus funktionieren, ich würde aber etwas mehr Zwischenraum lassen, so dass ein schmaler Mensch noch reinpasst.

Ueber Glaswolle kann man sich streiten. Ich habe in der Kellerdecke, Trennwänden und Decke zum Dachboden einiges an Ursa 032 Glaswolle verbaut, und das Material ist m.E. etwas zu weich. Wenn man nicht sehr aufpasst, werden die Gefache nicht völlig ausgefüllt. Holzflex oder qualitativ gute Steinwolle ist da besser. Gut eingeblasene Zellulose ist die beste Lösung, wenn es nicht auf den letzten cm ankommt.

Einige Beispiele von Scheunenumbauten zur Inspiration:

http://www.archdaily.com/612605/landhaus-thomas-kroger-architekt/

http://www.cb-arch.ch/index.php?/project/casa-c/

http://www.swiss-architects.com/de/projects/48500_Heidenhaus_in_Muenster

http://www.neue-remise.ch/loft-apartments/



@Kai Gl.



Ich favorisier Aufbauten aus diffusionsfähigen Materialien die ein hohen Trocknungspotential haben.

Alles andere gerade wenn es neu gebaut wird halte ich für sehr fehleranfällig.

Grüße





Hier mal eine Uebersichtszeichnung.

Gruss, Kai





Hier mal eine Detailzeichnung ueber den Wandaufbau.

Gruss, Kai





@ Herr Meurer:
Können Sie, abgesehen von Ihrer Vorliebe für den von Ihnen genannten Materialien, auch den Grund angeben warum dieser Aufbau Ihrer Meinung nach nicht funktonieren würde?


@Herr Esztermann:
Die Suchfunktion habe ich schon ausgiebig benutzt. Es ist natürlich sehr viel über Innendämmung geschrieben worden, aber da ging es im Allgemeinen über Dämmung die direkt auf der FW-Wand angebracht wurde. Hier dagegen geht es um einer separaten Innenwand, der Zwischenraum ist belüftet. Dieser Aufbau ist mir in den Beiträgen bis jetzt nicht begegnet.

“... wird auf Dauer nicht funktionieren” Könnten auch Sie den Grund angeben warum dieser Aufbau Ihrer Meinung nach nicht funktionieren würde?

“Es gibt sinnvollere Lösungen für dieses Problem” Hätten Sie einen Tip welche Lösungen das so wären?


@yogumon:
"Haus im Haus" trift den Nagel ziemlich auf den Kopf.
Ich bin im Bezug auf Dämmmaterial nicht festgelegt. Darf ich Ihre Erläuterung so verstehen, dass die Glaswolle bei Ihnen ein wenig in sich zusammengesackt ist?

Gruss, Kai



Glaswolle



Ich habe Glaswolle für die Kellerdecken und eine oberste Geschossdecke verwendet. Sonst noch für eine unkritische Trennwand, bei der aber 0.3 W/m2K verlangt waren.

Die Leute bei der hiesigen Behörde schauen leider viel zu sehr auf den u-Wert, die Winddichtheit der Aufbauten wird aber nicht betrachtet.

Die 032 Glaswolle von Ursa ist angenehm zu verarbeiten, aber m.E. zu weich. Bei vertikalen Gefachen hätte ich da tatsächlich etwas Bedenken wegen zusammensacken. Der Untersparrenfilz von Isover machte mir qualitativ einen besseren Eindruck.

Auch bei Steinwolle gibt es unterschiedliche Qualitäten, z.B. das Material von Flumroc ist einiges fester und besser gebunden als die ziemlich fluffigen Trennwandplatten von Rockwool.

Hier in der Schweiz ist der Markt für Dämmstoffe ziemlich verkorkst, oft super teuer im Vergleich zu DE. Da nimmt man eben was man bei Bauhaus zu einem vertretbaren Preis bekommt...



zum Aufbau



Dampfbremse, nicht Dampfsperre. Wenn man eine Installationsebene hat, können an den Fugen verklebte OSB Platten diese Funktion übernehmen.

Gipskarton ? Da wäre Gipsfaser doch etwas wertiger.

Installationsebene sollte ausgedämmt werden, keinen cm verschenken.

Ich würde mich mehr auf gute Winddichtheit der Konstruktion konzentrieren, und weniger auf den absolut tiefsten u-Wert. Wenn möglich sollte die Dampfbremse um den ganzen Dämmperimeter durchgehend verlegt sein (auch beim Boden über der Tenne).

In eurem Fall würde ich eine Mischrechnung machen, und mich bei den Fachwerkwänden mit einer moderaten Innendämmung mit Holzweichfaser zufrieden geben. Das Fachwerk scheint nicht auf der Wetterseite zu sein, zusammen mit dem Dachüberstand sind das gute Voraussetzungen.

Den gemauerten Teil am besten von aussen dämmen wenn es von den Uebergängen möglich ist.

Wie hoch ist der Teil über den Kehlbalken ? Am besten die Dachschräge durchgehend dämmen, und nach oben öffnen. Gibt weniger Uebergänge, und ein schöneres Raumgefühl.



Dämmung



Wenn, aus welchen Gründen auch immer, eine fachgerechte Innendämmung nicht in Frage kommt und diese "Haus-in-Haus-Lösung" umgesetzt werden soll, dann sollte für eine ordentliche Lüftung im Bereich zwischen den Wänden gesorgt werden, dann reichen ggfs. die 50...100 mm. Besser, der Raum ist begehbar.
Fenstereinbauten sind problematisch. Lüftungsunterbrechung, sehr tiefe Laibung, Wärmebrücken.
Mit einer Innendämmung hat man das alles im Griff.
Den Boden des Wohnbereichs von der Tennenseite zu dämmen ist die bessere Alternative.
Meine Bedenken hatte die ich schon in meinem ersten Beitrag geäußert.
Hier habe ich sie noch einmal etwas differenziert.
Allerdings ist ohne genaue Ortskenntnis eine endgültige Einschätzung schwierig.
Ob die geplante Ausführung dauerhaft funktioniert wird sich zeigen.
Viel Erfolg.



Dämmung



Wenn eine Haus in Haus Lösung angestrebt wird………………..???

Warum nicht mit Thermoelementen aus den Industriebereich (Hallen) arbeiten?

Ich habe sie in 2a Qualität (Farbfehler) mit 10cm Kerndämmung eingesetzt. Das gibt einen U-Wert der etwas über 0,2 liegt. Mit den stabilen Platten kann man wahnsinnige Wände bauen. Sie sind garantiert diffusionsdicht. Da passiert nichts. Die Stöße und Wandabschlüsse haben wir zusätzlich abgeklebt. So eine Wand „atmet“ nicht, zum Lüften sind die Fenster da. Feuchtigkeit die von außen an die Platten gelangt, muss auf denselben Weg zurück finden.

Auf der 0,7mm Metallhaut kann von innen dann eine 4 cm Styrodur- oder auch Holzfaserplatten mit Blechschrauben befestigt werden. Dies stellt dann die Installationsebene für Kabel und Rohre da.

Darauf kann dann eine GKP oder Fermazellplatte folgen. Befestigung wieder mit Blechschrauben in der Metallhaut der Thermoelemente.

Ich hab es so einige Mal mit Erfolg eingesetzt.