Fehlende Wärmedämmung unter Dielenboden




In unserem Haus (Baujahr 1864) liegt im größten Wohnraum (70 qm) ein klassischer Dielenboden aus Fichte, den wir vor Bezug vor ca. 5 Jahren aufwendig haben Aufarbeiten lassen. Dummerweise haben weder wir noch die ausführende Parkett-Firma dabei auf eine Wärmedämmung bzw. Isolierung zum unteren, unbeheizten Stockwerk geachtet. Nun leiden wir im Winter unter extremer Fußkälte und stehen vor der Entscheidung wie wir den Fußboden verbessern können. Erschwerend kommt hinzu, daß der Dielenboden bei Betreten stark knarrt und schwingt.
Zuerst dachten wir an eine Dämmung von der unteren Geschoßdecke aus. Diese Idee haben wir allerdings mittlerweile verworfen, da die Raumhöhe von über 4 Metern dort das Arbeiten über Kopf wenig angenehm erscheinen läßt. Lieber wollen wir den Bodenaufbau im Wohnraum inkl. Wärmedämmung nun endlich richtig machen. Als zusätzliche Aufbauhöhe auf den bestehenden Dielenboden haben wir 10 cm Platz für Dämmung, OSB-platten und neuen Dielen bzw. Parkett (22 mm).

Wir sind sehr unschlüssig über das Vorgehen und hätten 3 Ideen, die wir gerne hier zur Diskussion stellen möchten:
1.) alten Dielenboden lassen, darauf Dämmung aus Mineralwolle, OSB-Platten, neuen Dielenboden bzw. Parkett (22 mm)
2.) alte Dielen entfernen, dickere Dämmung Mineralwolle zwischen die Sparren und weiter wie unter 1.)
3.) alte Dielen nummerieren, entfernen, dicke Dämmung, Schallentkopplung etc. und alte Dielen wieder einsetzen und ggf. nachschleifen.

Vielen Dank im voraus für hilfreiche Tipps aus dem Forum!



Moin Helga,



wie sieht denn das Ganze aus?

Bleibt der Raum drunter auf immer und ewig unbeheizt?

Oder soll er auch irgendwann mal genutzt werden, dann spielt Trittschalldämmung nämlich noch eine Rolle.

Mir geht das Dielengeknarze bei mir im OG auch allmälig auf den Senkel, aber da hilft erstmal nur Dielen raus, da sie nicht "ruhig" liegen und das auch mit nachschrauben nicht hinzukriegen ist. Dürfte bei euch ähnlich sein.

Mein Tipp: In der Ecke "die letztverlegte" Diele rausnehmen und mal gucken was ihr habt (Dielen-, Balkenzustand, Füllung).
Bilder machen, kostenlos im Forum anmelden und hier einstellen, dann kann man mehr sagen.

Gutes Gelingen, Boris



Danke!



Hallo Boris,

ja der Raum unten drunter bleibt auf absehbare Zeit (als Atelier) ungeheizt.
Drittschalldämmung spielt für uns so gut wie gar keine Rolle, da ich niemals gleichzeitig in beiden Stockwerken bin. Nicht die Lautstärke, sondern die extreme Kälte sind unser Hauptproblem:)
Liebe Grüße Helga



Fußbodenaufbau



Ich empfehle Ihnen die Decke von unten her mit einer Unterhangdecke zu dämmen. Das verbessert auch den Brandschutz und die Schalldämmung.
Was die Höhe betrifft:
Es gibt Gerüste.
Zum knarrenden Fußboden:
Wenn die Höhe kein Problem ist, können Sie mit Dämmplatten kaschierte Trockenestrichelemente, bei Bedarf auf Ausgleichsschüttung, verlegen.
Darauf dann den Fußbodenbelag Ihrer Wahl. Das sollte das Knarren beseitigen.

Viele Grüße



Ähnliches Problem - suche ebenso nach Lösung!



Hi,

wir haben ein ähnliches Problem mit einer ungedämmten Decke 1 zum 2 OG Hus BJ 1935 . Deckenaufbau: Putz, Steckmetall, Aschebewurf, Balken Dielenboden (klassiche Aschedecke).

Denke darüber nach, nur die vordere und hintere Diele auszubauen und mit Einblasdämmung zu versehen. Hierzu als Idee ein Link: www.sonnenheizer.de (selbermachen (:-))
Hier wird gut erklärt wie man selber das Material einbläst, was sonst recht teuer ist. Ich denke nur über das richtige (natürliche) Material nach. Zellulose oder Perlitte (nix aus Styro...x. Hat jemand Erfahrung ob hier eine Dampfbremse nötig ist, oder ob ich problemlos ohne das einblasen kann? Das wäre sonst ggf. für Euch eine Lösung

Gruss

Rudi



Schwingen



nur die Dielen oder die ganze Decke? Dann könntet Ihr auch ein damals nicht erkanntes Problem mit den Deckenbalken haben, bzw. mit den wahrscheinlich vorhandenen Unterzügen, sofern der Raum darunter die gleiche Größe hat. Bevor Ihr noch mehr Gewicht reinpackt, solltet Ihr das klären. Nach der, wenn nötigen Ertüchtigung der Decke, z.B. durch Spannweitenveringerung, würde ich aber auch eher eine Dämmung von unten empfehlen. Um den Platz, den Ihr nach unten habt, werden Euch viele beneiden. Also nutzt ihn und macht es Euch nach oben nicht unnötig kleiner.
MfG
ollerich



Wie dick...



...ist denn die alte Dielung?

Hat sie Nut/Feder und wieviel Holzstärke ist noch minimal bis zur Feder vorhanden?

Oder liegen die Bretter stumpf beieinander?

Grüße

Thomas





Wenn man nach oben hin aufbaut und dämmt hat man Probleme mit den Brüstungshöhen an den Fenstern und die Türhöhen sind dann auch nur noch was für Kleinwüchsige. Da denke ich der Aufwand mit dem Gerüst ist geringer. Es gibt Freitragende Systeme von Trockenbauherstellern die zwischen den Wänden angebracht werden.



Vielen Dank für Ihre Antworten!



Mittlerweile haben mir Ihre Antworten die Sicht viel klarer gemacht.
In der Tat sind die Brüstungshöhen der Türen und Fenster ein Hinderungsgrund von oben dick zu dämmen und aufzubauen.
Meine Entscheidung ist getroffen von der unteren Geschoßdecke aus zu arbeiten.
Dies riet mir mittlerweile ebenso ein Berater von Energieform Hessen.
Seine kostengünstige Empfehlung: Statt teuerer Dämmplatten einfach Styropor mit Silikon an die Decke zukleben.



Grrr,



Styropor an der Decke ist unschlagbar billig, aber nicht preiswert. Diesen Aufbau würde ich keinesfalls ausführen. Schon aus Brandschutzgründen nicht. Viele andere gute Gründe dagegen stehen hier im Forum.

Grüße

Thomas



PUR gebundene Schüttung,



Falls der Untergrund die Tragfähigkeit zuläßt, kann ich das Bodenaufbausystem FloorTD empfehlen. Ein mit PUR- gebundene Trocken- Estrich Ausgleichmasse mit anschließender Deckschichtversiegelung. Es ist wärmeisolierend und trittschallmindernd zugleich. Sehr fußwarm, da der Blähton ein gutes Wärmespeichervermögen beszitzt.Es bildet eine homogene Aufbauschicht mit dem Untergrund und läßt auch das knarren verschwinden.



Das wäre...



...schon ein fetter Batzen Chemie im Hause, dafür gibt es baubiologisch bessere Lösungen.

"da der Blähton ein gutes Wärmespeichervermögen beszitzt"

Meinten Sie da nicht vielleicht eher "Wärmedämmvermögen"? Als Speicher ist der Blähton vermutlich keine Sensation.

Auf stark beweglichen Dielenböden (stumpf gestoßen, größere Balkenabstände) sehe ich's eh kritisch.

Grüße

Thomas