Dämmung eines Mansarddachs ohne Unterspann

23.03.2016 Dürres



Hallo liebe Community,

zuerst will ich mich kurz vorstellen.
Ich heiße Benni, bin 27 Jahre alt und bin mit meiner Familie auf der Suche nach einer Immobilie, die wir ganz nach unseren Vorstellungen umbauen können.
Wir wohnen in Leonberg und suchen auch im dortigen Großraum.
Handwerklich bin ich nicht gänzlich untalentiert. Würde mich als Heimwerker bezeichnen. Von Parkett verlegen, über die Sanierung von Bädern, Möbelbau bis zur Motorinstandsetzung habe ich schon vieles gemacht. Ich lese mir sehr gerne Detailwissen an, um die Arbeiten nachher selbst auszuführen, bzw. um dem Handwerker auf die Finger zu schauen.

Wir haben ein sehr schönes Häuschen in unserer engeren Auswahl, welches 1937 erbaut wurde. Bild habe ich angehängt.
Wenn wir das Haus erwerben sollten, würden wir es gerne nach einer Beratung eines Energieberaters energetisch komplett sanieren.

Grob geplant ist eine Fassadendämmung, eine Dachdämmung, der Austausch der Fenster, eine dezentrale Lüftungsanlage, der Austausch der Ölheizung durch eine Gasbrennwerttherme sowie einige Um- und Ausbauten im Innenbereich.

Nun aber zu meiner Frage: Das Mansarddach ist ein Kaltdach. Die Bieberschwänze liegen auf der Querlattung, welche direkt auf die Sparren genagelt sind. Eine Konterlattung ist nicht vorhanden. Wir würden das Dach gerne von innen dämmen, um nicht die Dachdeckung abzunehmen.
Problem ist, dass keine Unterspannfolie vorhanden ist.
Was meint ihr? Ist eine Zwischensparrendämmung/Untersparrendämmung mit abschließender Dampfsperre nach einer Aufdopplung der Sparren ohne Unterspannfolie realisierbar?
Die Dämmung würden wir gerne mit Holzweichfaserplatten ausführen, um ökologisch sinnvoll zu sanieren.

Ich freue mich auf eure Tipps und Empfehlungen.

Grüße Benni



Man könnte ..



in diesem Fall Stopfhanf verwenden.

Stopfhanf findet genau in solchen Fällen seit Jahren Verwendung, auch wenn der bekannte "U-Wert-Rechner" da nicht ganz mitspielt, hat es sich in der Praxis über Jahre bewährt.
Früher wurde nun einmal nicht "gekontert" und Hinterlüftung war noch kein Thema, wie es heutzutage der Fall ist.



Von Außen nach Innen könnte es z.B. so aussehen:

Dacheindeckung, inkl. Traglattung
HDWST als Zwischensparrendämmung z.B. 120mm
Holzfaserplatte, z.B. 40mm als Beplankung
Lehmputz z.B. 15mm
fertig

Mit freundlichem Gruß
GFM-mbH



Dämmung mit Isofloc?!



Vielen Dank für den Tipp mit dem Stopfhanf.
Was beudetet denn die Abkürzung HDWST? Komnte ich leider auch nach einer Recherche nicht herausfinden.

Was halten Sie denn von einer Dämmung mit Zelluloseflocken, z.B. Isofloc.
Ich hatte Kontakt mit einem Berater von Isofloc, der mir folgenden Aufbau vorgeschlagen hat:

- Eindeckung inkl. Traglattung
- seitlich an die Sparren Lattungen annageln, die als Träger von Holzweichfaserplatten dienen zur Hinterlüftung
- darauf die Holzweichfaserplatten
- Aufdopplung der Sparren mittels dem Isofloc Hofer System
- als Abschluss OSB Platten, die dann z.B. mit Rigipsplatten beplankt werden können
- als Dämmung werden dann die Zelluloseflocken eingeblasen

Was mich an dem Aufbau wundert, ist dass er keine Dampfsperre erwähnt hat. Ist diese bei einem solchen Aufbau tatsächlich überflüssig?

Die Dämmung mit Zellulose fasziniert mich und die Vorarbeiten hören sich sehr einfach und übersichtlich an. Außerdem muss ich keine Platten zuschneiden, die nachher doch nicht zu 100% passen.

Wie ist Ihre Meinung dazu?

Grüße Benni



HDW-ST ist..



Hanf-Dämmwolle Stopfhanf abgekürzt.

Die Alternative mit Zellulose-Dämmung funktioniert auch.
Hinterlüftung

Allerdings sind die Vorarbeiten, bzw. das Anbringen der Lattung am Sparren, der Zuschnitt der Platten, die Befestigung
etwas müßig.
Wenn Sie mit OSB beplanken, die Stöße abkleben, haben Sie auch eine Dampfbremse!
Allerdings wird eine GKP Platte und ein evtl. Anstrich, gegenüber einem gesunden Lehmputz in ordentlicher Dicke,
raumklimatisch das nachsehen haben.

Wenn Sie uns per E-Mail einmal anschreiben möchten, schicke ich Ihnen gerne ein Datenblatt eines Herstellers des Stopfhanf zum Thema.

Freundliche Grüße

GFM-mbH



Hört sich schlüssig an!



Hallo Miteinander,

die Dämmung direkt ohne Hinterlüftung bzw. ohne Trennungsebene anzubringen scheint mir auch etwas riskant. Die Holzweichfaserplatte will ich auf jeden Fall auf eine Abstandslattung nageln.
Mit welchem Material soll ich denn verschalen? Ist die OSB-Platte da die richtige Wahl und mit welcher Kleber müssen die OSB-Platten verklebt werden? Nimmt man da ein Klebeband, das auch bei Dampfsperren verwendet wird?

Über die Wandheizung habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Wie wird sowas überlicherweise ausgeführt? Werden da beide Dachflächen mit den Heizleitungen belegt? Wärme steigt ja nach oben. Würde ich da nicht hauptsächlich das Dach heizen?

Und ihr habt recht. Ein Lehm oder Kalkputz ist wahrscheinlich schöner als eine Rigipsplatte. Putz ist notiert.

Grüße Benni