Dielenboden über Lehm - welche optimale Wärmedämmung?

29.05.2005



Hallo zusammen,

wir wollen ein ca. 100 Jahre altes Bauernhaus mit Dielenboden kaufen. Der Boden ist gut in Schuß und ich würde die Dielen nur ungern aufnehmen. Der Boden ist durch Löcher in der Fassade unterlüftet (ca. 20 cm hoher Hohlraum)und überhaupt nicht isoliert. Es scheint aber alles trocken zu sein uns auch die Unterbalken sind exzellent erhalten. Nach allem, was ich hier gelesen habe, dürfte das aber sehr fußkalt werden.
Daher meine Frage: Ich denke, man könnte die Wärmeisolierung durch Einblasen von Dämmaterial machen. Was wäre da wohl das Beste (Kosten/Nutzen)?
Braucht Ihr mehr Infos?

Danke schon jetzt,
Lutz



Bevor Sie mit Dämmstoffratschlägen überhäuft werden,



rate ich wieder mal zu keinem Dämmstoff. Gegen Fußkälte hilft eine Strahlungsheizung (vermeidet Temperaturschichtung und Luftzug mit unten 15 und an der Decke 27 Grad) und ein fußwarmer Bodenbelag. Holz wäre einer. Bedenken Sie, daß ein 20 Grad Steinbelag der 35grädigen Fußsohle mehr Wärme entzieht als ein 20grädiger Teppich. Alles logisch, oder? Und deswegen nützt ihnen eine Bodendämmung nie und nimmer das, was sie verspricht. Auch wenn es allerlei Leute gibt, die darauf schwören und ihnen das gerne reinbauen. Wenn es aber zum Schwur kommt - ???

Weitere offenbar notwendige und sehr kostensparende Aufklärung zum Dämmthema finden Sie hier:


Dämmstoff dämmt nicht und bringt Schäden



Auch bei purem Dielenboden keine Dämmung?



Hallo,
das ging ja schon wirklich schnell, vielen Dank für Ihre Meinung!
Ich dachte daran, den Dielenboden wieder auf Vordermann zu bringen, habe aber hier einige Beispiele gelesen, die davon schrieben, dass es doch recht kalt an den Füßen wird, wenn im Winter der Wind auf den Belüftungslöchern in der Hauswand steht und keine Dämmung unter dem Boden ist. Ist das nicht so? Haben die zwei Zentimeter Holz soviel Dämmwirkung?
Ich habe (noch) keine Restaurierungserfahrung, habe aber diesen Sommer so einiges mit dem Haus vor.
Auch für alle weiteren Beiträge bin ich sehr dankbar!

Lutz Rosengarten





Hallo Herr Rosengarten
Ich sehe das als Laie mal so, wenn der Boden so wie er ist 100 Jahre überdauert hat würde ich ihn persönlich nicht ändern, vermutlich hat der Lehmboden eine Feuchteausgleichende Wirkung und wenn man den jetzt irgendwie ändert bzw Dämmung aufbringt so würde ich mich erkundigen wie man das machen kann ohne die Funktion des Lehmbodens zu beeinträchtigen.
In meiner Scheune befindet sich ein gestampfter Lehmboden, das Haus steht an einem Hang mit etwas drückender Feuchtigkeit, das Gebäude ist Teilunterkellert.
Eine Wand im Keller die sich seitlich unterhalb des Lehmbodens befindet war die letzten Jahre im Sommer immer Nass geschwitzt und das von Jahr zu Jahr mehr, die letzten Jahre wurde die Wand im Sommer überhaupt nicht mehr trocken sie war klatschnass so das das Wasser auch auf der Kellertreppe stand.
Im Januar habe ich eine LKW Plane die der Vorbestitzer auf den Lehmboden gelegt hatte entfernt, der komplette Boden war sehr feucht und mit Pilzwurzeln durchsogen, binnen einer Woche war er aüsserlich trocken, Jetzt nach den ersten heissen Tagen habe ich gespannt meine Kellerwand beobachtet, nach meiner Erfahrung müsste sie jetzt Klatschnass sein, Schisse gepiffe, sie ist etwas feucht aber ich würde sagen noch maximal 20% von dem was sonst war.
Ich denke mal das das irgendwie damit zusammenhängt das der Lehmboden wieder frei ist.
Für mich heist das das ich den neuen Boden in der ausgebauten Scheune so aufbauen muss das der Lehmboden sein Werk weiterhin tun kann denn der Putz war auch schon im Bereich der Schwellbalken der Scheune Nass weiterer Schaden wäre bei erneutem Abdichten unvermeidbar.
Nun genug gebabbelt so sehe ich als Laie das, Wahrscheinlichkeitsberechnungen kann ich dazu nicht anstellen, bekannt aber ist das der Fachwerkbau eine Sache ist die sich über Jahrtausende entwickelt hat und das er seit Jahrhunderten ausgereift war (leider ohne EnEV)und das man das alles irgendwann vor ein paar Jahrzehnten alles vergessen hat, oder vergessen wollte.
Gruß
Hartmut