Dämmung Fachwerkhaus

30.07.2015



Hallo,

ich besitze ein Haus, BJ ca. 1910. Ursprünglich war dies ein Fachwerkhaus. Meine Vorbesitzer haben allerdings das Fachwerk im EG durch ein ca. 300mm dickes Mauerwerk ersetzt. Das OG sowie das DG sind noch aus Fachwerk, ca. 100mm dick.

Nun möchte ich die Fassade vom ganzen Haus erneuern. Das Mauerwerk im EG hat eine aus meiner Sicht ausreichende Stärke (hier befindet sich ein selten bis nicht benutztes Arbeitszimmer und ein selten bis nicht beheiztes Schlafzimmer).Somit werde ich hier nur einen Außenputz anbringen lassen.

Mein Problem ist das OG sowie DG (die Geschosse mit dem Fachwerk). Hier möchte ich eine hinterlüftete Holzfassade mit Stülpschalung aus sibirische Lärche anbringen. Die Dämmung soll 100mm betragen, die Hinterlüftung 30mm.
Im Innenbereich vom OG habe ich 9,5mm Gipskartonplatten auf einer Lattenkonstruktion ohne Dampfsperre angebracht. Eine nachträgliche Dampfsperre ist auch nicht möglich. Die Lattenkonstruktion ist direkt auf das Fachwerk von innen aufgeschraubt.

Welches Dämmmaterial empfehlt ihr? Holzfaserdämmplatten scheinen hier die erste Wahl zu sein, sind aber eben auch recht preisintensiv.
Mein derzeitiger Favorit wäre eigentlich von Isover "Kontur HFP-032". Nach der Broschüre

http://www.isover.de/Portaldata/1/Resources/produktwelt/produkte/ultimate/Broschuere_ULTIMATE___Holz_fuer_Bauherren.pdf

ist dieses Dämmaterial ideal für "ein Haus in Holzrahmenbauweise" geeignet. Nach meinem Verständnis kann man dies mit Fachwerk vergleichen.

Außerdem besitzt dieses Material "hoher Witterungsschutz, da durchgehend wasserabweisend", sowie "diffusionsoffen und auch bei dauerhaft erhöhter Luftfeuchte schimmelresistent".

Wenn ich diese beiden Eigenschaften interpretiere, kann der Wasserdampf entweichen ("diffusionsoffen") und sollte die Dämmung aus irgend einem Grund doch einmal nass werden, dann nimmt sie das Wasser nicht an bzw. trocknet wieder ("durchgehend wasserabweisend").

Ihr könnt mich gerne verbessern, ich bin für jeden Rat dankbar.
Viele Grüße
Herr Metzer



ich



habe früher mit Steinwolle gearbeitet und bin nur auf Holzfaser umgeschwenkt. bei 60 Euro / m3 sind das doch keine Kosten, die eine Rolle spielem - da ist Deine Stülpschalung doch teurer ! Infos dazu unter: http://unger-diffutherm.de/produkte-systeme/udidaemmplatten/uditherm-sk-daemmplatte/



Vielen Dank für



die schnelle Antwort.

Ich habe mir gerade die Seite angesehen. Der Preis dieser Holzfaserdämmplatte mit 100mm Dicke liegt bei 23,10€/m², bei einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von ? = 0,041 W/m.

Die Isover ULTIMATE Kontur HFP-032 Mineralewolle liegt bei 12,28€/m² bei einem Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit von ? = 0,032 W/m... und das bei Hornbach.
http://www.hornbach.de/shop/Ultimate-Kontur-FSP-032-ISOVER-1250x625mm-Staerke-100mm/5549064/artikel.html

Ich muss zugeben, bisher hatte ich 100mm-Holzfaserdämmplatten nur in Preisen über 35€/m² gefunden, d.h. circa das Dreifache des Isover-Preises, bei geringerem Dämmwert. Immerhin kostet dein vorschlagenes Material "nur" das Doppelte und ist somit schon eher eine Alternative.

Trotzdem steht meine Frage immer noch: Was spricht gegen die Mineralwolle von Isover? Gerade weil sie für "ein Haus in Holzrahmenbauweise" beworben wird?

Viele Grüße
Hr. Metzer



Dämmmaterial



Schauen Sie nicht auf doofe Werbesprüche sondern vergleichen Sie Produktdatenblätter, Anwendungs- und Verarbeitungsrichtlinien sowie Sicherheitsdatenblätter.
Zum OG:
Ihre Vorsatzschale aus Gipskarton kann an den Außenwänden Schäden hervorrufen, vom Schimmelbiotop mal ganz abgesehen. So etwas ist auch bei Einbau der Außendämmung ein erheblicher Baumangel.
Dann weise ich Sie auf die Problematik EnEv hin:
Wenn Sie die Fassade in der Weise wie geplant verändern verstoßen Sie gegen ein Gesetz; die ENEV. Ob gegen Regelungen Ihrer Landesbauordnung hinsichtlich Grenzabstand und Brandschutz verstoßen wird sollte auch vorher geklärt sein (falls noch nicht passiert).
Ich empfehle Ihnen vor Baubeginn erst einmal ein stimmiges, unter ganzheitlicher Betrachtungsweise erstelltes Sanierungskonzept in Auftrag zu geben. Basis dafür sollte ein Nutzungskonzept und eine Bauzustandsermittlung sein.
So erfahren Sie auch die Kosten mit denen Sie rechnen müssen.



Nut und Feder ?



Wenn Holzweichfaser, dann würde ich wegen der Winddichtigkeit Platten mit Nut und Feder empfehlen.

300 mm dickes Mauerwerk hat keinen ausreichenden Dämmwert. Bei einem Ersatz des Putzes wird die EnEV eine Wärmedämmung verlangen.

Build nice, or build twice...



Dämmung Holzweichfaserplatte



als Handwerker habe ich vor ein paar Tagen eingekauft - Udispeed 40 mm verputzfähig mit Nut+ Feder ca. 11 Euro/m2 +MWST, Udi-Flex 100mm 6,50Euro/m2, bei der Platte machen Nut und Feder keinen Sinn, da sie zwischen den Latten der Unterkonstruktion eingeklemmt werden, wenn - dann eine Unterspannbahn auf die Dämmung ! Ich putze die Oberplatte und versehe sie mit einem Fachwerkimitat aus Putzmörtel.

Dämmplatte in der UK: http://www.unger-diffutherm.de/udiflex/
und für den Oberputz: http://www.unger-diffutherm.de/udiflex/



Vielen Dank für die Antworten.



Zuerst einmal muss ich sagen, die ENEV hab ich bisher wirklich nicht beachtet. Nachdem ich meine Werte in den U-Wert-Rechner eingegeben habe, kam ich auf einen Wert von 0.27 bei gefoderten 0,24. Dabei habe ich eine 100mm Dämmung mit einer Wärmeleitfähingkeit von 0,032 W/m unterstellt. Nehme ich eine 120mm Dämmung unterschreite ich den geforderten Wert.
.
Die untere Etage ohne Dämmung ist natürlich bei der Berechnung wie erwartet eine Katastrophe. Wobei ich, wie gesagt, in der unteren Etage fast nicht heize und die Räume auf einen Bereich von 12 - 16° halte.
.
Daher kommt für mich der wirtschaftliche Aspekt zum tragen. Ich benötige pro Jahr ca. 20000kWh - 22000kWh bei ca. 1200,-€ - 1500,-€. Bei einer unterstellten Einsparung von 30% spare ich bei gleichen Energiepreisen gerade mal 360,-€ - 450,-€ im Jahr. Durch das dämmen der unteren fast ungeheizten Etage komme ich auf ca. den doppelten Preis und benötige die doppelte Montagezeit, habe aber niemals den doppelten Einspareffekt.
.
Das nächste Problem in der unteren Etage sind die Fenster. Diese sitzen in der Mitte der 300mm Wand. bei gleicher Fassadenstärke von ca. 150mm käme der "Schießscharteneffekt" zur Geltung und auch der Lichteifall würde geringer. Deshalb möchte ich hier auf die Dämmung verzichten.
.
@Olaf
Wie gesagt, vielen Dank für die Alternative. Wenn ich mir dein Bild ansehe, musst du eine Innendämmung haben, sonst liegst du mit 40mm niemals in den Gesetzen :-p (keine Sorge ist mir egal).
.
Leider habe ich hier bisher noch keine Fakten sondern nur Meinungen bekommen, warum ich Isover Kontur FSP-032 nicht verwenden sollte. Ich habe mittlerweile durch einen Isover Berater herausbekommen, dass Isover Kontur HFP-032 wirklich nur für Holzrahmenbau und nicht für Fachwerk geeignet ist. Bei meiner U-Wert-Berechnung kam übrigens heraus, dass ich kein Feuchtigkeitsproblem durch unterschreiten des Taupunktes in der Dämmung habe. Hier wäre ich für Fakten dankbar.



Dämmung



die Fassade wird mit 40er verputzbaren Dämmplatten und zwischen 2x 40 über 1x 60 bis 1x40 (wegen Schiefer FW-Fassade) gedämmt, die Bauherrin hatte vor ein paar jahren einer 40er Innendämmung+GK eingebaut. Beim Einbau der neuen Fenster wurde der Bereich hinter der Innendämmung kontrolliert - alles ohne die vielbehaupteten Schäden/Folgen.

Warum nicht: Wer Steinwolle verarbeitet hat, weiß, daß man die Paqrtikel einatmet - ich hatte nach mehrerer Wochen Umbau einen starken Reizhusten, ich meide seitdem diesen Baustoff! Steinwolle "säuft" im Falle des Falles ab, die Holzwolle trocknet sehr gut ab. Bei der (nicht gewollten) Dämmung im EG würde ich die Anschläge abflexen, um die Dämmung bis zum Rahmen zu führen. Anbei abgestemmte Anschläge vor dem Ausbau der alten Fenster.